Gundling (Familienname)

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Gundling, Familienname, erstmals 1531 erwähnt (Führung des Namens seit ca. 1495).

Inhaltsverzeichnis

Herkunft und Bedeutung

Die Herkunft des Namens und dessen Bedeutung ist nicht eindeutig geklärt. Nachfolgend werden vier Möglichkeiten aufgeführt, die zur Entstehung des Namens geführt haben könnten:

  • In Hans Bahlows »Deutsches Namenslexikon« befindet sich folgender Eintrag: [1]
»Gundling: Patronym zu Gundlach (Gundel) wie Gerling zu Gerlach (Gerl).«
»Gundlach: (Gundelach, Gundlack, Gundloch): Im MA. rhein.-hess. in vornehmen Kreisen beliebt wie Gerlach, germ. Pers. N. (gund "Kampf").«
  • Im Gottschalds »Familiennamenbuch« befindet sich nur folgender Eintrag: [2]
 »GUND: zu althochdeutsch gund "Krieg"«
Ähnlich wird dies auch durch Familienforscher der Familie vertreten.[3]
  • In »Meine 32 Ahnen und ihre Sippenkreise« von Roman Freiherr von Procházka ist der Name folgendermassen gedeutet:[4]
»Der Name Gundling ist eine „matronische“ Bezeichnung des Sohnes einer Kunigunde oder Adelgunde (in der Deminutivform „Gundel“).«
  • Frühe Quellen (Würfel/Hirsch 1756; Dreyhaupt 1772 etc.):[5]
»dass der Name Gundling von Günstling beziehungsweise Gunstling kommt und von Balthasar stammt, der ein Begünstigter des Kaisers Maximilian I. war.«

Der Familienname als Familienname ist erst als Beiname, und dann als Familienname geführt worden.

Varianten des Namens

  • Im Raum Markelsheim, Laudenbach,..., gab es für Gundling auch die Bezeichnung Gundel, oder Gundl:
Der Namen Gundl entwickelte sich in Laudenbach zu einem eigenen Familiennamen. Diese Linie der Familie Gundling existiert heute nicht mehr.
  • Eine Seitenlinie der Pragerlinie beziehungsweise Böhmerlinie, die sich in Polen, in Krakau niederließ, wurde dort Gündling ausgesprochen. Dies führte dazu, dass diese Familie zum Teil auch Gündling, doch meist Gundling, geschrieben wurde. Auch diese Linie existiert heute nicht mehr.
  • von Gundling:
Diese Linie wurde durch Jacob Paul Gundling begründet. Er wurde am 25.09.1724 in den erblichen preussischen Freiherrenstand erhoben.

Mit höchster Wahrscheinlichkeit gibt es nur eine Familie, die diesen Namen trägt, dass heißt alle Gundlinge sind miteinander verwandt.

Geographische Verteilung

Relativ Absolut
relative Namensverteilung
Gundling (im Jahr 2002 insgesamt 53 Einträge)
erstellt von Geogen 3.0 Webdienst
Legende:
weniger als 10 Vorkommen pro Mio,
bis 40 Vorkommen pro Mio,
bis 80 Vorkommen pro Mio,
bis 120 Vorkommen pro Mio,
bis 160 Vorkommen pro Mio,
mehr als 160 Vorkommen pro Mio
absolute Namensverteilung
Gundling (im Jahr 2002 insgesamt 53 Einträge)
erstellt von Geogen 3.0 Webdienst
Legende:
weniger als 1 Vorkommen,
bis 10 Vorkommen,
bis 20 Vorkommen,
bis 30 Vorkommen,
bis 40 Vorkommen,
mehr als 40 Vorkommen


Erst war das Auftreten der Gundlinge lediglich um Nürnberg (Nürnberg, Hersbruck, Kirchensittenbach). Es ließen sich doch schnell auch Linien in der Hohenlohe (Markelsheim, Weikersheim, Laudenbach,...), in Neustadt an der Aisch, und später dann auch in Halle ( durch Nikolaus Hieronymus Gundlingius) nieder. Ein weiterer berühmter Sprößling Jacob Paul Freiherr von Gundling war durch seine Arbeit am preußischen Hof, in Potsdam, wo man heute noch in der Friedhofskirche von Bornstedt seine Grabplatte bewundern kann. Später verteilte sich die Familie durch die Auswanderungswellen, nach Amerika (Süd und Nord) sowie nach Australien.

