Mestellen

aus GenWiki, dem genealogischen Lexikon zum Mitmachen.
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Diese Seite gehört zum Portal Memelland und wird betreut vom OFB-Team Memelland.
Bitte beachten Sie auch unsere Datensammlung aller bisher erfassten Personen aus dem Memelland

Hierarchie

Regional > Litauen > Mestellen

Regional > Historisches Territorium > Deutschland 1871-1918 > Königreich Preußen > Ostpreußen > Kreis Heydekrug > Mestellen



Einleitung

Mestellen, Kreis Heydekrug, Ostpreußen


Name

Andere Namen und Schreibweisen

Namensdeutung

Der Name dürfte sich auf die Art des Erwerbs beziehen: das Los werfen. Mit "Los" wurde ein kleines Stück Land bezeichnet, das Neusiedler nach der Trockenlegung der Sümpfe zur weiteren Bearbeitung als Lebensgrundlage erhielten. Diese Siedler wurden dann Losmann genannt. Jedoch warf das Land derart wenig ab, dass sich die Losmänner in jegliche Art von Tagelohn-Knechtschaft verdingen mussten. Die Endung -ele/ -ellen drückt Geringschätzung aus.

Der Name Wischten bezieht sich auf ein Jagdrevier.

  • prußisch und kurisch "mest" = werfen, schmeißen
  • preußisch-litauisch "mestas" = das Maß, mit Maß
  • "mesti" = das Los werfen
  • preußisch-litauisch "višta, vištos" = Huhn, Birkhuhn, Wachtelkönig, Wasserhuhn, Rebhuhn


Allgemeine Information

  • Mehrere große Höfe, 9 km nördlich von Heydekrug, Bahnstation und Wirtshaus 1,5 km südwestlich vom Ort[6]


Politische Einteilung

1736 gehörte Andres Wischten zum Schultz Schweedras Creyß im Hauptamt Memel, Amt Heydekrug[7]
1785 Kgl. Bauerdorf, 1919 Landgemeinde[8]
15.09.1902 wurde Baublen (Ksp.Werden) mit Mestellen vereinigt[9]
Ab 1.5.1939 gehörte auch der Ort Szameitkehmen (Kr.Heydekrug) zur Gemeinde Mestellen. [10]


Kirchliche Zugehörigkeit

Evangelische Kirche

Mestellen gehörte 1912 zum Kirchspiel Saugen, vor 1844 allerdings zum Kirchspiel Werden.

Katholische Kirche

Mestellen gehörte 1907 zum katholischen Kirchspiel Szibben.

Friedhof

Der Friedhof von Mestellen liegt nahe der Gemeindegrenze zu Lapienen. Der Gutsbesitzer von Lapynen hat hier auch beerdigt.
Er liegt im Gebiet von ehem. Baublen (Ksp.Werden), welches 1902 mit Mestellen vereinigt wurde.

Die Bilder wurden freundlicherweise von Peter Wallat zur Verfügung gestellt. Stand Mai 2013


Baptistengemeinde

Kapelle der Baptisten

Die Baptistenkapelle in Mestellen vor der Renovierung
Die Baptistenkapelle nach ihrer Renovierung

Diese Fotos stellte freundlicherweise Herbert Jaksteit (Pfarrer i. R.), geb. in Mestellen, zur Verfügung.
Er setzt sich sehr für seinen Geburtsort Mestellen und dessen Umgebung ein.
Es ist sein Verdienst, dass dieses Haus in Mestellen erhalten blieb und im Mai des Jahres 2013 sein 110. Jubiläum gefeiert werden konnte.


Standesamt

Mestellen gehörte 1907 zum Standesamt Lapienen.


Bewohner

Dreschen in Mestellen (ca. 1940er Jahre)
Mit weißer Schürze am Treibriemen: Meta Czulkies aus Petrellen


Erkennt jemand noch weitere Personen auf diesem Foto? Kontakt

  • 1791/92: Amts Heydekrug, Consignation von denen Decimenten, Pro anno 1791/92, Seite 49 Andres Wischten [1]
  • Bewohner 1832/33: Consignation der Personal Dezem der Schul-Societät Bauplen, Seite 4 [2]


Verschiedenes

Karten

Mestellen in der Schroetterkarte (1796-1802) 1:50 000
© Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz
Mestellen siehe oben mitte auf den Karten der Schroetterkarte (1802) Maßstab 1:160 000 © Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz


Mestellen im Preußischen Urmesstischblatt 1860
© Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz
Mestellen im Preußischen Urmesstischblatt 1860
© Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz
Mestellen und Umgebung im Preußischen Urmesstischblatt 1860
© Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz
Mestellen und Umgebung im Preußischen Urmesstischblatt 1860
© Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz


Mestellen in den Messtischblättern 0594 Kukoreiten und 0595 Berzischken (1910-1940) mit den Gemeindegrenzen von 1938
© Bundesamt für Kartographie und Geodäsie
Mestellenauf der Skizze aus der Gemeindeseelenliste aus den 50er Jahren © Bundesarchiv


Daten aus dem genealogischen Ortsverzeichnis

Request failed!

Quellen

  1. Dietrich Lange: Geographisches Ortsregister Ostpreußen einschließlich des Memelgebietes, des Soldauer Gebietes und des Reg.-Bez. Westpreußen (1919-1939)
  2. Werden Taufenbuch 1710-1728
  3. Werden Taufenbuch 1710-1728
  4. Amtsblatt des Memelgebietes vom 01.09.1923
  5. Amtsblatt des Memelgebietes vom 29.12.1923
  6. Dietrich Lange: Geographisches Ortsregister Ostpreußen einschließlich des Memelgebietes, des Soldauer Gebietes und des Reg.-Bez. Westpreußen (1919-1939)
  7. Amtsbauern u Köllmer in nördlichen Ostpreußen um 1736, Horst Kenkel, VFFOW, Hamburg 1995
  8. Sembritzki, Johannes u. Bittens, Arthur: Geschichte des Kreises Heydekrug, Memel 1920
  9. Dietrich Lange: Geographisches Ortsregister Ostpreußen einschließlich des Memelgebietes, des Soldauer Gebietes und des Reg.-Bez. Westpreußen (1919-1939)
  10. Amtsblatt Gumbinnen 1939: Neugliederung der Gemeinden und Gutsbezirke im ehemaligen Memelland ab 1. Mai 1939, S. 64ff,
    http://www.memelland-adm.de/Archiv/13 Verwaltungsbezirke/index.htm