Lankuppen

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Wappen der Stadt Memel

L a n k u p p e n

Bauerndorf an Minge und König-Wilhelm-Kanal
Kreis Memel, O s t p r e u ß e n
______________________________________________________

Dorfstraße in Lankuppen, Kreis Memel


Hierarchie


Inhaltsverzeichnis

Holzhäuser in Lankuppen, Kreis Memel


Einleitung

Fußgängerbrücke über den Minge-Fluss in Lakuppen

Lankuppen, Kreis Memel, Ostpreußen.

Name

Andere Namen und Schreibweisen


Namensdeutung

Alte Scheune in Lankuppen</Center

Der Name bedeutet, dass Stantz in der Auenlandschaft am Fluss wohnt. Der Name John Snoten sagt aus, dass John der Schwiegersohn ist.

  • prußisch "lanka" = Tal am Fluss, Wiese
  • "lanke" = Bogen
  • lettisch "lanka" = feuchte niedrige Wiese
  • litauisch "lanka" = Wiese, Aue, Tal
  • litauisch "upe" = Fluss
  • nehrungs-kurisch "snuoats" = Schwiegersohn


Politische Einteilung

John Snoten wurde zu Lankuppen eingemeindet.

1940 ist Lankuppen eine Gemeinde mit den Dörfern Bundeln, Grumbeln und Lankuppen.

Kirchliche Zugehörigkeit

Evangelische Kirche

Lankuppen gehört zum 1888 und 1912 Kirchspiel Prökuls.

Katholische Kirche

Lankuppen gehörte 1907 zum katholischen Kirchspiel Memel.

Friedhof

Der Friedhof liegt mitten im Ort. Er muss schon etwas älter sein, da spätestens 1794 durch das allgemeine preußische Landrecht verfügt wurde, dass Friedhöfe nur noch außerhalb von Gemeinden und Städten angelegt werden durften. Er wirkt gepflegt und lädt zu einem Spaziergang ein.

Friedhof von Lankuppen


Die Bilder wurden freundlicherweise von Peter Wallat zur Verfügung gestellt. Stand Mai 2013


Standesamt

Lankuppen gehörte 1888 und 1907 zum Standesamt Prökuls.


Bewohner

Das Bild ist leider nur mit "Geschwister Mertineit" überliefert worden. Sie lebten in Lankuppen. Wir haben keine Vornamen. Wer kann dazu Angaben machen? Kontakt


Geschichte

Missionsfest Lankuppen (aus dem Memeler Dampfboot)

1711

  • Laßen: Urbahn Grieguseit, Jacob Gelsien, Hanßke Grieguseit, John Bumbullies, Griegel Pruß, Jacob Gelsien, Jurge Aschmoneith
  • Wybrantzen: Hanßke Grieguseit - ein Wirth, Johnis Bumbullies - ein Wirth, Griegel Pruß - ein Wirth; (Anm.: d.h. sie standen damit hierfür nicht mehr zur Verfügung)
  • Enrollierte: Urbahn Grieguseit, - 24. 9br 1709 (Anm.: Sterbedatum); Jacob Gelsien - ein Wirth, (Anm.: d.h. er stand damit hierfür nicht mehr zur Verfügung); Jurge Aschmoneith

(Quelle: [4]


Kleidung um 1870

  • Männer: Lange, von Natur aus braune wollene Röcke, Szarkai genannt.
  • Frauen: Wollene, gefärbte einfarbige oder buntgestreifte Röcke, Kèdelies genannt, und bunte selbstgestrickte wollene Handschuhe.

Diese Beschreibung der Kleidung stammt aus einem Fragebogen, den der Sprachwissenschaftler Georg Wenker (s. Artikel Georg Wenker. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. (15.09.2013) um 1870 an viele Dorfschulen verteilte. Er erforschte die verschiedenen Dialekte und fragte aber auch nach den Volkstrachten und der Zusammensetzung der Bevölkerung.

Den Fragebogen hat der Lehrer Michael Schapals[1] aus Jedwilleiten ausgefüllt. Er gab an, dass das Verhältnis der deutschen Bevölkerung zur litauischen 1 : 20 sei.

König-Wilhelm-Kanal bei Lankuppen


König-Wilhelm-Kanal

Der König-Wilhelm-Kanal (litauisch Karaliaus Vilhelmo kanalas bzw. Vilhelmo kanalas) wurde 1873 fertiggestellt. Er diente dazu, die Memel direkt mit der Hafenstadt Memel zu verbinden und somit die zuvor notwendige, teilweise gefährliche Fahrt über das Haff zu umgehen. Dazu verbindet er die Minge, die ihrerseits in das Memeldelta mündet, direkt mit dem Hafen der Stast Memel. Der Kanal wird heute nicht mehr für die Schifffahrt genutzt.