Verteilung USA

Die in Deutschland gebliebenen Linien der Familie verteilten sich auf das ganze Bundesgebiet (beispielsweise Ellwangen/ Jagst, und Hamburg), doch ist noch heute eine Häufung des Namens in Baden Württemberg, vor allem in der Hohenlohe und im Taubertal zu beobachten.

Zudem gab es eine größere böhmische Linie der Gundlinge, die schließlich hauptsächlich in Prag ansässig war.[6]


Herkunft des Geschlechtes Gundling

Deutschland

Nürnberg

Der erste offizielle Gundling war Georg gen. Jörg Gundling. Sein Bürgerrecht erhielt er am 17.07.1531 in der Reichsstadt Nürnberg: [7]
Der erste, der diesen Namen trug war aber wahrscheinlich sein Vater (Ritter) Balthasar gen. Gundling, über dessen Herkunft nur Theorien im Raum stehen. Wie die aktuellere Forschung darlegt, weisen alle diese Theorien Mängel auf. Eine zeitnahe Überwindung des toten Punktes erscheint unwahrscheinlich.[8]


Es gibt mehrere Theorien, die aber alle zum gleichen Ergebnis kommen, dass die Familie Gundling aus dem Hause de Glymes/ de Glimes genannt van Berghes stammt. Für diese Theorien gibt es mehrere Indizien:

Familienwappen Gundling
  1. Das Aussehen der Gundlinge, das bis heute, in verschiedensten Linien, die sich zum Teil vor ca. 500 Jahren teilten, das der de Glymes/ de Glimes gleicht.[9]
  2. Die alte Familientradition, die diese Theorie oder Legende schon seit mehreren Jahrhunderten weitergibt, und welche unabhängig von einander, von verschiedensten Linien erforscht wurde.
  3. Das Wappen der van oder von Berghes und das der Gundlinge gleichen sich heraldisch.[10]
Wappen der Familie Gundling:
Gespalten, rechts in silber (de Glymes bzw. de Bautershem:gold) drei rote Pfähle, links in grün (Stammwappen im Freiherrenstandsdiplom von der ungewöhnlichen grünen, in die blaue Tinktur umgewandelt) neun (3, 3, 3) goldene durchbrochene Rauten; auf dem gekrönten Helm mit rechts rot-silbernen, links grün-goldenen Decken fünf natürliche Pfauenfedern.
Das Stammwappen der Familie Gundling stammt höchstwahrscheinlich vom Wappen der van Berghes ab.

Zudem wird diese Abstammung bereits früh in der Literatur vertreten.[11]

Die de Glymes sind eine adelige Bastardenlinie der Herzöge von Brabant.

Die ursprüngliche Konfession der Gundlinge ist protestantisch. Heute kann der Familie keine bestimmte Religionszugehörigkeit zugeordnet werden. Die Konfession ist von Linie zu Linie unterschiedlich.

Das freiherrliche Haus Gundling

Epithaph des Jacob Paul von Gundling in der Basilika zu Bornstedt

Diese Linie wurde Jacob Paul Gundling begründet. Er wurde am 25.09.1724 in den erblichen preussischen Freiherrenstand erhoben. Mit dieser Erhebung wurde sein Wappen aufgebessert (siehe Wappen). Er hatte zwei Kinder, die beide früh starben, aus diesem Grund starb diese Linie schon nach einer Generation wieder aus.[12]

Wappen des Freiherrlichen Hauses Gundling:

Bei Siebmacher, [13] ist das Wappen wie folgt blasoniert: "Über grünem Schildfuß dreimal geteilt; der erste und dritte Teil zweimal, der zweite dreimal gespalten. 1. In Blau eine offene Krone; 2. in Silber rechts gekehrter golden bewehrter schwarzer Adlersrumpf; 3. in Gold ein grüner Kranz; 4. und 7. in Silber mit den Sachsen einwärts gekehrter schwarzer Flügel; 5. in Silber drei rote Phähle; 6. in Blau neun (3, 3, 3) goldene Rauten; 8. und 10. in Gold gegen den Schildrand gekehrte, golden bewehrte rote Greifenklaue; 9. in Silber der Schwanz eines schwarzen Adlers an den oberen Feldrand anschließend. Kleinod: Drei silberne Straußenfedern, überhöht von drei fünffach gespiegelten natürlichen Pfauenschweifen. Decken: Golden-rot-silbern-schwarz und silbern-blau-golden-grün."

