Posselt (Familienname)

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Inhaltsverzeichnis

[bearbeiten] Herkunft und Bedeutung

Schon 1859 schrieb August Friedrich Pott[1], der Possel sei ein Handlanger. Im Duden Familiennamen[2] aus dem Jahr 2000 heißt es dann: Posselt: aus einer Erweiterung von mittelhochdeutsch böze "lächerlicher oder verächtlicher Mensch, geringerer Knecht" mit dem Suffix ~olt/~old hervorgegangener Übername oder Berufsname.

Bahlow[3] sieht im Namen Posselt eine Erweiterung aus dem slawischen Posse und nennt damit Peter als Bedeutung.[4] Posselt ist eigentlich Possolt, die slawische Sproßform von Peter, mit der beliebten deutschen Endsilbe -olt wie Petzolt u. a. Posse wurde zu Possek, Possiek, Piossek abgewandelt, was auf deutsch Peterchen oder Klein-Peter heißt.[5]

Hermann Posselt[6] zitiert aus verschiedenen Namenbüchern, laut Förstemann sei Posselt vom Stamm böz abgeleitet, der Name würde dann wohl Nutzwalter oder Güterverwalter bedeuten. Schwarz führe auf den Stamm böze zurück, auch hier wird der "geringe Knecht" genannt, wobei Posselt hier den Aufseher über die Knechte (Truchseß) nennt. Die von Bahlow[3] genannte slawische Herkunft schließt den Posselt aus. Heintze-Cascorbi leitet vom Verb boseln = basteln ab, was Hermann Posselt für weniger wahrscheinlich hält als die Kurzform von Sebastian: Bastl, Wastl, Postl, weil dieser Name aus älterer Zeit belegt sei.

Früheste Nennungen des Namens Bossold gab es im Jahre 711 im Elsass. Ein Bossold wird hier als Zeuge einer Schenkung an das Kloster Weissenburg genannt. Zwei weitere Schenkungsurkunden aus den Jahren 840 und 855 nennen zwei Brüder, die eine Hube, 30 Morgen Land und Wiesen für drei Wagenladungen den Benediktinern von Weissenburg unter Beibehaltung des Nießbrauches "in villa vel marca que vocatur Buozolteshusa" schenken. Der Ort Buozolteshusa heisst heute Bosselshausen, er liegt bei Buchsweiler (heute Bouxwiller) im Dept. Bas-Rhin im Elsass. Der 711 genannte Bossold war also der Begründer des Ortes[6]. 825 wird Buozolt in Fulda genannt[6].

[bearbeiten] Varianten des Namens

[bearbeiten] Geographische Verteilung

Relativ Absolut
relative Namensverteilung
Posselt (im Jahr 2002 insgesamt 1094 Einträge)
erstellt von Geogen 3.0 Webdienst
Legende:
weniger als 10 Vorkommen pro Mio,
bis 145 Vorkommen pro Mio,
bis 290 Vorkommen pro Mio,
bis 435 Vorkommen pro Mio,
bis 580 Vorkommen pro Mio,
mehr als 580 Vorkommen pro Mio
absolute Namensverteilung
Posselt (im Jahr 2002 insgesamt 1094 Einträge)
erstellt von Geogen 3.0 Webdienst
Legende:
weniger als 1 Vorkommen,
bis 20 Vorkommen,
bis 40 Vorkommen,
bis 60 Vorkommen,
bis 80 Vorkommen,
mehr als 80 Vorkommen

Relativ betrachtet findet man die meisten Posselts im bayrischen Kaufbeuren, nämlich 703 Anschlüsse pro Million Einwohner. Absolut betrachtet gibt es die meisten Posselt im Landkreis Löbau-Zittau in Sachsen, es gibt dort 97 Telefonanschlüsse.

[bearbeiten] Schlesien

Poselt, Posselt (Görlitz [18], Liegnitz [3])

Die Zahlen in eckigen Klammern beziehen sich auf die Häufigkeit der Namen in Schlesien, also Görlitz [18] = 18 mal in Görlitz vorkommend, und so fort aus "den Adreßbüchern der dreißiger Jahre" der entsprechenden Städte.

