Haus Dorneburg (Eickel)

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Inhaltsverzeichnis

Lage

Archiv

  • Bei dem Brand des Haupthauses wurde 1844 wahrscheinlich auch das reichhaltige Archiv der Dorneburg vernichtet. Genaue Nachrichten darüber gibt es nicht, aber seither ist es verschollen. Einzelne Archivalien sind im Stadtarchiv Herne zu finden.

Rekonstruktion

Gerne würden wir die fehlenden Informationen aus dem verschollenen Hausarchiv durch Informationen aus anderen Archivalien ersetzen. Dazu benötigen wir Ihre Mithilfe. Wir bitten Sie an dieser Stelle, Ihre in anderen Quellen gefundenen Informationen unter dem unten eingerichteten Abschnitt „Zufallsfunde“ mit der Quellenangabe einzutragen.

Vorkommen „von Dorneburg“

1243 wird ein Conrad von Dorneburg erstmalig erwähnt.

1354 Erhält Conrad van der Darneburgh (Dorneburg) von „Henczens hus to der Santvort“ (Hof in Eickel) den Zehnten und 12 Pfennig aus dem „hove to Holsterhusen“ durch den Grafen Johann von Cleve als Mannlehen. Auch als Dienstmann des Grafen von der Mark wird Conradus de Dorenburg in dieser Zeit als Zeuge im Zusammenhang mit den Rittern von Strünkede urkundlich erwähnt.

Die Teilungsurkunde der Söhne Heinrichs von Eickel von 1375 wird von Konrad von Dorneburg als Zeuge besiegelt.

  • 14. Jhdt. Kalandbruderschaft: Item Conradi de Dorneborgh, später Item Hinrici van der Dorneborgh

Besitzer

Wessel von Brüggeney oo Anna von Loe (T. Johanns vom Loe zu Holte, Drost zu Bochum oo Elisabeth von Kleve).

Erbwechsel Dorneburg-Loe

  • Johan von Loe (zu Strevelsloe in Marl) oo Elisabeth von Brüggenay, Erbin zu Doornenburg, Kinder:
    • Johan von Loe, Erbe zu Strevelsloe (Marl) oo Margr. Grave zu Hasselt
    • Godeken von Loe, Deutsch Ordens Ritter Comtur in Marienfeld
    • Walter von Loe, Erbe zu zu Doornenburg (1536)
    • Johanna von Loe, Stiftsdame zu St. Maria i. Cap. Köln

Erbfolge Haus Dorneburg

  • Walter von Loe und Dorneburg oo Maria von Delwick, Kinder:
    • Heinrich von Loe oo Brigida von Bilderbeck
    • Walter von Loe oo Norica von Knippenburg zu Knippenburg
    • Margret von Loe Äbtissin zu Neuss
    • Anna von Loe, Stiftsdame in Köln
    • Gertrud von Loe oo Diethrich von Leite zu Laer.
  • 1525 April 4: Wolter van der Loe bekundet, dass ihn der Junker Jorryen Graf van Lymborch, Herr zu Styrom, mit dem Hofe zu Holsterhusen (Holsterhausen) und dem Gute in den Bysen im Amt Bochum zu Mannlehnsrecht belehnt habe. Zeugen: Gosen in der Steynkulen und Jorryen Wytkensteyn. - op synt Ambrosius dach. Ausf. (Perg. dt., beschädigtes Siegel des Ausstellers anhängend.)
  • 12.05. 1525 Belehnung des Walter von Loe und Goswin in der Steinkuhle (auf Haus Steinkuhle) mit dem mit dem "guet geheyten Bredenscheid" bei Wiemelshausen.

von Loe zu Sodingen u. Knippenburg

Wolter bekam bei der Erbteilung als jüngerer Bruder den alten Rittersitz Sodingen im Kirchspiel Herne zugeteilt, war aber im Vest Recklinghausen ansässig und zählte sowohl zur märkischen als auch zur vestischen Ritterschaft.

