Juden- und Dissidentenregister in Westfalen und Lippe/Editionsrichtlinien

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Inhaltsverzeichnis

Das Wichtigste zuerst

  • Ein Eintrag beginnt immer am Anfang eines zu erfassenden Namens und am oberen Rand der Buchstaben. Daher ist wie im folgenden Beispiel in das Bild zu klicken, um einen Eintrag hinzuzufügen:
  • Es wird immer vollständig und so buchstabengetreu wie möglich erfasst. Abkürzungen werden nicht aufgelöst
Juden- und Dissidentenregister in Westfalen und Lippe
Ein Gemeinschaftsprojekt
  1. des Landesarchivs NRW, Personenstandsarchiv Ostwestfalen-Lippe (Detmold)
  2. der Westfälischen Gesellschaft für Genealogie und Familienforschung
  3. und des Vereins für Computergenealogie
Suche in den bisher erfassten Daten
Informationen für Bearbeiter
  1. Bedienungsanleitung
  2. Editionsrichtlinien
  3. Zur Erfassung
Tabelle zur Erfassung der Wunschgemeinden mit Direktlinks
  1. Bestand P2
  2. Bestand P5
  3. Bestand P8
Registrierung
Benutzerkennung beantragen
Vergessene Benutzerkennung zuschicken lassen
Projektbegleitende Mailingliste
DES-L
Kontakt zur Projektleitung
Dr. Volker Hirsch, Archiv
some mail
Roland Linde, WGGF
Marie-Luise Carl, CompGen
Kontakt zu den Admins
Thomas Dickel, CompGen, WGGF
David Merschjohann
Informationen zum Projekt
Statistik

Allgemeines

Urkunden werden völlig unverändert erfasst, so wie sie ausgestellt sind. Das heißt Informationen aus Randvermerken bleiben zunächst unberücksichtigt. Vermerke und Schreiben nach 1875, insbesondere die „Annahme“ der Zwangsnamen sowie deren Löschung bleiben grundsätzlich unberücksichtigt. Das Projekt zielt auf die Erfassung der Personenstandsfälle bis zur Einrichtung der Standesämter. Spätere Ereignisse sind nicht Gegenstand des Projektes.

Beilegung und Löschung von Zwangsnamen sind häufig auf eingeklebten Zetteln dokumentiert. Bei der Digitalisierung führte diese Praxis mitunter dazu, dass Seiten mehrmals fotografiert wurden (mit Zettel, ohne Zettel, Vorder- und Rückseite des Zettels usw.) Die Erfasser sollten darauf achten, Einträge nicht doppelt zu erfassen, wenn diese in mehreren Digitalisaten zu sehen sind.

Jede Person wird als einzelner Eintrag erfasst. Es werden alle in den Einträgen namentlich genannten beteiligten Personen erfasst, nicht aber die Amtspersonen (Rabbiner, Arzt etc.).

Sollten Seiten im Querformat beschrieben, aber im Hochformat digitalisiert sein, bitte einen Admin informieren. In den Fällen, wo in einem Doppelseitenscan sowohl Hoch- als auch Querformat benutzt werden, ist die Doppelseite zweimal vorhanden und jeweils halb zu erfassen. Sollte das gedrehte Doppel fehlen, bitte auch dann einen Admin einschalten.


Kontakt bei Fragen

Sollten

- die Editionsrichtlinien bestimmte Fragen nicht klären,
- unverständlich oder mehrdeutig sein oder
- es treten während der Erfassung Probleme auf

dann bitte zuerst die Admins für das Projekt anschreiben. (siehe Portalbox)

Diese werden versuchen, die Punkte mit den jeweiligen Ansprechpartnern zu klären und werden eine Rückmeldung geben, für Klärung sorgen oder für eine Problembehebung sorgen.

Felder

Urkundennummer

In dieses Feld wird die Urkundennummer des Eintrags eingegeben. Ist keine Urkundennummer angegeben, wird eine editorische vergeben. Dabei werden die Einträge pro Seite von 1 bis xy durchnummeriert. Die editorische Urkundennummer wird in Klammern erfasst, also z.B. (1)

Art der Urkunde

Hier ist auszuwählen, ob es sich um eine Geburts-, Heirats- oder Sterbeurkunde handelt.

