Gömnigk/Mühlen

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Inhaltsverzeichnis

Alte Mühle

  • Die Mühle wird 06.08.1251 in der Schenkungsurkunde des Grafen Bederich an das Kloster Lehnin genannt. Urkundeninventar BLHA S. 469 Nr. 3274
  • 06.08.1251 schenkte Graf Bederich dem Kloster Lehnin „die molle, so auf der Plane bei rostogk und Gemmenigk gelegen."

Die Mühle zinste an das Kloster 11 Wispel Roggenpacht

  • 1251 (molendinum Rodestock) - STA Dresden OrU 495
  • 1251 (Molendium Gomenik prope Rostock) - STA Potsdam Pr. Br. Rep. 10 B Lehnin Nr. ½ fol 6
  • Vom Kloster Lehnin kaufte sie Friedrich Brandt von Lindau am 26. März 1453 samt Jahreszins für 100 Gulden und 100 alte Schock. Urkundeninventar BLHA S. 481 Nr. 3359.
  • 1474 vtn vnszer mollen … by Gomenigk bouen brügge - Riedel A X 331 Or.
  • 28.11.1474 verpfänden die Brüder Friedrich Brand von Lindau zu Wiesenburg und Jan Brand von Lindau zu Belzig dem Kloster Lehnin 5 Schock Groschen Jahreszins aus der Gömnigk-Mühle.(Urkundeninventar BLHA S. 488 Nr. 3406)

Müller Nichelmann

  • 1496 Der Moller Jurge (Georg) Nichelmann

Müller Ehle

  • 1506 (Frank Elenn - gestrichen) - ein Veit Elenn wird 1506 als Bürger in Brück erwähnt.

Müller Huffner

  • 1506 Endres (Andreas) Huffner der Moller, der Müller lehnt vom Abt zu Lehnin (Alte Mühle), ein Andreas Hufner, der mit dem Gömnigker identisch sein könnte, wird 1560 in Brück erwähnt.
  • Ab 1532 gehörte die Mühle zum Haus Wiesenburg der Brandt von Lindau's


19./ 20. Mai 1535 fiel Kohlhase in der Nacht mit acht Mann in die alte Mühle ein. Nachdem er den Müller geschlagen, ihn mit dem Spieß hart verwundet und das Wertvollste erbeutet hatte, legte er die Mühle in Asche.
1542 Der Müller und 2 Dienstboten
1550 Mühle mit zwei Gängen

Müller Zimmermann

  • 20.11. 1558 Müller Narthel Zimmermann zu Gemnigk

Müller Scherz

1591 Georg Schertz der Müller, Mühle mit 2 Gängen; Brandt von Lindau zuständig.


1627 wurde die Mühle nach der Erbteilung der Brandt von Lindau dem Belziger Teil zugeschlagen.
1702 ging sie nach einem Besitzvergleich des Hauses Brandt von Lindau wieder an die Herrschaft Wiesenburg zurück. Nach Jankowiak soll sie 1732 neu erbaut worden sein

Müller Trettinger

°° 04.06.1709 der Kauf- und Handelsmann Johann Christoph Ganzert, gebürtig aus Genthin, Sohn des königl. Preußischen Feldtrompeters Christian Ganzert, mit Marie Elisabeth Trettinger, Tochter des Göminigker Müllers Georg Trettinger.

Müller Schwarzkopf

Um 1739 Meister Johann Schwartzkopf, Mühlenmeister auf der alten Mühle bei Gömnigk, geb. 1687 - gest. 1739 im Alter von 52 Jahren.

Müller Reinicke

Um 1744 Meister Gottfried Reinicke

Müller Weichmann

1746 verkaufte sie der General von Brandt „für 400 Taler erblich und also, dass statt der sonstigen jährlichen 12 Wispel Roggen oder 11 Wispel Mehl 100 Taler jährlich Grundzins gegeben werden sollten." 1746 kaufte Meister Johann Jacob Samuel Weichmann die Mühle vom General Brandt von Lindau. Die Mühle hatten die Brandts von Lindau 1456 durch Kauf zu Lehn vom Kloster Lehnin.
Von 1745 bis etwa 1766 Meister Johann Jacob Samuel Weichmann, Mahl- und Wassermüller auf der adligen Mühle bei Gömnigk, geb. 1716, gest. 1766 im Alter von 50 Jahren. Seine erste Ehefrau war Johanna Karoline, seine zweite Anna Margarete geb. Herrig (oder Hennig), geb. 1717, gest. 1788, 61 Jahre alt.

