Geschichte der kleinen deutschen Höfe 1/141
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trag unterbrochen mit den Worten: „Hört Ihr's! Ich will euch mit
Wenigem antworten: Kaiserliche Majestät hat mich hierhergeschickt
wider Dero Rebellen und diese zu verfolgen, nicht aber, um
Intercessionen zu ertheilen. Kommt Ihr noch einmal mit einer
solchen Ambassade wieder, so
lasse ich Euch den Kopf vor die Füße legen!" Als der
niedergedonnerte Cothmann hinwiederum zu seiner
Entschuldigung sein oratorisches Talent entfalten wollte, fiel ihm
Wallenstein mit Ungestüm
in's Wort: „Hört Ihr's! Ihr habt damit Euren Bescheid!" „Im Jahre
1651, bei Gelegenheit der Erzählung eines Streits über die
Contribution, sagt der alte ehrliche Propst Franck[1] , kam es das
erstemal, daß die Stände auf die Gedanken geriethen, wenn sie bei
Hofe nicht Recht erhielten, daß sie an den Kaiser appelliren
wollten, welches damals der Kanzler, der ohne Zweifel Alles
erfahren, wohl wenig geachtet; aber seine Rachbegierde, da er den
Ständen gram war, weil sie ihn mit in die Contribution ziehen und
ihm die Appellations-Sporteln nicht länger gönnen wollen, hat
unsäglichen Schaden nach sich gezogen, indem seine Amtsnachfolger
so viel weniger die vorgefundenen Fußstapfen verlassen wollen, je
mehr sie gedachten, den Fürsten durch Unterdrückung des Adels zu
schmeicheln, womit aber dem fürstlichen Hause mehr Schaden als
durch den dreißigjährigen Krieg geschehen ist. Nachdem der Teich,
an welchem noch sonst auf Landtagen durch Abrichtung einiger
Beschwerden war gebessert worden, einmal durchgebrochen; so hat er
nicht
- ↑ Altes u. neues Mecklenburg 14, 43, 71.
