Gutsbezirk Kaufunger Wald

aus GenWiki, dem genealogischen Lexikon zum Mitmachen.

Wechseln zu: Navigation, Suche
.. Hirschberg .... Pfaffenberg ....Giesenhagen....Steinberg....Großalmerode....Wickenrode....H e l s a....Trubenhausen.... Hoher Meißner ..


Hierarchie


Inhaltsverzeichnis

Ein Wiesental im Kaufunger Wald

Einleitung

Der Steinbergsee im Kaufunger Wald

Der Kaufunger Wald ist ein bis 643,4 m hohes und rund 170 km² großes Mittelgebirge in Hessen und Niedersachsen. Er liegt im äußersten Norden des Osthessischen Berglands, dem Fulda-Werra-Bergland und bildet dort einen Über-Naturraum, der auch die Söhre umfasst.

Allerdings wird unter Kaufunger Wald landläufig meistens nur die im Süden gemeindefreie Hochfläche nördlich der Großalmeröder Grabenzone verstanden, d. h. der nördlich des Oberlaufes der Gelster bzw. nördlich der Wedemann und des Unterlaufes der Losse liegende Teil des Waldes.

Geographie

Der Hochfläche des Kaufunger Walds befindet sich im Nordostteil Nordhessens und im Südteil Südniedersachsens. Er breitet sich zwischen Kaufungen im Südwesten, Kassel im Westen, Hann. Münden im Norden, Witzenhausen im Osten und Großalmerode im Süden aus. Hierzu muss, je nach Definition, die sich südlich anschließende Söhre hinzu gerechnet werden.

Geologie

Die Berge des Kaufunger Walds bestehen aus einer etwa 80 Millionen Jahre alten Buntsandsteinplatte, die von einigen Basaltkegeln und Kohleflözen durchsetzt ist. Weil diese Platte zum Beispiel durch ab- bzw. eingelagerte Tone teils wasserundurchlässig ist, haben sich einige Moore (z. B. Hühnerfeld) und Sümpfe gebildet. Durchzogen ist die Landschaft von zahlreichen Fließgewässern, die sich im Lauf der Jahrmillionen teils tief in die Sandsteinplatte eingegraben haben bzw. das Mittelgebirge nach außen hin abgrenzen.

Ausflugsziele im Kaufunger Wald

Der „Rote See" im Kaufunger Wald [1]

Roter See

Nur auf alten Ansichtspostkarten ist der „Rote See” in seiner Färbung erhalten geblieben. Eingelagert zwischen bizarren Basaltwänden ist er durch den Abbau eines Basaltkegels etwa 2 km nordöstlich vom Bielstein auf dem „Hesselbühl” entstanden.

Einer Beschreibung aus dem Jahre 1916 nach befand sich auf dem „Hesselbühl” im Kaufunger Wald ein großes Lager prächtigen Säulenbasalts von außergewöhnlicher Höhe und Schönheit. Für Aquarellmaler bot der Miniatursee mit dem roten Wasser, den schwarzen Lavawänden und im Sommer der Umrahmung von Waldesgrün, in Verbindung mit der Landschaft, ein farbenreiches Bild und dankbares Motiv.

Der Basalt wurde mit einer Schmalspurbahn über Carmshausen nach Witzenhausen transportiert und dort für den Straßen- und Eisenbahnbau verladen. Der Basaltbruch wurde 1912 aufgegeben. Als Ursache für die Rotfärbung des Sees wird Sickerwasser aus dem angrenzenden roten Sandsteingebiet angenommen. [2]

Ein beliebtes Ausflugslokal war die Wald-Gaststätte im Forsthaus am Roten See. Von der Terasse hoch auf der Steilwand des Basalsteinbruchs hat man eine herrliche Fernsicht ins Werratal.

Die Wald-Gaststätte im Forsthaus am Roten See
Blick vom Kaufunger Wald ins Werratal
Der Bilsteinturm im Kaufunger Wald [1]

Bilstein

Der Bilstein (auch Bielstein genannt) ist mit 641,2 m im Kaufunger Wald nach dem Hirschberg die zweithöchste Erhebung. Er liegt im Gutsbezirk Kaufunger Wald im Werra-Meißner-Kreis.
Auf der Basaltkuppe des Bilsteins, der als Naturdenkmal ausgewiesen ist, steht der Aussichtsturm Bilsteinturm mit daran angegliederter, kleiner Gastronomie (Bilsteinhütte). Von Anfang an bis auf den heutigen Tag wird die Gaststätte von der Familie Neth-Oetzel bewirtschaftet. Der Turm und das Lokal sind ein beliebtes Ausflugs- bzw. Wanderziel. Schon 1869 wurde auf dem Gipfel des Bilsteins ein hölzerner Aussichtsturm und 1890 von der Forstverwaltung eine Schutzhütte errichtet, die später zu einer Wirtschaftshalle erweitert wurde. Der hölzerne Turm wurde auf Anregung von Amtsrichter Bernhard Martin durch den Zweigverein Großalmerode des Niederhessischen Touristenvereins von 1890 bis 1891 durch einen massiven Neubau aus Stein ersetzt und am 5. Juli 1891 eingeweiht. Am 6. August 1907 besuchte Kaiserin Auguste Victoria den Bilsteinturm. 1911 wurde der Bilstein unter Naturschutz gestellt. 1960 wurde der Turm mit einem 7 m hohen Stahlaufbau auf 20 m Turmhöhe im Stil der 1950er-Jahre aufgestockt.

