Laudszen

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Wappen von Heydekrug

L a u d s z e n

Bauerndorf im Memelland
Kreis Heydekrug, O s t p r e u ß e n
______________________________________________________

Dorfstraße in Laudszen, Kreis Heydekrug


Hierarchie


Inhaltsverzeichnis

Gehöft an der Dorfstraße in Laudszen, Kreis Heydekrug


Einleitung

Ortsausgangsschild von Laudszen (2010)

Laudszen, Kreis Heydekrug, Ostpreußen

Name

Andere Namen und Schreibweisen

Namensdeutung

Häuser an der Dorfstraße in Laudszen, Kreis Heydekrug

Der Name kann eine Aussage über den Beruf des Ortsgründers sein, kann aber auch schlicht "menschliche Siedlung" bedeuten und die Umgebung beschreiben. Der Teilname Saul muss nicht unbedingt ein Vorname sein sondern kann auch die sonnige Lage beschreiben.

  • preußisch-litauisch "laučas" = Oberjäger, Jägermeister
  • prußisch "lauzas" = Holzscheit, Klotz
  • "lauzit" = brechen
  • nehrungs-kurisch "lauzums" = Bruch, Gebüsch
  • lettisch "lauznes" = Lagerholz, abgebrochene Bäume
  • preußisch-litauisch "laužas" = Haufen abgebrochener Äste, abgebrochener Baumstämme, Holzstapel
  • nehrungs-kurisch "lauž" = Menschen
  • lettisch "laucinieks" = Dorfbewohner, der auf dem Lande Wohnende
  • nehrungs-kurisch "saul" = Sonne


Allgemeine Informationen

Häuser am westlichen Ortsrand von Laudszen
  • 1785 Königliches Bauerndorf, 1919 Landgemeinde[7]
  • Dorf und Bahnstation (Bahnstrecke: Heydekrug - Naumiestis]), 10 km östlich von Heydekrug, 1939: 386 Einwohner, gegründet vor 1540[8]


Politische Einteilung

1736 gehörte Paul Lautschen zum Schultz Starost Creyß im Amt Heydekrug, Hauptamt Memel [9]
1785 gehörte Laudszen zum Amt Heydekrug. [10]
1939 ist Laudszen Gemeinde und Dorf.


Kirchliche Zugehörigkeit

Evangelische Kirche

Laudszen gehörte 1912 zum Kirchspiel Werden.

Katholische Kirche

Laudszen gehörte 1907 zum katholischen Kirchspiel Szibben.

Friedhof

Lage des Friedhofs

Laudszen hatte einen Friedhof:

Die Lage des alten Friedhofs von Laudszen im MTB


Wegbeschreibung und Fotos zum Friedhof

Aus Jonaten kommend links Richtung Wald abbiegen. Am Wald, der an der Szuste liegt, gegenüber dem Bauernhof
liegt der Friedhof, der mehr und mehr verwildert. Die Kreuze wurden teils aufgerichtet, es gibt aber Spuren von Eisensägen.

Die Bilder wurden freundlicherweise von Peter Wallat zur Verfügung gestellt. Stand Juli 2010


Standesamt

Laudszen gehörte 1907 zum Standesamt Paszieszen.


Schule

Schule von Laudszen

Bereits um 1775 gab es eine Dorf-Schule in "Lautschen". Davon zeugt eine Inventarliste [1], Seite 18, die aber lediglich 1 Schul-Catalogus und 1 Biblisches-Historien-Buch Litthauisch auflistet. Tische und Bänke fehlen. Unterschrieben wurde die Liste von Dawids Kaulitzki.

Bewohner

  • Bewohner in Laudszen
  • 1791/92: Amts Heydekrug, Consignation von denen Decimenten, Pro anno 1791/92, Seite 62 Paul Lautschen [2]
  • 1832: Consignation Personal Dezem der Schule zu Rumszen (Rumbschen), Paul-Lautszen Seite 66,67 [3]


Familie Zebautzky

Familie Zebautzky:
Hintere Reihe von links: 2. Johann, 3. Richard, 6. Ella, 7. Helene
Vordere Reihe von links: 1. Paul, 2. Emilie, 2. Jons, 4. Ida
Die anderen Personen sind unbekannt.

Wer erkennt noch weiter Personen auf diesen Fotos? Kontakt

Mitte: Richard Zebautzky (Foto vor 1941)
Zugmaschine: Hanomag SS-100
(Made in Germany zw. 1935-1945)
Helene Bajohr, geb. Cibautzky und Wilhelm Bajohr mit ihren Töchtern Sigrid (*1943) und Irmgard (*1941)


Verschiedenes

Verkehr

  • Eine 16 km lange Kleinbahnstrecke von Heydekrug nach Kolleschen führte seit 1913 durch Laudszen.

