Gelsterburg

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Gelsterburg

G e l s t e r b u r g

abgegangene Spornburg bei Weißenbach
Werra-Meißner-Kreis, H e s s e n
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Blick zur Gelsterburg bei Weißenbach


Bearbeitet von Bernd Waldmann, Weißenbach

Inhaltsverzeichnis

Blick von der Landstraße 3239 bei Trubenhausen
auf die Gelsterburg, (Foto 2007)

Geschichte der Gelsterburg

Der Zugang zur Gelsterburg (ein Höhenweg aus südlicher Richtung)
wurde durch den im Foto gezeigten Halsgraben geschützt.
Foto März 2011, von Hildegard Waldmann.
Blick vom Burghof auf die Grundmauern des südlichen Turmes.
Im Hintergrund ist die Rückseite der Info-Tafel und der Höhenweg nach Weißenbach zu sehen,Foto März 2011, von Hildegard Waldmann.

Aus der Schulchronik von Weißenbach

In der Schulchronik von Weißenbach findet man folgende Eintragung aus dem Jahre 1883: „Wie und wann Weißenbach entstanden ist liegt im Dunkeln. Ebenso unbekannt ist die Entstehung und Zerstörung der Gelsterburg, ¼ Stunde nördlich von Weißenbach auf einer vom Schieferberge vorspringenden steilen Bergspitze gelegen. Die durch dreifache Gräben befestigte Stätte ist jetzt noch sichtbar. Da alle Urkunden über die Burg fehlen, ist anzunehmen, dass sie in früher Zeit zerstört worden ist.“

Da auch über die Gründung der Burg keine Urkunden zur Verfügung stehen, kann man nur Mutmaßungen anstellen. Diese stützen sich auf folgende Umstände:

  • auf die Erkennbarkeit der Stätte der Gelsterburg
    Wie in der Chronik angegeben, ist der Grundriß der kleinen Ritterburg heute noch deutlich zu erkennen. Man sieht die Führung der rechteckigen Mauer des Burghofes und den Grundriß zweier Rundtürme an der Nord- und Südseite. Auch Reste der dreifachen Umwallung sind noch sichtbar. Ein heute noch vorhandener Pfad im Walde ist offensichtlich der Zugang zur Burg gewesen.
  • auf die Sage von der Gelsterburg,
    In zweifacher Darstellung vorhanden, und zwar mit tragischem und versöhnlichem Ausgang. Die Sage berichtet von der gewaltsamen Zerstörung der Burg. Sie enthält Motive anderer bekannter Sagen,
    z.B. Die Weiber von Weinsberg

Vermutungen über die Gründung

Auf Ostseite der Gelsterburg ist der Wallgraben gut zu erkennen,
Foto März 2011, von Hildegard Waldmann.

Man kann folgende Hypothese aufstellen:
Die Gelsterburg wurde zur Zeit Barbarossas (etwa in der Zeit von 1170 - 1180) gebaut. Herr Professor Crome aus Bad Harzburg, der als Jagdgast nach Weißenbach gekommen war, hat angegeben, er wisse mit Bestimmtheit, daß die Gelsterburg eine Gründung Heinrich des Löwens sei. Diese Behauptung kann nur dann richtig sein, wenn zu jener Zeit unser Gebiet Grenzland des Herzogtums Sachsen gewesen wäre. Herr Professor Eckhardt, Witzenhausen, hat mitgeteilt: „Die Gelsterburg wird von Dr. Lange für die Stammburg der von Hundelshausen gehalten. Eine urkundliche Erwähnung ist mir nicht bekannt geworden.“

Zur Burg gehörten ausgedehnte Liegenschaften, und die wurden von Leuten bestellt, die der Burgherr in Weißenbach (auf dem Berg) und in Trubenhausen (im Tal) angesiedelt hatte. Somit ergibt sich die Möglichkeit, daß beide Dörfer schon aus dem 12. Jahrhundert stammen. An der höchsten Stelle wurden diesen im Dienst des Ritters stehenden Bauern eine kleine Kirche gebaut. Ein Holzabfuhrweg heißt heute noch „Kerchelspfad“ (Kirchenpfad). Diesen sollen die Trubenhäuser beim Kirchgang benutzt haben, solange sie noch keine eigene Kirche hatten.