Im Freiherrenstandsdiplom von 1724 wird das Wappen wie folgt beschrieben und erklärt:

„ Eine Drey Mahl getheilten Schild, dessen erster und dritter Balcke zwey Mahl, und der zweyte drei Mal gespalten, der Unterste aber, welcher grün und mit silbernen Zierrathen versehen, umb des Willen, fry geblieben ist, damit Wir denselben, hiernächst, bei weiter empor steigenden Meriten und Tugenden des fry-Herrn von Gundling noch weiter decoriren un erfüllen können. Das erste Fach dieses Schildes pranget mit einer güldenen Graffen-Crohne, in blauem Felde, damit anzuzeigen, Eines Theils, daß ob Wir gleich besagten Frei-Herrn von Gundling vor erst nur in den Frey- Herrlichen Stand erhoben, Er dennoch des Gräfflichen ebenso würdig sey, wie des anderen, und dann auch weil Seine große Verdienste vor längst meritiret mit dergleichen Distinction beehret und gekröhnet zu werden. Das zweyte Fach, dieses Frey- Herrlichen Schildes ist gezieret mit einem hervorbrechenden Schwartzen Adlers-Kopf und Hals, im Silbernen Felde, als einem Sinnbild Seiner, des Frey- Herren von Gundling, in gelehrten sachen so oft und vielfältig hervor gedrungen jedoch stets in weißen Felde der Sauberkeit gebliebenen erudition, wie denn auch der grüne Lorbeer- Crantz im dritten güldenen Felde, Sein in allen, mit gelehrten Leuten, bisher gehabten Streitigkeiten, erfochtenen Victorien vorstellet, Nicht weniger auch darumb das vierte und siebente Fach des Schildes die halbschied eines aufgespannten schwartzen Flügels im silbernen Felde zeiget, und umb dadurch vorzubilden, daß, wann der Ruhm von dergleichen Siegen bis zur späten Nach-Welt, auf Flügeln der Fama fortgeführet werden sollte, solches nicht anders, als durch schwartz getunckte Federn, und in weißen Feldern, geschehen und prästiret werden könne. Das fünfte Fach des Wapens führet drey Rothe Pfähle im Silbernen Felde, als das Stamm- Wapen des Frey-Herrn von Gundling, deßen Strahl umb soviel mehr in diesem Frey- Herrlichen Wapen und Schilde an dem vornehmsten Ehren-Ort brilliret und gläntzet, weil Er der Frey- Herr von Gundling, durch surprenante Wißenschaft, ausbündiger Gelehrsamkeit und merckliche Tugenden, sein schon vorhin berühmtes Haus und Familie zu dem jetzigen noch größeren Splendeur und Lüstre befördert hat. Das sechste dieses Schildes trägt den zweyten Theil der Gundelingschen Familie angebohrenen Stamm-Wapens, nemblich Neun güldene rauten, drey Mal drey im blauem Felde, deren ursprung zwar ihres Alters wegen, unbekannt, jedoch so viel daraus zu schließen ist, daß solche vor unfehlbare marque dieser Familie, von Seculis her gehabt, ganz besonderen Umständen zu achten. In dem achten und zehnten Felde ist ein rother mit güldenen Krallen gewaffneter, respective rechts und links gekehrter aldlers- Fuß, im güldenen Felde entworffen, damit vorzustellen, daß der Frey-Herr von Gundlingvon Jugend auf, in den Schriften gelehrter leute rechts und links umb sich gegriffen, und sich dadurch einen güldenen Schatz erworben, selbigen auch nachgehends aller Welt, zur stupenden admiration, durch den Druck öffentlich mitgetheilet und dargelegt habe. Zwischen diesen beiden Feldern findet sich im neunten Fach der Schwanz von einem Schwartzen adler, im Silbernen Felde, umb die Hoffnung eines in aller Unschuld begründeten glücklichen Endes dadurch auszudrücken. Den gantzen Schild decketeine güldene, an den Extrimitäten, mit großen Schottischen Perlen gezierte Frey-Herrliche Zacken-Crohne, über welcher ein blau angelauffener, roth ausgeschlagener auch mit einer güldenen Kleinod behängter offener Turnier- Helm sich zeiget, auf welchem drey weiße Strauß-Federn, und über den selben drey ausgebreitet Pfauen- Schwäntze in Ihren gewöhnlichen Farben stolzieren. Die Helm-Decken sind zur Rechten Gold, Roth, Silber und Schwarz, zur Linken Silber, Blau, Schwarz, Gold und Grün. Und gleich wie der Schild auf einem blauen Piedestal ruhet, dem die Worte: ET meritis impar mit güldenen Buchstaben eingegraben sind, also ergiebt sich die Deutung von Selbst. Zum Schildhalter dieses Frey- Herrlichen Wapen ist die Pallas in ihren Fryer- kleidern, Helm, Schild und Spieß, mit sammt der Eule, gesetzt, und dadurch wie in einem kurzen Begriff, die ganze weit und breit geschollenen Gelehrsamkeit, scharfsinnigen Witz, fast übermenschliche Weisheit, durchdringende penetration und respective nächtliches zu studiren gewiedmetes auch zwar anfänglich in dicker Finsterniß befangenes, dochbald hernach in ein helles und angenehmes Licht sich verwnadelndes Wachen und lucubiren des unvergleichlichen Frey-Herrn von Gundling der gelahrten welt vorzubilden.“ [14]

