Geschichte der Kirchen, Pfarren, geistlichen Stiftungen und Geistlichen des Lippischen Landes 1881/125

aus GenWiki, dem genealogischen Lexikon zum Mitmachen.

Wechseln zu: Navigation, Suche
GenWiki - Digitale Bibliothek
Geschichte der Kirchen, Pfarren, geistlichen Stiftungen und Geistlichen des Lippischen Landes 1881
Inhalt
Ortsverzeichnis
<<<Vorherige Seite
[124]
Nächste Seite>>>
[126]
Hilfe zur Nutzung von DjVu-Dateien
Texterfassung: fertig
Dieser Text wurde zweimal anhand der angegebenen Quelle korrekturgelesen.




In der Parochie Oerlinghausen liegen bezw. lagen folgende Kapellen:

1. Die Hünenkirche auf dem Tönsberge, von der nur noch wenige Mauerreste vorhanden sind. Sie ist ein sehr alter Bau der vorgothischen Zeit und diente wahrscheinlich auch einem Klausner zur Wohnung. Sie war dem heiligen Antonius, dem Eremiten dem Schutzpatron einsam gelegener Kapellen und Klausen, geweiht und wird dem Tönsberge (Tönniesberg) den Namen gegeben haben. Urkundliche Nachrichten über die Kapelle sind nicht vorhanden und diejenigen über Gründung derselben durch Karl den Großen zum Danke für seinen Sieg über die Sachsen bei Detmold im Jahre 783 sowie über den Besuch der Capelle, der erst mit der Reformation aufgehört habe, ein bedeutender Wallfahrtsort zu sein, entbehren der Begründung.
2. Zu Werinctorp (Werentrup) wird eine Kapelle gewesen sein, da nach einer Urkunde vom 20. December 1375 ein Haus und eine Stätte auf dem „Kerckhove“ zu Werinctorp an den Decan und das Kapitel der Kirche zu Bielefeld verkauft wird. (Lipp. Reg. II, 1264.)
3. Stukenbrock, welches früher nach Oerlinghausen eingepfarrt war, erhielt erst 1614 eine dem Täufer Johannes geweihte Kapelle, welche 1683 vergrößert und zur Pfarrkirche erhoben wurde. (Vgl. Holscher Bisth. Paderborn S. 95.)
4. Auf dem Hofe zu Niedernbarkhausen soll noch in dem vorigen Jahrhundert ein dem heiligen Romanus geweihte Kapelle bestanden haben. (Lipp. Reg. II, 1089.)

12. Wüsten. (Die Wüste.) Die Gegend, wo jetzt „Wüsten“ liegt, war früher eine große Waldung „die Woiste“ genannt, welche zu dem Schloß Varenholz gehörte, aber von dort wegen der weiten Entfernung nicht beaufsichtigt werden konnte und daher im Anfang des 16. Jahrhunderts durch regelloses Holzhauen vollig verwüstet war. Dieser Umstand veranlaßte Simon V., als rechten Erbherrn und Holzgrafen, die Aufsicht über die Waldungen der Stadt Uflen zu übertragen, welche auch die sog. Pfändung ausübte und die einträglichen Strafgelder erhob. Damals wurde der Wald für gewisse Perioden verschlossen, aller Holzhau verboten und dann wieder für ein oder mehrere Jahre geöffnet. Unter Bernhard VIII. begann allmählich der Anbau des Dorfes Wüsten, wodurch der Wald im Lauf der Zeit immer mehr einging. Am 18. October 1533 wurde die Stadt Uflen von Bernhard VIII. mit einem großen Theil des Holzdistricts
Persönliche Werkzeuge