Genealogie der Herren und Grafen von Velbrüggen/38
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Goedert von Norprode, sind ohne Zweifel Nietgens Söhne. Johan von
Norprode, welcher im J. 1469 seinen von der Herrschaft zu Wickerath
lehenrührigen, im Dorfe Karst gelegenen Hof in Erbpacht
ausgethan[1], schreibt sich in spätern Jahren, Ritter
Johan von Norprode im Dickhove. Vielleicht hat auch er, wie Arnold
von Harff, von dem alten Ritter des Gelderlandes, „her Hans van
Pruyssen", zu Jerusalem den Ritterschlag empfangen. Im Jahre 1512
errichtet er sein Testament, worin er seines Bruders Sohn, Johan
von Norprath, zu seinem Erben instituirt. Dieser ist im J. 1516 mit
Diederich von Dongerade genannt Wetzel einen Tausch eingegangen,
und hat er gegen seine binnen Neuss gelegene Behausung, zur Dick
genannt, den im Kirspel von Büderich gelegenen Duckers-Hof
erhalten. Da aber der Hof wahrscheinlich einen ungleich höhern
Werth hatte, als das Haus, so war Johan wohl in die Nothwendigkeit
versetzt, seinen Hof zu Karst zu verkaufen. Rutger von Velbrüggen
ist im J. 1518 mit demselben belehnt worden. — Johan von Norprath
war zweimal verheirathet. Aus seiner ersten Ehe stammt Rutger von
Norprath im Duckeishof; aus zweiter, Georg von Norprath im
Dickhof.
Die Herren von Norprode, worüber ich bis jetzt gehandelt, waren nicht im Besitze des Gutes, wovon sie den Namen tragen. Dasselbe gehörte gemäss einer von Herrn von Oidtman ausgefertigten Stammtafel, dem Heinrich von Norprode genannt Weiskorn. Dieser war nur mit Töchtern gesegnet. Die älteste, Lysbeth von Norprode, hatte mit ihrem ersten Gatten Johan von der Vorst eine Tochter Adelheid, welche den Goedert von Rittersbach geheirathet, und mit demselben einen Sohn Johan von Rittersbach gezeugt hat. Selbige Lysbeth und ihr zweiter Gatte Philips von Vredelenberg genannt Mordroick[2] haben ihren Hof zu Norprode dem Goedert von Norprode verpfändet, denselben bis zur Ablöse zu gebrauchen. Diese Notiz findet sich in dem Inventarium, nämlich in einem Vidimus vom
- ↑ Gemäss diesem im Inventarium notirten Pachtbrief war Johan von Norprode verheirathet. Die in Heft XI. p. 81 erwähnte Margaretha wird nun wohl seine zweite Gattin gewesen sein.
- ↑ Philips Morderogge findet sich im Ritterzettel bei Fahne (II. p. XI), Amts Medemen. Vredelenberg ist wohl das heutige Fredenberg bei Opladen. Wilhelm Steffens Erbgesessener zum Vredenberg lebte im sechzehnten bis ins siebenzehnte Jahrhundert.
