Kuriositäten aus dem Memelland

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Inhaltsverzeichnis

Aus der Erinnerung

Aus dem Memeler Dampfboot

Texte in der Rechtschreibung der damaligen Zeit belassen.

Vermischtes

Aus Memeler Dampfboot vom 12.12.1874 (Nur Practisch.)
Gelegentlich einer Katechese über die sieben Bitten des "Vater unser", stellte der Lehrer bei der vierten Bitte die Frage: "Warum bitten wir ums tägliche Brod, nicht um´s wöchentliche, monatliche, oder gar um´s Brod für´s ganze Jahr?"
Schelmisch lächelnd erwiederte ein kleines Mädchen: "Es würde sonst schimmelig werden."

Aus Memeler Dampfboot vom 05.10.1878

(Aus der Kinderstube)
"Liebe Mama" fragte dieser Tage ein Kind, "was ist denn eigentlich ein Engel?" "Ein Engel, mein Schatz, - nun, das ist so ein kleines Bübchen wie Du, das Flügel hat, und flegen kann." Der kleine schüttelte ungläubig den Lockenkopf. Du zweifelst? "Ich begreife nur nicht," fährt das wißbegierige Bürschchen fort, "warum der Papa unsere Gouvernante immer mein süßer Engel nennt, die kann doch nicht fliegen." "Oh ja," entgegnete die resolute Mutter, "Du wirst bald sehen, wie die zum Hause hinausfliegt."

(Pantoffel-Regiment)
Das einzige Regiment, welches ohne Pulver und Blei, ohne Degen und Kanonen die ganze Welt beherrscht, ist das Pantoffel-Regiment. Dieses Regiment hat die Pfeile in den Augen, die Schwerter im Munde, den Kanonendonner auf den Lippen, heißes Blei in den Thränen, und ohne Patronentasche ihren Patron doch immer in der Tasche. Da dieses Regiment aus Frauen besteht, so halten sie sehr auf gute Mannszucht und liegen lieber in Garnison, als sie im Felde stehen.


Unfreiwillige Komik ( Memeler Dampfboot v. 20.10.1878) Es ist eine leider nicht wegzuleugnende Thatsache, daß es der Deutsche mit seinen Ausdrücken in der Rede oft sehr ungenau nimmt; nicht selten entstehen dadurch die lächerlichsten Verkehrtheiten, wie die nachstehende Blumenlese beweist. Die Beispiele sind sämmtlich aus öffentlichen Blättern entlehnt. –
1. Eine Butterhändlerin macht folgend Anzeige: Von heute ab befindet sich mein Butterkeller 1 Treppe hoch.
2. Jemand macht bekannt: Endlich starb heute mein guter Vater an der Schwindsucht!
3. Ein goldener Siegelring (G. F.) ist verloren worden; wer ihn Gartenstraße 17 abgiebt, erhält täglich von 9 – 10 Uhr einen Thaler.
4. Ein Bierkeller ist wegen Altersschwäche zu vermiethen.
5. Zum 1. Juli verlege ich mein Speisezimmer auf die Breitestraße und bitte auch da um geneigten Zuspruch.
6. Zum 1. April sind drei durch einander laufende Zimmer zu vermiethen.
7. Ein gut geschultes Reitpferd steht zu verkaufen Carlsstraße 15, 3 Treppen hoch.
8. Ein „im Mittelalter“ stehender Kutscher wird gesucht.
9. Vom 1. Oktober ab wohne ich mir gegenüber und bitte auch da um gütigen Zuspruch.
10. Etwaige Käufer belieben von früh Morgens 8 – 12 Uhr und Nachmittags von 2 – 6 Uhr zu klingeln.
11. Ein Sohn wünscht von anständigen Eltern Schönfärberei zu erlernen.
12. Dem Publikum empfiehlt sich dauerhaft und billig der Schuhmachermeister N. N.
13. Mit vorzüglichen Fleischsorten empfiehlt sich pfundweise der Fleischermeister N. N.
14. Es ist bei mir eine Droschke zu verkaufen; man kann 14 Tage darin fahren, ohne geschmiert zu werden.
15. Auf heute Abend lade zum „wilden“ Schweinsbraten ergebenst ein.
16. Heute wurde einer von den letzten vier Verwundeten, die noch im hiesigen Lazareth geblieben waren, beerdigt.
17. Gestern nahm der Herr unser Söhnchen Max an den Zähnen zu sich.
18. Auf einem Gute ist die herrschaftliche Milch zu verpachten.
19. Ein zahlreicher, aus 9 Köpfen bestehender Familienvater bittet um milde Gaben.
20. Ich empfehle hiermit mein untrügliches Mittel gegen Ratten und Mäuse, welches sowohl Menschen wie Thieren unschädlich ist.
21. Einige Nähterinnen in Männerhemden finden Beschäftigung bei ..
22. Ein Menageriebesitzer macht bekannt: Durch das zufällige Zusammentreffen mit meiner Frau ist meine Menagerie bedeutend vergrößert.
23. Das Betteln ist hier bei 15 Sgr. eventuell acht Tagen Gefängniß verboten; der Denunziant erhält die Hälfte.
24. Ein Mann schließt die Todesanzeige seiner Ehehälfte, einer Milchfrau, mit den Worten: Uebrigens werde ich das Geschäft als Milchfrau jetzt selbst fortsetzen.
25. Im gestrigen Casino ist ein Regenschirm in Gedanken stehen geblieben.
26. Bei einem Wurstfabrikanten war stets vorhanden: Vorrath aller nur denkenden Würste.
27. Eine hülflose verlassene Wittwe sucht eine Stelle als Kammerjungfer.
28. Diejenigen Herrschaften, die an Hühneraugen, Einwachs der Nägel, Ballen und Warzen leiden, werden schmerzlos beseitigt vom geprüften Operateur P. aus B.
29. Das „Hessische Wochenblatt“ macht bekannt, daß „Schweine, Hühner, Tauben und Spatzen in Folge des Genusses von Mutterkorn betäubt oder wohl gar todt vom Dache gefallen seien.
30. Die „Danziger Volkszeitung“ macht bekannt: Die dreijährige Tochter des Schiffers A. T. fiel am 29. August, Nachmittags, von dem „elternlosen“ Fahzeug und ertrank.
31. Der „Elbbote“ macht bekannt, daß schon jetzt Nordpol-Expeditions-Häringe und zwar „marinirt“ bei Herrn Naumann eingetroffen seien.

Aus der Kinderstube (Memeler Dampfboot v. 23.10.1878)
- Lieschen: „Um wie viel Uhr bin ich auf die Welt gekommen, Mama?“
- Mama: „Um zwei Uhr Morgens, mein Kind!“
- Karlchen: „Und ich, Mama, wann bin ich geboren?“
- Mama: „Um acht Uhr Morgens.“
- Lieschen (triumphirend): „Siehst Du, Karlchen, mein Geburtstag ist länger als der Deinige!“
- Karlchen (einen Moment stumm, dann geringschätzig): „Ja, aber was nützt es denn auf die Welt zu kommen, noch lange bevor man überhaupt aufsteht!“

Straßenflicker

Memeler Dampfboot vom 01.05.1873



Und immer wieder kommt das Problem mit den Straßenzuständen auf (rechts). Hier hat sich ein Bewohner "Luft gemacht". Ist das Thema nicht für unsere Zeit brandaktuell?

Fremdwörter

ohne Worte


Gespartes

Memeler Dampfboot vom 12.02.1874


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