Geschichte der Gemeinde Wegberg/095
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hl. Anna aus der Barockzeit, ein im Jahre 1910 neu polychromiertes
großes Missions-Kreuz mit gutem Corpus, ein Barockkelch aus
vergoldetem Silber aus dem Jahre 1704, ein gotischer Kelch aus der
Mitte des 15. Jahrhunderts, eine silberne Sonnenmonstranz von 1752,
ein silbernes Weihrauchfaß und 2 ebensolche Meßpollen aus dem 17. -
18. Jahrhundert.
1859 wurden für den Erweiterungsbau von der Bildhauerfirma Wings
und Comp. zu Wegberg zwei Seitenaltäre angefertigt zum Preise von
je 200 Thlr. 1869 wurden die Kirchenbänke erneuert, und dafür aus
freiwilligen Gaben 600 Thlr. verwendet. Wie dem Verfasser erzählt
wurde, soll damals die alte Inneneinrichtung zum Teil zerschlagen
und als Brandholz verkauft worden sein. Ebenso soll ein alter
flandrischer Schnitzaltar für 500 Thlr. verkauft und später für
eine sehr hohe Summe nach London weiterverkauft worden sein.
Ein alter Lehrer erzählte mir, daß bei dem Erweiterungsbau die
Arbeiter an der Stelle des alten Chores ein Gewölbe bloßlegten, in
welchem mehrere Särge mit wohlerhaltenen Gebeinen und mit dem
Wappen der Herren von Tüschenbroich standen. Als ein Arbeiter
hinabstieg, seien die Särge und Gebeine bei der Berührung in Staub
zerfallen. Man habe darauf schleunigst die Grube zugeschüttet. Man
wird hier die Familiengruft der Ritter Spiering von Tüschenbroich
vor sich gehabt haben.
Nach den erwähnten Erneuerungs- und Erweiterungsbauten folgte ein
Ruhestand, in welchem die Kirche arg vernachlässigt wurde, sodaß
anfangs des 20. Jahrhunderts der bauliche Verfall zu befürchten
stand. Einige Fenster waren sogar mit Brettern zugedeckt. 1905
wurde daher zunächst die nördliche Seitenwand zum Teil und das Dach
zum großen Teil erneuert. Die Kosten im Betrag von rd. 14 000 Mk.
wurden durch Anleihe aufgebracht. Sodann wurden überall neue
farbige Glasfenster aus den Ateliers von Dr. Oidmann Linnich und
Gassen & Blaschke in Düsseldorf mit Darstellungen aus dem neuen
Testament angebracht. Die Kosten hierfür im Betrage von etwa 17 000
Mk. wurden durch freiwillige Gaben aufgebracht. Als dann am 10.
März 1908 der Pfarrer