Von der Aussichtsplattform des Bilsteinsturms bietet sich ein von wenigen Baumkronen unterbrochenes Rundumpanorama. Bei klarem Wetter sieht man im Nordosten den Brocken im Harz und im Norden Göttingen. Der Blick nach Nordwesten zum Reinhardswald und ins Weserbergland ist teilweise durch Baumkronen versperrt. In westlicher Richtung reicht der Blick bis zum Eggegebirge, dem Desenberg bei Warburg, dem Habichtswald mit dem Herkules bei Kassel und sogar bis zum Rothaargebirge. Im Südwesten sieht man den Kellerwald und im Süden den Alheimer bei Rotenburg an der Fulda. Nach Südosten ist der Blick in die Rhön durch Bäume verstellt, wohingegen der nahe Hohe Meißner (754 m) im Ost-Südosten markant ins Auge fällt. [3]

Mäusebörnchen

Ein bequemer Spazierweg führt durch das Fahrbachtal an Fischteichen vorbei zum
Ausflugslokal „Waldschlößchen“, das umgangssprachlich meist „Mäusebörnchen
genannt wird. Der Fahrenbach, so der richtige Name, entspringt am Steinberg und
fließt in die südliche Richtung zur „Bunten Mühle“, wo er in die „schwarze Gelster“
mündet. Es gibt im Kaufunger Wald weiter nördlich einen zweiten Fahrenbach.
Der entspringt am Langenberg, fließt an Gut Fahrenbach vorbei und mündet
bei Carmshausen in die Gelster.

Das Mäusebörnchen kann man nur zu Fuß erreichen. Oberhalb vom Felsenkeller,
früher das Tanzlokal „Köppchen“, kann man am Waldrand parken. Auf einem leicht
abschüssigen Waldweg erreicht man nach wenigen Gehminuten das Fahrbachtal.
Das Wiesental ist recht idyllisch, direkt am Weg fließt der Bach und die Fischteiche
sehen fast wie natürliche Waldseen aus. Das Waldschlößchen ist nicht bewohnt.
Ein tüchtiger, junger Mann kommt morgens hierher und versorgt die einkehrenden
Wanderer mit Getränken und kleinen Imbissen, z.B. „ahler Worscht“.

Ausflugslokal Mäusebörnchen im Fahrbachtal bei Großalmerode

Im Tal des Fahrenbachs bei Großalmerode
Ausflugsziele auf dem Hohen Meißner hier klicken !

Wohnplätze im Kaufunger Wald

Gut Fahrenbach

Gut Fahrenbach liegt 5 km südwestlich von Witzenhausen etwa 270 m über N.N.
am Ufer des oberen Fahrenbachs oberhalb von Dohrenbach.

  • 1895 4 Häuser mit 33 Einwohnern
  • 1925 28 Einwohner (alle ev.)

Alte Namensformen:
1327Warembach 1350Varenbach 1420 Farenbach1483Farnbach

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • 1327 Fahrenbach ist zum Schloss Rusteberg leistungspflichtig.
  • 1350, 1406, 1407 und 1420: Die von Stockhausen haben ihren Sitz zu Fahrenbach.
  • 1438 Landgraf belehnt Hans von Stockhausen zu Fahrenbach mit Kirchlehen zu Rieden.
  • 1447 Landgraf Ludwig belehnt Berit von Dörnberg mit Schloss,
    Dorf und Gericht Fahrenbach. Desgleichen 1459.
  • 1474 Landgraf Hermann belehnt die von Eschwege mit denselben Stücken.
  • 1483 Landgraf Wilhelm die von Berlepsch desgleichen, weiteres Zubehör der Zehnte
    genannt; folgend Belehnungen der von Berlepsch bis 1787.

Seit 1984 wird auf Gut Fahrenbach (ca. 95 ha Grünland und 95 ha Ackerland) ökologischer
Landbau betrieben. Die Produkte, in erster Linie Rindfleisch, stammen aus organisch-
biologischer Wirtschaftsweise und sind mit dem Gütesiegel „Bioland“ ausgezeichnet.
Im Hofladen kann man Rindfleisch und Wurstwaren vom Rind kaufen, außerdem
gereinigtes Getreide: Weizen Roggen, Dinkel, Nackthafer in Verpackungen von 5 kg,
10 kg und 25 kg. Die „Bäckerei Gut Fahrenbach“ in Dohrenbach verarbeitet das
Getreide zu schmackhaften Vollkornbackwaren.

