Die Kirchenbücher im Königreich Sachsen (1901)/038
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| Die Kirchenbücher im Königreich Sachsen (1901) | |
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| Ev.-Luth. Pfarren beginnend
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| Abkürzungen der Ephorien: A. = Annaberg, Au. = Auerbach, B. = Borna, Ch. I. = Chemnitz I., Ch. II. = Chemnitz II., Di. = Dippoldiswalde, Dr. I. = Dresden I., Dr. II. = Dresden II., F. = Freiberg, Gl. = Glauchau, Gr. = Grimma, Gh. = Großenhain, Lg. = Leisnig, Lp. I. = Leipzig I., Lp. II. = Leipzig II., Mg. = Marienberg, Mn. = Meißen, O. = Oschatz, Oe. = Oelsnitz/Vogtl., OL. = Oberlausitz, Pi. = Pirna, Pl. = Plauen, Rg. = Radeberg, Rtz. = Rochlitz, Sch. = Schwarzenberg, St. = Stollberg, W. = Werdau, Z. = Zwickau. |
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Amtspflicht zu machen, es also nicht ins Belieben des Einzelnen zu
stellen, ob er „zu seinem eigenen Vergnügen" ein Kirchenbuch
anlegen will oder nicht, sondern dies obrigkeitlich zu
verordnen[1]. Ordnung auf diesem Gebiete an Stelle des
Schlendrians von Jahrhunderten war naturgemäss ein wesentliches
Stück der Neuordnung auf allen Gebieten des kirchlichen Lebens. Vom
Anbruch der Reformation bis zum Jahre 1588 lassen sich allein in
Richters Sammelwerk 16 deutsch-evangelische Kirchenordnungen
nachweisen, welche das Halten von Kirchenbüchern kurz und gut
einschärfen. Allen voran geht die Brandenburg-Nürnberger
Kirchenordnung von 1533, wenn sie sagt: „Es sollen auch die
Pfarrherren oder Kirchendiener jedes Orts in ein sonderRegister
fleissig einschreiben die Namen und Zunamen der Kinder, die sie
taufen, und der Personen, die sie ehelich einleiten, und auf
welchen Tag und in welchem Jahre solches geschehen sei." Ihr folgt
die Liegnitzer Kirchenordnung von 1534, welche vorschreibt, dass
„der Diener den Täufling mit den Namen der Paten von Jahr zu Jahr
in ein Register zeichnen und aufmerken soll". Ähnlich drücken sich
aus die Württembergische Kirchenordnung Herzog Ulrichs von 1536,
die Schweinfurter von 1543, die Kölnische von 1543, der „Einfältige
Unterricht" Georgs von Anhalt von 1548, die sächsischen
Generalartikel Kurfürst Augusts von 1557, die Württembergische
Kirchenordnung von 1559, die Erbacher von 1560 und viele andere aus
derselben oder aus späterer Zeit.
Nachdem die evangelische Kirche mit solchen heilsamen obrigkeitlichen Verordnungen vorangegangen war, folgte die römische Kirche nach, da sie einsah, dass die Evangelischen auf dem rechten Wege waren. Es war in der 24. Sitzung des Tridentiner Konzils vom 11. November 1563, dass der Bischof von Braga, Bartholomäus de Martyribus, der Einführung von Trau- und Taufregistern das Wort
- ↑ Richter, Die evangelischen Kirchenordnungen d. 16. Jahrh. 1846. I u. II.
