Kloster Marienborn (Coesfeld)

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Historische Hierarchie

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Inhaltsverzeichnis

Besitz um Lippramsdorf

Bei Auflistung der Bauern in späteren Aufschreibungen fällt auf, daß die Bauerschaft Eppendorf in Lippramsdorf bei Haltern am See mit den aus dem Recht des Hauses Empte zu Dülmen auf dem Preckenberg in Lippramsdorf markenberechtigten „Preckenbergern“ und den nicht Marken berechtigten Dienstleuten am alten St. Annaberg / Tannenberg, in zwei weitere Unterbauerschaften gegliedert war.

Die Bauern am alten St. Annaberg waren auch nach Holtwick (Haltern am See) und zur Lünzumer Mark orientiert und die Preckenberger zur Bauerschaft Stroick in Lembeck. (Dorsten). Dies mag auf Zustände vor der um 1230 durch Ludolf von Holte als Bischof von Münster erfolgten Gründung des Cisterzienserinnenklosters Marienborn in der Bauerschaft „Born“ in Lippramsdorf (Fundamente sollen in der Lünzumer Mark bei Diekmann am Kappenberg, (südlich der „7 Telgen“ und der Flur „Mönch“) gefunden worden sein) und den Inhabern des damaligen stiftischen Amtshofes („officium“) zu Reken im Amt auf dem Braem zurück gehen.

Ursprung in Lippramsdorf

Stifter des Klosters des Cistercienser - Nonnenklosters Marienborn 1230 in der Pfarre Lippramsdorf in der Bauerschaft Born war Ludolf von Holte († Juni 1247),seit 1226 Bischof von Münster. Über die Zeugen bei der Stiftung kommen wir der Familie Werence näher. Die hier auftretenden Zeugen halten eine strenge hirarchische Rangfolge ein. Die Urkunde weist bei den Zeugen aus den Domkanoniker (Theausar, später Dechant) Johan Werence und die Laien Edelherr Wicbold von Holte – Vogt des Hochstiftes Osnabrück und Bruder des Bischofs, Gerlag Bitter – Vogt des Hofes Len bei Ahlen, Adolf von Lembeck - Burgman zu Dülmen, Herman Werence - Officialis zu Reken, Edelherr Wilhelm Ruscen (auch Ruce, frz. Roux /Rousse = braunrote Färbung = Rost) - Vogt des Alten Domes zu Münster, Godfried de Rechede - Vicedomo des Stiftes Münster und Burggraf der Landesburg Rechede, Johan von Merveld gt. Pincerna - Mundschenk des Bischofs von Münster, Hermann de Mervelde - Burgman zu Dülmen, Gerhard u. Bernhard Brun, Conrad de Lüdinghausen. Es kann als selbstverständlich angenommen werden, daß unter diese Zeugen die Vorfahren der späteren Herren zu Haus Ostendorf in Lippramsdorf sind.

Gründungsbesitz

Von seiten des Hochstiftes Münster bekam das Kloster die volle Markenberechtigung in den Lippramsdorfer, Lembecker, Lavesumer, Halterner und Lünzumer Marken. Edle der Umgegend schenkten 1230 die ersten Einkünfte, so Ländereien in Ethelinktorp Ksp. Ascheberg. Hermann Werence gab einen Zehnten zu Tuthine, jetzt Deuten, u. Dinkbenken, Konrad de Wulfhem einen Zehnte zu Dimken, Conrad de Velen ein Haus in Biswick zu Lüdinghausen, Gerhard de Dingden (Ringenberg) Land aus Hagenbeck zu Hervest, Henrich de Keppel ein Erbe in Nordwick zu Lembeck, Gerhard Brune Einkünfte aus dem Erbe Hörne zu Reken, Hermann de Merveld das Gut Brunstene (Börnste) zu Dülmen und Lutgardis de Weseke Land in Markope (Marbeck) zu Borken hinzu. Von daher hatte dies Kloster, wirtschaftlich gesehen, keinen schlechten Start.