1863 wurde mit dem Bau des Kanals begonnen, bis 1865 war der erste Planungsabschnitt von der Minge bis zur Dawöhne fertiggestellt. Insgesamt dauerte der Bau 10 Jahre und wurde nach 1870 durch den massiven Einsatz französischer Kriegsgefangener zum Abschluss gebracht. Der Bau kostete eine knappe Million Thaler. Benannt wurde die Wasserstraße nach dem preußischen König und späteren deutschen Kaiser Wilhelm I.

Der Beginn des Kanals befindet sich beim Ort Lankuppen an der Minge, ca. 17 km von deren Mündung in die Atmath (einem Mündungsarm der Memel). Dort befindet sich die einzige Schleuse Litauens. Diese diente vor allem dazu, das Frühjahrshochwasser vom Kanal abzuhalten, ist heute jedoch außer Betrieb. Nach ca. 13 Kilometern besteht über die Drawöhne bereits eine Verbindung zum Haff - an dieser Stelle hat man das Windenburger Eck bereits umfahren. Nach weiteren neun Kilometern mündet der Kanal dann in das Hafengebiet von Memel. Heute ist der Kanal durch einen Wall vom Haff abgetrennt und dient als Wasserreservoir für die Stadt.


Verschiedenes

Memeler Dampfboot vom 03.01.1873

Mein in der Mitte des Dorfes Lankuppen, unmittelbar am Mingeflusse und in der Nähe des König-Wilhelm-Canals belegenes Gasthaus nebst einer von der Königl. Regierung privilegierten Fährstelle, Wirtschaftsgebäuden, einem guten Speicher, schönem Parke und zwei Morgen Gartenland, bin ich willens aus freier Hand zu verkaufen und sofort zu übergeben.

Auf Verlangen kann der Käufer auch ein in der Nähe befindliches, ebenfalls mir angehöriges Grundstück von 16 Morgen, aus Acker-und Wiesenland bestehend, mit ankaufen.

Laurus Gutsbesitzer in Smiltiningken

Karten

Lankuppen auf der Schroetterkarte (1796-1802) 1:50 000
© Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz
Siehe unten mittig auf der Schroetter Karte 1802, Maßstab 1: 160000


Lankuppen im Preußischen Urmesstischblatt 1860
© Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz
Lankuppen und Umgebung im Preußischen Urmesstischblatt 1860
© Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz


Lankuppen im Messtischblatt 0594 Kukoreiten (1910-1940) mit den Gemeindegrenzen von 1938
© Bundesamt für Kartographie und Geodäsie


Daten aus dem genealogischen Ortsverzeichnis

GOV-Kennung LANPENKO05QL
Name
  • Lankuppen Quelle Wohnplatz 21.99 (deu)
  • Lankupiai (1923) Quelle Seite 1087 (lit)
Typ
  • Wohnplatz
w-Nummer
  • 66132
externe Kennung
  • geonames:597670
  • nima:-2616078
Karte
   

TK25: 0594

Zugehörigkeit
Übergeordnete Objekte

Prökuls II (1907) ( Kirchspiel ) Quelle S.156/157

Memel (Hlste. Dreifaltigkeit), Memel, Klaipėda (1907) ( Pfarrei ) Quelle S.156/157

Lankuppen, Lankupiai ( Landgemeinde Gemeinde ) Quelle


Bibliographie

  • RUGULLIS, Ewald: Der Amtsbezirk Lankuppen im Kirchspiel Prökuls, Kreis Memel-Land: Erinnerungen an ein deutsches Grenzland an der Memel: Erzählungen über das Leben und Wirken der Menschen hier und in den umliegenden Gemeinden des Amtsbezirkes, Hilden 2000. (191 S., enthält u.a. Ortspläne der einzelnen Gemeinden des Amtsbezirkes)

Quellen

  1. Taufbuch Prökuls
  2. Amtsblatt des Memelgebietes vom 01.09.1923
  3. Michel-Katalog Deutschland-Spezial 2014 - Band 1: 1849 bis April 1945
  4. Janczik, Bruno und Naunheim, Fritz: Dragoner, Wibranzen und Enrollierte aus der Zeit der großen Pest, Berichte und Tabellen der Ämter 1711, II. Die nördlichen Ämter in Altpreußische Geschlechterkunde, Neue Folge, 38. Jahrgang, Band 20, 1990, Hamburg, Verein für Familienforschung in Ost- und Westpreußen
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