Gumbinnen

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Ostpreußenkarte um 1925
Prußische Stammesgebiete


Inhaltsverzeichnis

Gumbinnen

Der alte prußische Name des Ortes ist Pisserkeim (Dorf an der Pissa) und liegt im Stammesgebiet Nadrauen und zwar dort, wo die Rominte in die Pissa mündet. Etwa in 5 km Luftlinie von Gumbinnen entfernt liegt ein prußischer Schlossberg, auf dem wohl die heidnische Burg Otholichia gestanden hat. Weitere Prußenburgen im Kreis Gumbinnen sind belegt.

Die Pissa ist ein Quellfluss des Pregels. Ein Fluss Gumove wird 1331 zwischen der Pissa und dem Lyck-Fluss erwähnt.

Name

Der Name bezieht sich auf Sumpf und Bruchwald und beschreibt die Lage am Rande der Großen Wildnis.

  • prußisch "pisa, pisse" = tiefer Sumpf/ grundloser Morast, wo nur kleine Birken und Fichten wachsen

+ "caymis, kaimas" = Dorf, Ort

  • preußisch-litauisch "gumbine" = Knotenstock
  • "gumbinis" = knotig, knorrig
  • "gumbingas" = voller Knorren, Knoten, Äste


Allgemeine Informationen

  • Den Kolonisten aus Frankreich und der Schweiz, aus Nassau und der Pfalz, die zunächst ihre Gottesdienste in einem Brauhaus abhielten, stand später die evangelisch-reformierte Kirche in der Neustadt an der Darkehmer Straße zur Verfügung. Ebenso entstand eine Kirche in Sadweitschen (etwa 5 km von Gumbinnen entfernt), die jedoch später einging.
  • 1732 kamen viele vertriebene Salzburger nach Gumbinnen und siedelten sich dort an.


Einwohner:

1939. 22.181

Politische Einteilung/Zugehörigkeit.

Wappen Gumbinnen

Kirchliche Zugehörigkeit

Kirchen

  • 1545 wurde auf Befehl des Herzogs Albrecht im Dorf Bisserkeim eine evangelisch-lutherische Kirche aus Fachwerk gebaut.


Kirchhöfe/Friedhöfe

Geschichte

  • Erste Erwähnung Gumbinnens 1580.
  • Noch 1642 bestand das Dorf Bisserkeim aus einige Gehöften litauischer Bauart beidseits der Pissa, die durch Weidenhecken verbunden waren.
  • 1656 wurde das Dorf durch Tataren verheert.
  • Unter der "Großen Pest" 1709 - 1711 nahezu entvölkert. Dieser Umstand erregte das Mitleid des Königs Friedrich Wilhelm I., so dass er es 1722 zur Stadt erklärte.
  • 1724. Januar der Magistrat wurde ernannt.
  • 1726 folgte die Errichtung der litauischen Kriegs- und Domänenkammer.
  • 1732 kamen viele vertriebene Salzburger nach Gumbinnen und siedelten sich dort an.
  • 1732-38 erfolgte eine Neuanlage der Stadt durch den Königsberger Architekten Schultheiss.
  • 1759 Gumbinnen wird von den Russen besetzt.
  • 1762. Rußland und Preußen schließen noch während des Siebenjährigen Krieges, am 5.5.1762, den Friedensvertrag von St. Petersburg. Die Russen geben ohne Entschädigung die besetzten bzw. annektierten Gebiete Ostpreußen, Hinterpommern und Neumark zurück. Gumbinnen wird wieder preußisch.
  • 1914.18.-19. Aug.. vor der Stadt: "Schlacht von Gumbinnen" zwischen deutschen und russischen Truppen.
  • 1945.21. Jan. den Sowjets gelingt der Durchbruch durch die deutsche Front bei Gumbinnen.
  • 1945.21. Jan. Gumbinnen wird von den Sowjets erobert.

Archive, Bibliotheken

Genealogische und historische Quellen

Adressbücher
siehe Kategorie:Adressbuch für Gumbinnen

Kirchenbücher

siehe: Ostpreußen/Genealogische Quellen/Kirchbuchbestände Kreis Gumbinnen

Grundbücher, Steuerverzeichnisse, Gerichtsbücher u. Sonstiges

Persönlichkeiten

Auszug aus: Hans-Wolfgang Quassowski, Die von den Russen 1758-1762 in Ost- und Westpreußen angestellten Beamten. in: Familiengeschichtliche Blätter, 20. Jg., 1922, Heft 4. (Die Daten nach dem russischen und gregorianischen Kalender).

Fiedler, Otto Gottlieb, Diakon aus Gumbinnen, zum Erzpriester in Ragnit 14.3.1758.

Haupt, invalider Quartiermeister, zum Akzisekontrolleur in Gumbinnen 17./28.8.1759 [eine Frau Akziseinspektor Haupt in Gumbinnen ist Patin am 2.1.1788 beim Sohn und am 2.12.1784 bei der Tochter des Stadtrichters Briefen].

Janus, Kriegsrat; an seiner Stelle wird Kammersekretär Lübeck aus Gumbinnen Steuerrat 23.11./4.12.1759.

Lübeck, Kammersekretär aus Gumbinnen, zum Steuerrat an des Kriegsrats Janus Stelle 23.11./4.12.1759.

Lysius, Friedrich Heinrich Samuel, 3. Kammersekretär in Gumbinnen, zum 2. Kammersekretär daselbst 17./28.12.1759.

Meisner, Georg Wilhelm, Amtsaktuar, zum Richter und Stadtschreiber in Gumbinnen 19./30.8.1759.