Zuerwerb

Eine weitere großer Besitzübertrag erfolgt 5 Jahre später, nämlich 1235 durch den Gründungszeugen Conrad von Lüdinghausen, welcher dem Kloster Zehnte zu Seppenrade, zu Daldrup in Dülmen, zu Elverthe und Fridinkdorf in Lüdinghausen, zu Goding in Senden und zu Ascheberg, wie auch den Hof Horstorpe in Südkirchen überläßt.

Als Ritter Udo von Loe (Lon! -1243/64-) 1243 dem Kloster die Einkünfte seiner Güter Elebrok Leverikshem in Seppenrade verpfändet, wird deutlich, daß die Nonnen auch über Geldbeträge verfügen konnten. Im gleichen Jahr kauft das Nonnenkloster in (Lipp-) Ramestorpe, mit Zustimmung Ludolfs von Holte, Bischof von Münster als Lehnsherrn, auch einen Zehnten über 7 Erben, welche in den Hof zu Bosnippe (Bossendorf im Kspl. Hamm) gehörten. Auf diesen ihm zustehenden Lehnszehnten hatte vorher Burggraf Godfried von Rechede verzichtet.

Er hatte den Zehnten zu Butsnippe 1224 von Bischof Dietrich erhalten hatte, da dieser an das Stift heimgefallen war. Dies berührte offensichtlich auch andere Rechte, denn der Elect von Osnabrück (1250 / 58) Bruno Graf von Isenburg gibt am 13.01.1253 den Zehnten von 7 Erben in Lippentrup (Bossendorf an der Lippe) frei, welchen Nikolaus de Turri (de Toerne, 1209-1253, Burgmann zu Bentheim) zu Lehen trug, und läßt sich dafür Erben in Ethelinctorpe, Valhaus und Nordrheda auftragen.

Zum Amt Dülmen und zum Amtshof des Stiftes Münster in Haltern gehörte 1217 der „Hof to Bossnyppe und des Knauers Hove, item twe Uphus ind Bredeykes Guet, dat hie underhefft. Dusse vurss. erve heff Johan van Besten to Zyten.”. Die Ludgeruskapelle zu Bossendorf stand unter dem Rektorat des Pfarrers von Haltern und gehörte zum dortigen Verband des Archidiakonats des Vicedomus.

Noch im Jahre 1243 erfolgt der Umzug des Klosters Marienborn auf eine alte Wortstätte des Klosters Varlar nach Coesfeld. Aber auch dort erhält das Kloster Unterstützung. Im Folgejahr kann der Bischof Ludolf von Holte dem Kloster den Stecklingshof zwischen Hamminkeln und Wesel und weitere Zehnte in Havixbeck, Lüdinghausen, Nord- und Südkirchen übertragen.

Umfassende Zehntspende

Otto II. Graf zur Lippe, Bischof von Münster (1247-1259) bestätigt in einer Urkunde von 1256 dem Kloster Marienborn gewisse ihm vom Ritter Simon von Gemen resignierte Zehnte (Den Zehnten des Hauses Döherinchus, Haus Nicing, einen Hof des Nicing, Haus Ludgeri Crumvot, Modehus, Haus Conradi, den Hofplatz Hembrügge, den Hof Aldenthorpe, Haus Menceking, Haus Rencing, Haus Rolving, Haus Wolthardinc, Haus Johanis de Huppelswic. Es zeugt u.a. Herr Johan de Rethe (Domdechant), Vogt Albert, Ludberto de Svanesburen, Engelbert von Gemen, Godefried von Gemen, Herman Werence, Bernado Werence, Henrico de Hungese (Hüning bei Ascheberg), Bittero de Rethe, Gerado de Lintbeke, Willikino de Kamerario, Gerado de Lon, Adolfo Werence und Hermano Werence. Noch 1263 überträgt der Ritter Bernhard Werenco, Bergründer des Johanniter Hospitals zu Borken, zwei Hufe (Vollerben) an Marienborn.

