Haus Velen

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Hierarchie: Regional > Bundesrepublik Deutschland > Nordrhein-Westfalen > Regierungsbezirk Münster > Kreis Borken > Velen > Haus Velen

Blick von Osten auf die Hauptanlage mit der Kapelle und den beiden Eckpavillons, deren klassizistische Turmhauben zwischenzeitlich durch Viereckhelme abgelöst wurden. Namhafte Baumeister, Ambrosius von Oelde, J.C. Schlaun, Ferdinand Lipper, waren an den Um- und Ausbauten der Anlage beteiligt, als letzter August Reinking Anf. des 19, Jhdts.

Inhaltsverzeichnis

Lage 19. Jhdt.

Früherwähnung

Name

10. Jhdt. „Uelie"; ca. 1050 „Felin"; 1090 „Velon"; 1028 „silva, que prae magnitudine sui Vele nuncupatur"; 13. Jhdt.; ca. 1260 „Vielen"

Kirche

1245 „Hermannus sacerdos de Velen";

Grundherrschaft

  • 10. Jhdt. Kloster Werden hatte hier Besitz
  • ca. 1050 Kloster Freckenhorst hatte hier Besitz

Hansegrafschaft

ca. 1260 Velen gehörte zur Hansegrafschaft Borken

Familienname

1221 „Herman de Velen;

Wappen "von Velen", (Quelle: Max von Spießen)

Einleitung

Der Stammsitz der Edelherren von Velen ist das Schloss Velen. Sie gehören mit den im 13. Jahrhundert in enger Nachbarschaft lebenden Familien der Edelherren Bermetvelde (oder Barnsfeld), Bitter, Döring und Werence einer gemeinsamen Wappengruppe an, welche drei links schreitende rote Vögel im goldenen Schild zeigt, allerdings bei der Velener Linie mit fußgestümmelten Füßen. Dies Wappen findet sich teilweise in dieser Zeit ebenfall im Siegel der benachbarten Grafen von Lohn und in Siegeln einzelner Familienmitglieder der ebenfalls zu den Edelherren zählenden Familie von Gemen wieder.

Namensgebungsprozess

Im 12. und 13. Jahrhundert waren auch bei Adelsfamilien mit Streubesitz an Adelsgütern deren Namensgebung noch nicht gefestigt. Je nach Urkundsort oder zeitweiliger Sitznutzung konnte der Bezugsnahme wechselnd dem Vornamen angeklebt werden.

So erschein ein Herman Werence im Raum Borken erstmalig 1217 mit seinem Vater Bernard Werence und 1220 mit Frau und Sohn. Er müsster demnach ein Alter von etwa 35 Jahren erreicht haben, und sein Sohn mindestens 14 Jahre und minderjährig gewesen sein.

Siegel 1264 des Konrad von Velen
Quelle: Westfälische_Siegel
Siegel 1315 des Simon von Velen
Quelle: Westfälische_Siegel
Siegel 1372 des Hermann von Velen
Quelle: Westfälische_Siegel

Besiegelung

Das ältest Velener Siegel von 1264 stammt von Conrad von Velen und zeigt drei geschachte schrägrechte Balken, ein gleiches Siegel führt 1315 Simon von Velen, Sohn Hermanns, der sich in der Urkunde "von Bermentvelde" nennt. Erst ab 1372 sind die mit den Werencisch/Bermentveldischen Vögeln im Schild versehenen Siegel nachweisbar, welche dann später auch im Wappen bei notwendigen Aufschwörungen erscheinen.

Herman Werence dictus von Velen

Nun ist nachvollziehbar, wenn Herman Werence 1221 auch als Herman "de Velen" erscheint. Um 1230 / 1234 ist Herman Werence verheiratet mit einer Tochter Gerhards von Lon, so werden Herman van Lohn, der Sohn des Sweder von Ringenberg, so wie Werner von Heiden und Herman von Münster in Urkunden als seine Schwäger bezeignet.