Mühlenkampf, Gerhard Ludwig, Pfarrer in Kussen, zum Probst und Pfarrer in Gumbinnen 10./21.8.1759 [* Salzliebenhalle - jetzt Liebenhalle, Kreis Goslar am Harz, 8.5.1709, 1734 Pfarrer in Schirwindt, verheiratet mit Sophia Luise Pusch, Tochter von Georg Friedrich Pusch, Pfarrer in Kussen, Gerhard Ludwig Mühlenkampf 1736 Pfarrer in Trempen, 1751 Pfarrer in Kussen.

Nemo, Johann Friedrich, Vizebürgermeister in Gumbinnen, zum Bürgermeister daselbst 11./22.4.1760 (um 1750 ist er Ratsverwandter in Gumbinnen, wo ihm zwischen 1753 und 1759 4 Kinder geboren werden; verheiratet mit N.N. Neuschwendter.

Radtke, Martin Friedrich, 2. Kammersekretär in Gumbinnen, zum 1. Kammersekretär daselbst 17./28.12.1759.

Roggenbuck, Johann, * Gumbinnen, Sohn von Johann Driedrich Wilhelm Roggenbuck, Jäger, zum Oberwart im Uspöhnschen Forstberitt 21.10./1.11,1760.

Schirrman, Gottlieb Dietrich, außerordentlicher Kammersekretär in Gumbinnen, zum Kammerregistrator daselbst 17./28.12.1759.

Schlemüller, Heinrich Albrecht, aus Gumbinnen, Stud. zum außerordentlichen Sekretär bei der Kriegs- und Domänenkammer Königsberg 26.1./6.2.1762.

Schlemüller, Gottfried,Stud., zum Diakon in Gumbinnen 14.3.1758. * Gumbinnen 20.3.1728, immatrikuliert Universität Königsberg 26.4.1746, 1763 Pfarrer in Pillkallen, + 1779, verheiratet mit Esther Blaurock.

von der Tecke, Otto Friedrich, Amtsaktuar in Gumbinnen, zum Stadtsekretär in Tilsit 13./24.5.1762.

du Vignon, David Lorenz, Kammerregistrator in Gumbinnen, zum 3. Kammersekretär daselbst 17./28.12.1759.

_______________


Jähn, Karl-Heinz, * Gumbinnen 20.3.1932, Übersetzer und Herausgeber, Sohn eines Polizeibeamten, übersiedelte 1944 nach Burg Stargard, Studium der Slawistik, wohnhaft in Berlin. (Meyers Taschenlexikon: Schriftsteller der DDR, Leipzig 1974, (VEB Bibliographisches Institut), S. 237-238.

Vereine

Zufallsfunde

Oft werden in Kirchenbüchern oder anderen Archivalien eines Ortes Personen gefunden, die nicht aus diesem Ort stammen. Diese Funde nennt man Zufallsfunde. Solche Funde sind für andere Familienforscher häufig die einzige Möglichkeit, über tote Punkte in der Forschung hinweg zu kommen. Auf der folgenden Seite können Sie Zufallsfunde zu diesem Ort eintragen oder finden. Bitte beim Erfassen der Seite mit den Zufallsfunden ggf. gleich die richtigen Kategorien zuordnen.


Daten aus dem genealogischen Ortsverzeichnis

GOV-Kennung GUSJEWKO14CN
Name
  • Gumbinnen Quelle Stadt 9.1 (deu)
  • Gumbinė (lit)
  • Гумбиннен (- 1946) Quelle (rus)
  • Gumbinnen (- 1946) Quelle (rus)
  • Gussew (1946 -) Quelle lat. Transkription - ab Jahr geschätzt (rus)
  • Gusev (1946 -) (rus)
  • Гусев (1946 -) Quelle (rus)
Typ
  • Stadt
Einwohner
Postleitzahl
  • RUS-238030 (1993)
w-Nummer
  • 50236
externe Kennung
  • geonames:557882
Karte

Zugehörigkeit
Übergeordnete Objekte

Gumbinnen (- 1945) ( Kreis Landkreis ) Quelle

Gumbinnenskij Rayon, Gussewskij Rayon, Gusev, Гумбинненский район, Гусевский район ( Rayon ) Quelle

Untergeordnete Objekte
Name Typ GOV-Kennung Zeitraum
Schlachthof Wohnplatz SCHATZKO14CO
Gumbinnen, Gumbinnen-Altstadt Kirche object_163866
Borksruhe Wohnplatz BORUHEKO14CO (1917-08-04 -)
Fichtenwalde Wohnplatz FICLDEKO14BN (1992)
Mühlenetablissement Prang Wohnplatz MUHANGKO14CO
Norutschatschen Landgemeinde Wohnplatz NORHENKO14CN (1917-08-04 -)
Klein Norutschatschen Wohnplatz KGLHENKO14CO (1917-08-04 -)
Ziegelei Schawaller Wohnplatz ZIELERKO14CO
St. Andreas Kirche object_292754
Blumenau Wohnplatz BLUNAUKO14CN (1917-08-04 -)
Mühle Wohnplatz MUHHLEKO14CO (1917-08-04 -)
Gumbinnen, Gumbinnen-Neustadt (ref.) Kirche object_267756
Annahof Wohnplatz ANNHOFKO14CN
Friedrichsfelde Landgemeinde Wohnplatz FRILDEKO14CO (1917-08-04 -)
Gertschen, Gertenau, Gerčen, Герчен, Jarovoe, Jarowoe, Яровое Landgemeinde Gemeinde Dorf GERNAUKO14CM (1993)
Sodeiken Landgemeinde Gemeinde SODKENKO14CO (1992)
Perkuhnlauken Wohnplatz PERKENKO14CN
Bernen Wohnplatz BERNENKO14BN (1992)
Quellen zu diesem Objekt
Persönliche Werkzeuge