Erbfolge zu Altknippenburg

  • Walter von Loe zu Dorneburg (1550/75) oo 1542 Norica von Knippenburg zu Knippenburg, Kinder:
    • Sohn Heinrich von Loe zur Knippenburg (1551)
    • Walter von Loe zur Knippenburg (1551), Nacherbe (1587) oo Maria von Bodelschwingh
    • Diederich von Loe oo Helena von Heyden zu Broich
    • Bruno v. Loe, D.O. Ritter
    • Anna von Loe I.oo Rotger von Overlaker, II.oo Joh. v. Palant
    • Elis. v. Loe, Stiftsdame zu Gerresheim

Erbteilung

18.10.1552 Bericht des Christoffer vam Loe, Amtmann zu Bochum, Ingeseten vam Adell des Ampts Boickum sampt des Gerichts Castrop mit Anzeigunge oerer Wonungen:

  • Henrich und Wolter van Loe hebben ge(erb)deilt, und is Henrichen als dem aldesten de Dorneberch gefallen und Wolter ein alt Ritter-Anzedel im Ampt Boickum und Kerspell Herne, Soingen genoempt, toegedeilt, und wowail hie in dat Vest Reckelinckhuisen (Haus Knippenburg) gehylickt, hefft hie sich jedoch van wegen des anzedels Soingen und andern synen alterlichen im Ampt Boickum und Furstendumb Cleve gelegenen gudern als ein inlendischer jegen mynen gnädigen Herrn und die luyde, als Symon van der Borch, Gysenberg und andere, to halden erbaden.
  • Hynrich van Loe thor Dorneburch oo oo Brigida von Bilderbeck, Kinder:
    • Margarete von Loe (1560 Wwe.) oo Bernhard von Overlaken zu Haus Goldschmieding
    • Melchior von Loe zu Doornenburg oo Ida von der Recke

Vierhaushof

Der Vierhaushof war im 16. Jahrhundert Eigentum der Familie von Aldenbockum zur Wiesche und wurde 1562 von Johann von Aldenbockum an Melchior von Loe auf Haus Dorneburg in Eickel verkauft (Symann, Wanner Urk. Buch Nr. 78). Als Eigenleute wird Frau Ide mit ihren Kindern genannt. 1664 gehörte der Hof der Familie von Palandt.

Erbfolge Haus Dorneburg

  • Melchior von Loe zu Doornenburg (1577) oo Ida von der Recke (1577) , Kinder:
    • Diederich von Loe oo 1585 Mettel von Loe zu Loe (zu Marl, Base Diederichs)(1577)
    • Melchior von Loe, Deutsch Ordens Ritter(1577)
    • Henrich von Loe, + in Ungarn
    • Maria von Loe oo Christoph von Winckelhaus

Der Burg- oder Hausgraben wird 1579 erstmals urkundlich erwähnt.

Erbfolge Haus Dorneburg und Haus Loe

  • Diederich von Loe (1625) oo 1585 Erbtochter Mettel von Loe zu Loe (1625) (Base Diederichs), Kinder:
    • Johann von Loe, Rittmeister oo Ehevertrag 1622 Maria Brempt
    • Johann Wilhelm, + 1654,
    • Jobst Melchior von Loe zu Dorneburg) (1625)

Erbwechsel

1640 klagt Bernhard Maerl zu Dülmen vor dem Richter zu Castrop, 1654 vor dem Hofgericht zu Kleve und 1664 vor dem Reichskammergericht in Wetzlar, gegen Kath. Marg. von Boenen, Wwe. des Joh. Dietr. von Loe zu Dorneburg, auf Zahlung von 485 Talern nebst Zinsen für Warenlieferungen.

Patronatsrecht zu Eickel

  • 1643 Wahrung des Patronatsrechte der Häuser Dalhausen, Nosthausen, Dorneburg und Gosewinkel bei der Vergabe des lutherischen Pastorates zu Eickel durch den kurpfälzischen Residenten Dr. Wittgenstein.
Grabplatte der Judith von Loe zum Loe (+ 03.08.1723).

Erbwechsel

  • Christoph von Loe oo N.N., Kinder:
    • Elisabeth Klara von Loe zu Dorneburg

1669 gelangte Haus Dorneburg durch Heirat der letzten Erbtochter Elisabeth Klara von Loe zu Dorneburg (Tochter Christophs)(1656) mit Conrad von Strünkede in dessen Besitz. Nach dem Tod der ersten Frau am 27.02.1683 endete die Linie derer von Loe zu Dorneburg. 1688 heiratete Conrad bald darauf die Freiin und spätere Gräfin Sophie von Schwerin, mit der er zehn Kinder hatte. Ihr Grabmal aus Baumberger Sandstein und reichlichen Wappenschmuck steht heute am falschen Platz, dem Märkischen Museum in Witten.