Ortskirche: 1419 Pfarrkirche St. Elisabeth mit Taufstein zu Fahrenbach.
Pfarrzugehörigkeit: 1589 Fahrenbach von Kleinalmerode versehen,
1747 und jetzt: eingepfarrt nach Dohrenbach.

Zwei Radiästheten [4] haben versucht, den Platz der Kirche St. Elisabeth samt Altar und
Taufstein zu Fahrenbach zu ermitteln. Sie kamen zu dem Ergebnis, dass die Kirche
an einem kleinen Hohlweg über einer starken Wasserader, die schräg vom
Langenberg herunter kommt, gestanden haben könnte.

Gut Fahrenbach bei Dohrenbach im Kaufunger Wald
Der Hofladen von Gut Fahrenbach
Vermuteter Standort der mittelalterlichen Kirche zu Fahrenbach
Teich in der Nähe von Gut Fahrenbach

Pfaffenberg

.. hier klicken ..

Giesenhagen

.. hier klicken ..

Naturpark Meißner-Kaufunger Wald

Der Naturpark Meißner - Kaufunger Wald wurde am 16.02.1962 gegründet.

Geographische Lage

Der Naturpark Meißner-Kaufunger Wald umfasst unter anderen Bereiche des Kaufunger Walds,
der Söhre und des Hohen Meißners. Sein Gebiet erstreckt sich vom östlichen Stadtrand
von Kassel in Richtung Osten bis zum westlichen Werraufer bei Bad Sooden-Allendorf.
Außerdem dehnt sich die Fläche des Naturparks von Waldkappel im Südosten und Dörnhagen
im Südwesten bis nach Witzenhausen im Norden aus. Ein nördlicher Ausläufer reicht bis fast nach
Hedemünden; seine Nordwestgrenze stößt direkt an den Naturpark Münden.

Karte vom Naturpark
Meißner-Kaufunger Wald

Berge im Naturpark

Der Hirschberg im Kaufunger Wald

Zu den Bergen und Erhebungen des Naturparks gehören – sortiert abwärts nach Höhe in Meter (m) über (NN):

  • Steinbergskopf (ca. Höhe 532 m)
  • Bielstein (Höhe 527.8 m)
  • Schwarzenberg (Höhe 517 m)
  • Hässelkuppe (Höhe 514.8 m)
  • Häringsnase (ca. Höhe 508 m)
  • Roggenberg (Höhe 507 m)
  • Großer Belgerkopf (Höhe 497.3 m)
  • Stellberg (ca. Höhe 495 m)
  • Kleiner Belgerkopf (ca. Höhe 490 m)
  • Michelskopf (ca. Höhe 485 m)
  • Eulenkammer (Höhe 484 m)
  • Roßkopf (Höhe 482.4 m)
  • Ölberg (Höhe 457.8 m)
  • Schorn (Höhe 456.8 m)
  • Badenstein (Höhe 441.5 m)
  • Warpel (Höhe 439.4 m)
  • Gerholdsberg (Höhe 355 m)
  • Mühlenkopf (Höhe 352 m)
  • Mühlenberg (Höhe 351.8 m)
  • Lindenberg (Höhe 233 m)
Frühblüher im Wald bei Germerode am Hohen Meißner

Blick von den Kripplöchern bei Frankershausen zum Hohen Meißner

Literatur

  • Karl Krück, „Großalmerode, Bergstadt zwischen Meißner, Hirschberg und Kaufunger Wald", Geiger-Verlag, Horb 1988, ISBN 3-89264-220-6
  • Karl Krück, „Nordhessisches Fachwerk und Großalmeroder Dachziegel", Geiger-Verlag, Horb 1996, ISBN 3-89570-246-3
  • Hermann Nobel, „Chronik Epterode", Von Euerharderot zu Epterode, hrsg. Magistrat Großalmerode, August 2007, ISBN 978-3-00-022051-7


Daten aus dem genealogischen Ortsverzeichnis

Quellen, Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Handkolorierte Ansichtskarte aus der Zeit vor 1914
  2. Karl Krück, Großalmerode, Horb 1988, ISBN 3-89264-220-6
  3. Text übernommen von Großalmerode („Bilsteinturm") mit Ergänzungen von Karl Krück, Vorsitzender des Geschichtsvereins Großalmerode
  4. Das in der Radiästhesie eingesetzte Instrument ist die seit dem Mittelalter bezeugte Wünschelrute.


Städte, Gemeinden und gemeindefreie Gebiete im Werra-Meißner-Kreis (Regierungsbezirk Kassel)

Städte: Bad Sooden-Allendorf | Eschwege | Großalmerode | Hessisch Lichtenau | Sontra | Waldkappel | Wanfried | Witzenhausen
Gemeinden: Berkatal | Herleshausen | Meinhard | Meißner | Neu-Eichenberg | Ringgau | Wehretal | Weißenborn
Gemeindefreie Gebiete: Gutsbezirk Kaufunger Wald

Persönliche Werkzeuge