Heydekrug

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Wappen von Heydekrug

H e y d e k r u g

Kreisstadt am Schieß-Fluss
M e m e l l a n d, Ostpreußen
______________________________________________________

Die Tilsiter Straße in Heydekrug


Hierarchie


Inhaltsverzeichnis

Die Hauptstraße in Heydekrug
Brücke über den Schieß-Fluß in Heydekrug

Einleitung

Blick auf Heydekrug vom Turm der Evangelischen Kirche

Heydekrug, Kreis Heydekrug, Ostpreußen

Name

Der Ort entstand aus einem Dorfkrug (einer Gaststätte) auf der Heide in der Nähe des später eingemeindeten Ortes Werden. Krüge waren zunächst einfachste Lokale mit oft nur sechs Trinkgefäßen, die zunächst vom Deutschen Orden, später von preußischen Regierungen angelegt wurden. Sie wurden meist von Deutschen betrieben und hatten neben ihrer Funktion als Umschlagsplatz von Waren und Neuigkeiten auch die Aufgabe, die baltische Landbevölkerung mit der deutschen Sprache und Kultur vertrauter zu machen.

Andere Namen und Schreibweisen

Namensdeutungen

  • prußisch "šila, sīla, sylo" = Heide, Heideland, Fichtenwald
  • preußisch-litauisch "šilas" = Heide, sandige Heide, Kiefernwald, aber auch Thymian und Monat September

+ prußisch "karcemo, karczemo, karčemo" (Lehnwort aus dem Polnischen) = Krug, Dorfschenke, Wirtshaus, verbunden mit Viktualienverkauf [9] [10]

Wappen

Das schräglinks geteilte Wappen von Heydekrug (links) hat oben in Grün eine schwarze Elchschaufel,
unten in Silber ein grünes Eichenblatt mit zwei Eicheln.


Das heutige Wappen von Šilutė (rechts) zeigt zwei Segel vor grünem und schwarzen Hintergrund,
darüber einen stilisierten Kurenwimpel und darunter ein Posthorn.


Allgemeine Informationen

Der Landkreis Heydekrug
  • 1919 Marktflecken[11]
  • Lt. Ortsregister Lange[12]:
  • Kreisstadt mit Bahnstation
  • östlich des Ruß-Mündungsdeltas
  • 93 km nordöstl. von Königsberg
  • 1939: 5236 Einwohner
  • Gegründet 1511
  • Hafen am Schieß-Fluß
  • Gut, Sägewerk, Fabriken, Schulen, Sportplatz

Angrenzende Orte

An Heydekrug angrenzende Orte
Im Osten: Werden
Im Süden: Stentzel Starosta
Im Westen: Rupkalwen
Im Norden: Schießgirren

[13]


Politische Einteilung

Kleinischken (ist wahrscheinlich das früher (um 1710) in den Kirchbüchern Werden genannte Kleina Kummetter [14])
war ein alter Siedlungsort und wurde früh zu Heydekrug geschlagen.[15] [16]
1785 gehörte Heydekrug zum Amt Heydekrug[17]
1913 ist Heydekrug mit Barsduhnen, Cynthionischken und Szibben zur Gemeinde Heydekrug vereinigt worden.[18]
Ab 1.5.1939: ist Heydekrug Kreisstadt und Gemeinde mit dem Gut Adlig Heydekrug und den Ortsteilen Schlaszen und Werden.[19]


Kirchliche Zugehörigkeit

Ev. Kirche vor 1945
Ev. Kirche im Jahre 2008

Evangelische Kirche

Heydekrug gehörte bis 1912 zum Kirchspiel Werden, seit 1913 ist Heydekrug Kirchspielort.

Zugehörige Ortschaften

Zum Kirchspiel Heydekrug gehörten 1913 folgende Ortschaften: Bismarck östlicher Teil, Heydekrug Ort u. Gut, Lapallen, Rupkalwen, Szieszgirren, Szlaszen, Trakseden.

