Grafschaft Calvelage

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Die hochmittelalterliche Grafschaften lassen Ansätze zu einer Darstellung der Grafschaftsverfassung in Westfalen erkennen. Einen Schlüssel dazu kann die Rekonstruktion von Familieneigentum, sowohl in Allodialbesitz als auch bei Lehen, Vogteien und anderen Rechten, bei Vererbungen bieten. Diese läßt Einblicke in geschichtliche Zusammenhänge, Machtstrategien und familiäre Verflechtungen, nicht nur in regionalen Bereichen zu. Einen Ansatz kann die Darstellung der Grafschaft Calvelage liefern.

Hierarchie: Regional > Historisches Territorium > Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation > Grafschaft Calvelage

Inhaltsverzeichnis

Status

  • Dynasten

Einleitung

Die Grafen von Calvelage, welche nach einem weiteren Wohnsitz den Namen von Ravensberg und auch von Vechta führten, hatten ihre Herrschaft im sächsischen Westfalen, im Ammerland und zwischen Vechta und Wildeshausen, wo vorher auch die Grafen Wigmann Besitz hatten.

Erbteilung

Noch zu Lebzeiten Hermanns (+1027) von Eenham kam es unter seinen Kindern zu einer Erbteilung, in deren Verlauf der älteste Sohn Hermann die Grafschaft im Westmünsterland und den Lerigau um Wildeshausen mit dem Sitz Calvelage (bei Lohne) erhielt, während Gottfried (1030/1060) Graf in Westfalen und im Stevergau mit dem Sitz Cappenberg und Besitz im sächsischen Westfalen bekam. Andere Besitzteile fielen an die Tochter Berthilde, welche Äbtissin zu Gandersheim wurde, den Sohn Gregor – Archidiakon zu Lüttich und die Tochter Mathilde (+n.1039), welche zumindest die Markgrafschaft Eenham durch Heirat 1015 an Reginhar V. von Bergen / Mons, Graf vom Hennegau (1014-1067) brachte und damit eine langwierige Auseinandersetzung der Familien um den Methingau beendete. Gräfin Richilde von Bergen/Mons brachte 1051 dann den Hennegau mit Bergen (Mons) an Graf Balduin von Flandern. Balduin IV. von Flandern hatte im Jahre 1033 die Burg Eename zerstört.

  • Hermann Markgraf v. Eenham, Gf. i. Eifelgau, 1017 Graf i. Westfalen, Stevergau u. Borken +1027 oo Mathilde, Kinder:
    • Hermann, 1030 Gf. i. Westmünsterland / Osthamaland (Erbe zu Calvelage)
    • Berthilde (früh+)
    • Gregor, Archidiakon z. Lüttich
    • Gottfried 1030 /1060 Gf. in Westfalen (Erbe zu Cappenberg)
    • Mathilde + n. 1039, oo 1015 Reginhar V. v. Hennegau + n. 1039

Erbwechsel zu Calvelage

  • Hermann I. von Calvelage 1030 Gf. i. Westmünsterland / Osthamaland (Erbe zu Calvelage bei Lohne), Kinder:
    • Hermann I., Graf von Calvelage

Erbwechsel zu Calvelage

  • Hermann II., † wohl 1082, Graf von Calvelage oo >1070 Edelinde von Northeim, Tochter Ottos II. von Northeim (1061 -1070), Herzog von Bayern, nachdem dieser abgesetzt und sie von seinem Schwiegersohn und Nachfolger Welf I. (1070 – 1101) Herzog von Bayern verstoßen worden war, Kinder:
    • Herman III. von Calvelage zu Ravensberg

Erbwechsel zu Calvelage

  • Herman III. von Calvelage zu Ravensberg (1115/1134, +1141), Graf von Calvelage (1120/1125) oo (Judith oder Adelheid, T. Ottos von Zutphen (filius praefectus), Kinder:
    • Otto I. von Ravensberg, Graf von Calvelage (1138), Graf von Ravensberg (1141-1170, +1192) oo Uda von Heinsberg (1193 Ww. des Grafen Otto von Ravensberg-Calvelage)
    • Heinrich Graf von Ravensberg (1158-1176,1185)
    • Hedwig von Calvelage zu Ravensberg, Erbin von Dale oo Graf Gerhard von Dale u. im Hennegau (1150)
      • Sohn Graf Heinrich von Dale (1166-1188) oo Regenwic von Diepenheim (V.: Wolbertus von Diepenheim)

Stift Flaesheim

Der Kölner Erzbischof Reinald von Dassel (1159-1167) beurkundet 1166, daß Graf Otto I. von Ravensberg (1141-1170) mit Gemahlin Uda von Heinsberg und Sohn Hermann, so wie sein Bruder Graf Heinrich, mit Zustimmung seiner Schwester Gräfin Hadewig - Frau des Gerhard von Dale - und deren Sohnes Heinrich - das Gut in Flaesheim mit allen Zugehörungen dem Kölner Erzstift geschenkt haben, damit dort durch Probst Herman von Knechtsteden ein Nonnenkloster eingerichtet werde, welches den Pröbsten des Prämonstratenser Klosters von Knechtsteden unterstehen solle, dessen Vogtei aber Graf Otto sich und seinen Erben vorbehalten habe. Zeugen sind u. a. Henrich de Limburg, Henricus von Geldern, Theodor von Cleve, Everhart von Altena, Engelbert von Berg.

  • Quelle:Herzoglich Arnenberg`sches Archiv (HAA).

Frühe Verbündete

Als Herzog von Sachsen erhob sich Lothar von Süpplinburg mit den Niederrheinern unter dem Erzbischof von Köln, Friedrich von Kärnten, den Sachsen und Westfalen, gemeinsam mit seiner Verwandtschaft, Markgraf Rudolf von Stade, Friederich Graf von Arnsberg, Heinrich von Arnsberg -Graf zu Rietberg und Hermann Graf von Calvelage gegen Kaiser Heinrich V. Am 11.02.1115 gewannen die Aufständischen die Schlacht bei Gerbstedt. Später kämpfte auch Heinrich von Limburg auf Lothars Seite und sie eroberten Dortmund. Schließlich ergab sich auch Münster. Nach kurzer Belagerung wurde die Burg Bentheim erobert und zerstört.

Auf dem großen Hoftag König Lothars zu Worms, am 25.12.1128, erscheinen zahlreiche Würdenträger des Reiches. Darunter auch Herman von Calverla(ge), der Vater Hedwigs von Calvelage und Verwandter des Herzogs Gottfried von Kappenberg. Hermann von Calvelage bezichtigte Gerhard von Geldern, den Onkel seines künftigen Schwiegesohnes, der Untreue gegen den König.

Erbvogtei

Da Heinrich Graf von Zutphen, Untervogt von Corvey, Herr zu Alzey, welcher eine Tochter des Northeimer Grafen von Beichlingen geheiratet hatte, ohne Leibeserben starb, fiel im Erbverfahren diese Untervogtei der an Otto von Northeimer gekommenen Hauptvogtei zu Corvey an Hermann von Calvelage und Ravensberg.

Bibliografie

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