Lembeck (Dorsten)

aus GenWiki, dem genealogischen Lexikon zum Mitmachen.

Wechseln zu: Navigation, Suche

Lembeck: historisch – familienkundliche Entwicklung im lokalen und regionalen Zusammenhang, Land und Leute, Siedlung, Sprache, Kirche, Bibliografie, Archive, Quellen, Hinweise...

Hierarchie: Regional > Bundesrepublik Deutschland > Nordrhein-Westfalen > - Portal:Westfalen-Lippe > Regierungsbezirk Münster > Kreis Recklinghausen > Dorsten > Lembeck

Lembeck, Bauerschaften : Le Coq, Topogr. Karte -Westfalen (1805)

Inhaltsverzeichnis

Zeitschiene vor 1803

Name

"Lehembecke" 1017 erste urkundliche Nennung des Ortes in einer Schenkung Kaiser Heinrichs II. "Lembeck" 1134, "Adolfus de Lembecke" 1177, "Lembeca" 1184, "parrochia Lembeke", 1190 übereignete der Münstersche Bischof Hermann dem Kloster Liesborn 1 Zehnten in Lembeck, 1230 verlieh der Münstersche Bischof Ludolf dem Kloster Marienborn in Lippramsdorf volles Recht in der Mark zu Lembeck, ca. 1260 gehörte Lembeck zur Hansegrafschaft Borken.

Freigrafschaft

1317 belehnte Graf Otto in Ravensberg den Ritter Menso dictus Heydene mit der Freigrafschaft Heiden, die sich über die Kirchspiele Heiden, Ramsdorf, Reken, Lembeck, Wulfen, Lippramsdorf, Hervest, Schermbeck, Erle, Raesfeld und die Bauerschaft Marbeck erstreckte.1374 war der südliche Teil dieser Freigrafschaft im Besitz der Familie von Raesfeld zu Ostendorf, wo sie auch bis zum Ende des alten Reiches verblieb. 

Gogericht Lembeck

Der mit der Burg verbundene Gogerichtsbezirk (Altschermbeck, Erle, Hervest, Holsterhausen, Lembeck, Rhade, Wulfen, anfänglich auch noch mit Lippramsdorf und Raesfeld verbunden) kann als Grundlage für die "Herrlichkeit Lembeck" angesehen werden, die 1467 erstmals so in einer Urkunde benannt wurde. 

Adel in Lembeck, Haus Lembeck

1526 stirbt das Geschlecht der Familie von Lembeck auf Haus Lembeck aus; ihm folgen die von Westerholt, deren letzte Namensträger 1670 und 1692 das Schloß ausbauen und erweitern. 1702 bringt es die Erbtochter des Dietrich Konrad Adolf von Westerholt durch Heirat in die Familie von Merveldt ein.

Lagerbuch Amt Ahaus 1769

Lagerbuch des Fürstbistums Münster 1769, Hausstatistik nach Hofgrößen, Pferdezahlen im Gericht Lembeck

  • Anmerkung zur Tabelle:
    • 1) = Freye Häuser
    • 2) = Schatzbare Häuser
    • 3) = Summe der Häuser
    • 4) = Darinnen befinden sich
    • 5) = Einfache Schatzung
Städte
Kirchspiele
Bauerschaften
u.freye Häuser
1)
Klöster
u. Adelige
1)
geistl.,
priv.
2)
Vollerben
2)
½ Erben
2)
¼ Erben
2)
Kötter
2)
Brinksitzer
3)
Effectiv
3)
reduc. in
Vollerben
4)
Vorspann-
pferde,
Stück
4)
Stallung
f. Pferde
Stück
5)
Rtlr
5)
fl.
5)
Pf.
Kirchspiel
Lembeck
Bauerschaft
Dorf
Gf.v.Merveldt
. 4 . . 4 8 18 34 7 1/8 10 48 2 . .
Kirchspiel
Lembeck
Bauerschaft
Dorfbauerschaft
Gf.v.Merveldt
. . . 4 6 4 21 35 5 5/16 10 56 4 . .
Kirchspiel
Lembeck
gräfliches
Schloß

Gf.v.Merveldt
1 . . . . . . 1 1 . . . . .
Kirchspiel
Lembeck
Bauerschaft
Beckstrock
Gf.v.Merveldt
. . . 26 4 5 17 52 15 11/16 56 224 8 . .
Kirchspiel
Lembeck
Bauerschaft
Ende
Gf.v.Merveldt
. 1 . 13 6 4 11 35 10 3/16 32 136 6 . .
Kirchspiel
Lembeck
Bauerschaft
Westendorf
Gf.v.Merveldt
. . . 17 3 1 12 33 10 3/8 37 148 8 . .
Summa Kirchspiel
Lembeck
1 5 . 60 23 22 79 190 49 7/16 145 612 28 . .