Conrad von Strünkede war 1666 als Amtmann zu Bochum vereidigt worden und wird als solcher bis 1692 erwähnt (+ 1708), Kinder:

  • Conrad von Strünkede
  • Carl von Strünkede

1666-97 Ritterzettel, Präsentlisten zum Landtag: von Strünckede zu Dorneburg,

Herrlichkeit Dorneburg

Conrad verstand es, nach dem Verlust seines Landbesitzes am Niederrhein sich dafür vom brandenburgischen Kurfürsten durch "Lehnbrief über die Herrlichkeit Dorneburg" vom 06.03.1690 die "Civil-Kriminal-Jurisdiktion" sowohl über seinen Burgbezirk als auch über Bickern, Eickel, Holsternhausen, Röhlinghausen und die Riemker Mark zu sichern. Bis etwa 1850 erinnerte der Schandpfahl auf dem Eickeler Markt noch an die alte Gerichtsstätte. Durch geschicktes Taktieren gelang es Conrad, 1717 auch Gut Gosewinkel in den Dorneburger Besitz einzugliedern.

Erbwechsel

  • 1742 Ludwig von Strünkede zur Dorneburg wird mit der Herrschaft Strünkede belehnt. oo Charlotte Henriette Freifrau von Quadt zu Wickradt

Erbwechsel

  • 1752 Conrad Ludwig von Strünkede zur Dorneburg, Ludwigs Sohn, wird mit der Herrschaft Strünkede belehnt
  • Haus Dorneburg geriet 1765 in Konkurs. Zur Konkursmasse gehörte u.a. das " adelige Haus Dorneburg nebst Wällen, Graben, Gärten, Baumhof, Jagd, Fischerei, Taubenflucht und sonstige Freiheiten ".

Rechte des Hauses Dorneburg

Markenrecht in der Riemker Mark

Durch die Vielzahl der zum Haus Dorneburg zählenden Eigenbehörigenhöfe, welche selber Markenrechte in der Riemker Mark und Cranger Heide besaßen, gehörte Haus Dorneburg zu größten Erbexen (Adelige mit Markenrecht) der Mark. Im Allodialbesitz von Haus Dorneburg befand sich im 18. Jahrhundert auch das Amt des Marken- und Holzrichters der Riemker Mark und im Bereich der eigenen Hofesaat. Das Markenrichteramt war im 14. Jht noch im Besitz der Familie von Eickel gewesen.

Konkurserwerb

Aus dem Konkursmasse erwarb der Danziger Hauptmann von Kuschinsky die Dorneburg. Anfang des 19. Jahrhunderts erbte die Familie "von Untzer" die Anlage. Nach einem Brand 1844 wurde das Haupthaus und die Ökonomie mit Mühle als klassizistische Bauten unter Wiederverwendung des barocken Portals von Haus Gosewinkel neu errichtet.

Industrieverkauf

1866 ging der Besitz an den Landwirt Heinrich Riemann, der ihn später an die Hibernia AG verkaufte.

Landtagsfähigkeit

Mit dem Verkauf erlosch 1868 endgültig die bis dahin seit Jahrhunderten bestehende Landtagsfähigkeit des Gutes Dorneburg wegen Zerstückelung.

Abriss

Bis zu seiner Zerstörung durch Bomben 1942/43 war der ehemalige Adelssitz zeitweise Gaststätte, Gefangenlager und Wohnhaus. Die Ruine wurde 1951/55 abgetragen.

Zufallsfunde

Auch in anderen Archivalien und Aufschreibungen können Informationen zu diesem Thema gefunden, werden. Diese Funde nennt man Zufallsfunde. Solche Funde sind für andere Heimat- und Familienforscher häufig die einzige Möglichkeit, über tote Punkte in der Forschung hinweg zu kommen. Auf der folgenden Seite können Sie Zufallsfunde mit Quellenangabe zu diesem Thema eintragen oder finden.

Private Informationsquellen- und Suchhilfeangebote

Auf der nachfolgenden Seite können sich private Heimat- Familienforscher eintragen, die zu diesem Thema Forschungen betreiben und/oder die bereit sind, anderen Heimat- und Familienforschern Informationen, Nachschau oder auch Scans bzw. Kopien passend zu diesem Thema anbieten. Nachfragen sind ausschliesslich an den entsprechenden Forscher zu richten.


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