Das weitere ergibt sich aus der Fortsetzung des Eintrags in der Schulchronik:
„Wahrscheinlich hat hier ein Raubritter gehaust, welchem von Rudolph von Habsburg der Garaus gemacht worden ist. Bekanntlich hat dieser deutsche Kaiser in Hessen und Thüringen 66 Raubritterburgen zerstört (ums Jahr 1284). Wahrscheinlich sind die Einwohner von Weißenbach und Trubenhausen dessen Vasallen gewesen, und, um den Dränger los zu werden, haben sie tapfer zu dessen Feinden gehalten, wofür ihnen dann nach Beseitigung des Ritters dessen Liegenschaften geschenkt und verteilt wurden."
Die Trubenhäuser haben noch jetzt ein „Ritterfeld“ und die Weißenbacher einen „Ritterberg“. [1]

Ergänzungen vom Ortsvorsteher Peter Stöber

Ortsvorsteher Peter Stöber

Besichtigung durch Dr. Gensen

Der Wallgraben am Hang des Burgberges senkt sich von Süden nach Norden etwas ab. auf dem Foto sieht man die niedrigste Stelle des Grabens auf der Nordseite der Burg
Foto März 2011, von Hildegard Waldmann.

Ich möchte über neue Erkenntnisse zur Geschichte der Gelsterburg berichten. In den Jahren 1982 und 1983 ist Theodor Waldmann, Sohn des Lehrers Waldmann, mit Historikern aus Marburg nach Weißenbach gekommen. Im Sommer 1982 hat der hessische Landesarchäologe, Dr. Rolf Gensen, die Gelsterburg besichtigt. Der Wissenschaftler war von den Ringgräben und Resten der Burganlage sehr beeindruckt, und er konnte aufgrund seiner Erfahrungen auf dem Gebiet der Archäologie genau sagen, was für eine Burg hier gestanden haben muß. Dr. Gensen wies darauf hin, dass der Baustil der Gelsterburg eine große Ähnlichkeit mit den Bauformen einer Burgruine bei Biedenkopf hat, die erheblich besser erhalten geblieben ist.

Tränkemühle

Der Weg von der Tränkemühle im Rosental zur Burg ist bis heute gut zu erkennen. Er endet auf einem Plateau an der Westseite der Burg. Es ist also wahrscheinlich, daß von der Mühle, die gleichzeitig mit der Burg entstanden sein muß, die Bewohner der Burg mit Wasser und Lebensmitteln versorgt worden sind. Im Volksmund heißt der Weg zwischen Mühle und Burg noch heute der „Eselspfad“. Die Burg war nur von der Bergseite, also von Süden, zu begehen. Es waren Eingangsbefestigungen mit einem tiefen Halsgraben vorhanden. Auf der Ostseite der Burganlage befand sich in der Mitte der Pallas, im Norden eine Personalunterkunft und die Stallgebäude. An der Westseite waren Wirtschaftsgebäude, Speicher und Küche untergebracht. An Küche und Speicher führte auch der Versorgungsweg von der Tränkemühle vorbei.

Bauzeit und Burgherr

Der im Bild gezeigte Eselspfad führte vom Eingang der Gelsterburg ins Rosental zur Tränkemühle,
Foto März 2011, von Hildegard Waldmann.

Die genaue Bauzeit der Burg kann angegeben werden. Es steht ungefähr fest, dass in der Zeit um 1150 Burgen in diesem Stil gebaut worden sind. Die Burg muß ungefähr 150 Jahre lang bewohnt gewesen sein. Dr. Gensen sagt, dass es eine Grenz- oder Verwaltungsburg zwischen dem Osten und Westen gewesen sein könnte. Nachdem die Burg diesen eigentlichen Zweck nicht mehr erfüllte, brachen für den Burgherren schwierige Zeiten an. Die Ernteerträge der umliegenden Felder reichten nicht aus, um einen Burgherrn mit Anhang zu ernähren. Eine Hypothese besagt, dass der Burgherr noch eine Zeitlang versucht hat, durch Raubzüge seinen Lebensunterhalt zu sichern. Eine Sage berichtet, daß der Burgherr aus dem Ortsadel von Weißenbach stammte. Der Sohn einer seit der ersten Besiedlung in Weißenbach ansässigen Maierhof-Bauernfamilie hatte sich im königlichen Dienst bewährt. Wegen seiner enormen Ortskenntnisse war er für die Herrschaft der richtige Mann. Er wurde vom König geadelt und als Burgherr der Gelsterburg eingesetzt. Soweit die Sage, die in zwei verschiedenen Versionen existiert.