(Wohn-)Ort

Wird der Wohnort einer Person ausdrücklich genannt, so ist dieser einzutragen. Wird kein Ort genannt ist der Ort des Ereignisses einzutragen, sofern dieser nicht bereits in den Metadaten erfasst ist. Achtung: Manche Register führen Ort und Jahr auf einem Deckblatt auf, nicht in der zu erfassenden Urkunde. In diesen Fällen ist das Deckblatt zu berücksichtigen, auch wenn der Seitenstatus NO_CONTENT lautet.

Datum

Hier wird, wenn angegeben, das Datum des Personenstandsfalls (Geburt, Heirat, Tod) erfasst. Fehlt dieses, wird das Datum der Urkunde bzw. Verhandlung oder der Eintragung (Beurkundung) verwendet. Das Datum wird in der Form TT.MM.JJJJ geschrieben. Steht in der Urkunde also geschrieben "3. Januar 1889", so wird in das Feld "03.01.1889" eingetragen.

Besonderes zu Ort und Jahr

In vielen Fällen ergeben sich Ort und Jahr nur aus dem Aktentitel. Ggf. muss man also, um diese erfassen zu können, bis zu diesem zurückblättern.

Vorname

Vornamen werden wie in der Urkunde angegeben abgeschrieben. Namensänderungen aus Randvermerken werden nicht übernommen. Abkürzungen werden nicht aufgelöst, sondern buchstabengetreu erfasst. Bei weiblichen Vornamen sollte besonders auf den letzten Buchstaben e oder a geachtet werden. Diese sehen meist recht ähnlich aus, sind aber in aller Regel doch deutlich zu unterscheiden.

Nachname

Nachnamen werden wie in der Urkunde angegeben abgeschrieben.

Zum Beispiel
„Heinemann Heimberg und Sara Wolfsdorf“
Nachname der Ehefrau: „Wolfsdorf“

Später finden sich die üblichen Angaben wie: Heinemann Heimberg und Sara geb. Wolfsdorf. Die Erfassung richtet sich nach der Vorlage.

Also
Nachname der Ehefrau: „Sara Heimberg geb. Wolfsdorf“.

Es wird kein Komma eingefügt.

Besonderheiten bei Familiennamen

Vor der Annahme fester Familiennamen - in Preußen z.B. im Jahr 1846 - folgte man häufig dem Namensgebrauch in der Synagoge, wo es bis heute keine Familiennamen gibt. Zur genaueren Bezeichnung einer Person wird der Vorname des Vaters hinzugefügt: David Ben Simon. Ben steht für Sohn des und wird in den Quellen häufig weggelassen.

Gleichwohl existieren bereits im Mittelalter außerhalb der Synagoge in einzelnen Fällen auch bei Juden Familiennamen, z.B. Herkunfts- oder Hausbezeichnungen. Außerdem war es möglich, die Zugehörigkeit zum Stamm der Priester (Kohen) oder zum Stamm der Leviten (Levy) durch einen weiteren Bestandteil des Namens auszudrücken. Und auch vermeintliche Vornamen konnten sich im Gebrauch verselbständigen und die Funktion von Quasifamiliennamen annehmen. Als Ergebnis findet sich in den zu erfassenden Quellen im einfachsten Fall z.B.:

Beispiel 1
David Simon
Erfasst wird
Vorname: David
Nachname: Simon
Beispiel 2
David Simon Jakob

Bei drei aufeinanderfolgenden Vornamen ist bei fehlendem Ben nicht klar erkennbar, ob nur der letzte oder die beiden letzten Namen vom Vater kommen.

Wir erfassen dann die letzten beiden Namen als Familiennamen, weil das Führen von zwei Vornamen zwar nicht auszuschließen, aber weniger wahrscheinlich ist.

