Haus Dülmen

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Haus Dülmen, Lage im Umfeld : Le Coq, Topogr. Karte -Westfalen (1805)

Inhaltsverzeichnis

Haus Dülmen

Um 1115 von Bischof Burghard errichtete Landesfeste, gelegen an an einer alten Völkerstraße zwischen dem Rheinland und Sachsen. Sie war als Grenzfestung mit Frontstellung gegen das benachbarte Territorium Mark und später bischöfliches Amtshaus. Diese Feste wurde zwar 1121 durch den Herzog Lothar von Supplinburg zerstört, aber gleich danach wieder aufgebaut. 1535 war Johann von Leyden, Anführer der Wiedertäufer zu Münster, mit seinen Genossen hier für ein halbes Jahr gefangen. Ab 1709 wurden Wälle und Gräben eingeebnet und ab 1777 mit dem Abbruch der Mauern und des Burgfrieds begonnen, das Amtshaus des Drosten verschwand gleich mit.

Katholische Eigenkirche

Die Burg war wohl bei der Gründung mit einer Kapelle als Eigenkirche versehen worden, welche dem hlg. Mauritius geweiht war. Bei ihrem Neubau 1231 wurden der Kapelle eingeschränkte Pfarrechte durch die Mutterkirche verliehen.

1450 wurde in der Kapelle Graf Walram von Mörs zum Bischof von Münster gewählt, Anlaß zur Münsterschen Stiftsfede (1450 -1457).

Mühlengerechtigkeit

Zum Haus gehörte die am Mühlenbach gelegene Großenteichsmühle, welche Zwangsmühle für die umliegenden bischöflichen Eigenbehörigen war.

Burgmannskollegium

Die Burgmänner hatten Präsenzpflicht an ihren Burgmannssitzen am Burgplatz und auf der Vorburg. Die Burglehen der Burgmänner bestanden aus weiteren Lehen aus Bauerngütern, Ländereien oder Renten. Erst im ausgehenden Mittelalter konnten sich die Burgmänner in Friedenszeiten von ihren Reisigen (Knappen, Soldaten) vetreten lassen. Sie bildeten eine mit besonderen Rechten ausgestattete Gilde. Sie siegelten gemeinsam mit ihrem Burgmannssiegel.

Die Dienstleute der Burgmänner wohnten auf der Vorburg, welche, wie auch die Hauptburg, durch Wall, Graben und Zugbrücke gesichert war. Die Vorburg wurde auch Unterplatz oder Freiheit genannt, da die hier wohnenden Dienstleute von bestimmten Leistungen an den Landesherrn befreit waren.

Droste / Amtmann

An der Spitze des Burgmannkollegiums stand der Droste des Amtes Dülmen. Er wurde unterstützt durch den Amtsrentmeister. 1532 wurde auf Haus Dülmen der Münstersche Landtag abgehalten.

Drosten

  • 1316 erhielt Bernhard Bitter zu Ostendorf unter anderem erneut die Belehnung mit dem Drostenamt zu Haltern, Dülmen und an anderen Orten, wie es bereits vorher der Fall gewesen war.

Rentmeister

  • 1598 Georg von Asbeck, Rentmeister des Amtes Dülmen.

Burgmänner

Die Lehnsregister der Bischöfe von Münster weisen vor 1379 folgende Burgmänner aus:

  1. Berthold, Edelherr von Büren, Burgmann zu Dülmen
  2. Alhard von Weddern zu Weddern gt. Bockehase, Burgmann zu Dülmen
  3. Ritter Hermann von Merveldt und Sohn Bernhard, Inhaber der Freigrafschaft Merfeld., Burgmann zu Dülmen
  4. Henrich Droste-Vischering (ursprünglich von Wulfhem), Burgmann zu Dülmen
  5. lbert Blome (Sohn Bernhards, des Bernhards -1306- Sohn), Burgmann zu Dülmen
  6. Wessel von Lembeck (seit 1331 zu Sythen, vorher nicht zu Lembeck), Burgmann zu Dülmen
  7. Knappe Cesarius von Rorup (1339/1373), Johanns Sohn, Burgmann zu Dülmen
  8. Heinrich von Thorne (1378 +), Sohn Eilhards, Burgmann zu Dülmen
  9. Caesarius von Schedelich gt. Rost, Sohn Johanns (1391) Ehefrau Elzeke, Sohn Hinrich und dessen Ehefrau Elzeke, Burgmann zu Dülmen
  10. Johan Schedelich (1346), Bruder von Johann, Marcillius, und Alheydis dicti de Schedelike, Burgmann zu Dülmen
  11. Gottfried Schenke (1322/25, 1379 +), hatte den Haupthof Nienheim (Niemen) bei Haltern, Burgmann zu Dülmen
  12. Heinrich von Stenbeck (1373), Burgmann zu Dülmen
  13. Johan von Empte (1365 Drost im Emsland) ), Burgmann zu Dülmen
  14. Knappe Dietrich von Emte (1328), ältester Sohn Johanns, Burgmann zu Dülmen
  15. Dietrich von Hagenbeck zu Havixbeck (1364), Burgmann zu Dülmen
  16. Johann de Brune, Burgmann zu Dülmen
  17. Hugo von Broke (folgt Heinrich von Stenbeck), Burgmann zu Dülmen
  18. Gerhard Abbat , Burgmann zu Dülmen
  19. Gerlach von Wüllen, junior, Burgmann zu Dülmen
  20. Gerhard Schule, Burgmann zu Dülmen
  21. Dietrich und Arnold Bösensell, Burgmänner zu Dülmen
  22. Dieterich von Hagenbeck, Burgmann zu Dülmen
  23. Heinrich von Stenbeck, gefolgt von Hugo von Broke, Burgmann zu Dülmen
  24. Gottfried Schenke, Burgmann zu Dülmen
  25. Gerhard Schule, Burgmann zu Dülmen
  26. Heinrich Schenke, Burgmann zu Dülmen

Verschiebungen

1473 Der vorher den Rittern v. Keppel gehörige Burgmannssitz zu Hausdülmen kam durch Kauf an Rotger von Besten und seine Ehefrau Adelheid von Schonefeld genannt von Grastorp. Nach dem Tode Rotgers heiratete die Witwe Hermann von Velen. Ihr Sohn aus erster Ehe, Joest von Besten, verzichtete 1491 auf seine Rechte. Seit diesem Zeitpunkt ist der Besitz ein Zubehör des Hauses Velen.

Burglehen

21.06.1568 Joan Gf. von Hoya, Bischof von Münster, belehnt Johan von Raesfeldt zu Ostendorf (Adolfs Sohn) mit einem Burglehen auf Haus Dülmen, wie es Jost van Wullen, Bernhards Sohn zu Lehen trug, neben Dietrich Hund.

Fremdbesitz

  • 1305 wurde die Burg durch von dem Grafen von der Mark erobert und mehrere Jahre besetzt gehalten.
  • 27.09.1310 Gf. Otto von Kleve löste die Burg Dülmen vom Ritter Sobbe von Altena ab, zu Gunsten des Bischofs von Münster, welcher die Burg an ihn verpfändete.
  • 1347-1391 war Haus Dülmen im Besitz von Adolf von Batenhorst.
  • 1410 wurde die Landesburg wiederum vom Bischof versetzt.
  • Im Verlauf der Münsterschen Stiftsfede wurde die Burg 1451 durch den Grafen von Horn besetzt, welcher diese dann dem Herzog von Kleve überwies.
  • 1589 kam die Burg in die Gewalt der Spanier, welche bei ihrem Abzug alles in Brand steckten.
  • 1634 griff Graf von Fürstenberg die Burg an und nahm den Kommandanten als Gefangenen mit sich.
  • Im 7jährigen Krieg besetzten Fanzosen und Allliierte abwechselnd die Festung.


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