Juden- und Dissidentenregister in Westfalen und Lippe

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Info

Das Projekt „JuWeL“ ist ein gemeinschaftliches Crowdsourcingprojekt des Landesarchivs Nordrhein-Westfalen, des Personenstandsarchivs Ostwestfalen-Lippe (Detmold), der Westfälischen Gesellschaft für Genealogie und Familienforschung und des Vereins für Computergenealogie zur Erschließung der Juden- und Dissidentenregister in Westfalen und Lippe.
Bisher zur Erfassung angelegt sind die Register aus dem Gebiet des Regierungsbezirks Münster (Bestand P 8). Weitere Quellen werden in einigen Tagen folgen.
Juden- und Dissidentenregister in Westfalen und Lippe
Ein Gemeinschaftsprojekt
  1. des Landesarchivs NRW, Personenstandsarchiv Ostwestfalen-Lippe (Detmold)
  2. der Westfälischen Gesellschaft für Genealogie und Familienforschung
  3. und des Vereins für Computergenealogie
Suche in den bisher erfassten Daten
Informationen für Bearbeiter
  1. Bedienungsanleitung
  2. Editionsrichtlinien
  3. Zur Erfassung
Tabelle zur Erfassung der Wunschgemeinden mit Direktlinks
  1. Bestand P2
  2. Bestand P5
  3. Bestand P8
Registrierung
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Projektbegleitende Mailingliste
DES-L
Kontakt zur Projektleitung
Dr. Volker Hirsch, Archiv
some mail
Roland Linde, WGGF
Marie-Luise Carl, CompGen
Kontakt zu den Admins
Thomas Dickel, CompGen, WGGF
David Merschjohann
Informationen zum Projekt
Statistik


Die Juden- und Dissidentenregister in Westfalen und Lippe[1]

Das Interesse des Staates am Personenstand erstreckte sich im 19. Jahrhundert zunehmend auch auf nicht-christliche bzw. nicht den Amtskirchen angehörende Personen, insbesondere Juden, Dissidenten und Quäkern. Die Einführung von Judenregistern variierte von Territorium zu Territorium: Im französischen Königreich Westphalen wurden für Juden gesonderte Zivilstandsregister geführt, im Großherzogtum Berg nicht. Im Bereich des zum Großherzogtum Hessen gehörenden ehemaligen kurkölnischen Herzogtums Westfalen galt die Verordnung von 1804, wonach die Pfarrer gesonderte Judenregister zu führen hatten. In Lippe wurde dies 1809 angeordnet. Auch in der preußischen Zeit ab 1815 war die Führung von Judenregistern unterschiedlich, bis 1822 und 1847 Regelungen zur einheitlichen Führung von Judenregistern getroffen wurden. Demnach mussten die Register der Juden an die Gerichte abgegeben werden. Ähnliches galt ab 1847 für Quäker und Dissidenten (»geduldete Religionsgemeinschaften«). Mit der Einführung des Standesamtswesens und der Personenstandsgesetze im Jahr 1874/75 endete die nach Konfessionen getrennte Registerführung.

Die Juden- und Dissidentenregister im Bestand des Personenstandsarchivs Westfalen-Lippe in Detmold[1]

Das Landesarchiv NRW Abt. OWL verwahrt mit den Beständen P 2, P 5 und P 8 die Juden- und Dissidentenregister nebst zugehörigen Akten für die Regierungsbezirke Detmold, Arnsberg und Münster, zusammen 20,75 laufende Meter. Es handelt sich um weitgehend gleichförmige Quellen vor allem zur jüdischen Genealogie – die Personenstandsfälle der Dissidenten nehmen vergleichsweise wenig Raum ein – aus einem relativ großen geographischen Raum. Die Bestände decken den Zeitraum von ca. 1809 bis 1875 ab. Einige dieser Register enthalten Namenindizes. Damit verfügt das Landesarchiv über einen in dieser Form in Deutschland wohl einzigartigen Bestand. Dagegen wurden für die rheinischen Gebiete keine gesonderten Register für Jüdinnen und Juden geführt. Namenbücher der napoleonischen Zeit, in denen die Annahme fester Familiennamen durch jüdische Bürger beurkundet wurde, sind im Personenstandsarchiv Rheinland den Kirchenbuchbeständen zugeordnet.


Bestand
ca. 900 Juden- und Dissidentenregister sowie Belegakten
Überlieferungsform
Originalbücher, Zweitschriften
Laufzeit
(1801), 1808–1874
Bestandssignaturen
Regierungsbezirk Arnsberg - P5
(Link zum Findbuch mit Scans)
Regierungsbezirk Detmold - P2
(Link zum Findbuch mit Scans)
Regierungsbezirk Münster - P8
(Link zum Findbuch mit Scans)

Kooperationsprojekt des Personenstandsarchiv Westfalen-Lippe, der Westfälischen Gesellschaft für Genealogie und Familienforschung und des Vereins für Computergenealogie

Bild:1.svg Bedienungsanleitung lesen.
Bild:2.svg Editionsrichtlinien lesen.
Bild:3.svg Mit der Erfassung beginnen.

Referenzen

  1. 1,0 1,1 http://www.archive.nrw.de/lav/abteilungen/fachbereich_grundsaetze/BilderKartenLogosDateien/Publikationen/LAV-Brosch-Genealogie.pdf (S. 17, 20)

Weiterführende Literatur

  • Eleonora Duplica (Hg.): Die Annahme fester Familiennamen der Juden in Westfalen. Die 1846/47 publizierten Verzeichnisse der preußischen Amtsblätter. Zweite erweiterte Fassung, 86 Seiten, Online-Publikation Münster 2017 (Materialien der Historischen Kommission für Westfalen, Band 5)
  • Florian Steinfals: Historisches Handbuch der jüdischen Gemeinschaften in Westfalen und Lippe. Register der Orte und Territorien. 72 Seiten, Online-Publikation Münster 2016 (Materialien der Historischen Kommission für Westfalen, Band 12)
  • Spurensuche (Steinheim-Institut): Namen auf jüdischen Grabsteinen
  • Bettina Joergens (Hg.), Jüdische Genealogie im Archiv, in der Forschung und digital. Quellenkunde und Erinnerung, Essen 2011 (= Veröffentlichungen des Landesarchivs NRW 41).
  • Dietz Bering, Der Name als Stigma. Antisemitismus im deutschen Alltag 1812-1933, Stuttgart 1992.
  • Tobias Schenk, Juden- und Dissidentenregister des 19. Jahrhunderts aus Westfalen und Lippe. Eine archiv- und bestandsgeschichtliche Einführung, in: Westfälische Forschungen 60 (2010), S. 593-615.
  • Hans Jürgen Rade, Jüdische Personenstandseinträge und Familienregister in katholischen Kirchenbüchern des Herzogtums Westfalens zu Beginn des 19. Jahrhunderts, in: Beiträge zur westfälischen Familienforschung 67 (2009), S. 7-144.
  • Historisches Handbuch der jüdischen Gemeinschaften in Westfalen und Lippe, hrsg. v. d. Historischen Kommission für Westfalen u. dem Institut für vergleichende Städtegeschichte an der Universität Münster, 4 Bde., Münster 2008-2016.
  • Bernhard Brilling, Die Familiennamen der Juden in Westfalen. Die geschichtliche Entwicklung der Namensgesetzgebung der Juden, in: Rheinisch-Westfälische Zeitschrift für Volkskunde 5 (1958), S. 133-162, und 6 (1959), S. 91-99.

Siehe auch

Persönliche Werkzeuge