Kirchenbücher

Die Kirchenbücher von Heydekrug sind im Original, wenn auch mit Lücken aufgrund von Vandalismus, in Berlin erhalten (Evangelisches Zentralarchiv Berlin).

  • Taufen 1913-1944 mit großen Lücken in den letzten Jahrzehnten
  • Heiraten 1913-1944 mit Lücken
  • Sterbefälle 1913-1944

siehe auch: Ostpreußen/Genealogische Quellen/Kirchbuchbestände Kreis Heydekrug

I n n e n g e s t a l t u n g

Altar (Bild: Knut Stegmann)
Orgel (Bild: Knut Stegmann)


Die Innengestaltung der am 10. November 1926 eingeweihten evangelischen Kirche zu Heydekrug wurde durch Königsberger Künstlers Prof. Dr. Richard Pfeiffer (1878-1962) entworfen und ausgeführt.

Besonders beeindruckend und wohl einzigartig in Deutschland ist das ungefähr 80 Quadratmeter große Fresko im Altarraum, auf dem über 120 Personen dargestellt sind. Bibelgestalten wie Noah, Moses und König David sind dort ebenso anzutreffen wie katholische Heilige, Reformatoren (z.B. Martin Luther) aber auch Dichter wie Simon Dach, Komponisten wie z.B. Johann Sebastian Bach, Geistliche und andere bedeutende Persönlichkeiten der Geschichte.

Quellen:

  • Informationsbroschüre „Ev. Kirche zu Silute (Heydekrug)
  • Schoenborn, Das Überflüssige ist das Allernotwendigste – Richard Pfeiffer und die Fresken in der Kirche zu Heydekrug, in Annaberger Annalen Ausgabe 15/2007 S. 177-246
Pfarrer Fritz Moser in Werden
(Das Foto aus den 1930er Jahren wurde von seiner Enkeltochter Adelheid Raque-Nutall zur Verfügung gestellt.)

Orgel

Zur Orgel der Kirche in Heydekrug, heute Silute, ist hier Interessantes zu finden: [1].


Pfarrer

  • Ludwig Fr. Theodor Eicke, 1913–1943

Pfarrer Theodor Eicke [21] wurde am 22.4.1881 in Königsberg geboren. Dort besuchte er die Schule und absolvierte das Theologiestudium. Seine Pfarrerlaufbahn begann er 1910 in der Gemeinde Neusaß-Sköries, Kr. Heydekrug und heiratete am 28.12.1910 Maria Brandtner aus Schirwindt. Am 1.10.1911 wurde er als zweiter Pfarrer nach Werden versetzt. Als am 1.10.1913 die evangelische Gemeinde Heydekrug gegründet wurde, war er ihr erster Pfarrer. Dort feierte er am 28.3.1935 auch sein 25-jähriges Dienstjubiläum. Am 1.10.1942 versetzte man ihn nach Muldszen, Kr. Gerdauen, von wo er am 20.1.1945 nach Berlin flüchtete. In Berlin-Hermsdorf konnte er bis zu seinem 70. Lebensjahr als Krankenhausseelsorger wirken. Nach seiner Pensionierung am 1.10.1950 starb er dort am 3.1.1955.

  • Fritz Moser, 1928–1945

Pfarrer Fritz Moser war als Seelsorger in Riga, Kinten und Heydekrug-Werden tätig. Der Sohn Erich Moser kam 1935 als Pfarrer nach Wischwill. Dort führte ihm seine Schwester Hildegard den Haushalt. Erich Moser ist am 05.03.1945 bei Guben-Peitz gefallen.

  • Ernst Daudert, 1943–1945



Katholische Kirche

Heydekrug gehörte 1907 zum katholischen Kirchspiel Szibben.

Die katholische Kirche im Ortsteil Szibben ist ein Backsteinbau im neuromanischen Stil,
mit gotischen Elementen. Der Westturm mit spitzen Helm entspricht z.B. ehr dem gotischen Baustil.
Das Gotteshaus wurde 1903 fertiggestellt.
Die Kirche steht im Osten der Stadt in der Nähe der Bahnlinie. Schräg gegenüber befindet sich
auf der anderen Seite der Tilsiter Straße der evangelische Friedhof hinter der Bahn.
Die katholische Kirche ist bis heute erhalten geblieben.
Das Foto ganz rechts wurde im Jahr 2008 aufgenommen.