Sage von der Gelsterburg

Einige Forscher vermuten, dass die Gelsterburg von Rudolf von Habsburg belagert und wahrscheinlich 1284 zerstört wurde. Die Sage erzählt, dass der letzte Burgherr mit Hilfe seiner Ehefrau fliehen konnte. Auf einem Feld nördlich von Weißenbach wurde er von den Belagerern eingeholt und erschlagen. Das Feld wird bis heute „Lebenrain“ genannt.

Eine andere Version sagt, dass der letzte Burgherr ein Herr von Hundelshausen war. Das wäre möglich, denn 1342 war Weißenbach im Pfandbesitz derer von Hundelshausen, die aber in Harmuthsachsen ansässig waren. Wenn die Herren der Gelsterburg zuletzt tatsächlich Raubritter waren, könnte die Burg aus diesem Grund belagert und zerstört worden sein. Das würde bedeuten, dass sämtliche Besitzrechte aberkannt und weiterverliehen wurden, angeblich sogar an Bewohner der Dörfer Weißenbach und Trubenhausen.

Steingraben neben dem Zugangsweg

Blick vom Eselspfad zum ehem. Eingangsbereich der Gelsterburg. Rechts ist im Hintergrund die Rückseite der Infotafel zu sehen.
Foto März 2011, von Hildegard Waldmann.

Auf dem Rückweg von der Gelsterburg zur Eckerbuche im Rosental kommt man auf der Höhe des Rasmannschen Triesches an einem langgezogenen, tiefen Graben vorbei, der so aussieht, als ob er aus dem Gestein herausgehauen worden ist. Dazu erklärte Dr. Gensen folgendes: Wenn man in früheren Zeiten eine solche Burg zu bauen plante, wurde der Standort nach mehreren Gesichtspunkten festgelegt.

  • Was für einen Zweck soll die Burg erfüllen?
  • Wie kann so eine Burg am besten verteidigt werden?
  • Wie und von wo bekommt man Wasser und Lebensmittel?
  • Die Beschaffung der Bausteine und des übrigen Materials muß auf möglichst kurzen Wegen gesichert sein.

Dr. Gensen sagte zum tiefen Graben: „Hier hat man die Steine gebrochen, die man zum Bau der Burg benötigte. Von hier konnte man sie relativ leicht zur Baustelle transportieren.“
Die Hauptbaustoffe waren Kalksteine, nur für das Tor und für die Türbogen, sowie für die Ecken der Mauern wurde Sandstein verwendet. Solch ein Sandstein ist auch in der Burg gefunden worde. Unterhalb des Burgberges gibt es ein Feld, das heute noch das Ritterfeld genannt wird. Von der Nordseite des Wirtschaftsgebäudes führte eine Treppe hinab zu diesem Feld. Es ist wahrscheinlich, das dort der Bedarf für die Küche angebaut wurde. Von der Treppe sind heute noch einige Stufen zu erkennen.

Zerfall

Dr. Gensen ist über den Zerfall der Burg folgender Ansicht:
Die Burg ist von einer bestimmten Zeit an nicht mehr bewohnt gewesen, auch hat sich der Besitzer, aus welchen Gründen auch immer, nicht mehr um die Anlage gekümmert und sie verfallen lassen. Vielleicht haben Zweckmäßigkeit und finanzielle Gründe dabei eine Rolle gespielt.

Das Gebäude war also herrenlos.
Sehr viele Steine sind im Laufe der Jahrhunderte von den Bauern aus der Umgebung abgefahren und zum Bau ihrer Häuser verwendet worden. Wenn man aber als Fachmann auf den Resten der ehemaligen Burg steht, so Dr. Gensen, sieht man ganz genau, was hier gestanden hat und wie die Burganlage ausgesehen hat. Weiter kann man auch erkennen, dass rund um den Berg Steine und Mauerreste liegen, die vom Waldboden und Laub verdeckt sind.

