Pogesanien

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Prußische Stammesgebiete
Baltische Stammesgebiete


Inhaltsverzeichnis

Geografische Lage

"Die Nordgrenze bildet die Südostgrenze der warmischen Landschaft Wewa, die Ostgrenze die Südgrenzen Natangens brz. die Westgrenze Klein- und Groß-Bartens. Die Südgrenze fällt mit der galindischen Nordgrenze zusammen. Die Westgrenze gegen Pomesanien ist gleichzeitig Diözesangrenze zwischen den Diözesen Ermland und Pomesanien. Sie verläuft an der Weeske entlang bis zur Quelle, hin zum Marongsee. Pogesanien lag links und rechts der Passarge und wurde durch keine Diözesangrenzen geteilt. Es war eine Binnenlandschaft, die nirgends ans Haff stieß." [1]

Sage

  • "Hoggo, dem zehnten Sohne, überwies der König das Land zwischen Weseke, Bassaro, Drusino (Drausen) dem Wasser. Er baute sich eine Feste Tolko (Tolkemit), nachher Schafsberg genannt. Das Land aber ward geheißen das Hoggerland (Hockerland) oder auch nach seiner Tochter Poggezana Poggesanien." [2]


"Hoggo, der 10. sohn Widowuti quam for seinen vater und er thet wie seine brüder, und ihm sein vater zuteilte das land zwischen Weseka, Bassaro, Drusino den wassern, und dieser nahm es mit der zeit ein und bauete ihm eine feste auff einem bergk und nannte sie Tolko, heut wird sie genant Schaffsbergk und man noch heut sein land nennet Hockerlandt.

Und dieser starb und lis keinen sohn ag 3 tochtir, Mitam, Cadinam, Poggezanam. Mita nahm einen man und wonte auff der feste ihres vaters (Tolkemit) und hette viel kinder; Cadina nahm auch einen und sie wonte auch sonderlich auff einem berge und nante die feste nach ihrem namen (Kadinen) und het auch viel kinder. Die dritte Poggezania wonte beim eichwald und blieb iungkfrau ihr tage und wardt eine waydelottinne (Priesterin), umb welches willen sie wardt vorhalten von ihren schwegirn und schwestern, und was die gebott, das war gots wortt.

Von diesem es quam, wie man auch ihr vaterlandt Poggezania noch heut in tagk nennet, und man kan erkennen, sie ist eine hoynynne (Hünin) gewesen, wen im jare 1499 hab ich viel mol im kloster zum Elbinge, das vor ihrer festen 4.000 schrit leit, ihr jungkfrauenborttlein (Barett, Mütze) gesehen, war einer halben elen weit inwendigk und war einen gutten mannes handtsbredt und war gemacht von solchir materia und beclit noch aller weise, wie die armbroste sein, und hette vorne einen stein aber ein blech mit eim bilde gehabt 4 eckicht, fingers dicke, einer spannen langk, wie die spannen nu sein. Auss welchim aber ist zu nehmen, ist das haupt so gros gewesen, der gantze leichnam muss hoynisch gewesen sein.

Von dieser Poggezania und ihrem waydelen die Preussen, die do der geburt und der sprach Preusch seindt, viel mogen sagen, wie schön, wie milte, wie guttigk sie gewest sey, und wie sie mit den göthin (Göttern) getanzt habe, welche um ihren willen den leutten haben gebin alles, was sie begeret haben, und solcher dolheit viel." [3]

Name

Der prußische Name Pagudian (pa-gudde) bedeutet wörtlich übersetzt „unter Busch" und beschreibt damit eine mit Buschwald bestandene Region.

"Die Ordensritter lernten die Namen der westlichen Gaue zunächst aus polnischem Munde kennen, daher das latinisierte Pogusania." [4]

Urkundliche Erwähnungen:

  • 1287 Pogusania
  • 1310 Pogozania
  • 1315 Pogyzonia
  • 1331 Pogzania
  • 1326 Pogesania
  • 1346 Pogazania

Geschichte

Pogesanien wurde von Braunsberg aus erobert. 1241 wurde Heilsberg angelegt. Im 15. und 16. Jahrhundert ist der Name Hoggerland oder Hockerland für einen Teil Pogesaniens gebräuchlich. Damit wird das hochgelegene Hügelland im Gegensatz zur Niederung beschrieben.


Sprachdenkmäler

Siehe auch

  • Barten (Rastenburg)
  • Galinda (masurische Seenplatte)
  • Chelmo (Thorn)
  • Lubawa/ Michelauer Land (Löbau)
  • Nadruwa (Insterburg)
  • Notanga (südlich von Königsberg, Preußisch Eylau)
  • Pagude (Heilsberg)
  • Pamede (Marienburg)
  • Semba (nördlich von Königsberg, Labiau)
  • Sassen (Tannenberg/Neidenburg)
  • Skalwa (Tilsit-Ragnit-Ruß)
  • Suduwa (Jatwinger) (Lyck, Suwałki)
  • Warme (Braunsberg)


Weblinks

Literatur

  • Gerullis, Georg: Die altpreußischen Ortsnamen, Berlin, Leipzig 1922
  • Hermanowski, Georg: Ostpreußen Lexikon, Adam Kraft Verlag Mannheim 1980

Einzelnachweise

  1. Hermanowski, Georg: Ostpreußen Lexikon, Adam Kraft Verlag Mannheim 1980
  2. Tettau, v.: Volkssagen Ostpreußens, Litthauens und Westpreußens, Berlin 1837
  3. Grunau, Simon: Preussische Chronik, Duncker & Humblot, 1892
  4. Gerullis, Georg: Die altpreußischen Ortsnamen, Berlin, Leipzig 1922,S.128
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