Gut Ihorst

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Inhaltsverzeichnis

Gründung und Lage

Das heutige Gut Ihorst wurde in der Nähe von Holdorf auf sumpfigem Untergrund in einem großen Waldgebiet angelegt. Der Gründer war wahrscheinlich Hugo von Dincklage zu Bakum, welcher dort zwei eigenhörige Bauernerben besaß. Trotz der Sumpflage wurde die Hofanlage mit einer Gräfte versehen, wie es damals üblich war. Das Gut war nur von Damme aus über einen Damm erreichbar.

Münstersche Landesherrschaft

Hugo von Dincklage kam 1479 auch in den Besitz des Gutes Bakum. Seine Tochter Friederike von Dincklage erbte die Güter Ihorst und Bakum. Sie heiratete 1501 den Emsländer Otto von Schade aus der Wesuwe. Otto von Schade war Gutsherr zur Wesuwe und Burgmann zu Meppen. Als dieser früh verstarb, kamen seine Kinder in die Obhut von Vormündern. Doch jene nahmen es mit ihrer Aufgabe nicht so genau. So bekam der eigentliche Erbe, Heinrich von Schade, nur das mindere Gut Ihorst. Das Gut Bakum aber wurde Junker Voss, dem Mann seiner Schwester, zugesprochen.

Familie von Schade

Heinrich von Schade schuf um 1560 auf Ihorst neue Gutsgebäude, für deren Errichtung er eigens eine Ziegelei baute, die aber nur auf drei Jahre betrieben werden durfte. Das Herrenhaus wurde 1560 auf Pfählen in Fachwerkbauweise errichtet. Später wurde bei Renovierungsmaßnahmen daraus ein Putzbau. In dem Gutshof gingen seine beiden Ihorster StellenErben sowie das Tebbenerbe auf. Den Bauern Tebbe hatte er finanziell entschädigt. Da er seinen Besitz nun immer mehr ausweitete und auch freie Weideflächen in seinen Besitz zu bringen suchte, zerstörte der Bischof von Osnabrück seine Ziegelei.

Erbsohn Otto

Das Gut Ihorst, welches wegen seiner Größe landtagsfähig geworden war, erbte nun Sohn Otto. Er heiratete das Erbfräulein Petronella Budde, welches ihm das Gut Hange, die Buddenburg und ein Burgmannshaus in Vechta zubrachte. Er wurde nun auch Droste in Vechta.

Rechtsstreit betr. Bürgschaft wg. Ihorst

  • 1594 wurde Otto Schade, Drost zu Vechta, zunächst vor dem Hofgericht in Münster und dann vor dem Reichskammergericht von Jutta v. Westerholt, Wwe. des Lambert v. Oer zu Kakesbeck, und ihre Söhne Herm., Bernh. und Burkhard v. Oer beklagt auf eine Freistellung von einer bezüglich des Gutes Ihorst übernommenen Bürgschaft.

Familie von Lipperheide

Der Drost Schade hinterließ bei seinem Tode im Jahre 1635 drei uneheliche Söhne und eine erbberechtigte Tochter, die den Rittmeister Johan Caspar von Lipperheide heiratete.

Familie von Ascheberg zu Venne

Deren Enkelin Dorothea Lipperheide heiratete 1697 den Geheimrat Johan Mathias Ascheberg zu Venne. Durch die Heirat kamen die vorher Lipperheidischen Güter Bakum, Hange, Ihorst und die Buddenburg zu Vechta im Niederstift Münster an die von Ascheberg zu Venne.

Im Jahre 1747 ließ deren Sohn Ernst Friedrich von Ascheberg eine Backsteinkapelle errichten. Nach stilkritischen Untersuchungen war der Erbauer der berühmte Barockbaumeister Johan Konrad Schlaun, der auch das Jagdschloss Clemenswerth entwarf.

Fast 200 Jahre blieb das Gut dann im Besitz der Grafen von Ascheberg, bis 1868 der Lehrer Friedrich Ahlrichs das Gut für 210.000 Mark erwarb. Er hatte geglaubt, seine Schulden durch Holzeinschlag auf dem Gut bezahlen zu können. Und tatsächlich verkaufte er für fast 100 000 Mark Holz. Dann geriet er dennoch in die Zwangsversteigerung. Für 170 000Mark ging das Gut Ihorst an die Grafen von Spee zu Heltorf bei Düsseldorf.

Archiv

  • Staatsarchiv Münster, Bestand Venne, Depositum)
    • Umfang: 840 Urkunden (1351-1875), 236 Akten (1449-1893)
      • Darin: Familien von Ascheberg, Budde, von Galen, von Karthausen, Krakerugge, Schade, Swartewolt; Gutsverwaltung Venne; Landessachen Fürstbistum Münster (Schatzungsregister Ascheberg, Herbern, Nordkirchen, Ottmarsbocholt 16.-17. Jhdt.; Kirchspielsrechnungen); Burgmannskollegium zu Vechta; Güter Bakum bei Vechta, Geist, Hange bei Freren, Ichterloh bei Nordkirchen, Ihorst, Lonne bei Fürstenau; Hausbesitz zu Münster.
        • Findbuch StA Münster: A 467

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