Geschichte der kleinen deutschen Höfe 1/116
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erboten. Der gestrenge Kanzler erwiederte ihnen aber: „den
Huldigungseid hätte die Kaiserliche Commission selbst aufgesetzt
und sich dabei nach der Abschrift gerichtet, welche sie hievon in
der Kanzlei gefunden; Ritter und Landschaft würden Ihro Fürstlichen
Gnaden nicht vorschreiben, wie sie ihre Unterthanen in Pflicht
nehmen sollten.“ Es fand sich auch bei der Untersuchung beider
Eidesformeln nur ein geringer Unterschied. Beide Herren,
Eltz, ein pfälzer
Parvenu, und Wengersky,
ein Schlesier, waren Protestanten, beider Familien blühen am Rhein
und in Schlesien noch, sie haben sich aber convertirt, sie sind
heut zu Tage katholisch. Eltz ward bei der Execution
Wallenstein's zu Eger
gefangen nach Wien abgeführt, convertirte sich hier, ging in die
Dienste des Kurfürsten von Mainz und starb als Geheimer Rath;
einer seiner Familie saß in den Jahren 1732 - 1742 auf dem Stuhl zu
Mainz und durch ihn ward die Familie 1733 gegraft. Die Familie
Wengersky oder
Wingiersky, wie sie
unter Wallenstein sich
nannte, erlangte den Freiherrnstand 1656 und nach der Conversion
1714 den Grafenstand: sie war in Schlesien früher sehr reich
begütert, ist aber jetzt, wie so viele schlesische Familien,
heruntergekommen; einer derselben, der erster Kammerherr unter
Friedrich Wilhelm II von
Preußen war, hat die handschriftlichen Memoiren
hinterlassen, die die Jahre 1786 - 1807, wo er starb, umfassen und
die ich in der preußischen Hofgeschichte wiederholt benutzt habe.
Der Statthalter Wallenstein's. der Obristlieutenant
Albrecht Wengersky, war
noch ein eifriger Protestant: als die mecklenburgische Ritterschaft
unter dem vielen