Physiognomie und Phänotyp der Gundlinge

Das folgende Thema ist dem Mitglied der Familie Gundling, Roman Freiherr von Prochàzka zu verdanken, welcher sich sehr ausführlich damit beschäftigt hat. Aus dieser Arbeit wird ein wichtiger Teil hier vorgestellt. So eine Arbeit, in diesem Umfang ist eine Besonderheit, da sehr oft das nötige Bild oder Urkundenmaterial fehlt. [15]

Auf Grund von authentischen Belegen und zeitgenössischen Bildnissen aus fünf Jahrhunderten konnte eine solche Arbeit ausgeführt werden. Es handelt sich hier um die Darstellung der Vererbung besonders markanter Merkmale, sowohl körperlich als auch geistig. Handelt es sich doch um die ungewöhnliche Kombination von hoher Sinnesfreudigkeit, mit außerordentlicher Begabung für die Wissenschaften und geistigen Interessen überhaupt, aber besonders in Staatspolitik, Jurisprudenz und Genealogie. Äußerlich ist bei den Gundling die schon seit jeher bekannte Gesichtsformation, mit den Hängebacken (beziehungsweise große weitausgewölbte Backen), welche mit einem markanten Doppelkinn (beziehungsweise markant hervorragendem Kinn) verbunden sind, bekannt. Außerdem sind die hervorragenden Augen, welche die Intelligenz widerspiegelt, und die dicke, Genusfreudigkeit verratende, Unterlippe auffallend. Die chrakteristische, dicke, oft etwas überhängende Unterlippe, sowie das Auge der Gundlinge beherrschen die Physiognomie der Gundlinge, aber auch der de Glymes / van Berghes seit dem 15. Jahrhundert:

Franziskus gen. Franz Gundling

Schon um 1450 erscheint ein Sohn des Johann (Jean) V. de Glymes gen. van Berghes als Statthalter der Grafschaft Namur und Herr auf Berghen op Zoom und Grimberghe mit dem Beinamen "Labeo" ("Heer mit de Lippen van Berghe op Zoom"). Da dieser Beiname selbst in diplomatischen Urkunden zufinden ist, kann darauf geschlossen werden, dass es sich hierbei um ein charakteristisches Merkmal handelt. Man kann dies auf die gesamte Familie übertragen, da sich dieses Merkmal auch bei Franziskus Gundling ( um 1530 -1567), und Wolfgang Gundling (1637 - 1689), sowie Nikolaus Hieronymus Gundling (1671 -1729) und Jacob Paul Frhr. von Gundling (1673 - 1731) abermals auftritt. Auch treten die sonst auch üblichen Merkmale der Gundlinge, bei all diesen Personen auf.

Diese Merkmale scheinen sich sehr dominant zu vererben, das zeigt sich vor allen Dingen darin, dass diese Merkmale in fast allen Linien, unter anderem in der Prager und in der Markelsheimer (Diese beiden Linien trennten sich aber schon bei den Söhnen des Johann(es) I (gen Hans/z) Gundling der Ältere (*9.8.1566 †1628), dass heißt schon vor ca. 450 Jahren.), bis heute auftreten.

Bekannte Namensträger

Jacob Paul Frhr. von Gundling

Jacob Paul Freiherr von Gundling

Historiker, * 19.8.1673 Hersbruck, † 11.4.1731 Potsdam.

Königl. preuss. Kammerherr, Oberzeremonienmeister, Hof-, Kriegs- und Kammerrat, Professor an der Ritterakademie und Präsident der königlich preussischen Akademie der Wissenschaften. Tragisches Mitglied des Tabakskollegiums, Friedrich Wilhelm I v. Preussen. [16] Erhielt von Kaiserin Katharina von Rußland fünf goldene Ehrenmedaillen und von Kaiser Karl VI dessen diamant besetzten Portrait und die goldne Gnadenkette.


