Dittauen

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Hierarchie Regional > Litauen > Dittauen
Regional > Historisches Territorium > Deutschland 1871-1918 > Königreich Preußen > Ostpreußen > Landkreis Memel > Dittauen



Einleitung

Dittauen, Kreis Memel, Ostpreußen


Name

Andere Namen und Schreibweisen

Namensbedeutung

Der Name Dittauen bezieht sich auf die Lage in einer Mulde. Der Name Praussel Narkus dürfte ein Spitzname sein: eine eitle Plaudertasche. Der Name Tiedter Jacob dürfte eine Eindeutschung von Dittauen sein und bezieht sich auf den Hausvogt Jacob Tiede. Thom Ußen bedeutet, dass Thomas jenseits von etwas wohnt.

  • preußisch-litauisch "detuvas" = Mulde
  • preußisch-litauisch "prausylas" = Schminke, Toilettegegenstände, Waschtisch
  • litauisch "noreika" = jemand der etwas wünscht, begehrt, aber auch im Sinne von "plepys" = Plaudertasche
  • prußisch "usz, uz, už" = hinter, jenseits


Allgemeine Information

  • Dorf, 16 km südöstlich von Memel, gegründet vor 1540, 1939: 536 Einwohner[7]


Politische Einteilung

1785 besteht Dittauen aus den Einzelgehöften Praussel Narkus (Praußel Narkus, Narckuß Praußell), Tiedter Jacob (Tiedter Jakob, Jacob Tiedter) und Thom Ußen (Tomaß Vhsen).
1939 ist Dittauen eine Gemeinde mit dem Gut Mitzken und den Dörfern Dittauen, Abbau Dittauen, Neu Dittauen, Spengen und Terrauben.[8]


Kirchliche Zugehörigkeit

Evangelische Kirche

Dittauen gehört zum Kirchspiel Prökuls.

Katholische Kirche

Dittauen gehörte 1907 zum katholischen Kirchspiel Memel.

Friedhof

Lage

Lage der Friedhöfe in Dittauen im Messtischblatt


Standesamt

Dittauen gehörte 1888 und 1907 zum Standesamt Prökuls.


Schule

Wann die Schule gegründet worden ist, ist aus den Akten nicht zu ermitteln. Sie gehört aber zu den Schulen, welche Friedrich Wilhelm I hat entstehen lassen, etwa im Jahre 1736. Auch soll die Stelle, auf der das Schulhaus steht, nicht dieselbe der ersteren sein. Das Schulhaus habe auf der Ostseite der jetzigen Chaussee gestanden. Es sei ein einfaches Holzgebäude mit Strohdach gewesen.

Das jetzige Schulhaus ist ein massives Gebäude, 1864 erbaut. Zur Schulsozietät Dittauen gehörten außer Dittauen die Ortschaften Darzeppeln, Kooden, Lingen, Nibbern, Schudnaggen und Terrauben. Jetzt wird die Schule von den Kindern aus Dittauen, Terrauben, Nibbern und von einem Teil der Ortschaften Lingen und Kooden besucht. Trotzdem die Zahl der Ortschaften größer war, ist die Schülerzahl nur eine sehr geringe gewesen. Die Schulpflicht hat mit dem 11. Resp. 12. Lebensjahr begonnen. Wenn 30Kinder an manchem Tage in der Schule gewesen sind, erzählten die Alten, so seien alle Schüler dagewesen. Solch eine Menge hat der Lehrer aber auch nur bei außergewöhnlichen Anlässen, etwa bei Lokalrevisionen durch den Pfarrer oder bei Kirchenvisitationen durch den Superintendenten um sich gehabt. In der Regel sind 15 – 20 Schüler in der Schule anwesend gewesen.

Augenblicklich zählt die Schule 68 Schüler. Die Kinder besuchten damals nur im Winter die Schule. Von Martini begann der Unterricht und endete Mitte Juni. Die meisten Kinder, besonders die dienenden, traten schon zu Fastnacht aus der Schule. Vor Martini wurde nie begonnnen, zuweilen ist auch Weihnacht geworden. 1855 war aber die Schülerzahl auf 120 gestiegen, so daß die Schule dreiklassig wurde. Die dritte Klasse war in einem Insthause des Krugwirts und Gutsbesitzers Pilzecker, Dittauen, eingemietet.