  • Hermann Werence (1217 /1234), Edler v. Velen (1221), Officialis zu Reken, Stifter von 10 Maltern aus einem Zehnten zu Wulfen  N. v. Lon, (E: Gerhard Graf von Lon. oo N. von Bredevoort), Kinder:
    • Gerhard dictus Werence gt. de Lon (1263 / 85) oo Adelheid von Herlaer
    • Conrad „miles nobilis de Velen" (1230, 1260 /71), cosanguines v. Heinr. v. Borculo zu Aalten oo Bea von Metelen (1245), (V: Bernhard)
      • 1271 übertrug der Münstersche Bischof Gerh. dem Kapitel des alten Doms den vom Edlen Konrad von Velen resignierten Zehnten von einem Hof in 0ttmarsbocholt.
    • Ritter Bernhard Werence de Lon (1244 / 68), Official zu Reken, Dapifer (1262)
    • Ritter Adolf Werence v. Döringhof (1256-1281) 1.oo Parmenele v. Gemen zu Döring (V: Engelbert)
    • Ritter Svederich I. Werence /de Ridhen (1244 / 66) zu Angelmodde, u. Burgmann i. Dülmen, Herr i. Reken (1262)
    • Johan Werence Domschatzmeister, Archidiakon von Vreden (1250 / 63) Domdechant (1263 / 1266), Archidiakon von Billerbeck

Sohn Bernhard

  • Ritter Bernhard Werence de Lon (1244 / 68) von Velen (1260), Official zu Reken, Dapifer (1262) oo N.N., Kinder:
    • Ritter Theodoricus von Velen (1260)
    • Johannes (1260)
    • Bernardus von Velen (1260)
    • Ritter Herman v. Bermentvelde dictus Werence (1265 / 1289), Officialis d. Bf. v. MS, nennt Heinr. v. Borculo „unsern Vetter“
    • Svetherus Werence
    • Gerhardus Werence

Sohn Hermann v. Bermentvelde dictus Werence

Bei diesem Familienzweig verfestigte sich der Stammsitzname „von Velen“:

  • Ritter Herman v. Bermentvelde dictus Werence (1265 / 1289), Officialis d. Bf. v. MS, nennt Heinr. v. Borculo „unsern Vetter“ oo Kunigunde v. Gemen (1265) dictus v. Raesfeld (V: Simon oo Sophie -„marito filie mei Conegundis“-), Kinder:
    • Conrad von Velen
    • Simon von Velen (1315)
    • Ludolf von Velen
    • Bernhard von Velen
    • Matthias von Velen
    • Kunigunde von Velen
    • Herman von Velen

Obere und untere Burg Velen

Hermann III. von Velen überlebte seinen Sohn Symon und schloss, da er sich zum zweiten Male vermählt hatte, mit Hermann und Conrad, den Söhnen seines Sohnes Symon, einen Vertrag im Jahre 1367, aus welchem hervorgeht, dass es schon damals eine obere und eine untere Burg oder Vorburg in Velen gab, von denen er letztere sich und seinen Kindern zweiter Ehe vorbehielt.

Auseinandersetzungen mit Münster

Hermann IV., Symon's Sohn, geriet in eine Fehde mit Florenz von Wevelinghoven, Bischof von Münster. Schon sein Vater oder Grossvater hatte, angeblich über einen Zoll bei Coesfeld, mit dem münsterischen Bischofe Ludwig von Hessen (regierte von 1310-1357) eine Fehde geführt, welche keinen günstigen Ausgang für das Velen'sche Geschlecht hatte. Nocallh ungünstiger aber endete die Fehde Hermanns IV., indem er sich genötigt sah, seine odiale Burg Velen dem Bischofe von Münster zum offenen Hause zu machen und zu Lehn aufzutragen. Von daan ist Velen ein fürstlich Münsterisches Lehn geblieben, und die Unterordnung der Herren von Velen unter die Landeshoheit der Fürstbischöfe zum vollen Abschlusse gelangt.