Besitz der "von Hagen"

Damit war aber das Interesse des Klosters an das Gebiet um Lippramsdorf nicht erloschen. Als am 13.05.1280 Everhard Graf von der Mark erklärt, daß er keinen Rechtsanspruch auf die Vogtei des Klosters Kappenberg hat, ist Ritter Engelbert Bitter als Burgmann (castellani) der Burg Mark bei Hamm einer der Zeugen. Er vermittelt im Jahre 1285 den Verkauf eines Gutes in Botsnippe und des Gutes Wessendorf („domus Wernheri de Hove“ in Lembeck?) durch die Familie "von Hagen" an das Kloster Marienborn. Die Burgleute der Mathilde von Holte beurkunden den Verkauf vor dem Gericht in Haltern.

Dieses Gut in Wessendorf oder "Domus Wernheri de Hove" ist um 1285 ein äußerst interessantes Gut gewesen, zu dem sicherlich mehrere Unterhöfe und Kottenstellen gehörten. Es scheint in den Oberhof Gahmen des Klosters Kappenberg gehört zu haben. Der Probst von Kappenberg erläßt nach Beendigung der märkischen Vogtei ausgerechnet im Jahr 1285 eine Hofesordnung für die Höfe eines "Johann van der Hove", wozu gehören Hoevemanns Hofe - den Hinrich Lindemann unter hat, der Hof Johans van dem Dyke - anders geheißen Dyckmann, der Ubbom Hof - welchen Nolken ther Linden unter hat und Hartmanns Hof - den Hinrich Boese unter hat. Dann ist es nicht verwunderlich, wenn wir 1498 in der Bauerschaft Wessendorf zu Lembeck noch die Höfe Johann ter Hove, Johann Bossing und Lyndemann wiederfinden. Auch in der benachbarten Bauerschaft Eppendorf des Kirchspiels Lippramsdorf, wo der Sitz des Klosters Marienborn war, finden wir dann ter Hove, Houemann und aus dem versumpften Teich des Dijckmann (1302 Piscinia = Dykmann) könnte 1498 Sümpelmann geworden sein. Aus dem, dem Kloster Kappenberg abgabepflichtigen Haupthof des Johann ter Hove könnte möglicherweise Kappenberg geworden sein, auch diesen Hof finden wir 1498 in der früher Born genannten Bauerschaft Eppendorf vor.

In Lippramsdorf

Im Jahre 1302 besaß das Kloster Marienborn in Lippramsdorf die Erben oder Zehnte aus den Erben Elis. Overbrock, Ostendorf, Overbrock, Greving, Theodor Overbrock, Detmari Crancinc (Dietmar Kümmerlich?), Smonych, de Hopwic (Havick), Bernh. Eppendorf, Ludolf de Ulmenbrocke, domus in Fonte (=Born, seit 1230), Vinkenbrinck, Horst (Kusendroste?) und Pincinia (pincerna = Schankwirt oder Piscinia = Fischweier / Dykmann) und in dem Kspl. Lembeck das „domus Wernheri de Hove“

Besitzer des vorgenannten Gutes Ostendorf in Lippramsdorf waren 1316 Gertrud von Ostendorf und ihr Gatte Bernhard Bitter von Steynhues. Zwischen 1302 und 1316 muß es dann zu einem Gütertausch mit Marienborn gekommen sein, denn das Ehepaar war nun im Besitz des Gutes zu Lippramsdorf und hatten es zur Burg ausgebaut. Diese machten sie zum Offenhaus des Bischofs von Münster. Der vorhergehende Verwaltungssitz für Lippramsdorf kann unter Umständen das Steinhaus in der Kusenhorst gewesen sein, in dieser Bauerschaft verblieb der Freistuhl und der Sitz des Kusendrosten.

