Kischken (Kr.Heydekrug)

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Disambiguation notice Kischken ist ein mehrfach besetzter Begriff. Zu weiteren Bedeutungen siehe unter Kischken (Begriffserklärung).
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Wappen von Heydekrug

K i s c h k e n

Bauerndorf im Memelland
Kreis Heydekrug, O s t p r e u ß e n
______________________________________________________

Dorfschule in Kischken, Kreis Heydekrug


Hierarchie
Bauernhof Waitschus in Kischken, Kreis Heydekrug.
Vor dem Haus rechts die Großmutter Anna Waitschus.
Auf der li.Seite die Töchter Madline mit ihren fünf Kindern und Anna mit Tochter Ruth (ca.1943)
Gartenseite des Bauernhauses Waitschus in Kischken.
Zu sehen sind (von links): Anna Waitschus, die Großmutter,
und Töchter Madline Mueller (geb. Waitschus) mit vier ihrer Kinder und Anna Waitschus mit Tochter Ruth (ca.1943)
Kischken, Madline Müller, geb. Waitschus, mit ihren fünf Kindern (1944)
Kischken, Hochzeit im Hause Waitschus im Winter 1934/1935,
die Tochter Madline heiratet Paul Mueller (li.Brautpaar).
Der Vater Adam Waitschus starb 1920.


Inhaltsverzeichnis


Einleitung

Kischken (Kr.Heydekrug), Kreis Heydekrug, Ostpreußen


Name

Andere Namen und Schreibweisen

Namensdeutung

  • Der Name weist auf einen Wohnplatz an einer Biegung.
    • prußisch „kiska“ = Kniekehle, Flusswindung, Kehre
    • litauisch „kiška“ = starke Sehne in der Kniekehle
  • Der Name kann sich auch auf einen Gerge (Georg) mit langen Beinen beziehen.
    • Nach Alexander Kurschat: "Von Menschen wird "kiška" im Sinne von "Bein" besonders dann gebraucht, wenn von langen Beinen die Rede ist."[6]


Allgemeine Information

  • Dorf, 17 km nordwestlich von Heydekrug, 1939: 334 Einwohner[7]
  • Kischken ist ein Dorf am Südrand des Schwenzelner Moores. Das Dorf Kischken hatte 1925 443 Einwohner (1925). Von Kischken ist es nicht weit bis zum Ufer des Kurischen Haffs bei Gaitzen.


Politische Einteilung

Kischken (Kr.Heydekrug) war 1785 ein melirtes Dorf, 1919 eine Landgemeinde, zum Amt Russ gehörig.[8]
Kischken (Kr.Heydekrug) gehörte zum Domänen-Amt Prökuls.[9]
1939 ist Kischken (Kr.Heydekrug) eine Gemeinde mit den Dörfern Gaitzen und Kischken.[10]


Kirchliche Zugehörigkeit

Evangelische Kirche

Konfirmation 1943
Bild: Hilmar Menzel ©

Kischken (Kr.Heydekrug) gehörte 1912[11] zum Kirchspiel Kinten. Einige Namen sind bekannt:
2.Erika Gyszas aus Wabbeln. 4.Anna Szobries. 6.Pfarrer Laudzius. 8.Else Szobries. 9.aus Surwehnen. 13.Meta Ruigies. 26.Hedwig Gyszas. 29. Kaulitzki. 32.Meta Gelzinnus aus Matzken. 33.Tochter von Michael Atts. 36.von Windenburg.

Wer kennt noch mehr Personen und kann ihre Namen nennen? Wir würden uns freuen. Kontakt

Katholische Kirche

Kischken (Kr.Heydekrug) gehörte 1907[12] zum katholischen Kirchspiel Szibben.

Friedhof

Der Friedhof von Kischken wird noch gepflegt, verfällt aber mit der Zeit mehr und mehr.

Die Bilder wurden freundlicherweise von Peter Wallat zur Verfügung gestellt. Stand Mai 2012
Erhaltene Grabsteine mit Inschriften sind hier eingestellt.