Pachtmüller Hinze

1747 Der Pachtmüller Thomas Hinze als ein Häußler, von 2 Gänge, kann aber nur einen gebrauchen, womit er entweder mahlet oder schrotet, beides zugleich aber nicht verrichten kann, (mit) Grütz- oder Hirse. Stampe, deßen Mühl Knappe Salomon Lack

Im Rottstocker Kirchenrechnungsbuch wird 1760 ein Mstr. Jacob Weichmann erwähnt.
1764 1 Mühlenbesitzer
1791 Alte Mühle bei Gömnigk (Schurich S.9)

Müller Gottfried Weichmann

1766 - 1816 Meister Gottfried Weichmann, „Mahlmüller und Schneidemüller auf der alten Mühle in Gömnigk genannt. 1816 zieht Weichmann nach Brück als „Bürger und Gastgeber". Seine erste Ehefrau war Maria Sophia geb. Rabe, gest. 24.03.1803 im Alter von 28 J. 7 M. 22 T., die zweite Ehefrau war Sophia Friedericke geb. Henze, geheiratet 05.06.1803.

Kinder 1 Ehe
28.03.1801 (T. 13.04) Magnus Ferdinand Alexander. TP. Christian Gottlieb Franz, Mahl- und Schneidemüller in Fredersdorf. + 02.07.1801 (Begr. 04.07.) Pocken.
* 07.03.1803 (T. 13.03.) Magnus Ferdinand Alexander (+ 10.12.1835 Belzig, °° 21.09.1830 Belzig mit Karoline Wilhelmina Grundmann)
Kinder 2 Ehe
06.12.1806 (T. 10.12.) Magnus Louis
05.06.1811 (T. 09.06.) Amalie Auguste
Gottfried Weichmann betrieb ab 1815 in Brück den Gasthof „Zur grünen Linde."

Weitere Gömnigker und Neschholzer Müller bzw. Angehörige der Müller betrieben den Gasthof „Zur grünen Linde." - 1820 Gottlieb Oelschläger von der Wühlmühle Wirt in Brück - 1829 Gastwirt und Ratsmann in Brück Johann Friedrich Baade - 1841 Gastwirt und Ratsmann Karl Baade - 1861 ist in der Brücker Schützengilde Joh. Fr. Baade der Corporal. - 1885 Albert Baade - Ein Nachfahre der Familie Baade, Franz Baade, betrieb 1938 in Brück eine Fleischerei.

Müller Zemlin

Etwa 1814 - 1822 Johann Leberecht Zemlin, „Mühlmeister auf der Alten Mühle", „Besitzer der bei Gömnigk liegenden alten Mahl- und Schneidemühle", gest. 18.12.1822 im Alter von 39 Jahren. Ehefrau: Marie Elisabeth geb. Meerkatz.

°° 12.07.1812 in Neuenklitsche mit Maria Elisabeth Meerkatz, weiland Hr. Johann Andreas Meerkatz gewesenen Amtmanns allhier hinterbliebene einzige Tochter (* 1794, OO 1812, + Neuenklitsche 11.11.1832 Lungenentzündung)

Kinder (3 Söhne und 1 Tochter)

* 02.09.1812 in Neuklitsche, Juliane Charlotte
* 30.10.1814 (T.06.11.)in Gömnigk, Johann Carl Lebrecht, Sohn des Mahl- und Schneidemüllers Johann Lebrecht Zemlin in Gömnigk und der Maria Elisabeth geb. Meerkatz. TP. Carl Köppe, Sohn des ehemaliegn Müllers Köppe von der Mühle in Gömnigk. Johanna Friederika, EF des Friedrich Ruhle Neue Mühle Gömnigk.
* 21.06.1816 (T. 04.07)in Gömnigk, Gottfried Heinrich Ferdinand, Sohn des Mahl- und Schneidemüllers Johann Lebrecht Zemlin in Gömnigk und der Maria Elisabeth geb. Meerkatz. TP. Christian Karolina, EF. des Wühlmüllers Gottlieb Oelschläger.
* 06.03.1819 in Neuklitsche, Johann Andreas Hermann


Etwa von 1823 - 1830 Friedrich Karl Zemlin, „Mühlenmeister auf der alten Mühle", „die alte Mühle gehörig".