Bei diesem Gütertausch kann das Kloster Marienborn in den Besitz des sogenannten Ostendorfischen Zehnten gekommen sein. Diesen blutigen- oder Kornzehnten zahlten noch 1539 / 1750 die Bauern Riddermann in Haltern – Bergbossendorf (im Eigentum des Stiftes Essen), Backmann in Haltern - Bergbossendorf, Varenstiege in Haltern - Bergbossendorf, Muhle in Haltern - Bergbossendorf, Wecker in Haltern - Bergbossendorf, Kock in Haltern - Bergbossendorf, Kaisenberg in Haltern -Lavesum, Kloth in der Freiheit zu Lippramsdorf, Adolf Hermann in Lippramsdorf, Schulte Greving in Lippramsdorf, Havick oder Höffgen im Felde in Lippramsdorf - Eppendorf, Buschmann in Lippramsdorf Dorfbauerschaft, Quaetfort in Lippramsdorf Kusenhorst, Hörstgen (ter Horst, Horstick) in Lembeck, Stroick und Sender in Lembeck Wessendorf, Risthaus an der „Mühle zu Mittelynk“ im Kspl. Lembeck und Pörtener (1498 / 99) im Kspl. Wulfen. Hier waren 18 Erben betroffen., davon 6 in Lippramsdorf.

Im Kernbereich dieses Zehnten liegen entlang der Lippe die Bauerschaften Lippramsdorf - Freiheit, Haltern - Bergbossendorf und Berghaltern. Dies läßt den Schluß zu, daß in Lippramsdorf ein weiterer blutiger oder Kornzehnter erhoben wurde, von dem dieser „Ostendorfische“ Zehnte abgeteilt worden war.

Bestätigt wird diese Vermutung durch folgenden Aktenauszug des Hauses Ostendorf, in dem die Naturalabgabe des blutigen- oder Kornzehnten in eine Geldabgabe umgewandelt wird: „Anno 1696 den 5ten Augusti ist der blutige (oder Kornzehnter) anerkünftige Zehendte folgender gestaldt pro annuto quanto zwischen Ihro Gnaden He. Joannen Adolphen Freyherrn von Raesfeldt und denen Eingesessenen Kirspelß Lipranstorf nach gesetzter Gestaldt acordirt worden, alß Broickman 2 Rt, Kloedt (auf dem Brengenberg) 1, Precking (1188 im Besitz d. Grafen Heinrich von Dale) 2, Krempken 2, Hülßken 2, Steggeman 2, Quaedtfordt 2, Buschman 2, Loman 2, Groeße Büning 2, Buddenbroick 2, Schlaghecke 2, Wessel Brosthues 2, Kummerhove (als Telgenkotte dem Stift Essen gehörig) 2, Uhlenbroick 2, Feldtman 2, Schulte Eppendorf 2, Finckenbrinck 2, Droste 2, Woistman 2, Jacob - wegen Hardieck 2 Rt.“ Zum erstenmahl werde dieser obige Geldere in Martino 1696 fällig. Von dieser Abgabe waren nun 21 Erben betroffen, alle im Kirchspiel Lippramsdorf.

Bei der vorgenannten Abgabe handelte es ich um den ursprünglichen „Werencer“ Zehnten, dessen Namen sich im Laufe von 400 Jahren zum Wernser Zehnten abgeschliffen hatte, da der Familienname erloschen war. Diesen sogenannten „Wernser“ Zehnten hatte Johann Adolph Freiherr von Raesfeldt für 1.500,00 Rt dem Haus Sythen 1687 mit lehnsherrlicher Bewilligung abgekauft und zum Lehen erhalten. Wilhelm von Ketteler, Bischof v. Münster (1553-1557), hatte 1555 seinen Amtmann zu Dülmen Cordt Ketteler mit 3 Mark als Burglehen u. a. aus dem Tegethove zu Sythen und dem Zehnten zu „Lipramstorpe, geheiten de Wernser Teinde“ belehnt.