Standesamt

Alte Feldscheune in Kischken, Kreis Heydekrug

Zugehörige Ortschaften

Zum Standesamt Kischken (Kr.Heydekrug) gehörten 1907[13] folgende Ortschaften:
Bliematzen, Gaitzen, Kioschen, Kischken, Klumben, Lampsaten, Matzken, Michelsakuten, Pauern, Prätzmen, Raudszen, Rogaischen.

Memeler Dampfboot vom 26.01.1932

Standesamtliche Nachrichten Kischken

1931 sind registriert: 41 Geburten, 4 Eheschließungen und 32 Sterbefälle.


Memeler Dampfboot vom 24.01.1934

Standesamtliche Nachrichten – Kischken

1933 sind 10 Eheschließungen, 38 Geburten und 10 Sterbefälle registriert worden.


Memeler Dampfboot vom 19.01.1935

Standesamtliche Nachrichten – Kischken

Im ganzen sind im Jahre 1934 29 Geburtsfälle (im Vorjahr 38), 15 Eheschließungen (im Vorjahr 10), 23 Sterbefälle (im Vorjahr 10) registriert worden.


Schule

Schule Kischken

Wenn man von Kinten kommend die Straße nach Michel Sakuten etwa 3 Kilometer entlangfährt und dann an einer Mühle vorbei links in einen breiten Landweg einbiegt, steht man nach etwa 800 Metern vor einem hellen zweistöckigen Gebäude. Da ist die Kischker Schule. Stolz schaut das hohe Haus über das flache Gelände. Auch innen hält der Bau, was er außen verspricht. Freundliche, sonnendurchflutete Räume geben den Lehrern und Schülern immer wieder Kraft zu neuer Arbeit. Sicher gehört dieses Gebäude zu den besten Landschulbauten des Memelgebiets. Es ist ein beredter Kulturzeuge als stolzes Endglied in der langen Entwicklungsreihe: Holz-, Lehm-, Ziegelbau. Nur wenige Jahrzehnte lasten auf seinem Rücken, denn die alte Schule ist im Jahre 1899 abgebrannt. Mit ihr verbrannte auch leider die alte Schulchronik. Es läßt sich daher nur wenig aus der Geschichte der Schule ermitteln. Die neuangelegte Chronik berichtet von dem Brand:

"Am 27.April 1899 brannte das Schuletablissement Kischken in den Abendstunden ab. Das Schulhaus, von Lehm vor circa 60 Jahren erbaut, war bereits ziemlich baufällig. Durch den Schulbrand verloren die beiden Lehrer Masurat und Simmat, welche beide bei Ausbruch des Feuers von dem Jahrmarkt aus Heydekrug noch nicht zurückgekehrt waren, ihre Habe an Kleidern, Betten, Wäsche, Möbel, Instrumenten. Dem ersten Lehrer verbrannten außer 4 Schweinen, Schafen, einem Füllen noch 14 gutgepflegte, starke Bienenvölker und sämtliche Geräte."

Die neue Schule in Kischken (1930/40er Jahre)
Schule in Kischken (2013)

Lehrerliste

Schülerfoto Kischken (1932)
Eine Schulklasse in Kischken (1932)


Als 1. Lehrer haben an dieser Schule unter anderen gewirkt:

  • Winklers
  • Letzas
  • Jokuschus
  • Zimmermann
  • Masurat
  • Liebe
  • Simmat
  • Kaspereit
  • Schmidt



Als 2. bzw. 3. Lehrer wurden ab 1866 unter anderen beschäftigt:

  • Jonat
  • Schwellnus
  • Brosius
  • Wallatkat
  • Lokys
  • Blode
  • Bacher
  • Dehmke
  • Kiehr
  • Simmat

[14]

Schülerfoto Kischken (1933)
Schulentlassung (1935)

Auf dem Schulentlassungsbild von 1935 sind folgende Personen bekannt:
Obere Reihe v.li.n.re.: 3. Lene Pawill, 5. Marie Kybranz
Untere Reihe v.li.n.re.: 3. Max Gyszas
Der Lehrer links heißt Kasper und der rechte Lehrer Schmidt.