Kinder

05.11.1823 (T. 07.11.) Friedrich Wilhelm Carl, Sohn des Mühlmeisters Friedrich Carl Zemlin von der Neuen Mühle in Gömnigk und der Friederika Karolina geb. Meyer. TP. Johann Gottfried Zemlin Besitzer der Mühle in Klitzsch. + 08.11.1823
29.04.1826 (T. 07.05.) Carl Eduard, 5 Kind des Mühlmeisters auf der Alten Mühle in Gömnigk Friedrich Karl Zemlin und der Friederika Karolina geb. Meyer.
18.01.1829 (T. 15.02.) Ida Henriette, Tochter des Mühlmeisters auf der Alten Mühle in Gömnigk Friedrich Karl Zemlin und der Friederika Karolina geb. Meyer. TP. Friederika, EF. des Gottfried Zemlin Mühlmeister in Neu Rottstock. + 04.08.1832
09.09.1833 (Begr. 11.09.) Hermann Hugo Richard, Sohn des Müllers Karl Friedrich Zemlin in Gömnigk. 2 J. 10 M. 9 T.

Müllerfamilie Schiering

1836 Johann Friedrich Erdmann Schiering Eigentümer Alte Mühle
Der Besitzer der Altenmühle bei Gömnigk, Mühlenmeister Friedrich Erdmann Schiering, beabsichtigt, an dem einen Wasserrade seiner Mühle noch einen Graupengang und Hirsestampfen anzubringen, und diese Werke abwechselnd mit dem betreffenden Mahlgang zu betreiben.
Es wird durch diese Anlage weder der Fachbaum, noch überhaupt der Wasserstand verändert, und nur das sonst auch in seiner jetzigen Lage verbleibende Gerinne etwas verlängert.
Alle diejenigen, welche gegen diese Einrichtung irgend Widersprüche erheben können und wollen, werden hierdurch aufgefordert, solche binnen acht Wochen präklusivischer Frist bei dem Unterzeichneten anzubringen.
Belzig, den 6. Juli 1837. Königl. Landrath Zauch-Belzigschen Kreises, von Tschirschky.
In: Amtsblatt der Königlichen Regierung zu Potsdam und Berlin 1837


Etwa von 1836 - 1869: Johann Friedrich Erdmann Schiering (Schierig), Mühlenmeister auf der alten Mühle, Sohn des Johann Friedrich Schiering, vormals Gastwirt in Marzahna, geb. 1814, gest. 1869, 55jährig.
I. °° 09.03.1837 Johann Friedrich Erdmann Schiering (23 J.) Besitzer der Alten Mühle in Gömnigk, Sohn des Gastwirts Johann Erdmann Schiering in Marzahne, mit Charlotte Louise Vogel (29 J.), Tochter des Mühlenbesitzers Ludwig Wilhelm Vogel in Bornstedt bei Potsdam.
Kinder
+ 03.03.1839 (Beg. 07.03.) Johann Friedrich Hermann 1 J. 7 T.
* 01.12.1839 (T. 15.12.) Auguste Amalie Emilie, °° 26.10.1862 mit dem Bürger und Möbelhändler Friedrich Wilhelm Schönemann (26 J.) aus Potsdam
* 07.11.1841 (T. 28.11.) Johann Friedrich Erdmann, + 05.11.1917 Berlin-Charlottenburg, 1861 im Schülerverzeichnis des Wittenberger Gymnasiums (Erdmann Schiering, aus Alte - Mühle bei Brück), °° 07.11.1871 in Linthe mit Frieda Wilhelmina Alexandrine Gleitsmann (26 J.), Tochter des Pfarrers Friedrich Wilhelm Alexander Gleitsmann in Linthe.
* 20.11.1843 (T. 20.12.) Marie Auguste,°° 27.05.1874 den Lehrer Karl Heinrich Kausch (27 J.) aus Hamburg
* 09.04.1846 (T. 03.05)Friedrich Wilhelm , + 29.03.1847 begr. 01.04.1847


+ 11.11.1846 (Begr. 14.11.) Charlotte Louise geb. Vogel, Ehefrau des Johann Friedrich Erdmann Schiering Besitzer der Alten Mühle. 38 J. 8 M. 14 T. Hinterlässt Witwer mit 4 Kindern.