Kirchenbücher
siehe: Kirchbuchbestände Kreis Heydekrug

Kath. Kirche mit Waisenhaus
Kath. Kirche, 2008

Jüdische Gemeinde

Juden in Heydekrug

Für die jüdische Gemeinde wurde 1857 eine Synagoge mit Badehaus in Russ und 1863 in Heydekrug gebaut und ein Friedhof 1837 in Russ angelegt.
Dieser mußte 1844 aufgegeben und in Heydekrug neu angelegt werden.
Im Kreis Heydekrug lebten nach der Volkszählung 1904: 250 Juden.[22]

Aus einem Vortrag von Ruth Leiserowitz:
...Langsam wuchs die jüdische Gemeinde in Heydekrug, obwohl sie mit der Größe der Gemeinde in Ruß nicht mithalten konnte. 1855 lebten 36 Juden in Heydekrug und 6 in Szibben, im gesamten Kreis 89 jüdische Personen mit preußischer Staatsbürgerschaft. 1880 war diese Zahl auf 332 angewachsen. Für Heydekrug liegen leider keine Zahlen vor. ...
...1863 formierte sich in Heydekrug eine eigene jüdische Gemeinde. Als erster dortige Rabbiner versah Israel Schatz den Dienst an der bescheidenen Synagoge. Synagoge und Friedhof sind nicht erhalten geblieben. ...[23]

  • Eine Liste jüdischer Bewohner des Memellandes finden Sie auf der Seite Juden im Memelland.


Großvaters 80. Geburtstag in Heydekrug

Hanna Sieff stellte dieses Foto ihrer Familie zur Verfügung.
Auf dem Bild ist ihr Vater David Smolianski mit seinem Vater, Stiefmutter und 8 Kinder abgelichtet.
(Vorne) Isaaks Vater neben Isaaks Stiefmutter Fanny.
Hinter ihm seine Schwestern (von links nach rechts) Rachel, Jenny, Anna, Lena und Dora.
Obere Reihe sind die Brüder Julius, Max, Leo und mein Vater David zu sehen, schreibt Hanna zum Foto.
Vielen Dank für die Zusendung des Familienschatzes!

Für die Einsendung von Daten, Fotos, Unterlagen u. Dokumenten sind wir sehr dankbar. Kontakt

Synagoge

In Heydekrug gab es eine Synagoge.
Sie lag an der Sudermannstraße (heute Vytauto gatve).
Die Synagoge wurde nach dem Einmarsch deutscher Truppen (Feb.1939) niedergebrannt.
Es sind keine Spuren mehr vorhanden.

Standort der Synagoge in Heydekrug
Die Synagoge in Heydekrug 1922
Jüdischer Friedhof

Der jüdische Friedhof lag westlich der Eisenbahnstrecke.

Gedenkstein auf dem ehemaligen Jüdischen Friedhof (2014)
Jüdischer Friedhof in Heydekrug dort, wo L L steht, Synagoge siehe Pfeil (zum Vergrößern mehrmals auf die Karte klicken) im MTB 0694 Heydekrug (1910-40)

Der litauische Text auf dem Gedenkstein bedeutet:
Alter Jüdischer Friedhof.
Die Erinnerung der Toten soll heilig sein.

Standesamt

Das Amtsgericht in Heydekrug
Freiwilligenarbeit auf dem Friedhof in Heydekrug

Zugehörige Ortschaften

Zum Standesamt Heydekrug gehörten 1907 folgende Ortschaften:
Barsduhnen, Cynthionischken, Heydekrug, Schlaszen, Szieszgirren.