Wer kennt noch weitere Personen unter den Schülern und Lehrern von Kischken oder hat Korrekturen dazu? Kontakt


Bewohner


Karte der Höfe in Kischken vor 1945

Höfe und Häuser in Kischken vor 1945
Die Bewohner und Höfe von Kischken auf dem MTB
1. 2. 3.
4. 5. 6.
7. 8. Sklaschus 9.
10. Kallwellus 11. 12. Strupies
13. 14. Ruigies 15.
16. 17. Urban 18. Septinus
19. 20. Stonies 21.
22. Waitschus 23. Preikschat 24. Gerullis
25. Stubries 26. Nopens 27. Kakies
28. Kibelka 29. 30. Babies, Jakob
31. 32. Babies, Georg 33. Könnies
34. 35. Szaukellis 36. Jakstaidt
37. Gyszas 38. Szobries 39. Stolz, Otto
40. 41. Berte 42.
43. Plewe, Martin 44. Plewe, Johann 45.
46. Stolz, Franz 47. Gelzinnus 48. Schule
49. Weisheit 50. Laurus 51. Pawils, Martin

Wer kann noch weitere Angaben zu den Bewohnern
von Kischken machen oder hat Korrekturen dazu?
Kontakt

Fotos der Bewohner

Adam und Anna Waitschus mit Kindern 1918
Die Geschwister Gyszas in Kischken: v. li. n. re. hinten: Franz Johann, Gertrud, Willy, vorne: Hedwig, Heinrich, August, Max
Hof David Nelaimischkis (ca. 1935):
links Max Jacomeit, mitte Helene Nelaimischkis, rechts in Uniform Wilhelm Nelaimischkis. (1928 musste David Nelaimischkis mit seiner Familie nach Ostwalde bei Tilsit flüchten.)
Kinder aus Kischken (um 1940)
Folgende Kinder dieses Fotos sind namentlich bekannt:
Obere Reihe v. li. n. re.: 1. Else Rugies, 2. Trude Szobries (aus Raudszen), 3. ?, 4. Eva Berte, 5. Erna Jokeit, 6. Hedwig Gyszas, 7. ?, 8. Erika Babies, 9. Else Szobries
Zweite Reihe v. li. n. re.: 1. Anni Szobries. 2. Ruth Taurek, 3. Hilde Birth, 4. Lene Pleve, 5. Lilli Meirum (aus Prätzmen), 6. ?, 7. Anne Scharfenort, 8. Maria Jagsteidt
Vordere Reihe sitzend: 1. Heinz Schmidt (Von den anderen Jungen ist kein Name bekannt.)
Kischken Jugendbund (1940)
Bürgermeister Franz Stolz und Ehefrau Amanda, geb. Schadewald (1920er Jahre)
  • Erkennt jemand weitere Personen auf diesen Fotos und kann ihre Namen nennen?
Altes Backsteingebäude aus der deutschen Zeit in Kischken


Geschichte

1711

[15]

  • 1925 hatte Kischken 413 Einwohner. [16]


Verschiedenes

Memeler Dampfboot vom 04.02.1934

Kischken,3.Februar. [Das Fest der Goldenen Hochzeit] feierte dieser Tage das Ehepaar Karallus aus Kischken. Die Einsegnung des Jubelpaares fand in der Kintener Kirche statt, wo Karallus und seine Frau vor 50 Jahren getraut worden sind. Pfarrer v. Mickwitz überreichte dem greisen Ehepaar ein Geschenk des Direktoriums von 100 Lit. Beide Eheleute sind noch verhältnismäßig rüstig und bewirtschaften ihr kleines Grundstück allein, obwohl Karallus bereits 75 Jahre und seine Frau etwa 72 Jahre alt ist.