II. °° 24.01.1847 Witwer Johann Friedrich Erdmann Schiering (32 J.) Besitzer der Alten Mühle in Gömnigk, Sohn des Gastwirts Johann Erdmann Schiering in Marzahne, mit Luise Caroline Emilie (20 J.), Tochter des Ackerbürgers Karl Wilhelm Leisegang aus Beelitz.
Kinder
* 03.02.1848 (T. 20.02.) Friedrich Wilhelm
* 08.03.1850 (T. 01.04.) Marie Luise
* 31.07.1851 (T. 04.08.) Richard
* 23.10.1852 (T. 14.11.) Anne Elisabeth, + 07.10.1853
* 02.09.1856 (T. 21.09.) Johannes
* 25.12.1856 (T. 24.01.1857) Emma, + 06.08.1858
* 17.11.1859 (T. 04.12.) Clara, + 19.04.1863
+ 19.12.1869 (Begr. 22.12.) Johann Friedrich Erdmann Schiering Besitzer der Alten Mühle in Gömnigk. 55 J. 8 M. 14 T. Hinterlässt 3 Kinder 1. Ehe und 4 Kinder 2. Ehe.
29. Juni 1861 (ZBKBL)
Kürzlich ist mir auf dem Wege von Kemnitzer Haide bis Brück mein blauer Regenschirm verloren gegangen. Der ehrliche Finder wird gebeten, denselben gegen eine angemessene Belohnung zurück zu geben an Alte Mühle. Friedrich Wieland.
Am 16. August 1864 kaufte der Dienstknecht auf der Alten Mühle, Friedrich Wieland, ein Teil des Grundstücks Dorfstrasse 57.
Am 9. August 1867 verkauft Andreas Bergemann sein Haus Dorfstrasse 6 an den Dienstknecht auf der Alten Mühle und zukünftigen Schwiegersohn Friedrich Görisch. °° mit Wilhelmine Caroline geb. Bergemann.
Mühlenbesitzer Johann Erdmann Schiering 1838 - 1871
14. Januar 1865 (ZBKBL) Brand in der Mühle.

In der Nacht vom vergangenen Montag auf Dienstag (9./ 10. Januar 1865) brannte bei ziemlich heftigen Winde das von seinem jetzigen Besitzer, Herrn Mühlenmeister Schiering mit seltener Umsicht und Tätigkeit erweiterte und verschönerte Mühlen-Etablissement, die so genannte „Alte Mühle" bei Brücke nieder. Das Feuer griff rasch um sich und dürfte der Schaden sehr bedeutend sein. Namentlich sollen ansehnliche Vorräte von Rübsen, Lein und Mehl vernichtet sein. Das Wohn-/Mühlenhaus wurde im Sommer 1865 neu errichtet.

21. Januar 1865 (ZBKBL)

Die dem Müllergesellen Fr. Hennig zugefügte Beleidigung, dass ich zu dem Postboten Haack gesagt haben soll, „das Feuer auf der Alten Mühle hat kein Anderer, als der Hennig angelegt“, bitte ich demselben hierdurch öffentlich ab. Gottlieb Blum in Neu-Rottstock

18. März 1865 (ZBKBL)

Mühlengrundstück zu verkaufen. Auf den Rath der Meinigen und bei meinen vorgerückten Jahren habe ich mich entschlossen, mein Mühlengrundstück an der Chaussee und dem Planeflusse zu verkaufen. Dasselbe enthält die Fundamente und stehengebliebenes Mauerwerk der am 9. Februar cr. abgebrannten Wohn- und Mühlengebäude mit übrig gebliebener großer Masse von Mauersteinen und bedeutenden zur Mühle gehöriger Eisenwerke, 9 stehen gebliebene Gebäude, circa 24 Morgen sie umschließende Gärten, Äcker und Wiesen mit sehr bedeutenden Obst- und anderen Baumanpflanzungen, ca. 20 Pferde- Wasserkraft mit zwei massiven Mahl- und Freiarchen. Verkaufspreis 18.000 Thlr., kann bedingungsweise stehen bleiben. Der Wiederaufbau in allen Theilen bereits in Angriff genommen, sämtliches Baumaterial vortheilshaft angeschafft; bestimmungsgemäß für den Kostenpreis zu übernehmen. Auf Verlangen an Nebenländereien auch circa 250 Morgen Acker, Wiese und Heide mit zu überlassen. Das Grundstück auch zu jeder Fabrikanlage geeignet. Zur Annahme definitiver Kaufsgebote habe ich Termin hierselbst auf den 31. März cr. früh 10 Uhr anberaumt. Altemühle, zwischen Belzig und Brück, den 10. März 1865. Schiering, Mühlenbesitzer.

  • 08. April 1865 (ZBKBL)

