Landwehr (Wehranlage)

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[bearbeiten] Landwehr (Wehranlage)

Landwehren waren Wehranlagen rund um Städte und Kirchspiele. Daher wurden sie längs der „Schnadsteine“ so zwischen Kirchspielen und vor Städten angelegt, dass sich auch kommunale Gebiete von einander abgrenzten. Landwehren als Hauptgrenzen wurden als doppelte oder dreifache Wälle, die von Gräben flankiert waren, aber auch als Grenzen der Marken und Hauptgrenzen von Herrlichkeiten angelegt. Diese Wehranlagen bestanden aus aufgeworfenen Gräben, deren Aufschüttung mit jungem Hölzern (Wallhecken) beleget wurden, wobei das Holz geknickt, gebogen und miteinander verflochten wurde, dass es so ineinander wuchs, dass weder Menschen noch Vieh ohne Gewalt und entsprechende Geräusche durchdringen konnte.

So sollten im Mittelalter diese Landwehren Städte, Kirchspiele, Dörfer oder Landstriche vor Feinden schützen. Wo sie Wege kreuzten, waren sie mit Schlagbäumen, bisweilen auch mit sogenannten Warttürmen oder Vorwerken ausgestattet, welche von Schlagbäumern oder Wartmännern bewacht wurden.

Sobald sich feindliches Volk oder feindliche Reiter näherten, schlugen diese mit akustischen oder visuellen Signalen wie Glocken, Hörnern, Bannern oder Feuerkörben Alarm und warnten so die Bevölkerung.

An dem „Schlagheck“ endete das Dorf, die Bauerschaft oder Mark. Der Schlagbaum war das Tor oder mundartlich das „Heck“ (ndd.) zur Außenwelt des Ortes. Abends wurde das Heck geschlossen und über Tag von Durchreisenden der Wegzoll der zuständigen Herrlichkeit, der Stadt oder des Landesherrn kassiert.

In den Kirchspielen gab es Führer, welche darauf zu achten hatten, das unbräuchliche Wege in der Landwehr unbrauchbar gemacht wurden und nur der Zugang über Schlagbäume möglich war, auf deren Beobachtung und Renovierung der Führer des lokalen Kirchspiels noch im 17. Lahrhundert zu achten hatte.

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