Standesamtsregister

Die Standesamtsregister von Heydekrug sind fast vollständig verschollen. Im Litauischen Historischen Staatsarchiv in Wilna sollen folgende Register lagern:

  • Geburten: 1939
  • Heiraten: 1939
  • Sterbefälle: 1939


Bewohner


Friedhof

Heydekrug besaß zwei Friedhöfe. Einen mitten in der Stadt und einen an den Gleisen in der Nähe des Bahnhofes. Während der städtische Friedhof lange Zeit verwüstet und abgetragen war, wird der andere Friedhof auch heute noch als Begräbnisstätte genutzt.


Der Friedhof von Heydekrug auf einer eigenen Seite
Der städtische Friedhof von Heydekrug auf einer eigenen Seite
Abschriften der Gedenktafeln in der evangelischen Kirche des I.Weltkrieges auf einer eigenen Seite

Geschichte

Die Geschichte von Heydekrug auf einer eigenen Seite

  • Video bei YouTube [2]

Straßen

Die Straßen in Heydekrug auf einer eigenen Seite


Schulen

Bereits um 1775 gab es in Heydekrug eine Dorf-Schule. Davon zeugt eine Inventarliste,[3] Seite 17, die folgendes aufzählt: 1 Tisch und 1 Bank, beyde ohne Füße. 1 Biblisches-Historien-Buch Litthauisch, 1 Litthauische Bibel. Schreibtafel, Schul-Catalogus und ABC-Tafel fehlen. Unterschrieben hat das Verzeichnis Johann Christoph Szade.

Herderschule

Herderschule

Das Schulgebäude steht in der Herderstraße 2-6.

Schulbilder

Abiturklasse der Herderschule Heydekrug im Jahre 1934. Der Schmuck auf den Reverse-Klappen sind "Alberten", von Verwandten, Freunden, Bekannten und Paten geschenkte goldene Anstecknadeln, die anzeigen, dass der Abiturient nun berechtigt ist, ein Studium an der Albertina-Universität in Königsberg aufzunehmen.

Abitur 1934

  • Die offizielle Liste der Abiturienten 1934 steht in ASCHMANN, Georg Harry: Die Herderschule zu Heydekrug, Salzgitter 1985, S.88:
  • Margarete Auksutat, Lydia Batschansky, Ilse Behl, Johanna Jucewitsch, Martina Killus, Artur Kairies, Helmut Klein, Sigrid Kupffer, Rita Lax, Heinrich Ludszuweit, Siegfried Ludszuweit, Maximilian Müller (nicht auf dem Foto?), Helene Neumann, Horst Oloff, Emil Sziegaud (nicht auf dem Foto?), Benno Winkler.

Anhand der mit den Initialen bestickten Mützen kann man die meisten Personen konkret zuordnen. Da Nikolai Motritsch (laut Aschmann Abiturjahrgang 1932) definitiv zugeordnen werden konnte, ist anzunehmen, dass noch mehrere "Jahrgangsfremde" dabei sind. Nach Durchsuchung zweier Jahrgänge ist die Namenszuordnung aufgrund der Initialenkombination bis auf zwei Fälle eindeutig:

  • Reihe Mitte von links: Benno Winkler, Hausmeister Gustav Fabian, Lehrer Mallon oder Ulrich (?), Helmut Klein, Artur Lautzas (1933) oder Arno Launert (1933), Heinz Maskolus (1933).

Die Verlinkungen sind nicht immer ganz sicher.



Memeler Dampfboot vom 12.03.1935

Heydekrug Abiturientenprüfung an der Herderschule

Am Sonnabend fand an der Herderschule in Heydekrug die Abiturientenprüfung statt. Das Zeugnis der Reife erhielten Eva Dembinsky, Margit Grygat, Gerhard Jotzat, Erna Junker, Maria Klimkeit, Helmuth Kühn, Gerhard Ludszuweit und Hans Schalnat.


