Matzken

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Hierarchie

Regional > Litauen > Matzken

Regional > Historisches Territorium > Deutschland 1871-1918 > Königreich Preußen > Ostpreußen > Kreis Heydekrug > Matzken


Inhaltsverzeichnis


Einleitung

Matzken, Kreis Heydekrug, Ostpreußen (gehörte zum Domänenamt Prökuls).


Name

Andere Namen und Schreibweisen

Namensdeutung

Der Name bezieht sich auch einen Ortsgründer namens Matz (Matthias). Der Zusatz Kupschen sagt, dass es sich um einen Händler handelt.

  • nehrungskurisch "kupšs" = Händler
  • prußisch "kupšell" = Aufkäufer, Vorkäufer, Handelsmann


Politische Einteilung

1939 ist Matzken eine Gemeinde mit den Dörfern Kioschen, Lampsaten (Kr.Heydekrug) und Matzken.


Kirchliche Zugehörigkeit

Evangelische Kirche

Matzken gehörte 1912 zum Kirchspiel Kinten (Kr.Heydekrug).

Katholische Kirche

Matzken gehörte 1907 zum katholischen Kirchspiel Szibben.

Friedhof

Der mehr und mehr verwildernde Friedhof liegt auf den Feldern und nach einem kleinen Fußmarsch erreicht man ihn. Es sind einige Grabstellen zu finden.

Die Bilder wurden freundlicherweise von Peter Wallat zur Verfügung gestellt. Stand Mai 2013


Standesamt

Matzken gehörte 1907 zum Standesamt Kischken.


Schule

Schule in Matzken
Handarbeit bei der Frau Lehrer.
Es bedurfte dazu keines Vereins, keiner Organisation und keiner Aufforderung von oben: das Schulhaus war im Memelland das Kulturzentrum der Gemeinde. Wie hier in der Volksschule Matzken Kreis Heydekrug, so kamen auch in anderen Schulen nicht nur die älteren Schülerinnen, sondern auch schulentlassene Mädchen verschiedenen Alters zusammen, um unter Anleitung der Lehrersfrau –hier Berta Mauritz- einmal wöchentlich Handarbeiten zu machen.

Hart an der Chaussee von Michelsakuten nach Lankuppen liegt die Matzker Schule, die in ihrer Chronik stolz den Satz führt: „Diese Schule ist gegründet im Jahre 1736“. Das stattliche Gebäude mit seinem großen neuangelegten Garten hat nichts mehr, was an das alte Lehmgebäude in der Nähe der Minge erinnern könnte.

Das Schulgebäude: Die Chronik berichtet, dass im Jahre 1874 ein Schulbau trotz vieler Mängel abgenommen wurde. Er stand bis zum Jahr 1912 und wurde dann an anderer Stelle neu erbaut. „Das Jahr 1912 ist das Baujahr. Durch Beschluss des Schulvorstandes wurde im Einvernehmen mit der Regierung für den Schulneubau eines neues Schulgrundstück an der Chaussee erworben. Als Grund dafür wurde die ungünstige Lage an der Peripherie der Schulsozietät, im Überschwemmungsgebiet, der schlechte Dorfweg und die ungesunde Gegend am Fluß angegeben. Nur der 1. Lehrer war für Beibehaltung der alten Stelle, da die Lage am Strom sehr schön und gesunder als an der staubigen Chaussee sei, auch an der Chaussee liege die Schule nicht im Mittelpunkt der Schulgemeinde, da sich selbige in die Länge ziehe. Der Weg zur Schule kann durch Aufschütten und Bekiesen verbessert werden. Vom Besitzer Bempreiksch, Matzken, wurde ein 4 Morgen großes Grundstück, der Morgen zu 540 Mark, erworben. Das Untersuchen des Bodens, des Trinkwassers und die Sanierung des Baufonds zogen sich soweit in die Länge, dass der Rohbau erst im August 1912 begonnen wurde. Die Schulsozietät zahlt zum Neubau, der im ganzen auf 45 000 Mark veranschlagt wird, 8500 Mark, das übrige wird durch den Verkauf der alten Baustelle und durch Regierungsbaugelder erbracht.“

Die Chronik berichtet: „Bis zum 1.Oktober 1903 bestand die hiesige Schulgemeinde aus vier Ortschaften: Matzken, Lampsaten, Michelsakuten und Kogsten. Am 1. Oktober wurde Sakuten und Kogsten vereinigt. Die beiden Ortschaften führen von da ab den Namen Michelsakuten.

Ein Telegraphendraht verbindet bereits seit November 1879 Kinten und Prökuls, zwischen Prökuls und Lankuppen befördert man die Depeschen per Telephon.

An Streitigkeiten zwischen Gemeinde und Lehrer hat es auch hier infolge der Entschädigung durch Naturalien nicht gefehlt. Jahre hindurch währet der Streit um den zu liefernden Torf. Abgesehen von den üblichen Streitereien hat es für die Lehrer noch manch böse Tage gegeben. Ein Lehrer klagt, „dass ihm der Besuch von Gebetsversammlungen keine Gewissensruhe eintrug, die Begleitung frommer Frauen nur einen unverschämten Leumund wiederbrachte“.