Erfasst wird
Vorname: David
Nachname: Simon Jakob

Ausnahme: Es geht aus der Urkunde klar hervor, dass nur der letzte Name als Familienname anzusehen ist. Das kann insbesondere dann der Fall sein, wenn der Vater selbst auch in der Urkunde genannt wird, oder der Familienname durch Auszeichnungsschrift hervorgehoben ist. Im Zweifelsfalle bitte den erfassten Datensatz rot markieren (Doppelklick auf den grün unterlegten abgespeicherten Datensatz), damit er den Admins zur Entscheidung vorgelegt wird.

Sollten sowohl der Nachname nach jüdischem Brauch wie der neue Familienname angegeben sein, erfassen wir beide im Feld Nachname getrennt durch Schrägstrich

Beispiel 3
Samuel Steinmann (vorher Samuel Heymann)
Erfasst wird
Vorname: Samuel
Nachname: Steinmann / Heymann
Besonders problematische Fälle

Sollte bei Geburten nur der Vorname des Kindes angegeben sein, wird der Vorname des Vaters oder der Familienname in Klammern ergänzt. Ist bei Totgeburten kein Name angegeben, bleiben die Namensfelder frei und unter Beruf/Stand wird eingetragen "Ohne Namen (Totgeburt)". Sollte eine Person nur über den verstorbenen Ehepartner identifiziert sein, wird der Zuname in Klammern angegeben und unter Beruf/Stand die bezeichnete Peron vermerkt in der Form: "Witwe Isaack Löwenstein" (http://des.genealogy.net/juwel/scans/P8-106-0007).

Erschwert wird die Erfassung mitunter dadurch, dass die Schreiber die Reihenfolge von Vor- und Familiennamen variieren, ohne dies kenntlich zu machen. Es findet sich Vorname Name (der Normalfall) ebenso wie Nachname Vorname (selten). Dadurch wird es in einigen Fällen unmöglich, den Vornamen des Vaters bzw. den Familiennamen zu identifizieren. Sollte es Grund zu der Annahme geben, dass die Identifikation des Vornamens zweifelhaft ist, erfassen wir den kompletten Namen im Feld: Vorname. Bitte den erfassten Datensatz rot markieren (Doppelklick auf den grün unterlegten abgespeicherten Datensatz), damit er den Admins vorgelegt wird.

Beispiele

Das folgende Beispiel (LAV NRW Abt. OWL, P 8 Nr. 101) zeigt das Nebeneinander verschiedener Namensbildungen: Der Bräutigam Heimann Philipp führt als Zunamen den Vornamen seines Vaters, in der Familie der Braut hat sich dagegen schon der Name Lippers als Familienname verfestigt.


Akademischer Grad

Sollte ein Doktortitel angegeben sein, so wird auch dieser mit einem Komma getrennt hinter den Namen geschrieben, z.B. "Dr. Müller" → "Müller, Dr."

Bei unehelichen Kindern, die durch eine spätere Hochzeit der Eltern legitimiert wurden, wird der Nachname der Mutter eingetragen und nicht der des Vaters.

Rolle

Für jede Person wird ausgewählt, welche Rolle sie bei dem Ereignis gespielt hat.

  • Anzeigende(r)
  • Braut
  • Brautmutter
  • Brautvater
  • Bräutigam
  • Bräutigammutter
  • Bräutigamvater
  • Ehepartner des Verstorbenen
  • Großvater (väterl.)
  • Großmutter (väterl.)
  • Großvater (mütterl.)
  • Großmutter (mütterl.)
  • Kind
  • Mutter
  • Mutter des Verstorbenen
  • Trauzeuge
  • Vater
  • Vater des Verstorbenen
  • Verstorbene(r)
  • Verstorbener Ehepartner
  • xxx - nicht in der Liste

Beruf/Stand

Hier wird, sofern genannt, der Beruf der Person eingetragen.

Konfession

Hier ist nur zu unterscheiden zwischen Dissidenten und Juden. Voreingestellt ist "jüdisch".

Alter oder Geburtsdatum

Hier wird das Alter eingegeben, wie es in der Vorlage steht, gegebenenfalls das Geburtsdatum in der Form TT.MM.JJJJ

Ist in der Quelle ein Alter "29 Jahre" angegeben, so reicht die Angabe von "29". Steht in der Quelle hingegen "4 Monate", so ist genau dies in das Feld einzugeben.


Persönliche Werkzeuge