Memeler Dampfboot vom 16.03.1930

Ausbau der Herderschule in Heydekrug durch Angliederung einer landwirtschaftlichen Fachschule

Wie uns mitgeteilt wird, ist beabsichtigt, den Lehrgang der Herderschule in Heydekrug durch Angliederung einer landwirtschaftlichen Fachschule für Knaben und Mädchen zu erweitern. Diese Einrichtung soll ebenfalls an einigen höheren Lehranstalten in Preußen bereits von Ostern 1930 an vorgenommen werden. Durch diese Neueinrichtung wird vielen Schülern durch Vervollkommnung in den landwirtschaftlichen Zweigen günstige Gelegenheit geboten – zumal als Sprachen nur die beiden Landessprachen in Frage kommen – sich für den Beruf des Landwirts, Inspektors usw. in zeitgemäßem Sinne vorzubereiten. Diese Anregungen sind von der Landwirtschaftskammer zu Memel geprüft und auch befürwortet worden. Ebenfalls hat die Landwirtschaftskammer zum weiteren Ausbau dieser geplanten landwirtschaftlichen Fachschule tatkräftige Unterstützung zugesagt. Die Einrichtung dieser Fachschule ist so gedacht, dass die künftigen Schüler von Sexta bis Quarta mit den anderen Schülern gemeinsam diese Klassen besuchen und erst von Untertertia ab getrennten Unterricht erhalten. Nach dem erfolgreichen Besuch der Untersekunda der Landwirtschaftsschule erhalten die Schüler das sogenannte Einjährigenzeugnis (Reife für Obersekunda), das auch in Deutschland volle Anerkennung hat. Für den Unterricht an der Fachschule sollen besondere Fachlehrer eingestellt werden. Als neue Lehrfächer kommen hinzu: Biologie, Tierhaltungskunde, Geräte- und landwirtschaftliche Maschinenkunde, Buchführung. Bei Geschichte wird mehr auf praktische Gesetzeskunde, bei Deutsch mehr auf Abfassung von Geschäftsbriefen, Verträgen usw., bei Zeichnen mehr auf Bauzeichnen, bei Geometrie mehr auf Feldmeßkunde gesehen werden. Außerdem werden praktische Arbeiten in Versuchsgärten (Entnahme von Bodenproben, künstliche Düngung, Saatenbehandlung, Gartenanlagen usw.) ausgeführt. Allen Schülern wird Gelegenheit gegeben, Schreibmaschine und Stenographie zu erlernen. Der Unterricht für Mädchen soll in praktischer Hinsicht ungefähr dem Unterricht der bereits im Memelgebiet bestehenden Haushaltungsschulen entsprechen. Durch diese Neueinrichtung wird auch begabten dreizehn- und vierzehnjährigen Volksschülern Gelegenheit gegeben, sich auf einer höheren Schule für einen praktischen Beruf vorzubereiten, zumal Fremdsprachen an der Landwirtschaftsschule fortfallen. Diese Neueinrichtung bedeutet für manchen Schüler, der bisher auf der höheren Lehranstalt der Fremdsprachen wegen nur schwer vorwärts kam, eine bedeutende Erleichterung. Da die Herderschule größtenteils von Kindern der Landbevölkerung besucht wird, ist die geplante Erweiterung oder Einrichtung gerade für die Schüler, die nicht später studieren wollen, von großem Wert. Nähere Auskunft erteilen Herr Dr. Lankisch (Landwirtschaftskammer in Memel) und der Direktor der Herderschule in Heydekrug.