Die Strecke ist nicht mehr erhalten. Siehe hierzu: Kleinbahn Heydekrug–Kolleschen in Wikipedia

Fahrplan der Insterburger Kleinbahn
(aus dem Heydekruger Kreisblatt Nr. 17 vom 29.02.1916)


Fotos

Kolonialwarengeschäft und Gasthof der Familie Ferdinand Siebert in Laudszen; Personen: 1. v. li.: Arno Siebert, 2. v. li. Irene Siebert
Die anderen Personen sind noch unbekannt.
Das Gasthaus in Laudszen


Benachbart zum Gasthof der Familie Siebert hatte der Müllermeister Herbert Schmidt 1938 eine Motormühle bauen lassen.
Reste des Mühlensockels sind noch an dem jetzt dort stehenden Schuppen erkennbar.
Wer besitzt noch Fotos der ehemaligen Motormühle?‘‘‘
Kontakt

Wohnhaus des Müllermeisters Herbert Schmidt
Foto: Günther Schmidt, 1997
Herbert Schmidt mit Sohn, 1940
Reste der Motormühle
Foto: Günther Schmidt, 1997
Ehemaliges Wohnhaus der Familie Schmidt, 2014


Karten

Laudszen auf der Schroetterkarte (1796-1802), Maßstab 1:50 000
© Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz
Siehe oben rechts Laudszen auf der Schroetter Karte 1802, Maßstab 1: 160000


Paul Laudszen im Preußischen Urmesstischblatt 1860
© Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz
Paul Laudszen und Umgebung im Preußischen Urmesstischblatt 1860
© Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz


Laudszen im Messtischblatt 0695 Gaidellen (1914) mit den Gemeindegrenzen von 1938
© Bundesamt für Kartographie und Geodäsie
Skizze aus der Gemeindeseelenliste von Laudszen aus den 50er Jahren, (c) Bundesarchiv


Daten aus dem genealogischen Ortsverzeichnis

GOV-Kennung LAUZENKO05TI
Name
  • Laudszen (1907) Quelle Landgemeinde 12.60 (deu)
  • Laudžiai (1923) Quelle Seite 1089 (lit)
  • Laudßen (1939) Quelle 1939 - Nr. 180 - S. 115 (deu)
Typ
Einwohner
w-Nummer
  • 66131
externe Kennung
  • geonames:597643
Fläche (in km²)
Karte
   

TK25: 0695

Zugehörigkeit
Übergeordnete Objekte

Heydekrug, Šilutės apskritis (1920-01-10 - 1945) ( Kreis Landkreis ) Quelle

Szibben (Hl. Kreuz), Heydekrug, Heydekrug (Hl. Kreuz), Žibai, Šilutė (1907) ( Pfarrei ) Quelle S. 90/91

Werden (1907) ( Kirchspiel ) Quelle S. 90/91

Heydekrug (- 1920-01-09) ( Kreis Landkreis ) Quelle Quelle

Heydekrug (lit. Kreis [1945 - 1950]), Rajongemeinde Šilutė [1950-], Šilutės rajonas, Šilutės rajono savivaldybė (1945 -) ( Landkreis Gemeinde ) Quelle


Quellen

  1. Dietrich Lange: Geographisches Ortsregister Ostpreußen einschließlich des Memelgebietes, des Soldauer Gebietes und des Reg.-Bez. Westpreußen (1919-1939)
  2. Werden Taufenbuch 1710-1728
  3. Generalhufenschoß 1719-1766, Schulzenamt Memel, Hubenzahl 1719, Buch Nr. 3, Staatliches Archivlager, Göttingen, 1962
  4. Urmesstischblatt von 1860
  5. Amtsblatt des Memelgebietes vom 01.09.1923
  6. Amtsblatt des Memelgebietes vom 29.12.1923
  7. Sembritzki, Johannes u. Bittens, Arthur: Geschichte des Kreises Heydekrug, Memel 1920
  8. Dietrich Lange: Geographisches Ortsregister Ostpreußen einschließlich des Memelgebietes, des Soldauer Gebietes und des Reg.-Bez. Westpreußen (1919-1939)
  9. Amtsbauern u Köllmer in nördlichen Ostpreußen um 1736, Horst Kenkel, VFFOW, Hamburg 1995
  10. Sembritzki, Johannes u. Bittens, Arthur: Geschichte des Kreises Heydekrug, Memel 1920
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