Ofensetzer

aus GenWiki, dem genealogischen Lexikon zum Mitmachen.
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Hierarchie: Regional > HRR > Historische deutsche Staaten > Wirtschaft > Handwerk > Töpferei > Ofensetzer


Einleitung

Ofensetzer oder Ofenmacher, ein zunftgebundener Handwerker, der die Oefen (der Bäcker) setzt, oder nur vielmehr den Herd schlägt.

Lehmherd

Der Lehmherd in einem Backofen hält nähmlich nur 2 bis 3 Jahre vor, wo er denn uneben wird. Besondere Bäcker oder Maurer, die sich auf das Herdschlagen verstehen, brechen alsdann den alten Lehm mit der Herdstange aus, und schlagen einen neuen. Sie säubern nähmlich einen gut bindenden Lehm von allen Steinen und fremdartigen Teilen, feuchten ihn mäßig an, und tragen ihn in den Ofen statt des ausgebrochenen Herdes durchgängig etwa eine Hand hoch auf. Alsdann kriecht der Herdschläger in den Ofen, und schlägt den Lehm durchgängig mit dem Herdeisen fest, so daß der Herd oben durchgängig eben, glatt und ohne Löcher ist; denn in den Lücken setzt sich bey dem Heitzen des Ofens Asche nebst kleinen Kohlen, welche die Unterrinde der Bäckerware beschmutzen. Einige bedienen sich statt des Herdeisens auch eines Marmorsteins mit einer polireten Bahn. Nach dem Herdschlagen macht man zuerst ein mäßiges Feuer mit kleinem Holze auf den Herd. Die ganze Arbeit ist mühsam. [1]

Fußnoten

  1. Quelle: Krünmitz, Joh. Geotg: Oeconomische Encyclopädie (1773 und 1858)