Grünheide (Ksp.Memel)

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Disambiguation notice Grünheide ist ein mehrfach besetzter Begriff. Zu weiteren Bedeutungen siehe unter Grünheide.
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Hierarchie

Regional > Litauen > Grünheide (Ksp.Memel)

Regional > Historisches Territorium > Deutschland 1871-1918 > Königreich Preußen > Ostpreußen > Kreis Memel > Grünheide (Ksp.Memel)

Gut Adlig Grünheide, rechts Herrenhaus, links die Brauerei


Inhaltsverzeichnis


Einleitung

Grünheide (Ksp.Memel), Kreis Memel, Ostpreußen


Name

Andere Namen und Schreibweisen

  • Mit "Adlig" wird ein adliger Gutsbesitzer mit den entsprechenden adligen Vorrechten bezeichnet: hohe und niedere Gerichtsbarkeit, Jagd- und Fischereirecht, Patronat, Brauerei-, Brennerei-, Verlagsgerechtigkeiten, Herrschaftsrecht gegenüber dem Personal. Selbst der König konnte in diese Rechte nicht eingreifen. Ab 1800 wurden die adligen Güter Rittergüter genannt.[5]

Namensdeutung

Der Name ist eine Anpassung an das Deutsche und leitet sich von zemaitisch "Grynaite" ab.

  • zemaitisch "gryna, gryninas" = der kahle Erdboden, kahl, rein, dürftig, armselig, unfruchtbar

[6] [7] [8]


Allgemeine Information


Politische Einteilung

1860 Vorwerk zu Corallischken[10]
1873 vereinigt mit Bertulischken
Kaitinnen Jahn wurde 1873 zu Adlig Grünheide geschlagen.[11]
Grünheide (Ksp.Memel) ist entstanden durch Kgl. Erlaß v. 10. September 1873.[12]
1916 ist Grünheide (Ksp.Memel) ein Gutsbezirk.[13]
1940 ist Grünheide (Ksp.Memel) ein Gut in der Gemeinde Truschellen.


Kirchliche Zugehörigkeit

Evangelische Kirche

Grünheide (Ksp.Memel) gehörte 1916 zum Kirchspiel Memel Land.[14]

Katholische Kirche

Grünheide (Ksp.Memel) gehörte 1888 und 1907 zum katholischen Kirchspiel Memel.


Standesamt

Grünheide (Ksp.Memel) gehörte 1888 und 1907 zum Standesamt Truschellen.


Geschichte

Richard Friedrich Frentzel-Beyme [1]
Caroline Mathilde Frentzel-Beyme geb. Kauffmann [2]

1855 Dem vom Gutsbesitzer Richard Friedrich Frentzel-Beyme erworbenen Lande von 411 Morgen 125 Ruthen preuß., bestehend aus dem zu Corallischken gehörigen unbebauten Bauerhofe Kaitinnen und einer gleichfalls zu Corallischken gehörigen Wiese (Bertulischken) ist der Name Grünheide-Corallischken beigelegt (Amtsblatt vom 15.11.1855).

1873 Das kölmische Gut Bertulischken in Verbindung mit dazu gekauften Parcellen des Gutes Adlig Corallischken und der Ortschaften Kaitinnen-Jahn und Dinwethen wird durch Allerhöchsten Erlaß vom 10.9.1873 zu einem selbständigen Gutsbezirk unter dem Namen Adlig Grünheide erklärt (Amtsblatt vom 26.9.1873).

Richard-Friedrich Frentzel-Beyme war verheiratet mit Caroline Mathilde geb. Kauffmann. Das Paar hatte 8 Kinder, die alle auf Adlig Grünheide geboren wurden. Frentzel-Beyme starb am 1.4.1897 in Gaaszen, seine Ehefrau am 23.2.1913 in Memel. Wer das Gut danach besaß, konnte bisher nicht festgestellt werden.

1917 verkauft Generaloberarzt Dr. Busse das nur kurz besessene Adlig Grünheide an den Rentier und früheren Dampfschneidemühlenbesitzer Lindenblatt aus Bergfriede Kr. Osterode/Ostpr. [15]

1940 kaufte Valerius Ptach das Gut und besaß es bis zur Flucht 1944.[16]

Robert Frentzel-Beyme [3]
John Peter Frentzel-Beyme [4]
und Ehefrau Elisabeth [5]
Edwin Leopold Frentzel-Beyme [6]
Käthe Frentzel-Beyme [7]
Walter Charles Frentzel-Beyme [8]
Richard Frentzel-Beyme [9]


Gefallene im II. Weltkrieg

Zur Erinnerung an die Soldaten des zweiten Weltkrieges, die in Memel und in den Orten der Umgebung gefallen sind.