Nun umfaß dieser Teil des blutigen- oder Kornzehnten die am Ostendorfischen Zehnten fehlenden Bauerschaften Kusenhorst, Dorfbauerschaft und Eppendorf des Kirchspiels Lippramsdorf. In Verbindung mit Aufzeichnungen des Ostendorfischen Lagerbuches wird nun erkennbar, daß es in Lippramsdorf in der Zeit vor 1316 zu einer Erbteilung des örtlichen Zehnten gekommen sein muß.

Wenn die Erbteilung vor der Gründung des Klosters Marienborn in Lippramsdorf wirklich stattfand, müßten beide Vertreter des geteilten Lippramsdorfer Zehntaufkommens auch unter den Zeugen der Gründungsurkunde zu suchen sein. Dies ist mit Gerlach Bitter einerseits und Johan und Hermann Werence andererseits auch der Fall. Bezogen auf die Besitzer der Burg Ostendorf in Lippramsdorf im Jahre 1316 kann man, durch das Ergebnis bestätigt, von einer Wiedervereinigung des vorher geteilten Erbes schließen. Von daher ist Gertrud von Ostendorf mögliche Nachfahrin des Hermann Werence und Bernhard Bitter dictus Steynhaus der Nachkomme des Gerlach Bitter. Interessant ist in diesem Zusammenhang, daß das Freigericht zu Lippramsdorf am Freistuhl in der Bauerschaft (Kusen-) Horst tagte und hier noch 1498 das Erbe „ten Steynhues“ lag. Hier, an der Grenze zu Hervest, könnte man also ein festes Haus des Bernhard Bitter in Lippramsdorf vermuten.

Späteren Aufzeichnungen des Klosters Marienborn halten folgende, vom Haus Ostendorf an Coesfeld auch künftig abzuführende Abgaben fest, welche auch Rückschlüsse auf die landwirtschaftliche Entwicklung ermöglichen: „Nachbenennte Marienbornsche 12 bauren Erbe, welche anno 1505 dem hochadlichen Hauhse Oestendorf titulo perpetuä locationis unter sichere bedingnühsen übergelaehsen worden: juxta Registra:“

