Eupen und Umgegend (1879)/254

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Eupen und Umgegend (1879)
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die wohl heißen soll Judocus Beusselus. mareschallus Limburgiae, me fiere fecit principate Philippo Austriae (oder Augusto) Anno Christo 1502. (Jodokus Beußel, Marschall von Limburg, ließ mich unter der Regierung des Philipp August erbauen. 1502.)

       Daß jedoch das Haus, welches diese Inschrift tragt, weit jünger ist als der übrige Theil des Schlosses, ergiebt sich aus dem Unterschiede in der Bauart.

       Das Burghaus Stockem, welches sehr alt sein muß, war mit den dazu gehörigen Gütern und Gerechtsamen ein limburgisches Lehen, wie dieses alte Urkunden und Lehenbücher beweisen. Auch schon in dem limburgischen Privilegienbuche aus dem 13. und 14. Jahrhundert ist die Burg Stockem erwähnt.

       In alten Zeiten scheint die Burg stets von den Erbmarschällen und Statthaltern des Herzogtums Limburg besessen und bewohnt gewesen zu sein, wie dies aus obiger Inschrift und aus dem Titel zweier stockemer Lehengüter erhellt. Nach jener Inschrift wird im Jahre 1502 Jodocus Beußel, Marschall, und in den beiden Titeln werden 1572 Heinrich von Isendorn, Erbmarschall und 1612 Friedrich von Gülpen, Herr von Waldenburg, Statthalter des Herzogthums Limburg, als Besitzer von Stockem erwähnt. Aus Letzteren geht zugleich auch hervor, daß Stockem seinen eigenen Grund- und Lehenhof (in der brabantischen Mundart Laethof genannt) hatte. (S. Seite 41.)

       Am 5. Oktober 1612 theilt obenerwähnter Statthalter Friedr. von Gülpen und Adolph von Merfeld die Burg Stockem nebst allem Zubehör unter sich in zwei gleiche Theile und von dieser Zeit an bildete die Burg mit ihren Gütern zwei getrennte Besitzungen, die erst unter dem Besitzer Nikolas Verken, Herr von Stockem, derzeitiger Bürgermeister von Eupen, wieder in eine Hand gekommen sind.

       Durch Erbschaft und Verkauf gelangten diese Güter nach und nach in den Besitz der Familien von Catz, von Belderbusch, von Hoen und von Copis.

       Von Maximilian Freiherrn von Belderbusch kaufte Peter Verken, Vater des erwähnten Bürgermeisters, am 4. Januar 1774 die eine Hälfte der Gesammtburg Stockem für die Summe von 68,000 brab.

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