Die Lehrer:

  • 1855 – 1866 Westphal
  • 1866 – 1873 Jokußies[1] aus Nattkischken
  • 1877 – 1908 Pritzkat[2] aus Szießgirren. Die Chronik berichtet: „Nach einem 42jährigen segensreichen Wirken, von dem 31 Jahre auf die hiesige Schule fallen, trat der Lehrer Julius Pritzkat am 1. Oktober 1908 in den Ruhestand, nachdem ihm am 11.September 1908 der Hohenzollernsche Hausorden verliehen wurde.“ Pritzkat starb im März 1930.
  • 1908 – 1914 Georg Pritzkat[3], der Sohn des Vorgängers
  • 1914 Imbes
  • 1915 – 1926 Simmat aus Stankischken
  • 1926 – 1934 Arthur Mauritz aus Schakunellen
  • 1934 Ewald Laukuß
  • ab 1936 Johann Schwellnus.

Als zweite Lehrer haben an der Schule seit der Einrichtung gewirkt: Letzaß, Strangalies, Willumat, Georg Pritzkat, D. Kudschus, Kaukorat, Granatzki, O. Funk, W. Ammon, Szegunis, E. Friedrich, H. Szimtenings, E. Megies, Georg Kallnischkies, Ch. Mertineit, Frl. Lakisch und Kasperaitis aus Kalvarlja.[2]

Aktuelle Ansicht der Schule von Matzken bei google StreetView: [4]


Bewohner

Karte der Höfe vor 1945

Höfe in Matzken vor 1945
© Bundesamt für Kartographie und Geodäsie
Bewohner und Höfe von Matzken auf dem MTB
1. Laugallies 2. Kurschat
3. Dreyszas 4. Ulpins
5. Mehleit 6. Juraschka
7. Melsir?,Kaiser 8. Lenkausky
9. Simoneit 10.
11. 12.
13. 14.
15. 16.
17. 18.
19. 20.
21. 22.
23. 24.
25. 26.

Wer kann weitere Angaben zu den Bewohnern
von Matzken machen? Kontakt

Geschichte

1711

  • Laßen: Johnis Naujagk, Martin Schleps, Michel Naujagk, Hanßke Schlepp
  • Wybrantzen: Hanßke Schlepp - ein Wirth, (Anm.: d.h. er stand damit hierfür nicht mehr zur Verfügung)
  • Enrollierte: Johnis Naujagk, Martin Schleps, Michel Naujagk, (Anm.: d.h. sie standen damit hierfür nicht mehr zur Verfügung)

(Quellen: [3])


Kleidung um 1870

  • Männer: tragen für gewöhnlich kurze Jacken, meistens aus selbstgefertigtem Zeuge, besonders aus grauer Schafswolle; Hosen aus demselben Stoff, sowie lange Röcke (Scharkus) welche auf Reisen getragen werden.
  • Frauen: Besonders die Frauen tragen dunkle Röcke und Jacken (blau und schwarz); um den Kopf ein schwarzes, gewöhnlich grüngeblümtes Tuch gewunden.

Diese Beschreibung der Kleidung stammt aus einem Fragebogen, den der Sprachwissenschaftler Georg Wenker (s. Artikel Georg Wenker. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. (15.09.2013) um 1870 an viele Dorfschulen verteilte. Er erforschte die verschiedenen Dialekte und fragte aber auch nach den Volkstrachten und der Zusammensetzung der Bevölkerung.

Den Fragebogen hat der Lehrer Julius Priczkat[5] aus Petratschen ausgefüllt. Er gibt an, dass das Verhältnis der litauischen Schüler zu den deutschen etwa 5 : 1 beträgt.


Verschiedenes

Karten

Matzken auf der Schroetterkarte (1796-1802) 1:50 000
© Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz
Siehe oben links auf der Schroetter Karte 1802, Maßstab 1: 160 000


Matzken im Preußischen Urmesstischblatt 1860
© Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz
Matzken und Umgebung im Preußischen Urmesstischblatt 1860
© Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz


Matzken in den Messtischblättern 0593 Kinten und 0594 Kukoreiten (1910-1940) mit den Gemeindegrenzen von 1938
© Bundesamt für Kartographie und Geodäsie
Skizze aus der Gemeindeseelenliste von Matzken aus den 50er Jahren, (c) Bundesarchiv


Daten aus dem genealogischen Ortsverzeichnis

GOV-Kennung MATKENKL01QI
Name
Typ
  • Wohnplatz
w-Nummer
  • 66131
Karte
   

TK25: 0594

Zugehörigkeit
Übergeordnete Objekte

Matzken, Mockiai ( Landgemeinde Gemeinde ) Quelle

Kinten (1907) ( Kirchspiel ) Quelle S. 92/93


Quellen

  1. Amtsblatt des Memelgebietes vom 01.09.1923
  2. Memeler Dampfboot, Beilage: Der Grenzgarten: Heimatkundliche Beiträge aus dem Memelgebiet und den Grenzgebieten, Ausgabe 1936 Nr.7 (11.09.1936)
  3. Janczik, Bruno und Naunheim, Fritz: Dragoner, Wibranzen und Enrollierte aus der Zeit der großen Pest, Berichte und Tabellen der Ämter 1711, II. Die nördlichen Ämter in Altpreußische Geschlechterkunde, Neue Folge, 38. Jahrgang, Band 20, 1990, Hamburg, Verein für Familienforschung in Ost- und Westpreußen
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