Deegeln

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Hierarchie

Regional > Litauen > Deegeln

Regional > Historisches Territorium > Deutschland 1871-1918 > Königreich Preußen > Ostpreußen > Landkreis Memel > Deegeln


Inhaltsverzeichnis

Deegeln
Deegeln in der Memellandkarte



Tor vom Friedhof in Deegeln (Deglen) - Matsaten (Matzaiten)


Einleitung

Deegeln, 1754 Brusz Dehglen, vor 1785 Brusz Deglen[1] oder Bruß Deglen, nach 1785 Deglen[2], 1871 Degeln[3], Kreis Memel, Ostpreußen.



Deegeln 1944: Links befand sich der Hof von Georg Konrad und Lina geb. Gelszinnus. Von links nach rechts: Helene Hertha Konrad, Erika Anna Konrad, Emma Konrad mit Tochter Erika, Erna Else Konrad. Rechts im Hintergrund ist der Hof von Christoph Konrad zu erkennen.
Deegeln 2009: Die gleiche Stelle 65 Jahre später. Der Hof von Georg Konrad und Lina geb. Gelszinnus existiert nicht mehr. Dagegen steht der Hof von Christoph Konrad im Hintergrund noch.


An der Aysse im Grenzgebiet
Aus dem Memeler Dampfboot vom 05.12.1960

Diese zwei Aufnahmen führen uns in das Grenzgebiet nach Deegeln. Auch dieses Stückchen Heimat wollen wir in Erinnerung behalten, und manchem Leser werden diese Bilder bekannt sein, die bis heute unverändert geblieben sind. Auf dem Bild links sehen wir die Straße mit der Brücke über die Aysse, die von Dwielen nach dem Gut Ayssehnen führt. Im Hintergrund steht die Bauernwirtschaft von Paltins, zum Teil vom jungen Grün der Bäume verdeckt. Bis zur Ausreise im Jahre 1959 war der Hof noch von Frau Paltins mit ihrem jüngsten Sohn bewohnt.
Auf dem rechten Bild ist der Bauernhof vom Makies zu sehen, der ihm nach dem Kriege enteignet wurde. Da die eingezogenen Litauer ihm jeglichen Zugang zu seinem Hof untersagten, ließ er sich am Zaun seines Hofes fotografieren. Weiter wäre noch zu erwähnen, daß die Ziegelei Stubra nah Kriegsende nicht mehr in Betrieb genommen wurde. Sie steht nach zum Teil verwaist mit einigen Trockenschuppen und dem Schornstein da, Herr Stubra wurde 1948 nach Sibirien deportiert und ist dort gestorben.

Name

Der Name kann sich auf stachelige Pflanzen beziehen, kann jedoch auch ein Spitzname sein: jemand der in Eile ist und unter Seitenstechen leidet (oder aufbrausend ist).

  • nehrungs-kurisch "bruza" = brausen, sausen, eilen
  • "dīgils" = Dorn, Stachel
  • "dīgluoat" = stachelig
  • preußisch-litauisch "dieglys" = stechender Schmerz, Seitenstechen, Kolik, Leibschmerzen


Politische Einteilung

1.5.1939: Die neue Gemeinde Deegeln besteht aus den bisherigen Gemeinden: Deegeln und Dwielen [6]


Kirchliche Zugehörigkeit

Evangelische Kirche

Deegeln gehörte 1912 zum Kirchspiel Wannaggen, vor 1903 aber zum Kirchspiel Prökuls.

Katholische Kirche

Deegeln gehörte 1907 zum katholischen Kirchspiel Memel.


Standesamt

Zugehörige Ortschaften

Deegeln gehörte 1888 zum Standesamt Sakuten und 1907 zum Standesamt Wannaggen.


Bewohner


Deegeln - Geburtstag von Anna Sauga geb. Konrad und Georg Konrad am 23.03.1944: Vor dem Wohngebäude (erbaut 1930) des Hofes von Georg Konrad und Lina geb. Gelszinnus.
Von links nach rechts:
Hinten: Manfred Haseley, Helene Hertha Konrad, Anna Gelszinnus geb. Purwins, Emma Konrad mit Tochter Erika, Franz Heydeck, Heinrich Gelszinnus
Mitte: Janina Gelszinnus, Erna Else Konrad, Erika Anna Konrad
Vorne: Lina Konrad geb. Gelszinnus, Georg Konrad, Anna Sauga geb. Konrad
Deegeln 2009: Auf dieser Wiese stand der Hof von Georg Konrad und Lina geb. Gelszinnus bis in die 70er Jahre.


