Schlesisches Namenbuch/082

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Schlesisches Namenbuch
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I. Taufnamen: a) altdeutsche b) slawische

II. Herkunftsnamen  |  III. Berufsnamen
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  • Namenerläuterungen und -nachweise werden mit einfachem Doppelpunkt (:) eingerückt.
  • Abkürzungen gemäß S. 13 (Benutzte Adreßbücher) werden aufgelöst und die Häufigkeitsangabe wird in eckigen Klammern wiedergegeben, also Lg33 = Liegnitz [33]
  • Außer Orts- und Familiennamen bleiben alle übrigen Abkürzungen unaufgelöst und werden, wenn nötig, gemäß ER zur Verhinderung des Zeilenumbruchs mit geschütztem Leerzeichen (&#160;) erfasst (also z. B. statt z.B.).
  • Vor 'Belege' wurde immer ein Halbgeviertstrich '–' (ALT+0150) gesetzt. (Entfiel im Original, wenn 'Belege' am Satzanfang stand.)


Dreissig (Liegnitz [7] Neusalz [10] Freystadt [4]).

Aus Dreißig b/Döbeln (Sachsen) bzw. Droyßig b/Weißenfels. Vgl. Andreas Dreysiger 1422 in Sillein.


Eichler (##G [35] Liegnitz [4] Grünberg [3] Ratibor), Eichner (Liegnitz [11] Görlitz [8] Neusalz [8] Freystadt [6] Hirschberg [5] Schweidnitz).

Von der Wohnstätte bei Eichbäumen bzw. einem mit Eiche gebildeten Ortsname oder Örtlichkeitsname. Wechsel von ler und ner wie bei Siebeneichler, Siebeneich(n)er (Breslau); Ortsname Siebeneichen Kr. Löwenberg. - Belege: In Görlitz schon im 15. Jahrh. oft: Andris Eicheler faber 1435, Simon Eychler von der Byle 1514 ebd. u. v. a.


Eif(f)ler (Görlitz [18] Liegnitz [6] Hirschberg [4] Schweidnitz).

Aus der Eifel, der rheinischen Berglandschalt, zugewandert; zuerst im 15. Jahrh. und nur in Görlitz. - Belege: Nickel Eiffeler 1456 Görlitz, u. öfter ebd.


Ellguth, Illguth (Breslau, Öls).

Zahlreiche Ortschaften dieses Namens in Ober- und Ostmittelschlesien (aus slaw. lgota „Erleichterung, das ist Befreiung von Zinsabgaben“, vgl. Damroth S. 119 f. und H. G. Kretschmer, das schlesische Ellguth (Vom dtsch. Osten, 1934 S. 287): „eine slaw. Volksbezeichnung f. d. zinsfreie deutschmittelalterl. Rodungsdorf schlechthin“). - Belege: von der Ellegot (Reichert, H., Die deut. Familiennamen nach Breslauer Quellen. Breslau 1908, S. 80); Franczke von der Elgott 1423 (Codex dipl. Silesiae, Breslau 1857 ff., Band 6, 50).


Elsner (Görlitz [44] Liegnitz [39] Grünberg [7] Glatz [11], Schweidnitz oft, Hirschberg [9] Neustadt [13] Oppeln [11] Beuthen [9]), Ölsner (Breslau).

Die Häufigkeit des Namens in ganz Schlesien weist auf ein allgemeinschlesisches Grundwort. An den beliebtesten weiblichen Taufnamen des 14./15. Jahrh., Else, zu denken, könnte der „Nicze der Eisen“ (1381 Sorauer Ldreg.) verleiten, doch fehlen dafür weitere Anhaltspunkte. - Es bleibt daher nur die Möglichkeit, einen häufigen Ortsnamen auf -n- dahinter zu suchen, und dieser bietet sich in den vielen schlesischen Orten namens Ölsa, Ölse, Öls, bzw. Ölschen, und weiter westwärts in den sächsischen Ortsnamen Ölsen, Ölsa usw., die alle slaw. olesna „Erle“ enthalten. - Belege: Die mdal. Entrundung von ö zu e (vgl. auch die Breslauer Vorstadt Elbing = „de Olwing(a)“ (Reichert, H., Die deut. Familiennamen nach Breslauer Quellen. Breslau 1908, S. 74) und Ortsname Ellschnig/Nstdt. = Olszynka) kennen die Quellen des 14. Jahrh. noch nicht: Heinke (Henczke) von der kleyn Olsin 1359 (1370) Breslau = Heynczke de parva Olesna, ebd. (Reichert, H., Die deut. Familiennamen nach Breslauer Quellen. Breslau 1908, S. 14); Michel der jode von der Olsen 1382 Liegnitz; Heinrich lengefeld v. der Olsin; Hannos v. der Olsin sein Sohn 1361 Breslau. Erst im 15. Jahrh. finden wir Elzener 1415 Liegnitz; Petir Elsener 1433 Liegnitz; Bartusch Elsener 1443 Jakobsdf.; Hanns Ylsener 1476/77 Görlitz; Petir Elsener 1527/28 Görlitz. Im 16. Jahrh. vgl. Jocheim Brigkman von der Elsse 1574, von der Elsenn 1576 Liegnitz.


End(e)mann, Ende, siehe Mende!


Eng(e)mann (Görlitz [50] Liegnitz [7] Bunzlau [6] Sagan [5] Öls Ratibor, sonst selten): siehe Mende!


Enzmann (Liegnitz Neusalz).

Aus der Stadt Enns am gleichnamigen Flusse bzw. dem Lande ob der Enns (Oberösterreich). Selten, aber schon früh. - Belege: Hannus von Enz 1381 Liegnitz; Albrecht Enczman 1429 Liegnitz.


Eschenhorn (Görlitz Liegnitz, selten).

Wohl Örtlichkeitsname. Als Ortsname nicht nachweisbar. Schon 1351 in Liegnitz: Paulus Eschilhorn = ca. 1372 Pauwel Eschinhorn ebd.


Falkenberg (Görlitz [5]).

Mehrere Dörfer dieses Namens: Kr. Bolkenhain, Kr. Waldenburg, Grafschaft Glatz, und eine Stadt im Regierungsbezirk Oppeln. Vincencius F. 1445 Ratibor (Codex dipl. Silesiae, Breslau 1857 ff., Band 2, 58).

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