Provinz Südpreußen

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Provinz Südpreußen, Preußen, 1793 - 1807

Die Provinz Südpreußen entstand durch die Zweite (1793) und Dritte (1795) Teilung Polens und bestand bis 1807 nach der Niederlage Preußens durch Napoleon. Die Provinz unterstand dem Generaldirektorium in Berlin. Hauptstadt war 1795 - 1807 Warschau. 1806 hatte die Provinz 1,503,508 Einwohner und umfasste drei Departements:

  1. Departement der Kriegs- und Domainen-Kammer zu Posen;
  2. Departement der Kriegs- und Domainen-Kammer zu Kalisch,(siehe hier Neu-Schlesien);
  3. Departement der Kriegs- und Domainen-Kammer zu Warschau.

König Friedrich Wilhelm III. von Preußen förderte 1798 - 1806 besonders die deutsche (nicht-preußische) Einwanderung nach Südpreußen und Neu-Ostpreußen. Einwanderer

  • auf adligen Ländereien nannte man Hauländer,
  • solche auf königlichen Amts-Ländereien Kolonisten.

Im Frieden von Tilsit 1807 verlor Preußen die Provinz an das Großherzogtum Warschau, erhielt jedoch 1815 das westliche Drittel um Posen zurück, welches nun den größten Teil der neugebildeten Provinz Großherzogtum Posen ausmachte.

Die Akten des Generaldirektoriums der Provinz wurden bald nach 1806 von Napoleon Bonaparte nach Warschau gebracht, wo sie lange ungenutzt dahinschlummerten. Der polnische Archivführer des "Archiwum Glowne Akt Dawnych" in Warschau (AGAD,1992) ist wohl der erste Versuch, die Akten bekannt zu machen:

  • General Ober Finanz-Kriegs-und-Domainen-Direktorium (kurz: Generaldirektorium)
    Departement Südpreussen, 1793/1795 - 1807 (AGAD, zesp.169)
  1. Abt.I : Universalia , Nr.4 - 1908; 1698 vols.
  2. Abt.II: Hauptverordnungen - (auch in Berlin)
  3. Abt.III: Dept. Kalisch, Nr.1 - 244; 241 vols.
  4. Abt. IV: Dept. Posen, Nr.1 - 273; 268 vols.
  5. Abt. V: Dept. Warschau, Nr.1 - 168; 168 vols.
  6. Abt.VI: Ortschaften , Nr.13 - 3890; 2375 vols.
  7. Abt.VII: Ämter, Nr. 2 - 1973; 1342 vols.

Literatur: Heinrich Berghaus, Deutschland seit Hundert Jahren - Geschichte der Gebiets-Eintheilung, Leipzig 1861, Band 2, Seite 346 - 351.

siehe: Artikel Südpreußen. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie.

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