Eben dieses ist die Ursache gewesen, um welcher willen, der sonst, wegen seiner Gelehrsamkeit, am Königlichen Preußischen Hofe so bekannt gewesene Geheime Rath Gundling, mehr unter die ausserordentlichen und poßirlichen Hof-Leute, als unter andere, in einem guten Ansehen stehende Königliche Räthe gerechnet worden. Diesen Mann nahmen Ihro Majestät der König, gleich Anfangs Ihrer Regierung, darum zu sich, daß er die vielen Zeitungen, welche des Königs Majestät, wie schon gedacht, halten, lesen, Ihnen das Beste daraus referiren, Urtheile und Anmerckungen darüber machen, auch des Mittags bey der Tafel sowohl, als in der Abend-Gesellschafft [gemeint ist das Tabakskollegium; d. Verf.] zu Potsdam und in Wusterhausen, discuriren, und sich aus der Historie hören lassen solte. Weil [...] auch sonst die gantze Conduite ziemlich mangelhafft, und er doch von gewaltigen Einbildungen beherrschet gewesen, so ist es endlich soweit gekommen, daß er mehr zum Schertz und Zeit-Vertreib, als zu serieusen Affairen gebrauchet worden. Ja es hat geheissen, als wann sein Epitaphium dieses seyn solte: Hie jacet vir multae memoriae, expeetans Judicium. Diese Worte zeigen an: Daß er zwar ein Mann gewesen, welcher eine herrliche Memoriam gehabt; dem es aber an Verstand ermangelt, welchen er noch im Grabe vergeblich erwartet.[17]

Anmerkung: „Dies Epithaphium, ein Kuriosum ersten Ranges, bildet immer noch die Hauptsehenswürdigkeit der Kirche. Hübsche Basiliken gibt es viele; ein solches Denkmal gibt es nur einmal.[18]

Nicolaus Hieronymus Gundling(ius)

Nikolaus Hieronymus Gundling

Rechtswissenschaftler und Polyhistor * 25.02.1671 Kirchensittenbach, † 9.12.1729 Magdeburg oder Halle.

Professor für Naturrecht und Philosophie, Historiker, und Prorektor der Universität Halle. Königlich preussisch Geheimrat und Konsistotialrat des Herzogtums Magdeburg. [19]

Franziskus gen. Franz Gundling

Prediger * um 1530, † 22.02.1567 in Nürnberg.

Protestantischer Prediger, war Kaplan an der St. Laurenzenkirche in Nürnberg, und unterschrieb im Jahre 1555 die " Confessio anti - Osiandrina". Er reiste mit Andreas Osiander nach Königsberg und kehrte 1551 nach Nürnberg zurück. [20]

Sonstige Personen

Wolfgang Gundling

Wolfgang Gundling

Diakon und Kapiteldekan * 24.12.1637 Nürnberg. † 31.7.1689 Nürnberg " Heilsbrunner Hof " - St. Laurenzen

Diakon und Kapiteldekan an der St. Laurenzenkirche zu Nürnberg, er war protestantischer Kirchenschriftsteller.

Johann gen. Hans Jakob Gundling

Maler *1669 Oberkrumbach.

Ehrbarer und kunstreicher Maler und Contrefactor Er war der Bruder von Nikolaus Hieronymus und Jacob Paul. Ihr Vater war der oben genannte Wolfgang Gundling.

Anton Gundling

Händler *20.2.1786 Neustadl am Klinger † 20.10.1864 Prag

Anton Gundling studierte Jura, wurde dann aber Eisenhändler. Aufsehen erregte er in Prag, da er als erster Prager die "Augsburger Allgemeine Zeitung" abonnierte. Auch empfing er täglich Besuch von hochgebildeten Herren wie Pfarrer P. Gwinner, Pfarrer Ignaz Stelzig sowie von Reitergenral Graf Nostiz und einigen Pragern Professoren. Dieses Treffen im Hause Gundling wurde oftmals auch als "kleines Tabakskollegium" beschrieben. Bei diesen Treffen soll das Tagesgeschehen aber auch hohe Politik besprochen worden sein.[21]

Franz Joseph Gundling (Gündling)

Verleger *16.11.1791 Neustadl am Klinger †31.10.1879 Rzeszów (Galizien)

Er war k.k. Oberleutnant und Besitzter des Armeekreuzes 1813/1814. Außerdem war er Inhaber des k.k.Tabakhauptverlages zu Podgroze b. Krakau. Franz Joseph Gundling ist der Begründer der Linie zu Krakau, welche zum Teil Gündling genannt wurde. Er wurde in der gundlingschen Familiengruft auf dem kath. Friedhof zu Krakau begraben.[22]

