Fürstbistum Münster/Jagdgerechtigkeiten

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< Amt Horstmar

Inhaltsverzeichnis

Gerechtigkeit der adeligen Jagd

1597 Attestatis des alten Hofjägers

Attestatis des alten hofjägers Thonießen Köoken vome der ambtshoußer item etlicher vom edell jagens gerechtigkaitt.

Ad perpetuam rey memoriam de anno 1597 den 11ten marty

Gericht und Zeuge

Ich Johan Kremer, von wegen und auß befelch dero ehrwürdigen, gestrengen, edlen, ernvesten, und hochgelärten verordneten herrn Stadthaltern des Stiffts Münster, bestellten richter und gogräff zu Rhenen und Bevergerne, thun hiermit offentlich bekennen und bezeugen, nachdem auf direction und gesinnendt des edlen und ernvesten auch ernhafter Hermans von Velen zu Velen, Drosten, und Gerhardten Volbiers rhentmeisteren zum Bervergerne und Rhene, an stat und von wegen landtsfürstlichen hohen obrigkait, der alter münsterische hoffjäger Thonies Köke vor mich richter und nachbenennter gerichtz scheffen zu erscheinen und von diestes stiffts Münster wildtban auch darhe gelegenen gaist- und adelichen heuser und stette herbrachter groben und anderen jagt gerechtigkait und geprauch, sein kundschafft der warheit ad perpetuam rey memoriam je aller bestendigster mässen zugehen so wüell jene davon bewußt und sich jetzt erinderen köndte, durch diester embter bestelung fiscum und praruratorem Dietherichs Recken, zu rechte beschuldigt und pflichtigh erkundt worden.

Demnach er Thonies zuvordrest seinen leiblichen aidt negst fleissigster anihation für den leidigen meinaidt und deßen zeitlichen und ewiger sträff, auf heut dato gescworren, auch daneben mit handtgegebener treue angelobt, auf solche requisation und beschuldigungh, die helle und lautere warheit, seines wissens und besten verstandts, von angeregter wildtbanen, aufrichtich, dem liebe got, alß die warheit und gerechtigkait selbst, vor augen habendt, auch niemandt zu liebe oder leidt und nicht nach gunsten noch auß haß oder neidt, noch sunsten einicher anderer rinstehrlicher affection sagen und bekennen wölle, demnegst berichtet und ausdesagt wie hernach beschrieben folgtt.

Und erstlich, daß er nu mehr ... woll under achtzigh jahren seines alters, angesehen, daß er in zeit der stadt Münster belägerungh by sechtzehen jahren altt geweßen. Item were er auch zeither von solcher seiner jugendt er, mit der münsterischer jagt von bischoffs Friederichs (1522-1532, +1551, Gf. von Wiedt) zeiten her für jager jonge und knecht umbgangen, folgents vor einem jäger und weidman, in dießes stiffts und deßen regierenden landtsherrn und herr dienst er der münstrischen ambtsheuseren geweßen und beharlich pleiben, wie er auch annoch deßhalben alhie zum bevergern ein underhaltt hatte.

Wildbann adeliger Häuser

Dem negst von gerechtigkait der ambtsheuser, und adelichen sitzen, auch etliche gaistliche häüßer und stette zur groben jagtt.

  • 1. Beckendt daß daß Haus Merfeldt zur groben jagt im Merfelder Wald , alß die steuer, und schothorst berechtigtt, darinnen gleichwoll der landtfürst dieses stiffts zweimahl des jahrs, alß einstmahlen bey gräße - einstmahlen bey ströhe, zu jagen pflegen,.
  • 2. Item daß Hauß Lembeck habe auch eine grobe jagt, weiß aber die gehöltzer solcher jagtt nicht zu erinneren,
  • 3. item das Hauß Oistendorpff, auch zur groben jagt berechtigt, deßen gehöltze aber zu solcher jagt nicht zuerinneren wisse.
  • 4. Item daß Hauß Räßfeldt sei berechtig zur groben jagt auffm Hemmer, Büren, Wystholts, auf welches Wystholts auch er Köke wegen des landtfursten zweimahlen zu jagen pflegeren jahrlich
  • 5. Item daß Hauß Velen zur groben und kleinen jagt mit und neben dem landtfürsten berechtigt auf daß Tungerlobroich, Haselgoert und Heidener waldt, Item auch war deß landtfürsten jäger ire garne auf jetztgenennte Tungerlobroich und haselgoert gesetzt, mogen die von Hauß Velen zu und deß landtfürsten garne, ire pfaed negst ansetzen, und waß ohne ire der von Velen jagthunde und winde ire garne gefangen wirt, kompt inen zu.
  • 6. Item daß Hauß Gemen bey der Stadt Borcken haben auf seinen gehötze negst bey Gemen und im Broickhaußen seines gefallen die grobe jagtt.
  • 7. Item die Burkhern von der Nowenburgh (Nienborg) haben die rehe jagt und schiessendt mit auff der Aemmerten der Landsfürste daselbst die grobe jagtt nach gefallent
  • 8. Item daß Hauß Asbecke habe mit die rehe jagt in der Wersch, daselbst auch der landtfürst nach gefallens.
  • 9. Item das Closter Varle habe die grobe und rehe jagt auff den gehötze hette sich auch mit eingedrungen in daß Coßfelder waldt. Im gleichen wöllen sie sich auch gerne mit auf daß Mueßholts zwischen Coßfeldt und Gescher lygendt eindringen, gehöret aber allein den landtfursten darin zu jagen,
  • 10. Item die stadt Coßfeldt habe auf iren waldt die grobe jagt, redit von alters her auf iren rhädtzerwechlandt, wisse nicht so aigentlich deß walts gehöltze zunennen. Auf dießen walds und die Stever habe der landtfürst nach gefallens zu jagren.
  • 11. Item die von Cappenbergh haben allerey grobe und rehe jagt, wisse die gehöltzer nit zunennen. Er, Köke, habe der endts wegen deß landtfürsten niemalen gejagt.