Denn ursprünglich waren die Edelherren aus dem Stamm Bitter/Werence freie Besitzer ihrer Haupthöfe, und insofern nur dem Kaiser und dem Reich untergeben

Haupthof Velen

Die Familie von Velen gründeten auf ihrem Haupthofe eine Pfarre und bauten eine Kirche; sie errichteten eine feste Burg und gründeten das Dorf auf dem Bezirk ihres Haupthofes. Ihnen stand das Richteramt als Marken- und Hofesrichter zu. Die Eingesessenen des Dorfes waren zunächst diesem Hofgericht unterworfen. Für das Dorfe errichteten die Herren von Velen einen eigenen Gerichtsbezirk unter dem Namen Freiheit Velen oder freie Herrlichkeit Velen, deren Richter durch die Herren von Velen eingesetzt wurden und in ihrem Namen Recht sprachen. Die Freiheit Velen war auch ein Freistuhl des Freigerichtes mit einen eigenen Freigrafen, welcher von den Herren von Velen als Herren des Freistuhls besetzt wurde, da sie einen Teil der grossen Freigrafschaft auf dem Braem besaßen. Auch aus dem Goding, dem Gerichte des Gografen, erscheinen die Einwohner der Herrlichkeit Velen eximirt, da sie dem Glockenschlage des Gografen nicht zu folgen brauchten. Diese Ausbildung der Freiheit Velen als eines besonderen Gerichtsbezirks war schon vollendet, als die Herren von Velen dem Fürstbischofe von Münster lehnsrührig wurden.

Sie erhielten von nun an mit der Burg zu Velen auch die Gerichtsbarkeit, so wie verschiedene andere Gerechtsame, als münstersches Lehen.

Weitere Erbfolgen

  • Herman IV von Velen oo Effamige NN, Kinder:
    • Herman V, Velen

Sohn Hermann

Herman V. von Velen erneuerte 1409 den Vertrag mit dem Fürstbischof von Münster.

  • Herman V, von Velen oo Wibbeke von Bermetvelde, Kinder:
    • Bernd von Velen, vermählt mit Sophia von Ulft, ward 1426 belehnt.

Sohn Bernd

Bernd von Velen wurde 1426 belehnt

  • Bernd von Velen oo Sophia von Ulft, Kinder:
    • Herman VI. von Velen

Sohn Hermann

Herman VI. von Velen war 1458 belehnt

  • Herman VI. von Velen oo Elsebe von der Ruer, Kinder:
    • Herman VII, von Velen

Sohn Hermann

  • Herman VII, von Velen oo Adelheid von Sconenfeld genaamd Graesdorp, Kinder:
    • Hermann VIII. von Velen (fiel 1521 in der Schlacht bei Hasselt);

Sohn Hermann

09.06.1516 Vor Egbart Hoyffken, Richter zu Gronlloe von wegen des Herzogs Karl von Geldern und Jülich, sagt auf Verlangen Hermans van Velen, Drosts des Landes Zutphen, Ailbert to Westen anders benompt Koirte Ailbert, Bürger in Gronlloe, aus, daß der Ritt gegen Feinde aus Legtenfoirt nach seinem Wissen allein auf Befehl der herzogl. Befehlshaber daselbst geschehen sei und nicht auf Befehl des Junkers Frederick tot Bronckhorst ind Boirklo. Z: Egbairt Duyrkoyp, Thomas van Diepenbroick.

Sohn Hermann

Da die einzige Schwester seiner Mutter Margarethe, Agnes v. und zu Raesfeld , mit Lubbert von Heiden zu Hagenbeck, verheiratet war, kinderlos starb, und ein Prozess, den die Wittwe des letzten Herrn von Raesfeld gegen Hermann von Velen führte, günstig für diesen entschieden wurde, so gelangte der Sohn Hermann IX.von Velen in den Besitz der Raesfeldischen Güter.

  • Hermann IX. von Velen (* 01.10.1516, + 1584) , Kaiserlicher Geheimer Rat, Fürstlich Münsterischer Hofmarschall und Statthalter, Droste zu Rheine, Bevergern und im Emsland, oo Maria von Morrien zu Nordkirchen, Kinder:
    • Hermann X. (1581-1609) von Velen, Erbe zu Velen
    • Alex von Velen, Erbe zu Raesfeld
      • Alex von Velen zu Raesfeld wurde Stifter der später in den Reichsgrafenstand erhobenen Linie des Velenschen Geschlechts zu Raesfeld, welche im Anfange des 18. Jahrhunderts erloschen ist.