Julius Gundling (Pseudonym: Lucian Herbert)

Schriftsteller * 7.3.1828 Prag, † 4.5.1890 Prag

Er war Schriftsteller der Romane, Reiseberichte,..., unter dem Pseudonym Lucian Herbert ( oder auch Julius von Merghentheim) veröffentlichte. Bevor er städtischer Magistratsbeamter wurde, studierte er Jura, arbeitete dann als Herausgeber der Zeitschrift »Rübenzahl« und als Redakteur der Prager »Morgenpost«

Seine Tochter Katharina Gundling später verheiratete Nestler (*08.02.1853) gehörte zu den ersten studierenden Frauen, die mit genehmigtem Zeugnis abgingen (9.8.1871). Sie studierte an der Universität Zürich und war sehr belesen.[23]

Eduard Gundling

Prof.Dr. Eduard Gundling

Rechtsanwalt * 7.2. 1819 Prag, † 28.10.1905 Prag.

Er ist der Bruder des oben genannten Julius Gundling. Prof. Dr. Eduard Gundling war k.k Universitätsprofessor und Landesadvokat. Er besaß eine eigene Advokatenkanzlei (Advokat = Rechtsanwalt)in Prag. Er war Ehrenoffizier des k.k. Scharfschützenkorps, dort war er auch als Historiker und Archivar tätig. Er war Ehrenmitglied der Kongregation des italienischen Waisenhauses in Prag, Mitglied des marianischen Liebesverein der P.P. Kaupuziner, Mitglied der Staatsprüfungskommission für Lehramt der Musik.

Bei seinem Tod wurde ein langer sehr gut besuchter Trauermarsch zur Gundlingschen Familiengruft, vom k.k. Scharfschützenkorps, den zwei Universitäten,... durchgeführt. Eine große Menge an Trauerpost aus dem ganzen Reich zeigt seine Beliebtheit.[24]

Antonia Ludmilla Freifrau von Procházka, geborene Gundling

Hausfrau *4.2.1861 Prag, † 16. oder 17.Mai 1945 im tscheischen Konzentrationslager im Brewnower Klosterhof zu St. Margareth

Schriftführerin der Gesellschaft vom Roten Kreuz, Vorsitzende des Frauenhilfsvereines im Königreich Böhmen, erhielt am 26.1.1916 für ihre Verdienste um die soziale Fürsorge im ersten Weltkrieg das Ehrenzeichen II. Klasse mit der Kriegsdekoration, und am 4.4.1917 von Kaiser Karl I das k.k. Kriegskreuz für Zivildienste II. Klasse mit der Kriegsdekoration. Außerdem war sie Präsidentin des Klubs deutscher Künstlerinnen Prag.

Sie war mit Rudolf Freiherr von Procházka (*23.02.1864 †23.3.1936 in Prag) verheiratet, welcher Minsterialrat, Offizier(besaß das Statthalterdekret), Komissar der Bezirkssparkasse Eger, Fachexaminator für Musikgeschichte und Klavier bei der k.k. Staatsprüfungskomission für das Lehramt der Musik war. Er war im Sachverständigenkollegium für den Bereich der Tonkunst, Komponist von Lehrbüchern, Opern, und sonstigen musikalischen Stücken, Autor von Büchern, Mitglied des Prager Konservatoriums, sowie Mitglied des Arbeitsausschusses für deutsches Volkslied in Böhmen. Außerdem war er als Vizepräsident und Geschäftsführer der Prager Musikprüfungskommission, Landesmusikreferent, als erster Generalreferent auf dem I. österreichischen Musikpädagogischen Kongress in Wien, (betraut mit dem Musikdepartements 31), und Gründer des Vereins Deutsche Akademie für Musik und darstellende Kunst tätig. Durch das letzt genannte Amt leitete er die Gründung einer deutschen Musikhochschule in Prag ein, in welcher er Präsident war.[25]

Deren Sohn Roman Feiherr von Procházka(*20.11.1900 Prag †1990 München) war ein wichtiger Genealoge für die Familie Gundling. Von ihm stammt beispielsweise die Arbeit "Physiognomie und Phänotyp der Gundlinge"..[26]

Franz Xaver Gundling

Arzt, * 14.7.1873 Laudenbach †17.11.1955 Ellwangen/ Jagst

Dr. med., Kreisarzt und Primarius der gynäkologischen Klinik "St. Anna- Heim" in Ellwangen an der Jagst. Er war bis ins hohe Alter tätig und sehr angesehen. Hatte einen Sohn, Ernst Gundling (* 2.7.1906), welcher sich kurzzeitig als Rennfahrer betätigte, und später ein Autohaus leitete.

