Geschichte der Kirchen, Pfarren, geistlichen Stiftungen und Geistlichen des Lippischen Landes 1881/400
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| Geschichte der Kirchen, Pfarren, geistlichen Stiftungen und Geistlichen des Lippischen Landes 1881 | |
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In Lieme verheirathete er sich mit Anna Neubourg, Tochter des
Amtsraths Neubourg zu Horn. Daß er sich um die Verschönerung der
Kirche verdient gemacht hat, ist oben erwähnt.
11. Reelkirchen (Relinkerke, Reylenkerken), mit Reelkirchen,
Herrentrup mit dem Sauerkruge, Hüntrup, Wellentrup mit dem Gute
Gröpperhof, Siebenhöfen und Wilbasen, Maspe mit den Gütern
Burgmaspe, Nierdermaspe, Obermaspe, Freißmissen, Gut Borkhausen, in
der blanken Ruthen, Tintrup, in der Wehren, das Gut zu Belle und
Brunsmeiers Hof, kommt schon 1231 als Parochie des Archidiaconats
Steinheim im Bisthum Paderborn vor. Ob um diese Zeit schon der
Hauptbau der jetzigen Kirche gestanden hat, ist nicht bekannt. „Das
reich gegliederte Sockelgesims und die romanischen Säulen des durch
einen gedrückten Spitzbogen geschlossenen Portals deuten auf die
Uebergangszeit der Baukunst hin.“ (Preuß Baul. Alterth. 2. Aufl. S.
158). Puhstkuchen sagt in seinem bekannten Werke: „Reelkirchen hat
schon 1421 eine Kirche gehabt.“ Ums Jahr 1587 wird dieselbe eine
Erweiterung erfahren haben. Denn im Kirchenvisitationsprotokoll vom
Jahre 1587 heißt es: „Es haben auch Pastor, Dechen und gemeine
Kaspelsleute, daß ihre Kirche zu enge werde, beleget und daß ihnen
möge freigelaßen werden, dieselbe zu erweitern.“ (Nach den Acten
der Consistorialregistratur.) Schutzpatron der Kirche ist der heil.
Liborius, dessen Figur in einem steinernen Reliefbilde über dem
Portale angebracht. Demnach ist sie von Paderborn aus erbaut, wohin
die Gebeine des heil. Liborius am 28. Mai 836 von Le Mans in
Frankreich, gebracht wurden, von welchem Datum an dort die
Verehrung dieses Schutzheiligen beginnt. Ein Anbau an die Kirche
auf der Südseite fand im Jahre 1665 statt, wie die daselbst
eingehauene Jahreszahl angiebt.
Im Jahre 1380 wird Werne und 1411 Ysentorpe (Istrup) als zur Parochie Reelkirchen gehörig bezeichnet. (Lipp. Reg. II, 1304, II, 1750.)
Urkundlich ist über Reelkirchen, außer den nachfolgenden vorreformatorischen Priestern nur bekannt, daß 1398 mit Genehmigung des Kirchherrn zu Reelkirchen in der Kapelle zu Wilbasen ein Altar fundirt wurde (Lipp. Reg. II, 1457.) und daß die Kirche mit allen ihren Einkünften mit Erlaubniß des Grafen Bernhard auf Gesuch seines Bruders Simon, Bischofs von Paderborn, sammt der zu dieser gehörenden Filialkapelle zu Wilbadessen (Wilbasen) am 8. October 1496 dem Kloster zu Blomberg incorporirt ward, (Lipp. Reg. IV, 2850.) aus dessen Händen sie erst durch die Reformation befreit