Karten

Kischcken auf der Schroetterkarte (1796-1802) 1:50 000
© Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz
Kischken s. links südlich von Moos Bruch auf der Schroetter Karte 1802, Maßstab 1: 160 000


Kischken im Preußischen Urmesstischblatt 1860
© Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz
Kischken und Umgebung im Preußischen Urmesstischblatt 1860
© Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz


Kischken im Messtischblatt 0593 Kinten (1910-1940) mit den Gemeindegrenzen von 1938
© Bundesamt für Kartographie und Geodäsie
Skizze aus der Gemeindeseelenliste von Kischken (Kr.Heydekrug) aus den 50er Jahren, (c) Bundesarchiv


Daten aus dem genealogischen Ortsverzeichnis

GOV-Kennung KISKENKO05PL
Name
Typ
  • Wohnplatz
w-Nummer
  • 66131
externe Kennung
  • nima:-2615637
  • geonames:598107
Karte
   

TK25: 593

Zugehörigkeit
Übergeordnete Objekte

Kinten (1907) ( Kirchspiel ) Quelle S. 90/91

Kischken, Kiškiai ( Landgemeinde Gemeinde ) Quelle


Quellen

  1. Dietrich Lange: Geographisches Ortsregister Ostpreußen einschließlich des Memelgebietes, des Soldauer Gebietes und des Reg.-Bez. Westpreußen (1919-1939)
  2. Schroetterkarte (1796-1802), Maßstab 1:50000
  3. Schroetterkarte (1802), Maßstab 1:160000
  4. Urmesstischblatt von 1860
  5. GOV: http://gov.genealogy.net/
  6. Heinrich A. Kurschat: Das Buch vom Memelland, Heimatkunde eines deutschen Grenzlandes, Verlag Werbedruck Köhler, Oldenburg, 1990
  7. Dietrich Lange: Geographisches Ortsregister Ostpreußen einschließlich des Memelgebietes, des Soldauer Gebietes und des Reg.-Bez. Westpreußen (1919-1939)
  8. Sembritzki, Johannes u. Bittens, Arthur: Geschichte des Kreises Heydekrug, Memel 1920
  9. Sembritzki, Johannes u. Bittens, Arthur: Geschichte des Kreises Heydekrug, Memel 1920
  10. Amtsblatt Gumbinnen 1939: Neugliederung der Gemeinden und Gutsbezirke im ehemaligen Memelland ab 1. Mai 1939, S. 64ff,
    http://www.memelland-adm.de/Archiv/13 Verwaltungsbezirke/index.htm
  11. Die evangelischen Kirchengemeinden in Ostpreußen und Westpreußen in Pfarr-Almanachen von 1912 und 1913, Sonderschriften des Vereins für Familienforschung in Ost- und Westpreußen e.V. Nr. 59.
  12. Gemeindelexikon für die Provinz Ostpreußen. Auf Grund der Materialien der Volkszählung vom 1. Dezember 1905 und anderer amtlicher Quellen bearbeitet vom Königlich Preußischen Statistischen Landesamte. Berlin SW. 1907.
  13. Gemeindelexikon für die Provinz Ostpreußen. Auf Grund der Materialien der Volkszählung vom 1. Dezember 1905 und anderer amtlicher Quellen bearbeitet vom Königlich Preußischen Statistischen Landesamte. Berlin SW. 1907.
  14. Memeler Dampfboot, Beilage: Der Grenzgarten: Heimatkundliche Beiträge aus dem Memelgebiet und den Grenzgebieten, Ausgabe 1936 Nr.7 (11.09.1936)
  15. Janczik, Bruno und Naunheim, Fritz: Dragoner, Wibranzen und Enrollierte aus der Zeit der großen Pest, Berichte und Tabellen der Ämter 1711, II. Die nördlichen Ämter in Altpreußische Geschlechterkunde, Neue Folge, 38. Jahrgang, Band 20, 1990, Hamburg, Verein für Familienforschung in Ost- und Westpreußen
  16. Quelle: Deutsche Verwaltungsgeschichte Ostpreußen, Kreis Heydekrug.
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