Sohn Hermann

  • Hermann X. von Velen (1581-1609, +30.01.1611) oo Margarethe von der Horst, Kinder:
    • Diederich von Velen (1591-1657)

Sohn Diederich

Am 02.12.1629 kaufte der Drost Dietrich von Velen von Friedrich von Schwarzenberg das Lehngut Papenburg samt Zubehör für 1.500,- Reichstaler, um in dem vom Moor (Fehn) umgebenen Gebiet eine Fehnkolonie zu errichten. Am 04.04.1630 erhielt Dietrich von Velen vom Fürstbischof zu Münster die Herrlichkeit, das „merum et mixtum imperium“ in Papenburg zu Lehn.

  • Diederich von Velen (1591-1657) oo Sophie von Wendt zu Holtfeld, Kinder:
    • Hermann Matthias von Velen (*24.06.1632, +1681)

Sohn Hermann Matthias

Sohn Christoph Alexander

  • Christoph Alexander von Velen (*1664, +1725) 1.oo Dorothen Appollonia von Schenking zu Bueren und Ringelstein, fünf Söhn, darunter:
    • Hermann Anton von Velen (*1698), Erbe zu Velen
  • Christoph Alexander von Velen (*1664, +1725) 2.oo Erbtochter Maria Adriana Kath. von Hochkirch zu Neuenburg, kinderlos

Sohn Hermann Anton

Familie von Landsberg-Velen

Schwiegersohn Clemens August

  • Clemens August Reichsfreiherr von Landsberg, Herrn zu Erwitte, Broich, Völlinghausen, Wocklum, Mellen, Langenholthausen und Eisborn oo1756 Anna Theresia Franciska Maria von Velen (*01.07.1735)

Familien-Fideikommiss

Hermann Anton von Velen hatte zu Gunsten der Nachkommen seiner Tochter seine sämmthchen Güter zu einem Familien-Fideikommiss verbunden mit der Bedingung, dass seine Nachfolger den Namen und das Wappen des Velenschen Geschlechts fortführen sollten. Die Vereinigung der Namen und Wappen wurde durch Reichs-Vicariats-Diplom vom 13. Juni 1792 fur den einzigen Sohn des Reichsfreiherrn Clemens August von Landsberg und der Freiin Anna Theresia von Velen bestätigt, und es wurde dieser, Paul Joseph, der erste Reichsfreiherr von Landsberg-Velen und führte als solcher im quadrierten Schild im ersten und vierten Felde das Landsbergsche Wappen (auf goldenem Schilde ein roter Querbalken mit silbernem Gatter und Helm mit goldenen Palmenzweigen, zwischen denen ein Fuchs aufspringt ) und im zweiten und dritten Felde das Velensche Wappen, worüber rechts der Landsbergsche, links der Velensche Helm erscheinen.

Sohn Paul Joseph

  • Paul Joseph von Landsberg-Velen oo Gräfin Theresia von Wolff-Metternich zur Gracht , Kinder:
    • Johann Ignatz Franz (01.12.1788.

Veränderungen

Paul Joseph von Landsberg-Velen erwarb von seinem Lehnsvetter, dem Reichsfreiherrn Alois von Boineburg, genannt Boemelberg, die reichsunmittelbare Herrschaft Gemen nebst der Herrlichkeit Raesfeld. Bei der Erbhuldigung vom 15. October 1840 ward diese Herrschaft zu einer Standesherrschaft mit Viril-Stimme im Stande der Fürsten und Herren der Westfälischen Provinzialstände und der Reichsfreiherr Johann Ignatz Franz in den Grafenstand erhoben, für sich und diejenigen Descendenten, welche in den alleinigen Besitz des väterlichen Grundeigenthums gelangen.