Herr Dr. Gensen hat uns versprochen, die gesamte Burganlage von einer Studiengruppe vermessen zu lassen und Grabungen durchzuführen.
„Es wäre der Mühe wert“, so Dr. Gensen. [2]

Weiter im Bericht des Ortsvorstehers Peter Stöber:

Burgbesichtigung durch Dr. Görich

Ein Jahr später, am 12.08.1983, kam Theodor Waldmann (jun.) mit Herrn Dr. Willi Görich und zwei Mitarbeitern vom Institut für geschichtliche Landeskunde Marburg / Lahn nach Weißenbach. Wir sind gemeinsam den selben Weg, wie zuvor mit Dr. Gensen, zur Gelsterburg gegangen. Dr. Görich sah sich die Anlage der Gelsterburg genau an. Dann stellte er uns in einem kleinen Vortrag die hier einmal vorhandene Burg vor.

Es ist bemerkenswert, dass er fast genau das selbe Bild schilderte, wie ein Jahr zuvor Dr. Gensen, obwohl beide voneinander nichts wußten. Herr Dr. Görich fand am Burgberg noch Mörtelstücke vom Mauerwerk der Burg. Er erklärte uns dazu, daß der früher zum Mauern benutzte Mörtel im Laufe der Jahrhunderte nicht verwittert und erhalten bleibt.

Tränkemühle im Rosental

Die „Tränke“ im Rosental bei Weißenbach

Nach Besichtigung der Gelsterburg sind wir den Eselspfad hinab zur Tränkemühle im Rosental gegangen. Der Standort der Mühle, der Versorgungsweg und das vorhandene Wasser weisen darauf hin, daß nur über den Eselspfad die Burg versorgt worden ist.

Das Rosental hatte früher keine feste Straße und war ein geschütztes Tal. Wir kamen dann auf die Herkunft des Namens „Rosental“ zu sprechen. Dr. Görich fragte uns, ob wir in Weißenbach eine bestimmte Vorstellung über die Entstehung des Namens hätten. Wir antworteten, dass wir den Namen nur von früher kennen, über die Herkunft aber nichts wissen.

Auch für den Namen hatte Dr. Görich eine Erklärung:

In früheren Zeiten, als von den Bauern noch Raps angebaut wurde, um davon Flachs zum Leineweben zu gewinnen, wurde er auf Wiesen am Wasser gebleicht und getrocknet. Diese Wiesen nennt man „Rooswiesen“. Da sich in diesem Tal die Rooswiesen befanden, liegt es auf der Hand, nach den Bleichwiesen das Tal zu benennen.

Wir gingen direkt zum ehemaligen Standort der Tränkemühle an der Straße 3239 von Weißenbach nach Trubenhausen. Am Hang neben der Straße sind noch Reste vom Keller zu sehen (eine Ausbuchtung im Gestein). Die Grundstücke in der Tränke und der gegenüberliegende Berg (Mühlrain) gehörten zur Mühle.

Das Grundstück mit der Quelle des Mühlbachs und den Wasserrechten waren im Besitz des Müllers, einer Familie Wilhelm. Auf Betreiben der Stadt Witzenhausen wurde die Mühle in 80er Jahren des 19. Jh. abgebrochen. Die Stadt Witzenhausen hat die Wasserrechte von der Familie Wilhelm erworben. Die Quelle wurde gefaßt und als Trinkwasser in Rohren nach Witzenhausen geleitet. Laut Vertrag müssen zwei Liter pro Sekunde im Bachbett verbleiben, um die Austrocknung des Tales zu verhindern und in Notfällen dem Dorf Weißenbach als Trinkwasser zur Verfügung zu stehen. [3]

An der Eckerbuche (Bildmitte) im Rosental beginnt der Waldweg zur Gelsterburg
Die Ausbuchtung im Fels ist der Rest vom Keller der Tränkemühle im Rosental

Text auf der Info-Tafel vor dem Eingang zur Gelsterburg

Info-Tafel vor dem inneren Burgbereich

Von der Gelsterburg ist trotz ihrer Größe wenig bekannt. 1265 wird Ritter Walter von Hundelshausen als möglicher
Burgherr genannt, da die Burg unweit vom Ort Hundelshausen liegt und sie Stammsitz der Familie gewesen sein soll.
Aufgrund ihrer Bauform und ihrer Anordnung kann aber davon ausgegangen werden, dass sie bereits um 1050, also
zur Zeit Otto I. (Otto des Großen) errichtet wurde. Sie bestand etwa 400 Jahre und dürfte in der Mitte des 15. Jh.
verfallen sein.