Amt Ahaus

Ambtshauses zum Ahaß gröbe wildbän:

  • Daß Schwibroick nach gefallen.
  • Daß Coßfelder waldt und auf der steverdt gleichfals.
  • Das Enscheder broich darunder daß wolthauß auch die beurste hegge zweimahlen des jahrs. In zeit der jagt daselbst pflegen die jeger zu beiden Oertheusteren dem zu Alstedde im nachtlager und kost vom hofflager mit zunemmen.
  • Daß Grafferbroich, die Mende, Ließener, Vredenbroich, Wulfßbroich Fockesbroich, Aßbroich, Berninckbroichlohe, Ammelerbroich, allein zum Hauße Ahauß zur jagtt gehörigh.

Amt Horstmar

Des ambthaußes zu Horstmar Wildtban:

  • Die Wersche zur groben jagt, wie obstehet.
  • Die Brechte im gleichen, die Ammert und Coßfelder waldt, auch Mervelder waldt ut supra.

Amt Rüschau

  • Im ambt Russthow durch auß die haßjagt,jedoch biß an den hoff zu Fleiterinck und zu Borghorst biß an die seit nach Laer, von dannen hiedurch naher den hoff Biestelen im kerßpel Embsdetten, von dannen nach Nortwolde, Oldenberge.
  • Item zu Holthaußen, Haue Keßbecke und umb den hoff zu Homöth beide grobe und die haßjagt, wan der endts wegen des landtfursten gejagt, hetten die jeger gemeinlich zu Bilerbeck am ambtshoffe oder bey dem tegeder zu eickrodtten ire nachtruhe genommen.

Amt Rheine-Bevergern

Des ambtshauses zum Bovergern wildtban:

  • Daß alten Rhener waldt, jedoch daß Haus Steinfurdt darf mit zur groben jagt, jahrlichs zweimahlen, benenntlich muß bey graß und muß bey stöhe berechtigen.
  • Daß Fulebroich, Spellerwaldt, Stacherwaldt, Osterholt, item im Qudinck bey der Broickmüllen habe das Hauß Bervergern allein die grobe jagtt.
  • Im Saltzberger broich die Heußer Bervergern und Bentheim gleich.
  • Im Friesischen holts habe daß das Hauß Steinfurdt allein die grobe und haßjagt, sey deßen wildbän, wie er hiebevorns gehoert, in .... zeiten, in erstattung für die grobe und haßjagt des Ber.. broichs, Woluebroichs, Pfockesbroichs und Beringklohe verbrüt.., jedoch deß Friesischen hotzes duß strenge zum hauße Bevergern zur jagtten frey.

Das Nortbroich zur groben und haßjagt an daß Hauß Bervergern jedoch der Gräße und Morrien heben auch dorten die haß jagtten.

Haus Surenburg

Von Langens zur Saurenborgh:

  • Waiß von keiner sonderen jagens gerechtigkait, außerhalb, daß im Langen woll vergunt und zugesehen der bergh entlangs naher Breumelen, der ihre jagt mit garnen allein sicg zubehilffen.
  • Dan er Köke habe bey bischoff Friederichs (1522-1532, +1551, Gf. von Wiedt) oder bischofs Frantzen (1532-1553, Gf. von Waldeck) zeiten belebet, da Langen jagthunde und wind bey die haßgarnen zugeprauchen angefangen, daß ime Langen die haßgarne mit der jagt genommen, die garne weren vor der küchen auffen hauß Bevergern hingehangen und verrottet, die hund und winde aber auß gnaden wiedergeben worden.
  • So viell schiess undt der vogell belangt, hette der münstrische schüts Teuffels Tassche genant, jetzigen (von) Langens Bastert-Bruder Ludwigen, der dan der Olymüller pferdt dazu gepraucht, biß weilen inß Broich zur Geselschafft mit sich genommen.
  • Folgens habe der Bastert ein ander pferdt zum schiessendt ängerichtet gehabt, welchs von Langen in behueff fürstlichen B. Wildt schutzen alß jetzigs Berndts schützen, zu wege gebracht, wie nün dermalen der Bastert solch pferdt lenger nicht gehabtt, sey derselbigh wegh gezogen.