Umgangssprachliche Bezeichnungen

  • "Die Grafen Gundling"
Diese Variation ist ein Beiname, den die Gundlinge im Raum Hohenlohe und hier vor allem im Raum Markelsheim, Laudenbach notorisch besassen. Die Familie bekam diesen Beinamen auf Grund ihres guten Ansehens und ihres Auftretens in dieser Region. Zu diesem Beinamen wurde unter der Bevölkerung auch eine Legende erzählt, die besagte, dass die Gundlinge ehemals Grafen waren und durch einen Krieg ihre Besitztümer verloren hätten. Dies war nicht der Fall.
Des weiteren wurde erzählt, dass es Burggrafen mit dem Namen Gundling gab, die Bruggrafen von Gundling zu Lichteck- Finsterlohr. Es soll einen Burggraf Johann Jakob und einen Burggraf Wilhelm von Gundling zu Lichteck- Finsterlohr gegeben haben. Johan Jakob, der der Sohn des oben genannten Wolfgang Gundling (Kapiteldekan zu St. Laurenzen) sein soll, habe nach diesen Erzählungen um 1700 einen erblichen pfalzgräflichen Adel erhalten, den Wilhelm weitergeführt habe. Doch gibt es dafür keine Beweise.[27]
Dieser sei dann "verloren" gegangen, da der Sohn des Wilhelm Bäcker geworden sei. Doch ist diese Theorie nicht haltbar, da dieser Forscher wahrscheinlich Bäcker mit Häcker verwechselte. Häcker ist eine in der Hohenlohe übliche Bezeichnung für Winzer, der Beruf, den die Gundlinge in dieser Region häufig ausübten.
Wahrscheinlich gab es sogar einen Burggrafen Gundling, doch erhielt dieser keinen erblichen Adel. Burggraf Philipp Gundling zu Lichtel- Finsterlohr wurde 1636 in Rothenburg ob der Tauber geboren, wurde reichstädtisch Rothenburg'scher Burggraf zu Lichtel- Finsterlohr, und verstarb am 26.5.1691 in Laudenbach.[28]