Bei der Schatzung 1769 zählt 1 Reichstaler 28 Schillinge und 1 Schilling 12 Pfennig.

Zeitschiene nach 1802

Landesherrschaft

Bürgermeisterei Lembeck

1834: Bürgermeisterei Lembeck mit insgesamt 5.795 Einwohnern, davon

  • Lembeck: 1.883 Einwohner
    • Beigeordneter zu Lembeck: Franz Brunn

Gewerbetreibende 1834

  • Holtrichter, Bernh – Gastwirth in Lembeck
  • Landau, Philipp – Ellenwarenhandel in Lembeck
  • Lohkamp, Joseph – Spezereiladen in Lembeck
  • Lugges, Wittwe – Spezereiladen in Lembeck
  • Maas, Albert – Spezereiladen in Lembeck
  • Rossmann, Wilh. – Fruchthandel in Lembeck

Verwaltungseinbindung

Ortsteile


Bauerschaften im historischen Kirchspiel Lembeck in (Dorsten)

Beck und Stroick | Dorfbauerschaft | Endeln und Lasthausen | Wessendorf |


Flurnamen

Infrastruktur

1931 Amt Hervest-Dorsten, Kreis Recklinghausen-Land, Regierungsbezirk Münster, Sitz Wulfen i. W. ,

  • Gemeinde Lembeck: Landgemeinde (mit industrieller Bevölkerung), Gemeindevorsteher Cosanne, Ortsklasse C
    • Einwohner: 2.677, Kath. 2.658, Ev. 13, Isrealisch 6
    • Gesamtfläche: 5.414,8 ha
    • Zuständigkeit/Einrichtungen: Pfarramt (kath.), Standesamt, Volksschule 4, Berufsschule (gewerb1.), Fortbildungsschule (ländl.), Krankenhaus (Kirchengemeinde ), Arzt 1, Apotheke, Postanstalt, Eisenbahnstation, Feuerwehr (frw.), Spar- u. Darlehnskasse, Elektrizitätsversorgung, Badeanstalt (ö), Eisenbahn, Autoverbindung
    • Politik, Gemeindevertretung 13 Sitze: Z 12, DNV 1.
      • Quelle: Handbuch der Aemter und Landgemeinden in der Rheinprovinz und in der Provinz Westfalen, Preußischer Landgemeindetag West, Berlin 1931

Kommunale Neugliederung

  • 1975 Stadt Dorsten und die bis dahin selbstständigen Gemeinden Altendorf-Ulfkotte, Lembeck, Rhade und Wulfen sowie die westliche Hardt und Östrich, die Bauernschaft Emmelkamp und Teile der Bauernschaft Ekel bilden die neue Stadt Dorsten.

Bildungswesen

Kulturtechniken

Jahr Schulort 1826 Name
Lehrer/in
Jährliches Totaleinkommen
inklusive Schulgeld 1816
Jährliches Totaleinkommen
inklusive Schulgeld 1826
Schulgeld
1816 jährl.
Schulgeld
1826 jährl.
Sommersemester
Kinderzahl
Wintersemester
Kinderzahl
1826 Lembeck Sieverding*) 100 Taler 95 Taler 100 Taler 80 Taler 120 120[1]
1826 Lembeck Lindemann*) -.- 103 Taler -.- 83 Taler 125 125
  • ) 1816 waren Knaben und Mädchenschule noch vereinigt
Jahr Ortsteil Ort Schulart Geschlecht Schülerzahl Klassen Lehrperson Bemerkung
1893 -.- Lembeck Volksschule gemischt 279 3 Friedr. Wiemeyer *24.12.1863, im Amt seit 15.10.1885
Elisab. Korte * 13.01.1856, Amtsanrtitt 29.11.1875
Christine Fischer * 08.12.1858 , Amtsanrtitt 23.03.1878
-.-[2]

Bevölkerungsverzeichnisse

Kirchenbücher

KB-Abschriften der Mormonen

Staats- und Personenstandsarchiv Detmold

  • Lembeck (M): Zivil: GAHT 1812-1814,
  • kath GHT 1815-1874, kath G (1808-1811, 1831-1843), kath H (1808-1817), kath T (1808-1811),
  • Juden (Bgm) GHT 1822-1847
  • Standesamt Lembeck:

Weitere Quellen

  • Bistumsarchiv Münster, Generalvikariat, Bestand Lembeck: Pfarrkirche ad. s. Laurentium M., Pfarre, darin
    • Status animarum 1750 Hs. 150 f. 207
    • Einwohnerverzeichnisse 1774, 18. Jhdt. (Bestand A 2)

Auswanderer

Im 19. Jahrhundert werden plötzlich Personen oder Familien in öffentlichen Akten nicht mehr erwähnt, sie erscheinen auch nicht in Sterberegistern. In den meisten Fällen handelt es sich dann um genemigte oder ungenehmigte Auswanderung.