Haus Venhaus

Von des Venhaußes an der Garentelgen jagens gerechtigkaitt:

  • Daß Venhauß sey im geringsten im Spellerbroich und auf dem vom Haxmorr weder zum jagendt noch schiessendt berechtigtt.
  • Jedoch hiebevor von junckheren Valcke zum Venhauß gehoert, das er sich berhumet, er hette von landtfürsten bewilligungh umb daß Venhauß einen hasen zujagen.
  • Wie dan Berndt Valcke selig ime Köken und andere hoffjeger, benentlich Henrich und Eilhardten jeger bey sich aufm Venhauß woll tractirt und gesagt, er hette mit F.G. bewilligungh vier windkens, damit einen hasen, wannerhe er gäste hette, zufangen, wölle aber an groben wilde kainen schaden thun, und da schon ein diener ime ein grob wildt zu hauß brächte, wölle er demselbigen dafür ansehen und straffen.
  • Item auf nicht bleibt, daß daß vom Venhauße zum Dreyerwald hasen jagen mögen.

Stadt Rheine

Der Stadt Rhene jagens gerechtigkaitt:

  • Der Rhädt doselbst moge zu iren rhätzer wehlendt und zu anderen iren zerhendt, auch biß weilen zu brandtwertschaft und wan die ambtleute begeren, nur allein in der warldt jagen, von Nortbroich wisse er nicht, das die von Rhene dar je zu jagen pflegen oder berechtigtt.
  • Item hab man hiebevor im gleichen nicht von Oldenshaußes hasen jagendt im Nortbroich gewust.

Zeugnis

Wan dan diese kundeschafft und zeügnüß der warheit vom mehr gedachten alten münsterischen hoffjager Thoniessen Koken vor mich richtern und meine beisitzere und gerichtsscheffen die erbare und vorsichtige Johan im Walde, Bürgermeistere zu Rhene, Bernhardten Raterßman den elteren und Henrich Custers genant Coix, beide bürgenmeistere hieselbst zum Bervergerne, also, wie obstehet, ohne gefehrdt und argelist zur wissenschafft ad perpetuam rej memoriam beschehen und ergangene, so hab ich richter von gerichtz wegen auf bedingent und erforderendt des fihsy an stadt vorgedachtermeiner herren ambtleute wveder an dieß berichtschein mein gewonlich gerichtz siegell wissent und wolbedechtlich gedrucktt, geschehen zum Bevergern auff Dienstag den elfften deß monats marty im jahre nach christi unseres herrn heilsamer geburtten tausend fünffhunderten neunzig und sieben.

Arnold Volbier publ. & ontis curiä klon: jm matr Nts, necnon jud : in Rhene, Beverg. & Emshb: hruba jur.

Quelle

  • Staatsarchiv Münster Fstm–Ms, Hofkammer Nr XVI Nr.2, Bl. 58 bis 60.

Nachtrag

Haus Ostendorf

Jagdgerechtigkeit.

1824: Außer der weitläufigen Koppeljagd, die durch mehrere der benachbarten Kirchspiele, als Lippramsdorf, Klein-Reken, Heiden, Haltern und Hullern. geht und welche größtenteils mit Schnadsteinen abgesteckt ist, gehört zum Hause Ostendorf eine große Hovesaat, welche im Westen von der Lippe an, den Bringenbergsbach bis an der großen Lippramsdorfer Heide herauf, wo sich ein Schnadstein befindet, der die Schnadung macht. Von diesem Schnadstein an befinden sich im Norden, hinter dem Zeller Uhlenbrock und Finkenbrinck hin, längs der Hohen Mark, auf dem (alten) Annenberger Tannenbusche zu, mehrere Schnadsteine, welche im Norden die Schnadung ausmachen. Von dem Annenberger Tannenbusche bis auf die Lippe befindet sich ebenfalls ein Schnadstein, welcher im Osten die Grenze macht. Gegen Süden bildet, von hier bis am Einfluß des Bringenbergbaches die Lippe die Grenze. Deputator bermerkt, daß diese Grenzen nach dem eingeschickten Verzeichnisse aufgenommen sind. Die Jagdgerechtigkeit in vorstehenden Bezirken wurden von den Taxatoren im Ganzen gewürdigt zu 500 Rt.

  • Quelle: Salm-Salmsches Archiv zu Isselburg-Anholt
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