Literaturhinweise

  1. Hans Bahlow: Deutsches Namenlexikon, Suhrkamp, Frankfurt am Main, 12. Aufl., 1994, ISBN 3-518-36565-7. Taschenbuch 65.
  2. Gottschald, Max: Deutsche Namenkunde, Mit einer Einführung in die Familiennamenkunde von Rudolf Schützeichel, Berlin, New York: Walter de Gruyeter, 1982. 5. verb. Aufl., 667 S. ISBN 3-11-008618-2. S.225
  3. Gundling, Lukas C.: Zur Herkunft der Gundlinge in Nord-Württemberg: Warum die Gundling-Forschung in der Abstammungsfrage wieder fast am Anfang steht, in: Südwestdeutsche Blätter für Familien- und Wappenkund, Band 33 (2015), S. 120f. insb. Fn. 39
  4. Prochàzka, Roman Frhr. von, Meine 32 Ahnen und ihre Sippenkreise, Bibliothek, Familiengeschichtliches Sammelwerk, familiengeschichtlicher Arbeiten Band 7, Verlag Degener & Co., Leipzig 1928 (Für den gesamten Artikel verwendet)
  5. dazu Gundling, Lukas C.: Zur Herkunft der Gundlinge in Nord-Württemberg: Warum die Gundling-Forschung in der Abstammungsfrage wieder fast am Anfang steht, in: Südwestdeutsche Blätter für Familien- und Wappenkund, Band 33 (2015), S. 118ff.
  6. Dazu: Gundling, Lukas C.: Die Wege der Gundlinge nach Osten, in: Südwestdeutsche Blätter für Familien- und Wappenkunde, Band 34 (2016), S. 81ff.
  7. Staatsarchiv Nürnberg: Amts- und Standbuch Nr. 306 Fol. 172.
  8. dazu Gundling, Lukas C.: Zur Herkunft der Gundlinge in Nord-Württemberg: Warum die Gundling-Forschung in der Abstammungsfrage wieder fast am Anfang steht, in: Südwestdeutsche Blätter für Familien- und Wappenkund, Band 33 (2015), S. 115ff.
  9. Prochàzka, Roman Frhr. von : Physiognomie und Phänotyp der Gundlinge, in: Archiv für Sippenforschung und alle verwandten Gebiete, 31. Jahrgang, Heft 19, August 1965
  10. zu den Wappen Gundling siehe: Gundling, Lukas C.: Die Wappen Gundling: Ursprünge und Gestaltungen, Genealogische Blätter der Familie Gundling und anverwandte Familien (GBFG) Nr. 7, Erfurt 2015 und ders.: Das Wappen des Nicolaus Hieronymus Gundling (II. Teil), GBFG Nr. 8, Erfurt 2016
  11. dazu Gundling, Lukas C.: Zur Herkunft der Gundlinge in Nord-Württemberg: Warum die Gundling-Forschung in der Abstammungsfrage wieder fast am Anfang steht, in: Südwestdeutsche Blätter für Familien- und Wappenkund, Band 33 (2015), S. 115ff.
  12. Procházka,Roman Frhr. von; Familiengeschichte Gundling; Ellwangen 1971, Im Selbstverlag erschienen; Württembergische Landesbibliothek (Signatur 22C/5)
  13. Siebmacher Band Preußen Grafen und Freiherrn Ergänzungen, Seite 30, Tafel 20,
  14. "Diploma Baronatus vor den Baron von Gundeling" köngl. preuß. Geh. Staatsarchiv Berlin- Dahlem (Rep. 7, Nr. 13, 1., Lit. "G", Nr. 59)
  15. Prochàzka, Roman Frhr. von : Physiognomie und Phänotyp der Gundlinge, in: Archiv für Sippenforschung und alle verwandten Gebiete, 31. Jahrgang, Heft 19, August 1965,(Für den gesamten Artikel verwendet)
  16. Artikel Jacob Paul von Gundling. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. 20. Oktober 2006.
  17. Zitat: Fassmann, David (1685-1744), Hofhistoriograph, Präsident der Akademie der Wissenschaften seit 1731
  18. Zitat: Fontane, Wanderungen, Bd.2
  19. Artikel Nikolaus Hieronymus Gundling. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. 20. Oktober 2006.
  20. Dreyhaupt, Johann Christoph von: PAGUS NELETICI ET NUDZICI, oder Ausführliche diplomatisch-historische Beschreibung des zum ehemaligen Primat und Ertz-Stift, nunmehr aber durch den westphälischen Friedens-Schluß secularisirten Herzogthum Magdeburg gehörigen Saal-Creyses, Zweiter Theil, Herausgegeben im Auftrag der Arbeitsgemeinschaft für mitteldeutsche Familienforschung e.V., Arbeitskreis Halle und Umgebung, von Uwe Meißner, fliegenkopf verlag 2002(für den gesamten Artikel verwendet)
  21. Dazu: Gundling, Lukas C.: Die Wege der Gundlinge nach Osten, in: Südwestdeutsche Blätter für Familien- und Wappenkunde, Band 34 (2016), S. 88f.
  22. Dazu: Gundling, Lukas C.: Die Wege der Gundlinge nach Osten, in: Südwestdeutsche Blätter für Familien- und Wappenkunde, Band 34 (2016), S. 86f.
  23. Dazu: Gundling, Lukas C.: Die Wege der Gundlinge nach Osten, in: Südwestdeutsche Blätter für Familien- und Wappenkunde, Band 34 (2016), S. 93ff.
  24. Dazu: Gundling, Lukas C.: Die Wege der Gundlinge nach Osten, in: Südwestdeutsche Blätter für Familien- und Wappenkunde, Band 34 (2016), S. 90ff.
  25. Dazu: Gundling, Lukas C.: Die Wege der Gundlinge nach Osten, in: Südwestdeutsche Blätter für Familien- und Wappenkunde, Band 34 (2016), S. 96f.
  26. Artikel Roman von Procházka. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie.
  27. Laut dem letzten Fürsten zu Hohenlohe in Niederstetten würden sich die urkundlichen Belege für den Adel der Gundlinge im Schlossarchiv in Niederstetten befinden(mehrfache Aussage gegen über Dr. Franz Xaver Gundling). Das Schlossarchiv befindet sich jetzt im Schloss Neuenstein. Dort konnten die Urkunden noch nicht gefunden werden.(Anmerkung: Die Nachforschungen im Archiv waren aus Zeitmangel noch nicht sehr intensiv)
  28. Sudetendeutsche Familienforschung, Jahresheft 1980, 22. Jahrgang Band IV, NF, Schretzenmayr, Lore/ Die Vorfahren des R. Frhr. v. Procházka

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