Haus Sickenbeck

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Hierarchie Regional > Bundesrepublik Deutschland > Nordrhein-Westfalen > Regierungsbezirk Münster > Kreis Recklinghausen > Herten > Haus Sickenbeck

Nicht durch Siegel bestätigtes Wappen aus dem Wappenbuch des westfälischen Adels

Inhaltsverzeichnis

Haus Sickenbeck

Lage

Anlage

Ursprünglich wohl ein spiekerartiger Wohnturm, umgeben mit einem Wall und Graben, welcher aus der "Sickenbecke" oder dem hohen Grundwasserspiegel gespeist wurde. Um 1400 heist es: die Burg auf dem "oversten berge to der Zyckenbecke" (wohl Neubau auf dem alten Turmhügel).

  • 1,5 km westlich der Ortsmitte fand man bei späteren Grabungen eine Erd-Wallburg aus dem 10./11. Jh bei dem 1300 urkundlich genannten Haus Sienbeck.

Name

  • Sickenbeck (Familienname)
    • Bedeutung: Sickenbeck enthält, wie Sickingmühle das mhd. Stammwort „sicke“ => niedrige, morastige Niederung an einer Becke oder am Quellgebiet eines Baches.

Wappen

Zu dem Wappen heißt es bei Spießen:

  • Wappen: Quergeteilt, oben drei rechtsschreitende Vögel nebeneinander, unten drei Rosen (in der Anordnung 2:1). Auf dem Helm ein Schirmbrett mit vier Hörnern besteckt, die oben mit Federbüschen verziert sind.
    • Quelle: Archiv des Stiftes Flaesheim, 1360 noch blühend. (Im Flaesheimer Bestand war eine Urkunde mit dem Siegel nicht auffindbar.)
      • Mögliche Grundlagen: Der untere Teil des wohl eher konstuierten Wappens mit den drei Rosen könnte dem Wappen der Familie "von Herten" entstammen, währen der obere Teil mit den drei rechtsschreitenden Merlen einem Wappen des des Hauses Beck entnommen sein könnte.

Mittelalterliche Siegel

Freistuhl

Ein Freistuhl (1406) befand sich bei Haus Sienbeck. Die Stuhlherrschaft stand den Herren von Sienbeck bis 1360 zu als Besitzern der halben Freigrafschaft im Vest Recklinghausen.

Erste Erwähnungen

  • Bernhardus Crampe van der Syckenbeke (1280/99) oo Jutta N., Kinder:
    • Bernhardus miles dictus Crampe de Sickenbeke (1299)
    • Weszelus dictus Crampe de Sickenbeke (1299)
    • Domherr „Domino Johanni de Sickenbeke“ gt. Crampe (1295)

In einer Urkunde aus dem Jahre 1280 tritt Bernhardus dictus Crampe de Sickenbeke auf, aber „et quila sigillum proprium non habemus“ (ohne eigenes Siegel) und bittet daher die Urkunde mit dem Siegel der Burgmänner zu Rechede zu siegeln, zu deren Kollegium er selbst gehörte.

Sein Bruder ist der Domherr „Domino Johanni de Sickenbeke“ gt. Crampe welcher zuerst am 05.02.1295 erwähnt wird.

Im Jahre 1299 fand zwischen den Brüdern Bernhardus miles dictus Crampe de Sickenbeke, et Weszelus, suus frater, dictus Crampe eine Erbteilung statt, nach der Bernhard nach dem Tode domini Johannis, ipsorum fratris, cononici Monasteriensis, die Hufe bei Börste zu Recklinghausen erhalten sollte,

Der Bruder Wessel Crampe erhält das Gut Loe in Waltrop und nennt cich auch Wessel Crampe von Loe zum Loe.

Erbwechsel

  • Bernhardus II. dictus Sickenbeke, Kinder:
    • Everhardus dictus Sickenbeke (1290)
    • Bernhardus dictus Sickenbeke (1290, Siegel 1334) oo Alheyde N.
    • Theodoricus dictus Syckenbeke (?)
      • Stiefbruder Diederichs 1335 Godekinus vom Loe zum Loe
      • Stiefbruder Diederichs 1335 Alexander vom Loe zum Loe gt. Mahlmann

Erbwechsel

  • Theodoricus dictus Syckenbeke (Siegel 1334) oo Conegundis (1341 Wwe.), Kinder:
    • Bernhardus (1334)
    • Gertrudis (1334) von Sienbeck oo um 1320 Knappe Rutger von der Horst zu Haus Horst
    • Katharina (1334)
      • Stiefsohn Diederichs: Heinrich von Loe zum Loe (außerehelich, Mutter:Gattin des Gottfied von Loe zu Loe)

1334 übertragen Theodoricus et Conegundis dictus Syckenbeke und ihre Kinder, Kinder Bernhardus, Gertrudis und Katharina ihr Gut Scaphusen im Kspl. Waltrop dem Kloster Flaesheim übertragen. Ihre Blutsverwandten Godegriedus de Lo senioris und Alexander dictus Mailmann siegeln mi.

