Schlesisches Namenbuch/092

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Schlesisches Namenbuch
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  • Namenerläuterungen und -nachweise werden mit einfachem Doppelpunkt (:) eingerückt.
  • Abkürzungen gemäß S. 13 (Benutzte Adreßbücher) werden aufgelöst und die Häufigkeitsangabe wird in eckigen Klammern wiedergegeben, also Lg33 = Liegnitz [33]
  • Außer Orts- und Familiennamen bleiben alle übrigen Abkürzungen unaufgelöst und werden, wenn nötig, gemäß ER zur Verhinderung des Zeilenumbruchs mit geschütztem Leerzeichen (&#160;) erfasst (also z. B. statt z.B.).
  • Vor 'Belege' wurde immer ein Halbgeviertstrich '–' (ALT+0150) gesetzt. (Entfiel im Original, wenn 'Belege' am Satzanfang stand.)


Pfitzner (Liegnitz [13] Görlitz [9] Neusalz [5] Neisse oft, Neustadt [3]); Fitzner (Grünberg [7] Neusalz [3] Görlitz [2] Liegnitz [3] Schweidnitz Hirschberg); Pfützner (Görlitz Liegnitz Neisse); Pfitzmann (Neusalz Hirschberg).

Nach der Wohnstätte an einer pfütze (mhd.), das ist Lache, Tümpel, auch Brunnen. Der Name haftete mitunter bereits an der Wohnstätte, ehe er auf den Anwohner oder Besitzer überging, wie aus folgenden Belegen ersichtlich: Heyne in der pfüczen 1359 Breslau (Reichert, H., Die deut. Familiennamen nach Breslauer Quellen. Breslau 1908, S.## 71); Pecze im loche (Peter loch) 1352 Breslau (Reichert, H., Die deut. Familiennamen nach Breslauer Quellen. Breslau 1908, S.## 68) neben „hof der do heysit in dem loche“ 1352 Breslau (Reichert, H., Die deut. Familiennamen nach Breslauer Quellen. Breslau 1908, S.## 68). Zur Form Pfitzmann vgl. man: Odirman - uff der Odir, lochman - in dem loche, Santman - uf dem sande, Hellmann - in der helle(n). Die mundartl. Entrundung ü = i ist den alten Belegen noch fremd: Hannus pfuczener 1437 Liegnitz; Pfotczener 1451 Liegnitz; Phuczener 1378 Görlitz; Hannus Phuczeman 1381 Sorau Land. - Die von Henschel (Ztschr. f. ##deut.## Altert. 69, 1932) versuchte Herleitung von mal. pizenarius ist damit erledigt.


Pohl (Liegnitz [131] Görlitz [82] Hirschberg [43] Sagan [33] Neusalz [13] Glatz [8] Neurode [18] Reinerz [13] Habelschwerdt [9] Landeck [7] Neisse oft, Neustadt, Öls l Sp. Ratibor l Sp., Oppeln oft, Beuthen [31) selten Pohle. Oberschlesisch auch: Pollack, Pollak (Ratibor [9] Beuthen [9] Neustadt [12] Neisse Breslau oft Görlitz [8] Grünberg [4]); Pollo(c)k (Beuthen [26] Oppeln oft Ratibor [8] Neisse Schweidnitz).

In Stärke und Verteilung dieses Namens spiegelt sich der Anteil des Polentums an der Bevölkerung des schlesischen Raumes. Vgl. auch den Name Böhm und Wende sowie die Einleitung! Vereinzelt mögen auch (geschäftliche) Beziehungen zum Lande Polen der Anlaß zur Namengebung gewesen sein, vgl. unter Preuss und Russ. - Belege: Mertyn Polen 1372 Liegnitz; Mertin Polan 1429 Liegnitz; Spyctke der Polan (##Burdach, Vom Mittelalter zur Reformation. Bd. 9., Bd. 9); Polensche Hensil in Alt-Breslau (Reichert, H., Die deut. Familiennamen nach Breslauer Quellen. Breslau 1908, S.## 134); Jorge Polin vom Canth sutor 1435/36 Görlitz; Hanns Polann 1460/61 Görlitz; Mats Pole vom Schönborn, ein foler 1538 Görlitz; Polag ein kurssener 1418/19 Görlitz; mit „Hannos Polan Schul rissen von Czobczicz“ 1438 (##Codex dipl. Silesiae, Breslau 1857 ff., Band 4, 158); Niklos Polak 1451 Sillein.


Prause (Liegnitz [6] Habelschwerdt [14] Glatz [6] Schweidnitz Glogau Beuthen [7]); Prauser (Liegnitz [8]); Prauß.

Ortsname Praus (1394 Praws) Kr. Nimptsch. - Belege: Hanns Borsnicz von Prauss (Kr. Nimptsch) 1484 Neisse; Lorencz Prawser 1491 Liegnitz; Leonharth Prauser 1547 = Lenhardt Praussitz 1546 Liegnitz; frater Reynczko de Pruys 1319 Glatz. Vgl. auch die Ortsnamen Prauß Kr. Reichenbach (1388 Prawssen), Prauske Kr. Rothenburg (2 mal) und Praußnitz Kr. Jauer (1370 Pruznicz); ferner Ortsname Prausitz (alt Pruz, Prus) b./Riesa a. d. Elbe, 1206 im Besitz eines Tammo de Pruz. Vgl. in Alt-Breslau : von dem Prws (Reichert, H., Die deut. Familiennamen nach Breslauer Quellen. Breslau 1908, S.## 77).


Preuß (Liegnitz [28] Görlitz [27] Glogau [18] Grünberg [6] Hirschberg [9] Beuthen [6]); Preiß (Liegnitz [10] Grünberg [6] Neisse Neustadt [4] Ratibor oft Beuthen [16]).

Im allgemeinen nicht einer vom Volksstamm der alten „Preußen“, sondern ein Kaufmann, der Geschäftsbeziehungen dorthin unterhält, also auch Reisen nach Preußen unternimmt. So z. B. 1389 in Liegnitz (##Schöppenbuch, 16 b): Heynrich kawffman ##gest. hat Gut „czu prewssem ym lande“ gelassen. Vgl. die Namen Russ, Römer u. a. - Belege: Petir Prusze 1382 Liegnitz; Pruse 1389 Görlitz; Prwze (Alt-Breslau: Nicclos Prewse 1385 Liegnitz; Tomas Prewsse 1451 Liegnitz; Gabriel Prewse 1398 Breslau (##Codex dipl. Silesiae, Breslau 1857 ff., Band 4, 36).


Preußner (Sagan [7] Neisse öfter Neustadt Brieg [3]), Preißner (Neustadt [13] Neisse öfter Oppeln [3] Brieg [2]). Preus(s)ler (Görlitz [6]), -ei- = Preuß.

Doch ist die Häufigkeit in Neisse und Neustadt auffallend. - Belege: Prwssener (Bruthenus) Alt-Breslau (Reichert, H., Die deut. Familiennamen nach Breslauer Quellen. Breslau 1908, S.## 98); vgl. Ruthenus = Riuze = Reusse (Russe)! Merten Preussener schuster 1510 Görlitz; Hannus Prewseler 1416 Schweidnitz (1395 Glatz).


Probsthahn (Hirschberg [1]).

Das ist Probsthain Kr. Goldberg-Haynau, mit dem Probsthainer Spitzberg. - Belege: Thammo de Probisthayn 1327 Liegnitz; Petir P. 1416 Erbrichter in Schweidnitz; herr Jeronimus P. 1435 (##Codex dipl. Silesiae, Breslau 1857 ff., Band 4, 53).

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