  • 1. Huehsman, Lippramsdorf - Freiheit (1498 Bschft. Greving): 1 Schild, 3 Goldgulden Dienstgeld, bleiben wie vor 1505 gewesen bei Oestendorf. Dagegen an Marienborn zu zahlen 10 Scheffel Roggen. Dazu kommen als weitere Abgaben 1 Pf. Wachs, 5 Hühner, 1574: (Erbwechsel)2 Gänse, 1589: 2 Pf. Flachs, 1631: 1 Hammel, 1688: 1 Kodde.
  • 2. Uhlenbrock, (1302 Ludolf de Ulmenbrocke), Lippramsdorf - Dorfbauerschaft: 1 Schild, 4 Hornsche Gulden, bleiben wie vor 1505 gewesen bei Oestendorf. Dagegen an Marienborn zu zahlen 10 Scheffel Roggen. Dazu kommen als weitere Abgaben 1 Malter 6 Scheffel Hafer, 5 Hühner, 1574: 2 Gänse, 1589: 1 Schwein u.2 Pf. Wachs, 1597 1 Hammel, 1669 1 Pf. Wachs.
  • 3. Buschmann, Lippramsdorf - Dorfbauerschaft: 1 Schild, 3 Goldgulden Dienstgeld, bleiben wie vor 1505 gewesen bei Oestendorf. Dagegen an Marienborn zu zahlen 4 Gulden Münstrisch. Dazu kommen als weitere Abgaben 1 Malter Roggen, 2 Malter Hafer, 5Hühner, 1 Pf. Wachs, 1562: 2 Gänse, 1571: 1 Schwein, 1580 2 Pf. Flachs, 1597 1 Hammel.
  • 4. Kleine Hoeman, (1302 domus Wernheri de Hove, 1498 Johan ter Hove, Hoveman) Lembeck - Bschft. Stroick: 1 Schild, 4 Hornsche Gulden, bleiben wie vor 1505 gewesen bei Oestendorf. Dagegen an Marienborn zu zahlen 8 Scheffel Roggen. Dazu kommen als weitere Abgaben 1 Pf. Wachs, 2 Hühner, 1586: 4 Hühner, 1618 (Erbwechsel)1 Hammel, 1669:: 2 Gänse u. 2 Pf. Flachs.
  • 5. Pöter, Haltern - Holtwick (1498 Herman Pöter Bschft. Bergbosnippe): 2 Schild, 3 Gold Gulden, bleiben wie vor 1505 gewesen bei Oestendorf. Dagegen an Marienborn zu zahlen 3 Scheffel Roggen. Dazu kommen als weitere Abgaben 6 Hühner, 1 Malter Haver – ab 1616 (Erbwechsel) 8 Scheffel, 1597: 1 Hammel, 1658 2 Gänse u. 1 Schwein, 1669 1 Pf. Wachs u. 2 Pf. Flachs.
  • 6. Dammann, Haltern - Holtwick (1498 Godike Damman Bschft. Bergbosnippe): 1 Schild, 4 Gold Gulden, bleiben wie vor 1505 gewesen bei Oestendorf. Dagegen an Marienborn zu zahlen 2 Malter Roggen. Dazu kommen als weitere Abgaben 6 Hühner, 1568: (Erbwechsel)1 Malter Roggen, 1 Malter Gerste, 1 Malter Hafer, 1590: 1 Schwein, 1615: 1 Hammel.
  • 7. Stockhofe,Haltern - Lavesum (1498 Johan Stockauwe Bschft. Lauessem): 1 Schild, 3 ½ Gold Gulden (dagegen ab 1660: 6 Reichtaler), bleiben wie vor 1505 gewesen bei Oestendorf. Dagegen an Marienborn zu zahlen 6 Scheffel Roggen. Dazu kommen als weitere Abgaben 6 Hühner, 1567: 6 Scheffel Roggen u. 1 Schwein, 1597 1 Hammel.
  • 8. Große Dimken, Wulfen - Dimke (1498 Bernd then Dincbencken): 1 Schild, 4 Gold Gulden Dienstgeld, bleiben wie vor 1505 gewesen bei Oestendorf. Dagegen an Marienborn zu zahlen 2 Malter Roggen. Dazu kommen als weitere Abgaben 6 Hühner, 1 Malter Roggen – ab 1585 (Erbwechsel) 6 Scheffel - wie vor 1558, 1562: 2 Gänse, 1583: (Erbwechsel) 1 Schwein, 1589: 2 Pf. Flachs, 1616: 1 Hammel.
  • 9. Kleine Dimken, Wulfen - Dimke (1498 Margreth, 1499 Lodde then Dincbencken): 1 Schild, 4 Gold Gulden Dienstgeld, bleiben wie vor 1505 gewesen bei Oestendorf. Dagegen an Marienborn zu zahlen 8 Scheffel Roggen. Dazu kommen als weitere Abgaben 6 Hühner, 6 Scheffel Roggen - 1597 1 Malter Roggen, 1562: 2 Gänse, 1589 (Erbwechsel)1 Schwein, 1625: 1 Hammel, 1669: 2 Pf. Flachs.
  • 10. Kaverütting, Wulfen - Beck (Kawert, Kaffert, 1498 Bernt Kaverutinck): 1 ½ Gold Gulden (dagegen 1 Reichtaler 40 Stüber) Dienstgeld, bleiben wie vor 1505 gewesen bei Oestendorf. Dagegen an Marienborn zu zahlen 1 Gulden Münsterisch. Dazu kommen als weitere Abgaben 6 Hühner, 1597: 1 Hammel, 1612: 2 Pf. Flachs, 1669: 2 Gänse u. 2 Pf. Wachs.
  • 11. Finkenbrinck, Lippramsdorf - Eppendorf (am „Alten St. Annaberg oder Bschft. Born): 1 Schild, bleiben wie vor 1505 gewesen bei Oestendorf. Dagegen an Marienborn zu zahlen 10 Scheffel Roggen. Dazu kommen als weitere Abgaben 5 Hühner, 1571: (Erbwechsel) 1 Malter Hafer u. 1 Schwein, 1597 1 Hammel, 1615 2 Pf. Flachs.
  • 12. Havermann, Haltern -Holtwick (1498 Bernt Hauerman Bschft. Bergbosnippe): 2 Schild, 3 Gold Gulden (oder 3 Reichtaler u. 20 ½ Stüber) Dienstgeld, bleiben wie vor 1505 gewesen bei Oestendorf. Dagegen an Marienborn zu zahlen 8 Scheffel Roggen. Dazu kommen als weitere Abgaben 6 Hühner, 1574 (Erbwechsel) 1 Malter Hafer, 1 Schwein, 1589: 3 Pf. Flachs, 1647 2 Gänse, 1658:1 Hammel, 1670 1 Pf. Wachs.

