Gut Rothenhoff

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Inhaltsverzeichnis

Lage

Das Rittergut Rothenhoff liegt um 1850 im freundlichen Wesertal eine Stunde von der Porta Westphalica und eine Stunde von Bad Oeynhausen (Rehme) entfernt.

Übersicht

Gut Rothenhoff ist seit 1230 nachgewiesen. Es war eines der Hofgüter des Bischofs von Minden und ging mit der Auflösung des Fürstbistums Minden in den Besitz des preußischen Staates als dessen Rechtsnachfolger über.

Miltärgeschichte

  • Das Gut Rothenhoff ist eng mit der Militärgeschichte der letzten 400 Jahre verbunden. Nach dem 30jährigen Krieg wurde das Gut einem schwedischen Gesandten geschenkt, um die schwedische Zustimmung zur Übertragung des Fürstbistums Minden an Brandenburg zu erreichen. 1666 wurde die Schenkung rückgängig gemacht und der Gesandte Björnclou mit Geld entschädigt.
  • Im 7jährigen Krieg waren wohl 1759 im Zusammenhang mit der Schlacht um Minden zwischen französischen und englischen Truppen auf Rothenhoff 400 Husaren einquartiert.
  • Unter Napoleon wurde Rothenhoff kaiserlich-französische Domäne, sie wurde dem bei Jena und Auerstädt erfolgreichen französischen General de la Houssay geschenkt. Auf dem Rückzug der Franzosen in den Befreiungskriegen war Rothenhoff kurze Zeit Quartier französischer Marinesoldaten unter General Prinz Eckmühl.
  • 1945 wird Gut Rothenhoff von den Engländern besetzt und wird bis zur Verlegung ins Rheinland 1954 Sitz des Oberbefehlshabers der Rheinarmee. Die Generale Eisenhower und Montgomery weilten kurze Zeit hier.

Ankauf

  • Im Jahre 1822 wurde das Gut Rothenhoff, damals königlich preußische Domaine, vom Staat durch den Vater des Besitzers von 1850, einen Bremer Kaufmann, angekauft.
  • 1852 ging Rothenhoff auf Carl Theodor Caesar über, vermählt mit Maria geb. Tenge-Nieder-Barkhausen.

Ausbau

Durch massive Wirtschaftsgebäude und die Anlage des Vorwerks Bornholz wurde das Anwesen durch die Familie Caesar wesentlich verschönert und vergrössert. Das neue Wohnhaus im spätklassizistischen Stil, umgeben von ausgedehnten englischen Parkanlagen wurde im Jahre 1863 eingeweiht und ist nach den Zeichnungen des Königlichen Baumeisters Borring ausgeführt.

Status 1850

  • 1850 durch Zukauf von Ländereien wurde Rothenhoff 1843 ritterschaftliches Gut im Kreis Minden und erhielt die bedingte Landtagsfähigkeit (Kreistag), Besitzer: Caesar, Boemer.

Auskiesungen

Von 1900 - 1915 wurden erste Kiesabgrabungen erschlossen, Wegen der fortschreitenden Auskiesung wurden 1971 die landwirtschaftlichen Flächen und Einrichtungen an Landwirte der Umgebung verkauft und verpachtet, das Herrenhaus und der Park werden privat genutzt.

Bibliografie

  • Bau- u. Kunstdenkmäler Kreis Minden.
  • Häming Josef: Die Martrikel der ritterschaftlichen Güter in der Prpvinz Westfalen in „Westfälische Quellen u. Archivverzeichnisse Band 13 (1987) ISSN 0722-3870
  • Bufe, Thomas/ Neuling, Walter et al. (2002): Garten-Landschaft OstWestfalenLippe. Dokumentation bedeutender Park- und Gartenanlagen im Regierungsbezirk Detmold. In: Beiträge zur Landschafts- und Baukultur in Westfalen-Lippe Heft 3, Band 3.3 Kreis Gütersloh, Kreis Minden-Lübbecke. Zugl. CD-ROM, Münster.
  • Schrader, Wilhelm (1979): Costedt. In: Stadt Porta Westfalica, Porta Westfalica.
  • Münstermann, Albert/ Wolfgang, Heinrich (o.J.): Porta Westfalica - Porträt einer Landschaft. Porta Westfalica.
  • Westfalenlexikon

Archiv

  • Staatsarchiv Detmold, Bestand D 72 Morsbach
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