Erklärung. Der 31. März, der Tag, an welchem ich Termin, um mein Mühlengrundstück zu verkaufen, angesetzt hatte, ist vorüber. Es hat sich Niemand zum Ankauf des Grundstücks unter jetzigen Verhältnissen gefunden, wie ich selbst dies vorher wusste. Der Entschluss, das Grundstück zu verkaufen, hat nun bei vielen Freunden Missmut und Widerwillen erweckt, ob ich gleich aus doppelten Gründen jetzt nicht anders handeln konnte. Obgleich ich sonst in meiner Handlungsweise mich wenig um anderer Rathschläge kümmere, so war es hier besondere Pflicht, auf den Rath der meisten der Meinen zu achten, welche in liebender Fürsorge mich in den letzten Jahren meines Lebens in Ruhe sehen wollten, und das Stück Arbeit, den Wiederaufbau aller der abgebrannten Theile, bei meiner angegriffen Gesundheit ihnen als unausführbar schien. Dazu kam, dass ich bei der Für- und Gegen- Rede endlich selbst in Zweifel kam, ob ich bleiben oder gehen sollte; obgleich mein Vertrauen auf Gottes Hülfe keinen Augenblick geschwankt hat, so war ich doch, meine schwache Kraft ansehend, stille geworden, und harrete auf eine bestimmte Antwort von Oben, und ob mir auch diese Antwort schon in der überaus großen Liebe und Teilnahme treuer Verwandte und liebender Freunde gegeben war, so sah ich noch nicht klar genug, und entschloss mich zum Versuch des Verkaufs und machte davon die Entscheidung abhängig. Jetzt nun ist die Sache entschieden und für mich vollkommend klar: unter meiner Leitung soll das Werk nach Gottes Willen wieder hergestellt werden, und Er wird dazu Sein Gedeihen, Seinen Segen abermals geben. Dies für meine Freunde in der Nähe und Ferne. Alte-Mühle, den 5. April 1865. E. Schiering.

  • 18. November 1865 (ZBKBL)

Bekanntmachung. Da es mir nun durch Gottes Gnade und thätiger Beihülfe liebender Verwandte und Freunde gelungen ist, mein Mahl- und Schneidemühlen-Gewerk wieder herzustellen und die Geschäfte betreiben zu können, so ersuche ich das mir bisher zugethan gewesene Publikum hiesiger Gegend, seine etwaigen Bedürfnisse in diesen Artikel wieder von hier beziehen zu wollen; es wird sowohl in Mehl wie in Brettern aller Art stets Vorrath sein, um die Ansprüche befriedigen zu können. Dass ich nach wie vor das mir geschenkte Vertrauen heilig bewahren werde, wird mein stetes Bestreben sein. Bei dieser Gelegenheit kann ich nicht umhin, zurück zu sehen und an die vielen überschwenglichen Wohlthaten zu denken, welche mir und den Meinen während der ganzen Zeit unserer herben Trübseligkeit von so vielen theuern Freunden nah und fern in der verschiedensten Weise, durch Herbeischaffung von Lebensmitteln für Menschen und Vieh, Kleidung und andere Bedürfnisse, von Bemittelten und Unbemittelten, durch große Hülfe zur Heranschafung des Baumaterials von vielen Ortschaften und durch sonstige wohlthuende Beihülfe zur Erlangung des Benöthigten in warmer Liebe zu Theil geworden sind; stets werden wir diese Liebe in theuerm Andenken bewahren und Gott danken, das er uns in dieser Zeit so viele Freude erweckt hat, welche uns dadurch unser Unglück tragen halfen und neuen Mut einflößten. Dabei fühlen wir, in welch' tiefe Schuld wir gekommen sind, und da wir diese Liebe abzutragen anstehen lassen müssen, können wir uns nur darauf beschränken, allen unsern Gönnern den wärmsten Dank zu bringen, und Gott zu bitten, dass ihnen Allen diese Liebe an uns gesegnet bleibe. Alte-Mühle, den 10. November 1865. E. Schiering nebst Frau und Kindern.

  • 02. Dezember 1865 (ZBKBL)

Meinen geehrten Kunden hierdurch die ergebene Anzeige, dass ich von jetzt ab mein Mehl vom Herrn Mühlenmeister Schiering auf Alte-Mühle beziehe, und empfehle dasselbe in bekannter Güte zu den üblichen Preisen. Roggen-Kleie verkaufe von jetzt an den Ctr. Mit 1 Thlr. 22 ½ Sgr. Belzig. J. Kettner

  • 14.09.1872 (ZBKBL) Bei meiner Abreise aus Alte Mühle bei Brück sage ich allen Freunden und Bekannten ein herzliches Lebewohl. August Bindernagel Mühlenbescheider.
  • Bekanntmachung:

In unser Firmenregister ist unter Nr. 456: Mühlenbesitzer Friedrich Wilhelm Schiering in Firma „W. Schiering“ und als Ort der Niederlassung „Alte Mühle“ eingetragen. Brandenburg, den 10. Dezember 1872 Königl. Kreisgericht I. Abteilung

  • Wilhelm Friedrich Schierling (im ZBKBL immer Schiering) geb. 03.02.1848 gest. 03.07.1920 im Alter von 72 Jahren, er besaß die Mühle von 1869 - 1910. Danach ging die Mühle in andere Hände über.

