Die Deutschen Kolonisten in Bessarabien/06

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Die Deutschen Kolonisten in Bessarabien
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Stangen, Rohr, Gras und Erde, bestrich das Ganze inwendig mit Lehm, und die Kolonistenwohnung war fertig. So wurde 1814 Tarutiono und Borodino, 1815 Malojaroslawetz, Kulm, Krasna, Klöstitz und Leipzig, 1816 Fere Champenoise, Paris, Beresina, Arcis und Brienne, 1818 Teplitz, 1821 Katzbach und Sarata, 1830 Gnadenthal, 1833 Friedensthal, 1834 Lichtenthal und Dennewitz, 1839 Plozk und 1842 Hoffnungsthal mit je 60-136 Wirthschaften à 60 Dessiatinen Land angelegt. Die alleinstehende Kolonie Chabag (Schaba) wurde 1829 gegründet. Da Malojaroslawetz, Fere Champenoise und Arcis sehr weit auf ihr Land hatten, so gab dies später Veranlassung, daß sich diese Kolonien theilten, daher entstanden einige gleichnamige Kolonien, die mit I. und II. und Alt und Neu von einander unterschieden werden. Bei der Ansiedlung der neueren Kolonien, namentlich mit Sarata, ging es viel besser, als bei den älteren. Die neueren Kolonisten konnten sich schon auf die älteren stützen, waren mehr bemittelt und erhielten ihre Vorschüsse bar; aber die ersten hatten viel Noth durchzumachen. Die Regierung hielt zwar treulich ihr Versprechen; allein bis der wohlthätige Unterstützungsfond die bessarabische Steppe erreichte, war er durch die Habsucht des Lieferanten Polner und der Unterbeamten gar sehr zusammengeschmolzen. In Tarutino wurde zwar gleich ein eintägiger Markt, je nach 14 Tagen, und ein Magazin mit einem Comptoir eingerichtet, aus welchem jede Familie, wenigstens dem Namen und den Akten nach, 15 Rubel Assig. (=4 2/7 Rubel Silber) Baukosten, als Wirthschaftsgerät 1 unbeschmiedeten Wagen, 1 Pflug, 1 Egge, 2 Sensen, 2 Sicheln, 1 eisernen Spaten, 1 Hacke, Dangelzeug und andere Kleinigkeiten, an Vieh 1 Paar Ochsen und 1 Kuh, zur ersten Saat 4 Tschetwert Weizen und zwei Tschetwert Kartoffeln, und zum Lebensunterhalt über 1 Jahr lang jede Seele 1 Pud Mehl monatlich erhielt. Daß aber die Geräthe äußerst schlecht waren, - daß man Vielen statt eines ganzen Wagens nur einen halben gab, von dessen Rädern bei der Abfahrt die Felgen von den Speichen und die Speichen aus den Naben fielen, - daß statt 2 nur 1 Ochse oder 2 Kälber gegeben wurden, - daß oft Mehl geliefert wurde, welches grün und gelb geschimmelt, voll Würmer und in den Säcken so zusammengeballt war, daß man es entweder wegwerfen oder mit dem Beil zerschlagen und sieben mußte, um es brauchen zu können, - und daß die verheißenen 5 Kopeken Assign. (11/2 Kopeken Silber) Tagegelder

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