Aber die Marienborner kauften nicht nur, sie unterstützten auch die Familie ihres Stifters bei einer weiteren Gründung. Wicbolt von Holte, Erzbischof Köln (1297 / 1304) hatte nämlich das Fest der Kirchweihe für die in Haltern – Hamm neuerrichtete Kapelle „St. Crucem s. t. Invent“ auf den 10.10.1298 fest gelegt. Zu den Einkünften trug auch das Kloster Marienborn aus seinem Besitz bei. Noch im Jahre 1378 bescheinigte der Patron dieser Kirche zu Hamm dem Kloster Marienborn: „Wir, Bytter von Raesfelde (1355 / 1403), Ritter, bekennen .... alzo tende vrie gud, alzo de abbedisse van Coesvelde enda dat meyne Konvent des klosters ghegeven hebbet in der kapellen tho Bosnippe, de belegen is bij den Hammerberge, were sake dat de vorgen. kapelle verstoret werde oder vergenghe, dat ich, Bytter vorgen., of meyne erven uns dar en geynes rechtes an anvormeten, ende och vorderner angan will an ende hedden, und solde bliven in den rechten slye, dat vorgen. gud tho voran was, e de kapelle gestichget wurde.“ Das Versprechen, daß bei einer Zerstörung der Kapelle am Fuße des Hammer Berges der alte Güterzustand wieder hergestellt würde, bestätigt die Gründung zwischen 1246 und 1378, womit wir wiederum beim 1. Kirchweihfest von 1298 sind.

Erst kurz vor 1498 erbauten auf dem nahegelegenen heutigen Tannenberg, in der günstigen Lage an der Poststraße Wesel / Dülmen / Münster, die damaligen Besitzer des Hauses Ostendorf, in Erinnerung an das ehemalige Kloster, eine Kapelle, aus der dann erst der Wallfahrtsort am alten Sankt Annaberg entstand, bis dieser 1652 auf den Königsberg nach Berg-Haltern verlegt wurde. Diese verfügte über keine eigenen Einnahmen. Jedenfalls unterhielt das Haus Ostendorf an dieser Poststraße in der Nähe des Wallfahrtsort am Tannenberg ein eigenes Wirtshaus, in welchem auch das selbstgebraute Bier angeboten wurde. Die hier vormals vorhandenen Nachbarschaften Born, Preckenberg und St. Annaberg gingen schon vor 1498 in die Bauerschaft Eppendorf auf. Ebenso wurde die ehemaligen Bauerschaft Greving unter Einschluß von Teilen der Dorfbauerschaft von der Bauerschaft „Freiheit“ um Ostendorf“ aufgenommen.

Literatur

  • Niesert, Johann Heinrich Josef: Üeber die Gründung des Cistercienser Nonnen-Klosters Marienborn und Verlegung desselben nach Coesfeld. Digitalisat der ULB Münster
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