Seine Frau Friedericke Rosalie Schierling geb. Kuhlmey geb. 29.05.1858 (Werdermühle), gest. 09.03.1953 (Alte Mühle). Sie heirateten 1877. Kinder:

  1. Werner Schierling geb. 08.02.1882, gest. 06.08.1968
  2. Olga Meyer geb. Schierling, geb. 05.04.1880 gest. 08.02.1968 , °° Dr. Wilhelm Meyer ges 1950
  3. Tochter Apothekerin Ilse Eisermann geb. 27.12.1909 Bad Mukosa, gest. 20.07.1985 Treuenbrietzen.
  • 08. Juni 1918 (ZBKBL)

Bekanntmachung Der Mühlenbesitzer W. Schiering in Alte - Mühle bei Brücke (Mark) behauptet das volle Fischereirecht mit sämtlichen erlaubten Fanggeräten innerhalb der zulässigen Zeiten der Ausübung in folgenden Gewässern zu besitzen: 1. in der Plane auf der Strecke von der Gönninger Mühle abwärts bis zur Treibnetz Mühle in der ganzen Breite des Wasserlaufs, 2. im Freiwassergraben in seiner ganzen Länge und Breite, 3. im Faulen Graben, soweit er Uferanlieger desselben ist, hinsichtlich derjenigen Strecke, an der die Gemeinde Rostock auf der seinem Grundbesitz gegenüberliegenden Seite des Grabens angrenzt, nur für die Hälfte des Gewässers an seinem Grundbesitz. Er stützt sein Fischereirecht auf das Bestehen seit mehreren 100 Jahren für den Besitzer der Alten Mühle und auf ungestörte Ausübung durch seinen Vater und ihn seit dem Jahre 1869 und hat die Eintragung des Rechts ins Wasserbuch beantragt, soweit es diejenigen Gewässerstrecken betrifft, die nicht in seinem Eigentum stehen. Die zu dem Antrage gehörigen Unterlagen liegen bei dem Gemeindevorstande zu Gögging vom 22. Juni 1918 bis einschl. 27. Juli 1918 zu jedermanns Einsicht aus. Widersprüche sind bis zum 27. Juli 1918 bei der Wasserbuchbehörde, dem Bezirksausschusse zu Potsdam, anzubringen. Nach Ablauf dieser Frist wird die Eintragung der Rechte mit der Wirkung erfolgen, dass sie gegenüber denjenigen, die innerhalb der Frist keinen Widerspruch erhoben haben, bis zum Beweise des Gegenteils als richtig gilt, soweit sie nicht mit dem Grundbuche im Widerspruches steht. Potsdam, den 31. Mai 1918. Der Bezirksausschuss (Wasserbuchbehörde) v. Usedom.

  • Todesanzeige 06. Juli 1920 (ZBKBL)

Statt besonderer Anzeige! Heute Nacht entschlief sanft nach kurzem, schweren Leiden mein lieber Mann, guter Vater, Schwiegervater und Großvater Herr Wilhelm Schiering in Alte Mühle. In tiefer Trauer die Hinterbliebenen: Frau Schiering geb. Kuhlmey, Olga Meier geb. Schiering, Werner Schiering Regierungs-Assessor, Kreisarzt Dr. Meier, Annemarie Schiering geb. Lehnick, Ilse Meyer. Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 7. Juli, nachmittags 3 Uhr statt.

  • 1920 ging die Mühle in den Besitz der Familie Kahmann über (Müllerfamilie aus Reuden).
  • Ein ehrlicher Knecht für Mühlenfuhrwerk und Landarbeit suchen Kahmann & Söhne, Alte Mühle bei Brück i. M. (ZBKBL 28.02.1924)
  • 1930 erwarben die Besitzer Alte Mühle, die Gebrüder Richard & Richard Kahmann, die Neue Mühle.

1956 wird die Mühle durch zwei Turbinen betrieben, während früher 3 rückschächtige Wasserräder von je 1,25 m Breite und 4,50 m Durchschnitt vorhanden waren. 13. April 1880 verunglückte der Brettschneider Peter Noack aus Rottstock tödlich bei der Arbeit auf der Alten Mühle.

