Schlesisches Namenbuch/079

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Schlesisches Namenbuch
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  • Namenerläuterungen und -nachweise werden mit einfachem Doppelpunkt (:) eingerückt.
  • Abkürzungen gemäß S. 13 (Benutzte Adreßbücher) werden aufgelöst und die Häufigkeitsangabe wird in eckigen Klammern wiedergegeben, also Lg33 = Liegnitz [33]
  • Außer Orts- und Familiennamen bleiben alle übrigen Abkürzungen unaufgelöst und werden, wenn nötig, gemäß ER zur Verhinderung des Zeilenumbruchs mit geschütztem Leerzeichen (&#160;) erfasst (also z. B. statt z.B.).
  • Vor 'Belege' wurde immer ein Halbgeviertstrich '–' (ALT+0150) gesetzt. (Entfiel im Original, wenn 'Belege' am Satzanfang stand.)


Bergmann (Görlitz [49] Liegnitz [20] Hirschberg [17] Bunzlau [9] Fr [5] Schweidnitz [5] Öls [2] Beuthen [2]!)

Gleichbedeutend mit Berger (siehe dies!), wie Grundmann = Gründer. - Belege: Nykil Bergmann 1319 Schweidnitz. Petrus Berkman 1381 Breslau; Peter Berkmann 1418/19 Görlitz. Aber auch Berufsname: Bertolt der berkman 1346/47Gl.


Berger (Liegnitz [54] Görlitz [40] Hirschberg [13] Schweidnitz [31] Glatz [2] T [15] Ratibor u. Neustadt oft, Oppeln [23] Beuthen [38]).

Von der Wohnstätte auf oder an einem Berge, im Gegensatz zum Gründer. Daher im Gebirgsschlesischen häufig. Vgl. Bergmann! - Belege: Lutold uf dem berge 1315 ca. Görlitz; Ticzco de Monte 1343 Liegnitz; Petir der of dem berge 1385 Breslau; Hane of dem berge 1381 Sorau Land; Althannus vom Berge 1450/52 Schweidnitz; Jacob offm berge und Paul vom berge 1437 Liegnitz; Petrus Berger 1367 Breslau; Nicolaus Berger 1371 Reichenbach; Pawel Berger 1397 Liegnitz; Syfrit Berger 1410 Görlitz, u. öfter ebd.


Berner(t) (Liegnitz [10] Görlitz [10] Glogau [3] Schweidnitz [5]).

Berna, Kr. Lauban, wie Börner = Borna/Sachsen. Über das unorganische t vgl. Teuthonista 3 (1926), 33 ff. - Belege: Cristoff Berner 1449 Görlitz. Vgl. Caspar Alischer von der Berne 1551 Görlitz.


Bernsdorf (Görlitz [11] Hirschberg [3]).

Bernsdorf, Kr. Hoyerswerda (1310: Bernhardi villa); vgl. auch Bernsdorf, Kr. Münsterberg. - Belege: Nickel Conrad von Bernsdorff 1417 Görlitz; Nickil Keiser v. B. 1421 ebd.


Beut(h)ner (Görlitz [4] Glogau [2] Oppeln [1] Breslau).

Aus Beuthen O./S. bzw. an der Oder (Kr. Freystadt). - Belege: Katherina von Bewthim 1395 Liegnitz; Nicolaus Bewthim 1397 Liegnitz; de Beutin Alt-Breslau.


Bieler(t), Biehler (B), auch Biehl (Glatz Sagan).

Aus einem der vielen Dörfer Bielau bzw. Langen-, Nieder-, Ober-, Mittel-, Klein-Bielau in Nieder- und Oberschlesien, im 13./14. Jahrh.: Bela, Be(e)le. - Belege: Welczil von der Bele 1371 Breslau = W. Beler 1364 (Reichert, H., Die deut. Familiennamen nach Breslauer Quellen. Breslau 1908, S. 97); Hensil Beler (der kücheler) 1372 (1382) Liegnitz; Joh. Beler 1404 Liegnitz (= Joh. Belaw 1410 ebd.) Urkundenbuch##; Hans Beler 1454 Görlitz; Hans Byler 1520 ebd.; Hans Reichenpach Biler genandt, auch Bilhans 1490 ff. Glatz.


Biewald (Liegnitz [5] Schweidnitz [6] Öls [6] Breslau), Bienwald(t) (Görlitz [3] Liegnitz [4] H [5]), Bienewald (Schweidnitz [2] Glogau).

Nicht auffindbarer Ortsname. Gebildet nicht von „Biene“, sondern von der slaw. Kurz- od. Koseform des Heiligennamens Benedikt, wie z. B. der Ortsname Bienowitz (alt Benewicz). n ist geschwunden vor Konsonant wie in Mehwald = Meinwald, Bormann = Born(e)mann. - Belege: Hanns Benewald 1457 Görlitz; Martin Bynewalt 1522 Liegnitz (Tschersich).


Birkner (Liegnitz [2]).

Wohnstättenname, also ländlicher Herkunft. Vgl. Büchener, Eichner, Lindner usw. - Belege: Birkenerynne 1368/69 Liegnitz; Heynke Birkener 1381 Liegnitz, Frenczil Birkener 1413 Görlitz; Joachim Birckner 1601 Liegnitz.


Böhm (Liegnitz [60] Görlitz [47] Grünberg [25] Hirschberg [21] Glatz [19] Schweidnitz [17] T [6] Öls [22] Neustadt [21] Ratibor Oppeln [18] Beuthen [54]), selten Böhme (Görlitz [30] Hirschberg [5]).

In der Häufigkeit des Namens kommt die volks- (und kultur)geschichtliche Ausrichtung Schlesiens nach dem Westen zum Ausdruck, insbesondere durch den politischen Anschluß an die Krone Böhmens (1327-1526). Vgl. Jungandreas, Besiedlung S. 236 f. Naturgemäß ist an der böhmisch-schlesischen Pforte, in der Grafschaft Glatz, das böhmische Volkstum am ehesten nachweisbar, oft schon am Vornamen erkennbar. Vereinzelt jedoch ist nicht die Herkunft, sondern der Aufenthalt im Lande Böhmen gemeint! (Vgl. den Beleg unten und bei Preuß).

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