Landfrauenschule

Landwirtschaftliche Haushaltungsschule für Jungbäuerinnen

Landfrauenschule
Schülerinnen um 1930
Flohmarkt in Heydekrug


Verschiedenes

Memeler Dampfboot vom 27.08.1930

Aus Großvaters Zeit Memeler Tagesneuigkeiten vor fünfzig Jahren

Sport und Sportbericht 1880

… Am 1.August 1880 fand in Heydekrug ein Turnfest statt, das in weit über hundert Zeilen im „Memeler Dampfboot“ eingehend beschrieben wird. Wir erfahren, wie die Häuser mit Laubgewinden und Flaggen, mit Sprüchen und Transparenten geschmückt waren, wie Ehrenpforten errichtet wurden und alles sich in der heitersten Stimmung befand, wie Turner von auswärts , teils mit dem Zuge, teils zu Fuß, unter Gesang und Musik eintrafen und wie Empfangsfeierlichkeiten am Bahnhof abgehalten wurden. Wir nehmen Teil an der Einweihung einer Fahne, die weißgekleidete Ehrenjungfrauen überreichten, wobei man vor erwartungsvollen Zuschauern mehrere Reden hielt und Festgedichte aufsagte, und nehmen nicht minder Teil an dem darauffolgenden Mittagsmahl in „Fuhrmanns“ Hotel, bei dem es wiederum an einer Reihe schöner Reden nicht fehlte. Nun gab es einen Festzug durch Heydekrug, Szibben und Werden, mit Fahnen, Blumenspenden von zarter Hand, Gesang und Musik, bis man endlich zum Festplatz gelangte. Vor 9 Uhr morgens hatten die Feierlichkeiten begonnen. Jetzt war es mittlerweile später Nachmittag geworden. Und nun – endlich – wollte man sich dem widmen, was doch, nach heutiger Anschauung, Hauptsinn und Hauptzweck des Festes sein mußte; turnerischen Wettkämpfen. Um dieselbe Zeit aber verlor Petrus, der schon den ganzen Tag ein wenig sauer dreingesehen hatte, die Geduld „und das Naß kam in immer größeren und dichteren Tropfen, zuletzt in Strömen hernieder, so daß alles unter stürmischen Hurrahrufen einem schützenden Obdache zueilte“. Obwohl das einzige, was die Wettkämpfer turnerisch-sportlich geleistet hatten, infolge dieses Unfalles aus ein paar Übungen am Barren und Reck bestand nahm man „wegen der vorgeschrittenen Stunde“ nun die Preisverteilung vor. Um diese Zeit, nachdem man den sportlichen Teil des Festes auf ein Minimum an Zeit abgekürzt hatte, bekam der Himmel ein Einsehen „und man konnte unter den Klängen der Kapelle seinem Frohsinn wieder freien Lauf lassen“. „Man blieb bis zum frühen Morgen und kann so (!) das Fest, trotzdem das Wetter nicht besonders günstig war, als ein durchaus gelungenes betrachten.“

Sport von 1880! Man darf allerdings, um den Großvätern gerecht zu werden, die Dinge nicht nur vom Standpunkte unserer Welt ansehen. Die Turnvereine erblickten damals ihre Aufgabe nicht nur im Turnen, sie wollten auch Geselligkeit, Frohsinn, Frömmigkeit, Vaterlandsliebe und Kaisertreue pflegen, welche verschiedenartigen Dinge sie unter dem Wahlspruch „Frisch! Fromm! Froh! Frei!“ gleichzeitig vereinigen zu können glaubten.

Krankenhaus

Das Kreiskrankenhaus von Heydekrug lag an der Elchstraße [4] (heute: Rusne gatve - bis heute befindet sich in dem gleichen Gebäude das Krankenhaus):

Das Kreiskrankenhaus in Heydekrug
Kreiskrankenhaus Heydekrug 1930er Jahre
Krankenzimmer im Krankenhaus Heydekrug, 1920er Jahre
OP im Krankenhaus Heydekrug, links Dr. Horst Knuth, 1934