Neue Mühle

Müller Klunter

1730 Belziger Schloßmüller Johann Christoph Klunter (Klunker) erbaut die Mühle.

1744 Johann Christoph Klunker (Klunter), Müller zu Gömnigk, Erbauung eines Neben- und Allergangs.

Müller Ruhle

Martin Ruhle

1764 Verkauf der Mühle an Martin Ruhle

Martin Ruhle °° mit Maria Sabine geb. Hübner. + 27.01.1807 (Begr. 31.01.) Maria Sabina, Witwe des Müllers Martin Ruhle in Gömnigk. 81 Jahre.
Der Name Ruhle wird in Gömnigk seit 1496 erwähnt (1496 Thomas Ruhle, 1500 Thorben Ruhl, 1531 Orban Ruhil, 1591 Paul Ruhle, 1617 Paul Ruhle, 1647 Peter Ruhle - drei Personen, 1657 Heinrich Ruhle, 1682 Witwe Heinrich Ruhle, 1701 Peter Ruhle, 1747 Peter Ruhle, 1747 Martin Ruhle).

Johann Gottlieb Ruhle

14.10.1782 Verkauf an seinen Sohn Johann Gottlieb Ruhle

Am 10.03.1783 bekam dieser die Erlaubnis zur Einlage und Verzapfung von Bier (Schankberechtigung). Nur ein Jahr später, am 14. April 1784, auch die Erlaubnis zur Anbauung einer Oelmühle mit vier Stampfen an die Mühle.
1784 - 1794 Johann Gottlieb Kühlen (Rühlen) Erlaubnis zum Anbau einer Ölmühle mit vier Stampfen. (Staatsarchiv Dresden)

Johann Friedrich Ruhle

19.04.1790 Mahl- und Oelmüller Meister Martin Ruhle an Meister (Sohn) Johann Friedrich Ruhle

1790 Friedrich Ruhl; Müller von 2 Gängen; Gottlob Ruhls Wittbe nachm. Preuß(ischen); Martin Ruhl Brandweinbrenner; der Knecht Peter Nichelmann; die Viehmagd Christiana Göllickin; die Viehmagd Christina Lüdeckin; der Müllerbursche Fr(iedrich) Ruhl; jetzt Wirth, der Müllerbursche.
19. Juni 1790 - 1822 Johann Friedrich Ruhle Besitzer Neue Mühle
Johann Friedrich Ruhle geb. 1760, + 05.02.1822 (Begr. 09.02.) Mühlmeister Johann Friedrich Ruhle von der Neuen Mühle in Gömnigk, 61 J. 7 M. 1 W. 2 T. Hinterlässt Witwe und drei Kinder (1 Sohn, 2 Töchter)
+ 15.07.1826 (Begr. 17.07) Johanne Christiane geb. Rabenhorst, EF. des Müllers Johann Friedrich Ruhle von der Neuen Mühle in Gömnigk, 63 Jahre. Hinterlässt 3 Kinder (1 Sohn, 2 Töchter)
Kinder
+ 07.10. 1803 Johann Carl Friedrich (8 J. 5 M. 3 W. 6 T.)
  • 11.02.1802 (T. 17.02.) Johann Heinrich TP.: Johann Christian Gottlieb Oelschläger (Wühlmühle)
26.07.1807 (T. 30.07.) Johanna Carolina. TP.: Johann Gottfried Weichmann (Alte Mühle), Anna Elisabeth EF. des Müllers Oelschläger von der Wühlmühle.


28.04.1810 (T. 30.04.) TP bei der Taufe der Tochter des Hüfners Andreas Hansch, Maria Dorothea, der Müller Johann Friedrich Ruhle
20.11.1810 (T. 24.11) TP bei der Taufe des Sohnes des Hüfners Gottlieb Rettig, Gottlieb, der Müller Johann Friedrich Ruhle
°° 14.07.1816 Johann Gottfried Zemlin, Neue Mühle, mit Charlotta Wilhelmina Friedericke Ruhle, Tochter des Müllers Johann Friedrich Ruhle Neue Mühle Gömnigk.
1822 im Dorf neue Mühle, der neue Müller zum Bierschank berechtigt

Johann Heinrich Ruhle

31.07.1823 - 1851 Johann Heinrich Ruhle Besitzer der Mühle

31.07.1830 Mühlenmeister Neue Mühle Johann Heinrich Ruhle
°° 27.01.1825 Johann Heinrich Ruhle (* 11.02.1802) Besitzer der Neuen Mühle in Gömnigk, nachgelassener Sohn des Mühlenbesitzers Johann Friedrich Ruhle in Gömnigk, mit Christian Haseloff (* 14.11.1799), Tochter des Peter Haseloff in Gömnigk.

