Handelsgärtner

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Handelsgärtnerei mit Gewächshaus
Quelle: Neuer Orbis pictus für die Jugend (1833))

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Im 18. Jahrhundert verstand man unter einem Gärtner den Betreiber oder Besitzer eines Gartens und unterscheidet weiterhin

  • 1) Zehrgärtner als Aufseher eines Magazins der Eßwaaren an den Höfen
  • 2) Gärtner in einigen Orten auf den Dörfern zur Unterscheidung von anderen Häuslern als diejenigen Hintersassen, welche keinen Acker, wohl aber ein Stück Garten haben, von dessen Ertrag sie sich nähren.
  • 3) Gärtner als Fachmann für den Gartenbau und der einen Garten betreibt. Daher dann der
    • Baum- oder Obstgärtner
    • Blumengärtner
    • Kunst- und Handelsgärtner
    • Lustgärtner
    • Kohlgärtner
    • Hofgärtner u. s. f.
    • Gärtner, welche die bildende Gartenkunst ausüben, nennen sich zuweilen Landschaftsgärtner, Gartenarchitekten, Garteningenieure, Gartenkünstler
    • Gärtner die für eigne Rechnung zum Verkauf produzieren, heißen Handelsgärtner, auch Kunst- und Handelsgärtner. [1]

Handelsgärtnerei

Der Handelsgärtner betreibt Gartenbau, welcher die gärtnerische Tätigkeit in ihrem ganzen Umfang beschreibt und vielfach Berührungspunkte mit der Land- und Forstwirtschaft zeigt.

Die Handelsgärtnerei ist in diesem Rahmen ein verhältnismäßiger Kleinbetrieb, welcher die intensivste Bearbeitung des Bodens mit Handgeräten (Spatenkultur), durch die große Mannigfaltigkeit der kultivierten Pflanzen, die teilweise unter künstlichem Schutze (Gewächshäusern) herangezogen oder in letzterem dauernd erhalten werden müssen, sowie durch die oft vorwiegende Berücksichtigung ästhetischer Zwecke charakterisiert ist.

Weitere Spezialisierungen

Praktische Zwecke verfolgt der Gärten im Obst-, Gemüse-, Samenbau und in der Anzucht von Zierpflanzen aller Art (Kunst- und Handelsgärtnerei), wissenschaftliche Zwecke in den botanischen und dendrologischen Gärten; er wird zur Gartenkunst (bildende, schöne Gartenkunst), wenn er sich mit der Anlage und Unterhaltung von Schmuckgärten und Schmuckplätzen, Parken etc. beschäftigt. [2]

Literatur

  • Schmidlin, Gartenbuch (4. Aufl. von Nietner u. Rümpler, Berl. 1892)
  • Christ, Gartenbuch (13. Aufl. von Lucas, Stuttg. 1903)
  • Wredow, Gartenfreund (19. Aufl. von Gaerdt, Berl. 1901)
  • Jühlke, Gartenbuch für Damen (4. Aufl., das. 1889)
  • Vilmorin, Illustrierte Blumengärtnerei (3. Aufl. von Voß, das. 1896)
  • W. Hampel, Gartenbuch für jedermann (2. Aufl., das. 1895)
  • Böttner, Gartenbuch für Anfänger (6. Aufl., Frankf. a. O. 1904)
  • Herrmann, Der landwirtschaftliche Gärtner (Bonn 1883)
  • Voß, Grundzüge der Gartenkultur (Berl. 1894)
  • Courtin, Der deutsche Haus- u. Nutzgarten (2. Aufl., Stuttg. 1874)
  • Wörmann, Der Garteningenieur (Berl. 1860/74, 9 Tle.)
  • W. Hampel, Moderne Teppichgärtnerei (6. Aufl., das. 1901)
  • Rümpler, Gartenbaulexikon (3. Aufl. von Wittmack, das. 1902)
  • de Terra, Internationales Gartenbau-Adreßbuch (6 Aufl., das. 1902)
  •  »Gartenbau-Bibliothek« (hrsg. von U. Dammer, das. 1899ff.)

Zeitschriften

  •  »Gardeners Chronicle« (Lond.)
  •  »Revue horticole« (Par.)
  • Möllers »Deutsche Gärtnerzeitung« (Erfurt, seit 1886)
  •  »Gartenflora« (Berl., seit 1852)
  •  »Gartenwelt« (Leipz., seit 1896)
  •  »Allgemeine Gärtnerbörse« (Gera, seit 1888)
  •  »Berliner Gärtnerbörse« (Berl., seit 1884)
  •  »Der praktische Ratgeber« (Frankf. a. O., seit 1886)
  •  »Der Handelsgärtner« (Leipz., seit 1899)

Fußnoten

  1. Quelle: Adelung: Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart
  2. Quelle: Meyers Großes Konversationslexikon 1857–1860/1861

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