Memeler Dampfboot vom 20.05.1931

Heydekrug- Erweiterungsbau der Kreisheilanstalt

In einer der letzten Kreisausschußsitzungen hat sich der Kreisausschuß unter Hinzuziehung der Kreiskrankenkommission zum Erweiterungsbau der Kreisheilanstalt endgültig entschlossen. Aus den vorliegenden Entwürfen wurde derjenige der Architekten Nixdorf und Diplomingenieur Reißmann-Memel zur Ausführung bestimmt. Den Architekten wurde unter Mitwirkung des Kreisbauamtes auch die weitere Durchführung des Projektes und die Leitung des Baues übertragen. Zu der Entscheidung über die vorliegenden Projekte wurde auch Medizinalrat Dr. Kirwitzke –Memel als Sachverständiger hinzugezogen. Die öffentlichen Ausschreibungen zur Vergebung der Ausführung erfolgen im Laufe dieser Woche. Der Beginn der Arbeiten soll dann unverzüglich erfolgen. Mit dem Abbruch und der Verlegung der Seuchenbaracke nach dem alten Park ist bereits begonnen worden. Für die Erweiterung waren hauptsächlich die gegenwärtig sehr unzulänglichen Verhältnisse im alten Bau entscheidend. Dort sind seit langem die Krankenzimmer überbelegt, geeignete Operations-,, Bade- und Behandlungsräume, sowie eine genügend große Küche fehlen. Durch den Neubau werden, außer etwa 50 bis 60 neuen Betten, zwei Operationsräume, zeitgemäße Moorbäder, eine elektro- und hydrotherapeutische Heilbehandlungsstelle, Bäder, Duschen, Tagesräume, Liegeräume usw. geschaffen. Man ist bemüht, mit den in Anbetracht der notwendigen Größe des Erweiterungsbaues geringen Mitteln eine den Anforderungen der Neuzeit entsprechende Anlage zu schaffen, die sobald wie möglich der Öffentlichkeit übergeben werden soll.

Verkehr

  • Eine 16 km lange Kleinbahnstrecke führte seit 1913 von Heydekrug nach Kolleschen.
Die Strecke ist nicht mehr erhalten.
Siehe hierzu: > Artikel Kleinbahn Heydekrug–Kolleschen. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie.,
Kleinbahnhof Heydekrug, Anfang 20. Jhrt.
Der Kleinbahnhof in Heydekrug, 2004
Fahrplan Insterburger Kleinbahn [24]


Hugo-Scheu-Museum

Museum im Gutshaus von Hugo Scheu in der Nähe des ehemaligen Fischmarkts; u.a. persönliche Einrichtung, Reste seiner Trachten- und Möbelsammlung aus Heydekrug und Umgebung.
Anschrift: Lietuvininku g. 4, LT-99185 Silute, Tel. +370-441-62207
Deutschsprachige Führung möglich

Lebenslauf von Hugo Scheu [5]

Die Bilder wurden am 24. Mai 2016 aufgenommen.

F o t o s

Heydekrug
Heydekrug - Partie an der Sziesze
Promenadenweg an der Sziesze in Heydekrug
Der Hafen von Heydekrug
Überschwemmung in Heydekrug
Schollengang auf der Sziesze
Briefkopf Torfstreufabrik Heydekrug


Karten

Heydekrug auf der Schroetterkarte (1796-1802) 1:50 000
© Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz
Schroetter Karte 1802, Maßstab 1: 160000


Heydekrug im Preußischen Urmesstischblatt 1860
© Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz
Heydekrug und Umgebung im Preußischen Urmesstischblatt 1860
© Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz


Heydekrug im Messtischblatt 0694 Heydekrug, 0695 Gaidellen (1910-1940)
mit den Gemeindegrenzen von 1938
© Bundesamt für Kartographie und Geodäsie
Stadtplan Heydekrug
Katasterkarte
Hugo-Scheu-Museum
Katasterkarte
Hugo-Scheu-Museum



Heydekrug 2010

Die ev. Kirche in Heydekrug (Bild: Walter Keck)
Das Pfarrhaus in Heydekrug (Bild: Walter Keck)


Die ev. Kirche in Heydekrug (Walter Keck)
Kirchenportal der ev. Kirche zu Heydekrug


Feuerwehrhaus in Heydekrug, erbaut 1911
Der ehemalige Marktplatz in Heydekrug (Bild: Walter Keck)



Weitere genealogische Quellen

Internetlinks

Zufallsfunde

Heydekrug, Rodelausflug auf der Sziesze
Abschied von Heydekrug, 1972
Heydekrug, Geschäftsleute?
Wer kennt die Leute?
Der mit dem Pfeil ist Max Jacomeit