Der Name des ersten Lehrers ist nicht bekannt. Der erste, auf den sich die Alten, nach der Niederschrift des Lehrers Kurschat, der die Chronik begründet hat, noch besinnen, ist ein Konrad gewesen. Er hat noch vor dem siebenjährigen Krieg amtiert. Ihm folgte ein Hoffmann, dessen Nachfolger war sein Sohn. 1847 erhielt Kurschat die erste Lehrerstelle, ihm folgte im Jahre 1877 Steppat. 1897-1920 amtierte Wilhelm Stumber, seit 1920 Lehrer Hans Szardenings.[9]

Fotos der Schule

2021
Das sehr gut erhaltene und gepflegte Gebäude wird auch heute noch als Schule genutzt.

2021 ©KestucioZ.Fotografija
2021 ©KestucioZ.Fotografija
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2021 ©KestucioZ.Fotografija
2021 ©KestucioZ.Fotografija
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2021 ©KestucioZ.Fotografija
2021 ©KestucioZ.Fotografija

Diese Bilder wurden freundlicherweise von Kęstutis Zdanevičius zur Verfügung gestellt.


Bewohner

  • 1683: Szule beym Andrutten 18 J. alt, Kriste beym Makkis 18 J. alt [10]
Dittauen auf der Carte des terres devant le Curis H [affe] [de] cote du Memmel, ca. 1670, 1:55 000, Sign. N 11999/50
© Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz



Verschiedenes

Karten

Dittauen auf der Schroetterkarte Blatt 2, (1796-1802) 1:50 000
© Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz
Links in der Schroetter Karte 1802, Maßstab 1: 160 000 (Beachte auch Muiszen und Kantweinen)


Dittauen und Umgebung im Preußischen Urmesstischblatt Nr. 11, 1860
© Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz
Skizze aus der Gemeindeseelenliste von Dittauen aus den 50er Jahren, (c) Bundesarchiv
Dittauen in den Messtischblättern 0393 Götzhöfen und 0493 Prökuls (1910-1940) mit den Gemeindegrenzen von 1938
© Bundesamt für Kartographie und Geodäsie



Daten aus dem genealogischen Ortsverzeichnis

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Quellen

  1. Dietrich Lange: Geographisches Ortsregister Ostpreußen einschließlich des Memelgebietes, des Soldauer Gebietes und des Reg.-Bez. Westpreußen (1919-1939)
  2. Taufbuch Prökuls
  3. Catalogis der Verächter des H. Nachtmals, welche bey dieser Prekolschen Kirchen im gegenwertigen 1683 ten Jahre befindlich, Geheimes Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz Berlin, OstFol Memel Bd1287 Prökuls
  4. Amtsblatt des Memelgebietes vom 01.09.1923
  5. Amtsblatt des Memelgebietes vom 29.12.1923
  6. Michel-Katalog Deutschland-Spezial 2014 - Band 1: 1849 bis April 1945
  7. Dietrich Lange: Geographisches Ortsregister Ostpreußen einschließlich des Memelgebietes, des Soldauer Gebietes und des Reg.-Bez. Westpreußen (1919-1939)
  8. Amtsblatt Gumbinnen 1939: Neugliederung der Gemeinden und Gutsbezirke im ehemaligen Memelland ab 1. Mai 1939, S. 64ff,
    http://www.memelland-adm.de/Archiv/13 Verwaltungsbezirke/index.htm
  9. Der Grenzgarten, Beilage des Memeler Dampfbootes, 14.10.1936
  10. Catalogis der Verächter des H. Nachtmals, welche bey dieser Prekolschen Kirchen im gegenwertigen 1683 ten Jahre befindlich, Geheimes Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz Berlin, OstFol Memel Bd1287 Prökuls