Graf Johann Ignatz Franz von Landsberg-Velen vereinigte durch eine unterm 30.07.1859 Allerhöchst bestätigte zusätzliche Fideikommiss-Urkunde vom 15.12.1858 die Standesherrschaft Gemen und die Herrschaft Raesfeld mit dem Velenschen Fideikommiss und es wurde durch Allerhöchstes Diplom festgesetzt, dass der jedesmalige Inhaber dieses Fideicommisses und Standesherr zu Gemen den Namen Graf von Landsberg-Velen und Gemen und das in der Weise vereinigte Wappen zu führen habe, dass das Landsberg- Velensche Wappen als Herzschild geführt wird auf einem quadrirten Schilde, dessen erstes und viertes Feld das Gemen'sche Wappen (ein rother Querbalken mit drei silbernen Pfählen auf goldenem Schilde mit einem Helme mit geschlossenen: schwarzen Adlerfluge, worauf goldene Herzen sich befinden) das zweite und dritte das Raesfeld'sche Wappen zeigt (einen blauen Querbalken im goldenen Felde, wiederholt auf den offenen goldenen Fluchten des Helmes), während das ganze Wappen zwei Löwen als Wappenhalter hat.

Schlossgebäude

Das Schloss Velen hat nach manchen Zeistörungen seine Gestalt in den Hauptumrissen unter Hermann IX. von Velen erhalten, welcher auch die nächste Umgebung wesentlich umgestaltete, indem er nach der Westseite einen Wald ausroden und zu Acker machen liess, während er nach Süden einen Wald anlegte, der später als Thiergarten benutzt und danach zu den weitläufigen Parkanlagen gezogen wurde. Das Schloss ist umgeben von Wasser und bildet ein Hauptgebäude, dessen vordere dem Dorfe zugewendete Front nach Osten gerichtet ist, in welcher Richtung auf beiden Seiten ein Flügel sich an das mittlere Gebäude anschliesst, während nach der Westseite dem Park zugewendet auf jeder Ecke ein viereckiger Turm mit rundem Kuppeldach steht.

Der nördliche Flügel schliesst mit einem grossen viereckigen Turm, in welchem die alte, von Diederich von Velen und Sophia von Wendt umgestaltete Burgkapelle sich befindet. Um die Mitte des 18. Jahrhunderts liess der letzte Herr von Velen diesen Turn: mit einem Glockenspiel von drei Octaven Glocken in verschiedener Grösse im Gesammtgewicht von circa 4.300 Pfund verzieren, welches jede Stunde die Bewohner des Schlosses und der Umgegend mit dem bekannten Liede: „Freut euch des Lebens" an den weisen Gebrauch der flüchtigen Zeit erinnert. Um dieselbe Zeit erhielt der nördliche Flügel auch einen Anbau.

Die Vorgebäude sind durch einen Zwischenraum von etwa 30 Fuss getrennt und wenn man in diesen Zwischenraum tritt, sieht man nach Norden wie nach Süden in eine grossartige Allee, welche von einem Ende der Herrschaft Velen bis zum andern reicht. Der Königliche wirkliche Geheime Rat und Standesherr Graf Johann Ignatz Franz von Landsberg-Velen, vermählt mit der Gräfin Louise von Westerholt Gysenberg, hat dem Schloss und seiner Umgebung eine ganz neue Einrichtung gegeben, indem er die Vorgebäude neu gestalten liess und den schon von seinem Vater begonnenen inneren Umbau des Schlosses vollendete. Unter Leitung des Archi-tekten Major a. D. Reinking zierte er das Schloss mit einem von mächtigen dorischen Säulen gebildeten Porticus, der in ein von vier ionischen Säulen getragenes Vestibül führt. Warend von dort zur Rechten und zur Linken die Treppenhäuser zu den Wohnräumen führen, stösst an die dem Portikus gegenüber befindliche Seite ein grossartiger Saal, dessen durchbrochene mit reichen Rosetten verzierte Kuppel von zwölf korinthischen Mummsäulen getragen wird. Vorn Saal führt eine Treppe und Brücke in den Park, der unter Leitung des verstorbenen Hofgärtners Weyhe im englischen Stil angelegt und etwa 200 Magdeburger Morgen gross ist.

Vor 1860 ist auch die Pfarrkirche von Grund aus im reinsten gotischen Stil vom Grafen Johann Jgnatz Franz von Landsberg-Velen und Gemen neu gebaut.