Am 28.01.1335 trägt Theodoricus dictus Syckenbeke seine Burg Syckenbeke der Kölner Kirche als Offenhaus auf und erhält diese zu Lehen zurück nebst 6 Mark jährlich aus der Grut zu Recklinghausen.

Erbwechsel

  • Knappe Bernhardus dictus Syckenbeke (1351, Siegel 1361), Inhaber der halben Freigrafschaft im Vest Recklinghausen oo Alheyde N., Kinder:
    • Kunigunde de Syckenbeke
    • Alferne de Syckenbeke

1351 trägt Bernhardus dictus Syckenbeke, wie 1335 sein Vater, seine Burg Syckenbeke der Kölner Kirche als Offenhaus auf und erhält diese zu Lehen zurück und wiederholt die Übertragung 1361.

  • 1372 Bernd von der Sickenbeyke (Haus Sickenbeck zu Herten) verpfändet dem Sander von Galen die 72 Scharen, die er in der Recklinghauser Mark hat, für 20 alte goldene Schild, auf 5 Jahre.

Teilhaber der Freigrafschaft im Vest

1363 wurden Rutger von der Horst, Dietrich von (Vlerike zu) Lüttinghoff, Burghard Stecke und Sander von Galen, alle Verwandte des Bernhard von Syckenbeke, gleichzeitig vom Grafen von der Mark die vestische Freigrafschaft übertragen, welche sie drei Jahre zuvor Bernd von Sickenbeck abgekauft hatten. Das Vogteigut Ebbelinch blieb davon ausgenommen.

Besitzwechsel

Familie von Galen zu Sienbeck

  • 1431 Sander von Galen, Sanders Sohn, verkauft dem Hermann Dücker für 10 rhein. Gulden sechs Scheffel Frucht aus dem Gut Friedrichs v.d. Leyten zu Breckinchusen (Wattenscheid).

Erbwechsel

  • Johann von Galen zu Sienbeck, + n. 1430, oo Hille, Kinder:
    • Johann von Galen gt. Schouse (1409) oo Cunnegund (Conne), T. v. Diederichs v. Swansbel
    • Diederich von Galen oo (1430/1489) Jolande, T.von Wessel van den Loe
    • Walburg von Galen

Erbwechsel

  • 1435 Vergleich zwischen Johann von Galen, Sanders Sohn, und Johann von Galen des genannten Johanns Sohn (der Alte) eines, und Johann von Galen seeligen Wessels Sohn andernteils, betreffend die Sigenbeke.
  • 1435 Joh. von Galen Wessels Sohn verkauft dem Sander von Galen die Hälfte von dem Gute Deyterinch in der Bauerschaft Suderwich und die Hälfte des Gutes de Straet in der Bauerschaft Hocheler.
  • 1435 Sander von Galen vergünstiget den Wiederkauf vorstehender Güter. Nebst 3 Urkunden von 1336 betr. denselben Verkauf.
  • 1440 Diederich von Galen vergünstigt Johann von Galen den Wiederkauf der drei vorgen. Güter.
  • 1437 Johann Huge vergünstigt dem Johann von Galen (Johanns des alten Sohn), und Diederich und Johann von Galen, seinen Söhnen, die Ablöse einer Jahrrente.
  • 1449 Johann von Galen Wessels Sohn und Gertrud seine Gattin verkaufen dem Sander von Galen die Hälfte des Guts Deyterdinck gelegen in der Bauerschaft Suderwick, wovon die andere Hälfte dem Sander gehört, nebst ihren Berechtigungen an verschiedenen andern Gütern, so sie kurz vorher verpfändet hatten.

Teilverkauf Haus Sienbeck

  • 1489 Bekenntnis der Jolant von Loe, dass sie und ihr Gatte Diederich von Galen den Ehegatten Diederich Stecke und Elseke von Galen) ihr Teil u. Recht an der Sigenbecke verkauft haben.
  • 1490 Hermann von Westerholt (zu Haus Westerholt) verzichtet für sich und Bernd, seinen Vater, auf alle Ansprüche an der Sigenbecke, (womit er 1485 belehnt worden war).

Reichskammergericht

  • 1603 klagte Philipp von Pöppinghausen zu Dortmund zunächst vor dem Richter zu Recklinghausen, dann 1605 vor dem Hofrat zu Bonn und schließlich 1609 vor dem Reichskammergericht zu Wetzlar gegen Wilhelm von Nesselrode zu Herten, Herr zum Stein, auf Duldung der Zwangsvollstreckung in das Gut Sienbeck auf Grund eines Darlehens von 600 Talern von Helmich Dobbe zu Vogelsang, wofür das Gut zum Unterpfand stehe.
    • Quelle: Staatsarchiv Münster, Reichskammergericht, Akten 3990.

Archiv

  • Bestand Haus Herten im Archiv von Nesselrode, Schloß Herrnstein, 53809 Ruppichteroth

Zufallsfunde

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