Kirchenwesen

Bistümer

Archidiakonat

Zum Archidiakonat des Vicedomus im Hochstift Münster gehörte um 1660 neben Lembeck auch Ascheberg, Bork, Bösensell, Darup, Everswinkel, Haltern, Handorf, Hullern, Hervest, Holsterhausen, Lippramsdorf, Nordkirchen, Ostbevern, Rhade, Rorup, Stromberg, Südkirchen, Telgte, Westbevern, Wulfen und ferner in Holland Eibergen und Geistern.

Pfarrei

  • Es ist anzunehmen, daß die dem hl. Laurentius geweihte Pfarre bereits vorhanden war, als die Familie von Lembeck mit dem Haupthof, einem Eigentum des Bischofs von Münster, belehnt war.

Archiv

Kirchenarchiv

  • Generalvikariat im BAM: Das Pfarrarchiv der Kirche St. Laurentius in Lembeck beginnt 1601, darin Einwohnerverzeichnisse ab 1774.
  • Lokales Pfarrarchiv: Das Pfarrarchiv von St. Laurentius in Lembeck liegt im Diözesanarchiv in Münster.

Literatur

Periodika

Bibliografiesuche

Fußnoten

  1. Quelle: Börger, Dr. Wilh: Anton Wiggermann der Reformator des Schulwesens im Vest Recklinghausen (1937)
  2. Quelle: Statistische Übersicht der katholischen Schulen des Reg.bez. Münster (Schöningh, Münster 1893)

Weblinks

Offizielle Webseiten

Genealogische Webseiten

Historische Webseiten

Heimatforschung in Westfalen

Zufallsfunde

Oft werden in Kirchenbüchern oder anderen Archivalien eines Ortes Personen gefunden, die nicht aus diesem Ort stammen. Diese Funde nennt man Zufallsfunde. Solche Funde sind für andere Familienforscher häufig die einzige Möglichkeit, über tote Punkte in der Forschung hinweg zu kommen. Auf der folgenden Seite können Sie Zufallsfunde zu diesem Ort eintragen oder finden.

Private Informationsquellen- und Suchhilfeangebote

Auf der nachfolgenden Seite können sich private Heimat- Familienforscher eintragen, die in diesem Ort Forschungen betreiben und/oder die bereit sind, anderen Heimat- und Familienforschern Informationen, Nachschau oder auch Scans bzw. Kopien passend zu diesem Ort anbieten. Nachfragen sind ausschliesslich an den entsprechenden Forscher zu richten.


Wappen_ Stadt_Dorsten_Kreis_Recklinghausen.png Stadtteile in Dorsten (Kreis Recklinghausen)

Altendorf-Ulfkotte | Deuten | Hervest | Holsterhausen | Lembeck | Rhade | Wulfen


Die Datenbank FOKO sammelte und ermöglichte Forscherkontakte. Seit Frühjahr 2018 ist der Zugriff jedoch, aufgrund der unklaren Lage durch die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO), vorerst deaktiviert.

Daten aus dem genealogischen Ortsverzeichnis

GOV-Kennung LEMECKJO31MS
Name
  • Lembeck (deu)
Typ
  • Gemeinde (1816 - 1975)
  • Stadtteil (1975 -) Quelle Dorsten
Postleitzahl
  • W4274 (- 1993-06-30)
  • 46286 (1993-07-01 -)
Karte
   

TK25: 4207

Zugehörigkeit
Übergeordnete Objekte

Dorsten (1975 -) ( Stadt )

Hervest-Dorsten (1929 - 1974) ( Amt )

Lembeck (Herrlichkeit) (- 1810) ( Herrschaft )

Lembeck (1816 - 1929) ( Mairie Bürgermeisterei Amt )

Untergeordnete Objekte
Name Typ GOV-Kennung Zeitraum
Specking Bauerschaft SPEINGJO31KS (1950)
Strock Bauerschaft STROCKJO31MR
Kibitzberg Ort KIBERGJO31LR
Wesssendorf Bauerschaft WESORFJO31MS
Lembeck Heide Ortsteil LEMIDEJO31MS
Beck Bauerschaft BECECKJO31MR
Brink Ort BRIINKJO31LS
Lasthausen Bauerschaft LASSENJO31LR
Lembeck Dorf LEMEC1JO31MS
Endeln Bauerschaft ENDELNJO31LR
Persönliche Werkzeuge