Haus Weitmar (Weitmar)

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Inhaltsverzeichnis

Lage

Einleitung

1481 wurde Wennemar von Brüggeney gen. Hasenkamp vom Abt zu Werden mit dem Hof zu Weitmar und dem Holzgericht im Gericht Bochum belehnt, welche er von den von Galen erworben hatte. 1544 erfolgte eine Teilung des Gutes, die zum Übergang eines Teilgutes an die von Eickel führte. Der Besitz konnte 1629 durch Johann von Brüggeney zu Haus Stockum aber wieder vereinigt werden. Johann war verheiratet mit Engel Elisabeth von Münchhausen, deren Vater das Halberstädter Lehen Stapelburg erworben hatte. 1679 wurden das Gut Enckhuysen im Gericht Zevenaer, um 1700 das Gut Martfeld bei Schwelm erworben. 1753 heiratete Anna von Brüggeney den Johann Wilhelm von Bottlenberg, so dass auf diese Weise die Papiere des 1770 in Konkurs geratenen Gutes nach Scheppen gelangten. 1774 war das Gut im Besitz der von Vaerst, die es 1780 an die von der Berswordt-Wallrabe verkauften.

Früherwähnung

  • ca. 1000 „Uuedmeri"; 11. Jhdt. „Uuetmere"; 1153 „Wetmare"; ca. 1150 „Weitmere"; 1027 „Wetmare"
  • KI. Werden hatte hier ca. 1000 Besitz.

Lehnsherr

  • Kloster Werden

Lehen

  • Abt Gerold (1031 - 50) verlieh den großen Hof (curtis) Edelfrau (nobilis) Adelheid als Leihgabe auf Lebenszeit zur Nutznießung.

Namensverbreitung

  • 14. Jhdt. Kalandbruderschaft: Item domini Henrici Luttelnau, später: Item Rykarde, uxoris Johannis Luttelnauz, später Item Engellyne Luttelnau, später Item Johannes Luttelnauz.

Familie von Lüttelnau

  • 14. Jhdt. Johann von Lüttelnau zu Haus Heck (Werden) Verwandter des Gerlach von Lüttelnau auf Haus Heven oo Karde N., Kinder:
  • Grete von Lüttelnau (1391) oo 1391 Johann von Kückelsheim
  • Dietrich Luttelnau (1391)

Familie von Kückelsheim

Johann von Kückelsheim (+1421), Amtmann von Werden und Hattingen 1391oo Grete von Lüttelnau (1391)

Lehnswechsel an die Familie von Uhlenbrock

1421 Werdener Lehen Hof Weitmar an Wilhelm von Uhlenbrock zu Haus Öfte (Werden)

Lehnswechsel an die Familie von Galen

  • Johann von Galen übergab den Hof seinem Sohn Heinrich von Galen (1481).

Abtretung an Hasenkamp

  • 15. Jhdt. Kalandbruderschaft: Item Wenemer Hasenkamp (1481 ?)
    • 1481 trat Heinrich von Galen (1481) sein Lehnrecht ab an Wennemar Brüggeney gt. van Hasenkamp, Amtmann zu Bochum (1462 – 87), (Bruder des Heinrich, 1464+). Dieser hatte schon vorher mit Ausbau des Hofes Weitmar zur Errichtung eines Rittersitzes begonnen. Danach verlegte er seinen Wohnsitz nach Weitmar. Das alte Stammhaus seiner Familie auf der Flur Hasenkamp in Stiepel wurde 1464 als „dat wöste hus thoe dem hasenkampe“ bezeichnet.

Familie von Hasenkamp

Wennemar Hasenkamp oo Christine geb. von Aldenbockum (22. 03.1469) zu Haus Wiesche, Kinder:

  • Wessel Hasenkamp

Belehnungen

  • 13.10.1509 Belehnung: Wessel Hasenkamp (V: Wennemar Hasenkamp)
  • 26.11.1544 Belehnung: Wessel Hasenkamp (V: Wessel Hasenkamp)
    • Tochter Christine Hasenkamp (V: Wessel Hasenkamp) oo Heinrich von Eickel von Haus Vörde (Castrop)
      • 1577 Belehnung: des Schwiegersohns Heinrich von Eickel
  • 1559 Belehnung: Johann Hasenkamp (V: Wessel Hasenkamp)
    • Es war um 1592, als die von Hasenkamp sich ein neues Haus zu Weitmar erbauten.
  • 1594 Belehnung: Brüder Wessel und Johann Hasenkamp (V: Johann Hasenkamp)
  • 1616 Belehnung: dessen Johann Hasenkamp zu Haus Stockum (V: Johann Hasenkamp)oo Engel Elisabeth von Münchhausen
  • 1667 Belehnung: dessen Johann Hasenkamp (V: Johann Hasenkamp)
  • 1667 Belehnung: Johann Georg, Domscholaster in Paderborn (+08.02.1716), (V: Johann Hasenkamp) Johann Georg ist im Dom in Paderborn beigesetzt, sein Grabmal mit dem Brüggeney-Hasenkampschen Wappen (drei Querbalken) ist noch heute vorhanden.
    • 1707 Übertragung des Lehnrechtes an Weitmar an seinem Neffen Johann Werner
    • 1756 Zwangsverkauf einiger Güter Duisburger Intelligenz Zettel Nr. XXX
    • 1762 Hasenkampscher Konkurs.[1] Nach dem 1. April 1762 verkauf von Mobilien und Besttalien (!) des Hauses Weitmar. ebd. Nr. XVII.
      • Mit den unverheirateten Söhnen des Johann Werner starb das Geschlecht Hasenkamp auf Weitmar aus. Im Jahre 1764 starb der letzte Hasenkamp.
    • 30.03.1764 Verkauf der letzten Möbilien aus und auf dem Haus Weitmar. [2]
    • 05.06.1764 Taxierung des Hauses Weitmar auf 8200 Rthlr. Verkaufsterminsetzung für das Haus und alle nachfolgend bezeichnete Stücke am 1. August, 2 November und den letzten auf den 2 Februar 1765. Duisburger Intelligenzzettel ff. und Gebote des ersten Termins [3] sowie des zweiten über 13000 Rthlr. [4]
    • 18.08.1767 Zwangsverpachtung einiger letzten Ländereien der Konkursmasse.[5], 20.12.1768 [6]

Katholische Kapelle

Die Hasenkamps erbauten noch im Jahre 1748 eine katholische Kapelle, sie wurde nach Erbauung der katholischen Kirche als Stallung benutzt und zeigt über den Eingang das Hasenkamp- und von Erdensche Wappen.

Familie von Eickel zu Weitmar

Im 16. Jahrhundert waren neben denen von Hasenkamp auch die von Eickel auf dem Gut ansässig. Nun teilten sich zwei Familien in der Gerechtigkeit, denn 1577 erfolgte die Belehnung: des Schwiegersohns Heinrich von Eickel mit Weitmar.

Heinrich von Eickel oo Christine Hasenkamp (V: Wessel Hasenkamp), Kinder:

  • Tigges von Eickel (+ 1627) wohnte auf Weitmar
  • Bruder Dietrich von Eickel wohnte auf Weitmar
    • Dessen Witwe einigte sich am 02.06.1650 mit Johann von Hasenkamp, daß sie gegen Zahlung von 300 Rtl. an sie und 2.125 holländische Taler an ihre Kinder auf Haus Weitmar verzichtete.

Luth. Hauskapelle zu Weitmar

Die Kapelle auf Haus Weitmar wurde nach 1534 für die Lutheraner benutzt, die Familie von Eickel wandte sich der neuen Lehre zu, während die Hasenkamps katholisch blieben. Pastor Hackmann - von 1572 bis 1614 Pastor - war der erste lutherische Pfarrer in Weitmar. Bezeichnenderweise heiratete er ein Fräulein von Hasenkamp.

  • Carl Petersen: Die Feier des dritten Jubelfestes der Reformation in der evangelischen Gemeinde zu Weitmar im Jahr 1817. Digitalisat der ULB Münster

Familie van Vaerst

Das Schloß ging in die Hände der von Vaerst über. Von Vaerst kaufte sich von der Lehnsträgerschaft frei und wurde Eigentümer.

Familie von Berswordt-Wallrabe

Um 1780 schon erstand Friedrich Wilhelm von Berswordt-Wallrabe (1745 - 1814) Haus Weitmar.

Durch seine Heirat mit Philippe von Syberg vereinigte dessen Enkel Friedrich (1804 - 1880) es mit der Wasserburg Kemnade.

Im Jahre 1880 ging Haus Weitmar dann in den Besitz des Kammerherrn Ludwig von Berswordt-Wallrabe über, Sohn des Majors Wilhelm von Berswordt-Wallrabe in Wetzlar.

Archivalien

  • Stadtarchiv Bochum, Haus Weitmar: Das Archiv wurde während eines Bombenangriffs 1943 vernichtet.
    • Kleiner Restbestand von 29 Urkunden, 50 Akten (15.-19. Jhdt.), darin Familiensachen; Wirtschaftsführung.
  • Archiv Merlsheim zu Nieheim, darin der Hauptbestand des Hauses Weitmar, der Urkundenbestand ist in die Teile Weitmar, Stockum und Stapelburg aufgegliedert worden, die Akten bilden einen einzigen Bestand.
    • Urkunden A Weitmar: 140 Urkunden (1383-1764); 282 Akten (15.-18. Jhdt.)
      • Urkunden A: Familien Munckenbeck bzw. Munckert, von Brüggeney gen. Hasenkamp, von Galen, von Eickel; Zehnt zu Havkenscheidt, Gut zu Bergen; Kollation der Kirche zu Weitmar., Akten: Haus Weitmar (Gerechtsame, Verwaltung, Höfe)
        • Findbücher P 115/9-115/12

Bibliografie

  • Bau- u. Kunstdenkmäler. Stadtkreis Bochum.
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