Daten aus dem genealogischen Ortsverzeichnis

GOV-Kennung HEYRUGKO05RI
Name
Typ
  • Wohnplatz (- 1941-09-26)
  • Stadt (1941-09-27 -) Quelle
Postleitzahl
  • LT-5730 (2004)
w-Nummer
  • 66131
externe Kennung
  • geonames:594656
  • nima:-2619111
Karte
   

TK25: 694

Zugehörigkeit
Übergeordnete Objekte

Werden (1907) ( Kirchspiel ) Quelle S. 90/91

Heydekrug, Šilutė ( Landgemeinde Gemeinde Stadt ) Quelle

Szibben (Hl. Kreuz), Heydekrug, Heydekrug (Hl. Kreuz), Žibai, Šilutė (1907) ( Pfarrei ) Quelle S. 90/91

Untergeordnete Objekte
Name Typ GOV-Kennung Zeitraum
Heydekrug Kirche object_169344


Quellen

  1. Werden Taufenbuch 1710-1728
  2. Dietrich Lange: Geographisches Ortsregister Ostpreußen einschließlich des Memelgebietes, des Soldauer Gebietes und des Reg.-Bez. Westpreußen (1919-1939)
  3. Generalhufenschoß 1719-1766, Schulzenamt Memel, Hubenzahl 1719, Buch Nr. 3, Staatliches Archivlager, Göttingen, 1962
  4. Sembritzki, Johannes u. Bittens, Arthur: Geschichte des Kreises Heydekrug, Memel 1920
  5. Schroetterkarte (1796-1802), Maßstab 1:50 000
  6. Schroetterkarte (1802), Maßstab 1:160000
  7. GOV: http://gov.genealogy.net/
  8. GOV: http://gov.genealogy.net/
  9. Klussis, Mikkels: Deutsch-Prußisches Grundwörterbuch, Institut Européen des Minorités Ethniques Dispersées mit Unterstützung des deutsch-prußischen Vereins Tolkemita, Vilnius 1999
  10. Kurschat, Alexander: Litauisch-Deutsches Wörterbuch, Vandenhoeck & Ruprecht, 1968
  11. Sembritzki, Johannes u. Bittens, Arthur: Geschichte des Kreises Heydekrug, Memel 1920
  12. Dietrich Lange: Geographisches Ortsregister Ostpreußen einschließlich des Memelgebietes, des Soldauer Gebietes und des Reg.-Bez. Westpreußen (1919-1939)
  13. Generalhufenschoß 1719-1766, Schulzenamt Memel, Hubenzahl 1719, Buch Nr. 3, Staatliches Archivlager, Göttingen, 1962
  14. Überlegungen Martinas Pareigis
  15. Sembritzki, Johannes u. Bittens, Arthur: Geschichte des Kreises Heydekrug, Memel 1920
  16. Dietrich Lange: Geographisches Ortsregister Ostpreußen einschließlich des Memelgebietes, des Soldauer Gebietes und des Reg.-Bez. Westpreußen (1919-1939)
  17. Sembritzki, Johannes u. Bittens, Arthur: Geschichte des Kreises Heydekrug, Memel 1920
  18. Sembritzki, Johannes u. Bittens, Arthur: Geschichte des Kreises Heydekrug, Memel 1920
  19. Amtsblatt Gumbinnen 1939: Neugliederung der Gemeinden und Gutsbezirke im ehemaligen Memelland ab 1. Mai 1939, S. 64ff,
    http://www.memelland-adm.de/Archiv/13 Verwaltungsbezirke/index.htm
  20. Dietrich Lange: Geographisches Ortsregister Ostpreußen einschließlich des Memelgebietes, des Soldauer Gebietes und des Reg.-Bez. Westpreußen (1919-1939)
  21. MD 1964, Nr. 4, S. 46
  22. http://www.memelland-adm.de/heydekrug.html
  23. http://www.judeninostpreussen.de/upload/pdf/memel.pdf
  24. aus dem Heydekruger Kreisblatt Nr. 17, vom 29.02.1916
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