Geschichte der kleinen deutschen Höfe 1/075
aus GenWiki, dem genealogischen Lexikon zum Mitmachen.
| GenWiki - Digitale Bibliothek | |
|---|---|
|
Geschichte der kleinen
deutschen Höfe Teil 1 | Teil 2 | Teil 3 | Teil 4 |
|
| <<<Vorherige
Seite [074] |
Nächste
Seite>>> [076] |
| korrigiert | |
| Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal korrekturgelesen. Bevor dieser Text als fertig markiert werden kann, ist jedoch noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig. | |
eines Landfriedensbruchs im Jahre 1560, wobei ein Kind ins Feuer
geschleudert wurde, mußte Ulrich Strahlendorff aus dem Lande
gehen, sein Sohn machte am kaiserlichen Hofe sein Glück und sein
Enkel war es, der im dreißigjährigen Kriege Wallenstein Mecklenburg
verschaffte: ich komme darauf zurück. Mit den Strahlendorffen zugleich ward damals
die Familie eines im neunzehnten Jahrhundert sehr loyalen Herrn,
des preußischen Ministers und Demagogenriechers Kampcz geächtet, welche zum Andenken
an „das große malheur" noch die mittelste der drei rothen
Straußenfedern auf ihrem Helme in schwarz umgewandelt trägt. Es
findet sich damals noch ein Strahlendorff als des Todschlags
verdächtig bezeichnet. Bei einem Hochzeitsfeste, welches
Daniel von Plessen auf
Steinhusen im Jahre 1559 in Wismar gab, wo es, wie damals ganz
gewöhnlich war, zur Rauferei kam, ward Helmuth von Plessen von Brüel ums
Leben gebracht. Das Stadtgericht zu Wismar begnügte sich dem des
Todschlags verdächtigen Joachim vonStrahlendorff die
Wachshand des Erschlagenen zuzuschicken[1] . Noch in der
Polizei-Ordnung von 1572, die Herzog Johann Al-
- ↑ Gemeinen Mördern, nicht Standespersonen, ward damals die leibliche rechte Hand des Ermordeten zugesandt, damit ihn diese gleichsam selber vor Gericht ziehe. Wenn der Todtschläger gegen Geldzahlung Sühne erhielt, mußte er die Hand des Erschlagenen feierlich mit Hunderten von Rittern und Knechten, Frauen und Jungfrauen zu Grabe geleiten: diese Ceremonie hieß: „Hand-gräft“, Handbegräbniß.