Kriegsgräber- und Gedenkstätte in Memel 2012

Die Kämpfe ereigneten sich vom 11.10.1944 bis zum 21.12.1944[17]

Am 11.10.1944 fielen:

  • Kortz, Josef *08.04.1920 in Duisburg, Gefreiter
  • Thormann, Rudolf *15.12.1910 in Sievertshagen, Wachtmeister

Am 22.10.1944 fiel :

  • Grossmann, Richard *11.11.1908 in Pulsnitz, Oberschütze

Am 14.12.1944 fiel :

  • Auerbach, Günther *23.04.1921 in Pulsnitz, Obergefreiter

Am 18.12.1944 fiel :

  • Löwen, Rudolf *01.09.1907 in Pirmasens, Gefreiter

Am 21.12.1944 fiel :

  • Arzt, Paul *29.01.1906 in Betzdorf, Gefreiter


Weitere Informationen:

  • Die Namen der Gefallenen finden Sie auf den Gedenktafeln auf dem Soldatenfriedhof in Memel/ Hindenburghain. Die Tafeln sind alphabetisch sortiert.
  • Auf der Webseite Weltkriegsopfer finden Sie fast alle Gefallenen mit weiteren Angaben.



Bewohner

Verschiedenes

Karten

Grünheide noch nicht verzeichnet auf der Schroetterkarte (1796-1802) 1:50 000
© Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz
Grünheide nicht verzeichnet auf der Schroetter Karte 1802, Maßstab 1: 160000


Vorwerk Grünheide im Preußischen Urmesstischblatt 1860
© Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz
Vorwerk Grünheide und Gut Bertulischken im Preußischen Urmesstischblatt 1860
© Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz
Grünheide im Messtischblatt 0293 Plicken (1910-1940) mit den Gemeindegrenzen von 1938
© Bundesamt für Kartographie und Geodäsie


Daten aus dem genealogischen Ortsverzeichnis

GOV-Kennung GRUIDEKO05OR
Name
Typ
  • Gut (1873-09-10 - 1944)
  • Wohnplatz (1944 -)
w-Nummer
  • 66132
Karte
   

TK25: 0293

Zugehörigkeit
Übergeordnete Objekte

Memel, Memel Land (1907) ( Kirchspiel ) Quelle S.160/161

Grünheide, Adlig Grünheide (1873-09-10 -) ( Gutsbezirk ) Quelle

Memel (Hlste. Dreifaltigkeit), Memel, Klaipėda (1907) ( Pfarrei ) Quelle S.160/161


Quellen

  1. Dietrich Lange: Geographisches Ortsregister Ostpreußen einschließlich des Memelgebietes, des Soldauer Gebietes und des Reg.-Bez. Westpreußen (1919-1939)
  2. OFB Memelland
  3. Amtsblatt des Memelgebietes vom 01.09.1923
  4. Amtsblatt des Memelgebietes vom 29.12.1923
  5. Staßewski, Kurt von, Stein, Robert Hrsg.: Was waren unsere Vorfahren?, Amts-, Berufs- und Standesbezeichnungen aus Altpreußen, Königsberg 1938, Verein für Familienforschung in Ost- und Westpreußen Hamburg 1991
  6. Kurschat, Alexander: Litauisch-Deutsches Wörterbuch, Vandenhoeck & Ruprecht, 1968
  7. Kwauka, Paul, Pietsch, Richard: Kurisches Wörterbuch, Verlag Ulrich Camen Berlin, 1977
  8. Prußischer Wortschatz, Privatsammlung Szillis-Kappelhoff, S. 239
  9. Dietrich Lange: Geographisches Ortsregister Ostpreußen einschließlich des Memelgebietes, des Soldauer Gebietes und des Reg.-Bez. Westpreußen (1919-1939)
  10. Schroetterkarte (1796-1802), Maßstab 1:50000
  11. Dietrich Lange: Geographisches Ortsregister Ostpreußen einschließlich des Memelgebietes, des Soldauer Gebietes und des Reg.-Bez. Westpreußen (1919-1939)
  12. Johannes Sembritzki, Geschichte des Kreises Memel, Memel, 1918
  13. Johannes Sembritzki, Geschichte des Kreises Memel, Memel, 1918
  14. Johannes Sembritzki, Geschichte des Kreises Memel, Memel, 1918
  15. Sembritzki Johannes: Geschichte des Kreises Memel, 1918
  16. Memeler Dampfboot vom April 1958
  17. Der Zeitraum ist aus den Gefallenendaten errechnet und ergibt nicht die exakte Dauer der Kämpfe an
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