Literatur

  • Inventare der nichtstaatlichen Archive des Kreises Borken, bearb. v. L. Schmitz, Münster 1901 (INA 1,2), S. 79-128 und S. 146-155.
  • Glasmeier,H.: Archivfahrten kreuz und quer durch Westfalen. Landsbergsches Gesamtarchiv in Velen, in: Westfälisches Adelsblatt 1 (1924), S. 57-73.
  • Glasmeier,H.: Archivfahrten kreuz und quer durch Westfalen. 17 Die Archive Uhlenbrock und Saengerhoff im Landsbergschen Gesamtarchiv zu Velen, in: Westfälisches Adelsblatt 3 (1926), S. 223-244.
  • Klapheck, Richard: Die Schlossbauten zu Raesfeld und Honstorff und die Herrensitze des 17. Jahrhunderts der Maastal-Backstein-Architektur. 1922. Darin: Genealogie Velen
  • Kohl, W. (Bearb.): Rheinische Urkunden aus dem Gräflich Landsbergischen Archiv, 1962.
  • Quellen zur Militärgeschichte der Frühen Neuzeit aus dem Archiv Landsberg-Velen (Findbuch), bearb. v. M Wolf, Münster 1995 (Veröffentlichungen der Staatl. Archive des Landes Nordrhein-Westfalen Reihe F Nr. 9).
  • Graf von Landsberg-Velen,F.: Geschichte der Herrschaft Gemen, ihrer Herren und deren Geschlechter, Münster 1884.
  • Borkener Stadtgeschichte, Borken 1926, S. 146 ff.
  • Westfälisches Adelsblatt, 4. Jahrg. 1927, S. 310 ff.
  • Landsberg. Vierteljahrsschrift für den Landsbergischen Familienverband. Jahrgänge 1-15 (1923-1937).
  • Bruch,R. vom: Die Rittersitze des Emslandes, Münster 1962, S. 17-24 (Papenburg, Altenkamp, Ahlen), S. 46-48 (Dankern).
  • Schwieters,J.: Geschichtliche Nachrichten über den westlichen Teil des Kreises Lüdinghausen, Münster 1891, S. 416-433 (Botzlar).
  • Herberhold,F.: Die adeligen Häuser von Erwitte, von Landsberg und von Droste, in: 1100 Jahre Erwitte, Erwitte 1936.
  • Hömberg,A. K.: Geschichtliche Nachrichten über Adelssitze und Rittergüter im Herzogtum Westfalen, Heft 11 Münster 1975, S. 13-22 (Eisborn), S. 64-86 (Wocklum).
  • Hömberg,A. K.: Geschichtliche Nachrichten über Adelssitze und Rittergüter im Herzogtum Westfalen, Heft 14 Münster 1977, S. 73-88 (Erwitte).
  • Hömberg,A. K.: Geschichtliche Nachrichten über Adelssitze und Rittergüter im Herzogtum Westfalen, Heft 19 Münster 1979, S. 68-79 (Sängerhof).
  • Bremer,J.: Das kurkölnische Amt Liedberg (...), 1930.
  • Führer,A.: Geschichte der Saline Gottesgabe bei Rheine, 1924.

Literatur-Suche

Archiv

  • Staatsarchiv Münster, Depositum Landsberg-Velen, Bestand Velen
    • Umfang: 770 Urkunden (1266-1904); Akten (16.-20. Jhdt.)
      • Darin: Familie von Velen; Gutsverwaltung, zentrale Renteiverwaltung (Rechnungsbücher 1520-1830); Patrimonialgericht der Freiheit Velen; Kirchen- und Armensachen. —Nachlaß Friedrich Ludolf Graf von Landsberg-Velen (hauptsächlich Malteser-Orden); Nachlaß Max Graf von Landsberg-Velen (Westfälischer Bauernverein, agrartechnische Fragen; Errichtung der Landwirtschaftskammer, Landwirtschaftlicher Kreisverein Borken; Arbeiterkolonie Maria-Veen; Eisenbahnbau).
        • Findbücher StA Münster: A 450 Ve I und II Bde. 1-4
        • Findbücher WAA: P 102/36-37, 102/58-61
        • Eigentümer 2004: Maximilian Dietrich Graf von Landsberg-Velen und Gemen

Weblinks

Genealogische Webseiten

Historische Webseiten


Wappen_NRW_Kreis_Recklinghausen.png

Provinz Westfalen: Landtagsfähige Rittergüter im Kreis Borken

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