Kinder

* 15.08.1825 (21.08.) Auguste Amalie Friederike
* 06.05.1827 (T. 13.05.) Heinrich Ludwig Gustav
* 12.06.1830 (T. 24.06.) Karl Gustav
* 11.04.1834 (T. 20.04.) Johanna Sophie Emilie
* 18.11.1836 (T. 23.11.) Heinrich Carl
* 15.12.1838 (T. 26.12.) Friederike Louise
14.07.1841 (T. 25.07.) Johann Heinrich


+ 27.10.1841 (Begr. 29.10.) Christiane geb. Haseloff, EF des Mühlmeisters Johann Friedrich Ruhle von der Neuen Mühle in Gömnigk. 41 J. 11 M. 12 T. Hinterlässt Witwer und 6 Kinder.


+ 14.06.1852 (Begr. 17.06.) Johann Heinrich Ruhle, Besitzer der Neuen Mühle in Gömnigk, 50 J. 4 M. 2 T.

Müller Zemlin

1851 Wilhelm Zemlin neuer Mühlenbesitzer

°° 09.05.1852 Wilhelm Zemlin (29 J.), Besitzer der Neuen Mühle in Gömnigk, Sohn des Wassermüller Wilhelm Zemlin zu Stülpe, mit Auguste (26 J.), Tochter des bisherigen Besitzers der Mühle Heinrich Ruhle.

Kinder
04.05.1853 (T. 22.05.) Wilhelm Daniel Lebrecht, + 24.10.1853
* 02.01.1855 (T. 21.01.) Auguste Amalie Friederike


Im Schülerverzeichnis 1858: Name des Vaters Wilhelm Zemlin, Name des Kindes Heinrich Ruhle 12 Jahre alt.

Müller Frentzel

1856 Theodor Frentzel Besitzer der Neuen Mühle. 1865 zog er nach Treuenbrietzen (wohnte beim Ackerbürger Carl Thiele) und war ab 1866 Mühlenbesitzer zu Scharfenbrück bei Luckenwalde.

Wilhelm Theodor Frenzel (Fränkel) war in 1. Ehe verheiratet mit Johanne Rosine Juliane geb Wille.

Kinder
  • 04.04.1857 (T. 19.01.) Caroline Wilhelmine Auguste
+ 27.02.1858 (Begr. 02.03.) Johann Karl, 10 J. 7 M. 7 T.


+ 28.09.1858 (Begr. 30.09.) Johanne Rosine Juliane geb Wille, EF. des Besitzer der Neuen Mühle in Gömnigk Wilhelm Theodor Fränkel. 30 J. 11 M. 4 T. Hinterlässt Witwer und 3 Kinder.


°° 02.02.1860 Der Besitzer der Neuen Mühle in Gömnigk Witwer Wilhelm Theodor Fränkel (39 J.), Sohn des verstorbenen Mühlenmeister Gottlob Fränkel zu Collochau, mit Marie Louise (24 J.), Tochter des Ackerbürgers Friedrich Thiele in Treuenbrietzen.
Kinder
* 22.10.1860 (T. 27.11.) Carl Theodor
* 18.11.1861 (T. 15.12.) Luise Marie Pauline
* 16.03.1864 (T. 01.05.) Friedrich Hermann


  • 1858 Dorf mit Wassermühle, Neue Mühle mit Anschluss (Wassergetreide- und Ölmühle)

Müller Neue

1865 kaufte Gottlieb (Gottlob) Neue die Mühle gest. 28.01.1906

1. Ehe

Tochter Emma Andrä geb. Neue

Danksagung.

Allen Denen, die aus Gömnigk und auch so zahlreich aus den benachbarten Ortschaften meiner lieben Frau die letzte Ehre erwiesen haben, sowie auch den Herrn Prediger Lent für die trostreiche Auslegung des Wortes „Wer ausharret bis an's Ende, wird gekrönt", sage ich hierdurch meinen tief gefühltesten Dank. Gömnigk b. Brück, 5. Juli 1871 G. Neue, Mühlenbesitzer.


2. Ehe °° 28.09.1873 Der Mühlenbesitzer der Neuen Mühle Gottlob Neue (51 J.) in Gömnigk, Sohn des Mühlenmeisters Heinrich Neue in Mörz, mit Wilhelmine geb. Baitz (27 J.) , Tochter des Ackerbürgers Friedrich Baitz aus Brück.
Kinder
* 18.08.1873 (Get. 03.10.) Gottlob Max, Sohn des Mühlenbesitzer der Neuen Mühle Gottlob Neue in Gömnigk und der Wilhelmine geb. Baitz aus Brück.

Müller Lindner

1884 erwarb August Hermann Lindner die Mühle und betrieb sie bis zum Verkauf 1930.

Müller Kahmann

1930 erwarben die Gebrüder Richard & Richard Kahmann, die Mühle (Betrieb der Mühle bis 1945).

1934 Richard Kahmann
Persönliche Werkzeuge