[bearbeiten] Persönlichkeiten

Carl Wilhelm Posselt
(* 20. Juni 1815 Dieckow/Diekow in der Neumark; † 12. Mai 1885 Christianenburg in Südafrika), "Der Kaffernmissionar", Missionar für die Berliner Mission in Südafrika
Bernd Posselt
(* 4. Juni 1956 Pforzheim), ist ein deutscher Politiker (CSU), Journalist und Vertriebenenfunktionär.
Ernst Ludwig Posselt
(* 22. Januar 1763 Durlach, † 11. Juni 1804 Heidelberg), Historiker und Jurist; Professor am Karlsruher Gymnasium, Privatsekretär und Familienhistoriker des Markgrafen Karl Friedrich von Baden. Verfasser zahlreicher Bücher. Nach ihm ist die Posseltstraße in Karlsruhe-Durlach benannt.
Christian Wilhelm Posselt
(* 1806 † 1877), Mediziner, isolierte 1828 im Rahmen eines Wettbewerbs mit Karl Ludwig Reimann das Nikotin.

[bearbeiten] Geographische Bezeichnungen

711 gründete ein Bossold den Ort Bosselshausen bei Buchsweiler (heute Bouxwiller) im Dept. Bas-Rhin im Elsass[6].

[bearbeiten] Literaturhinweise

[bearbeiten] Daten aus FOKO

In der Datenbank FOKO finden Sie zum Beispiel folgende Einträge zum Familiennamen Posselt:

  1. Posselt, römisch-katholisch, zwischen 1693 und 1726 in Maffersdorf/Sud., Sudeten
  2. Posselt, römisch-katholisch, zwischen 1657 und 1660 in Proschwitz/Sud, Sudeten
  3. Posselt, 1740 und später in Großschönau, Sachsen
  4. Posselt, lutherisch, 1760 und später in Großschönau, Sachsen
  5. Posselt, 1701 und später in Morchenstern, Sudeten
  6. Posselt, zwischen 1655 und 1732 in Wiesenthal, Sudeten
  7. Posselt, 1677 und später in Nabsel, Böhmen
  8. Posselt, 1677 und später in Nabsel, Böhmen
  9. Posselt, 1727 und später in Kukan, Sudeten
  10. Posselt, römisch-katholisch, zwischen 1750 und 1750 in Berzdorf, -
  11. Posselt, römisch-katholisch, zwischen 1821 und 1821 in Rosenthal, -
  12. Posselt, , in , -
  13. Posselt, , in , -
  14. Posselt, , in , -
  15. Posselt, , in , -
  16. Posselt, , in , -

Weitere Einträge und andere Schreibweisen können Sie hier abfragen: http://foko.genealogy.net


[bearbeiten] Weblinks

[bearbeiten] Quellen

  1. August Friedrich Pott: Die Personennamen, Verlag F.A. Brockhaus, Leipzig 1859
  2. Duden Familiennamen, Herkunft und Bedeutung von 20000 Nachnamen, F.A. Brockhaus AG Mannheim 2000, ISBN 3-411-70851-4
  3. 3,0 3,1 Hans Bahlow, Deutsches Namenslexikon, suhrkamp Taschenbuch 65, ISBN 3-518-36565-7
  4. siehe hierzu: Püschel (Familienname)
  5. H. Reichert, Die deutschen Familiennamen nach Breslauer Quellen, Breslau 1908, S. 58
  6. 6,0 6,1 6,2 6,3 Hermann Posselt: Die Frühgeschichte der Familie Posselt, in: Otto G. Posselt: Supplement til Slaegten Posselt anden Hovedlinie for 1939-1976, Dänemark 1976
  7. Codex diplomaticus Moraviae 4, 32, siehe Literaturliste in: Schlesisches Namenbuch
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