Nach anderer Ansicht wurde die Burg etwa in der zweiten Hälfte des 11. Jh. von dem Grafen von Bilstein zum
Schutz einer alten Salzstraße erbaut, verlor dann nach dem Übergang der Bilsteiner Herrschaft an die Landgrafen
von Hessen ihre Bedeutung und verfiel.

Außerdem geht die Sage um, dass Raubritter Turbo (Trubenhausen soll davon abgeleitet sein) hier sein Domizil
hatte und in der Burg ein- und ausging, wie es ihm beliebte. Er wurde nicht gefasst, weil seinem Pferd die Hufeisen
verkehrt aufgeschlagen waren. Die Burg wurde später belagert. Als er nicht mehr Ein noch Aus wusste, ging seine
Gattin zu den Belagerern und bat um Gnade. Sie dürfte gehen und ihr liebstes mitnehmen, wurde ihr gestattet.
Flink nähte sie einen grßen Sack, steckte ihren Mann hinein, trug ihn fort und rastete erstmals gegenüber auf dem
Feld, das noch heute „der Lebensrain“ genannt wird. [4]

Die Sage von der Belagerung der Gelsterburg

Über der bei Witzenhausen in die Werra mündenden Gelster, unfern von dem Dorfe Trubenhausen, lag ehemals auf einem steilen Hügel die Gelsterburg, von welcher jetzt nichts mehr übrig ist, als der Wall und der Graben. Diese Burg wurde einst belagert; aber weder mit den Waffen noch durch die engste Umschließung war man im Stande, sie zu bezwingen. Ein geheimer Gang führte aus der Burg ins Freie hinab; durch diesen ritt der Burgherr ein und aus wann er wollte und er brauchte dabei nur die Vorsicht, seinem Pferde die Hufeisen verkehrt aufzulegen.

Doch endlich wurde der Gang entdeckt, und bald blieb den Belagerten nur noch die Wahl zwischen dem Hungertode und freiwilliger Unterwerfung.
Da wagte es die schöne Hausfrau des Ritters, zu den Belagerern hinab zu gehen und um Gnade nur für sich zu bitten. Die Thränen des Weibes bewältigten des Feindes Herz, die Gnade ward ihr zugestanden und nun flehte sie noch um die Erlaubniß, so viel aus der Burg mitnehmen zu dürfen, als sie in der Schürze tragen könne. Auch das ward ihr gestattet.

Sofort eilte sie zur Burg zurück, nähete sich eine große Schürze, trug darin ihren Mann herab und rettete ihm dadurch Freiheit und Leben.
Noch jetzt zeigt man dort in der Gegend einen Malstein, auf welchem sie mit ihrer schweren Bürde ausgeruht hat. [5]

Karten

Lageplan von der Tränkemühle im Rosental
Plan von der Gelsterburg


Burgen im Werraland und Meißnergebiet

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Literatur

  • Karl Krück, „Großalmerode, Bergstadt zwischen Meißner, Hirschberg und Kaufunger Wald", Geiger-Verlag, Horb 1988, ISBN 3-89264-220-6
  • Karl Krück, „Nordhessisches Fachwerk und Großalmeroder Dachziegel", Geiger-Verlag, Horb 1996, ISBN 3-89570-246-3
  • Hermann Nobel, „Chronik Epterode", Von Euerharderot zu Epterode, hrsg. Magistrat Großalmerode, August 2007, ISBN 978-3-00-022051-7
  • Waldemar Küther, Historisches Ortslexikon des Landes Hessen, Kreis Witzenhausen, ELWERTsche Verlagsbuchhandlung, Marburg 1973, ISBN 3 770804961

Quellen,Einzelnachweise

  1. Text; Schulleiter Theoder Waldmann, Weißenbach 1969
  2. Text: Ortsvorsteher Peter Stöber, 1986
  3. Text: Ortsvorsteher Peter Stöber, 1986
  4. Info-Tafel am Eingang zur Gesterburg, Heimat- und Verkehrsverein Trubenhausen-Weißenbach
  5. Quelle: Karl Lyncker: Deutsche Sagen und Sitten in hessischen Gauen. Kassel 1854, S. 161-162
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