Hamburg Großer Brand

aus GenWiki, dem genealogischen Lexikon zum Mitmachen.

Wechseln zu: Navigation, Suche

In der Nacht vom 04. auf den 05. Mai 1842 bricht in der Deichstraße ein Feuer aus.

Das Feuer wütet "nur" drei Tage in der Stadt, angetrieben durch starke Westwinde und den trockenen Frühling sind die Holzteile der Fachwerkhäuser und -speicher bestes Brandmaterial.

Am Ende sind 1.700 Häuser ein Opfer des Feuers geworden, außerdem auch die Kirchen St. Nikolai, St. Petri und St. Gertruden.

20.000 Hamburger sind obdachlos und 51 Menschen sind in den Flammen gestorben.


Brandopfer

Dr. H. Schleiden berichtet in seinem "Versuch einer Geschichte des großen Brandes ..." (siehe unter LITERATUR) auf den Seiten 219 ff.:

"... Die Zahl der Personen, welche während des Feuers und in Folge desselben ihr Leben verloren haben, sind, wenn man jenen unglücklichen Schiffer und den preußischen Pionnier mitrechnet, 51.

1) Während der Feuersbrunst sind von diesen 51 Personen,

a) verbrannt.........................................................................33

von den aufgefundenen Leichen sind anerkannt........14

sind unbekannt geblieben............................19

b) durch den Einsturz von Giebeln, Mauerwerk und Balken getödtet.....5

c) durch Sprengungen umgekommen......................................5

d) in Folge der erlittenen Mißhandlungen gestorben...................1

Von diesen 44 kommen auf

den 5. Mai...........................................5

den 6. Mai..........................................35

den 7. Mai...........................................4

den 8. Mai...........................................-

2) Nach dem Brande in den Ruinen:

a) durch Einstürzen von Mauerwerk erschlagen

(vom 12. Mai bis zum 23. Juli).......................................6

b) beim Sprengen der Petri-Kirche tödtlich verwundet.................1

zusammen............................................................51

[...]

Von den angeführten 33 Verbrannten sind allein in dem Keller der Weinhandlung von Denker 22 Menschen verunglückt, die, gräßlich verstümmelt, nur zum Theil haben anerkannt werden können. Schweigen wir von ihnen! (Diese hatten sich im Keller fürchterlich "besoffen" und kamen nicht mehr ins Freie. Anmerkung von B.Reps). Aber die Namen derjenigen, welche so weit sich die Sache noch ermitteln läßt, in ihrem Berufe, d. h. in ihrer Wirksamkeit zur Bekämpfung des Feuers, den Tod gefunden haben, mögen hier eine Stelle finden:

H. Rathjens, Infanterist der 3ten Kompagnie der Garnison, wurde am 5. Mai Morgens 7 1/2 Uhr beim Einstürzen von Mauerwerk des Stuckenbergischen Erbes in der Deichstraße erschlagen.

H. C. H. Helbing, Küper und Rohrleiter an der Sprütze No.12, und

H. C. Wendel, Rohrleiter an derselben Sprütze, wurden beide am 5. Mai, Morgens 9 Uhr, im Rödingsmarkt von den zusammenstürzenden Mauern des von Döhrenschen Speichers verschüttet.

H. P. Flügge, Sprützenmann an der Sprütze No.4, verbrannte sich an demselben Tage, Morgens 10 1/2 Uhr in der Deichstraße, Kopf, Gesicht, Brust und Rücken dermaßen, daß er wenige Stunden darauf gestorben ist.

H. C. Koch, Maurergeselle und Kommandeur der Sprütze No.17, ist ebenfalls am 5. Mai in der Deichstraße Mittags 12 Uhr durch herabfallende Balken und Mauerwerk zerschmettert.

D. W. Maak, Bürgermeister-Diener, hatte das Unglück, daß am 6. Mai, Mittags 1 Uhr, im Jungfernstieg seine Kleidungsstücke sich durch den Feuerregen entzündeten. Am ganzen Körper verbrannt, starb er in Folge dieser Verletzungen am 11. Mai.

F. W. Wegmann, Oberfeuerwerker der Garnison, wurde eine halbe Stunde nachher beim Sprengen der "alten Stadt London" gänzlich auseinander und in die Luft gesprengt.

J. A. A. Neumann, Kommandeur der Sprütze No.46 , und

Basilius, Zimmergeselle und angestellt beim Allgemeinen Krankenhause, mit dessen Sprütze er zum Feuer geeilt war, sind beide durch die Sprengungen auf dem Wege am 6. Mai tödtlich verwundet und der Letztere bald darauf, der Erstere am 22. Mai in Folge dieser Verletzungen gestorben.

Außer den oben Angeführten mögen noch manche Andere ihr Leben bei ihren menschenfreundlichen Bestrebungen zur Rettung der Stadt eingebüßt haben; von diesen sind nur diejenigen, welche in unserer Nachbarstadt Altona ansäßig, zu den beklagenswerthen Opfern dieser Tage gehören, bis jetzt ermittelt worden. Die Namen derselben sind: J. H. Reimer, H. Wagener, H. W. Kuntze, Cl. Soltau, M. Schwennsen, J. Knutzen."

Literatur

Dr. H. Schleiden: Versuch einer Geschichte des großen Brandes in Hamburg vom 5. bis 8. Mai 1842, erschienen bei Hoffmann und Campe, Hamburg 1843

Internetlinks

Persönliche Werkzeuge