Geographische Lage
55.5412°N 21.4424°O



Geschichte

1711

Quellen:
Janczik, Bruno und Naunheim, Fritz: Dragoner, Wibranzen und Enrollierte aus der Zeit der großen Pest, Berichte und Tabellen der Ämter 1711, II. Die nördlichen Ämter in Altpreußische Geschlechterkunde, Neue Folge, 38. Jahrgang, Band 20, 1990, Hamburg, Verein für Familienforschung in Ost- und Westpreußen


Schule

Auszug aus dem Messtischblatt: Schule Deegeln, (c) Bundesamt für Kartographie und Geodäsie

Die Deegeler Schule wurde um 1736 gegründet.

Die Lehrer:

  • Leiter der Schule: Böhm
  • bis 1845 Gerullis
  • 1845-1847 Kurschat
  • 1847-1873 Heinrich Mattschul
  • 1873-1897 Wilhelm Stumber
  • 1897-1901 Bausemier
  • 1901-1904 Hans Saemann
  • 1904-1922 Paul Stach
  • 1922-1925 Artur Schild, Ewald Mauruschat
  • 1925 Brokoph
  • 1925-1927 Matzkus
  • 1927 Enulat
  • 1927-1931 Hermann Septinius
  • 1931-1935 Erich Bajorat
  • ab 1935 Martin Trakis

Erinnerungen

Aus dem Memeler Dampfboot:
Wenn Lehrer Bajorat in den Graben fuhr...

Schulklasse 1912

Schulklasse Degeln 1912 (Bild: Helga Lange)


Auch die Schüler aus Dwielen gingen in Degeln zur Schule, also auch die Großmutter Anna Adam geborene Strempler der Bildinhaberin. Auf dem Bild ist rechts der Lehrer Stach mit seinem Spitzbart, von dem die Großmutter viel erzählt hat.


Friedhof

In Deegeln gab es zwei Friedhöfe: (1) Deegeln-Matsaten und (2) Deegeln
Auszug aus dem Meßtischbaltt: Friedhöfe Deegeln, (c) Bundesamt für Kartographie und Geodäsie
(1) Deegeln-Matsaten
(2) Deegeln


Deegeln-Matsaten

Deegeln

Das alte Tor des Friedhof Deegeln wird jetzt auf dem Nachbargrundstück genutzt.



Verschiedenes

Karten

Brusz Deglen auf der Schroetterkarte (1796-1802), Maßstab 1:50 000
© Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz
Siehe oben rechts Deglen auf der Schroetter Karte 1802, Maßstab 1: 160000


Degeln im Preußischen Urmesstischblatt 1860
© Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz
Zu Degeln und Schanze im Preußischen Urmesstischblatt 1860
© Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz


Degeln und Umgebung im Preußischen Urmesstischblatt 1860
© Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz
Deegeln im Messtischblatt 0494 Wilkieten (1910-1940) mit den Gemeindegrenzen von 1938
© Bundesamt für Kartographie und Geodäsie


Internetlinks

Offizielle Internetseiten

Friedhofsbilder 2008: [1]


Daten aus dem genealogischen Ortsverzeichnis

GOV-Kennung DEEELNKO05RN
Name
Typ
  • Wohnplatz
w-Nummer
  • 66132
externe Kennung
  • geonames:599951
  • nima:-2613786
Karte
   

TK25: 494

Zugehörigkeit
Übergeordnete Objekte

Deegeln, Dėgliai ( Landgemeinde Gemeinde ) Quelle

Wannaggen (1907) ( Kirchspiel ) Quelle S.154/155

Memel (Hlste. Dreifaltigkeit), Memel, Klaipėda (1907) ( Pfarrei ) Quelle S.154/155


Quellen

  1. Dietrich Lange: Geographisches Ortsregister Ostpreußen einschließlich des Memelgebietes, des Soldauer Gebietes und des Reg.-Bez. Westpreußen (1919-1939)
  2. Dietrich Lange: Geographisches Ortsregister Ostpreußen einschließlich des Memelgebietes, des Soldauer Gebietes und des Reg.-Bez. Westpreußen (1919-1939)
  3. Dietrich Lange: Geographisches Ortsregister Ostpreußen einschließlich des Memelgebietes, des Soldauer Gebietes und des Reg.-Bez. Westpreußen (1919-1939)
  4. Taufbuch Prökuls
  5. Dietrich Lange: Geographisches Ortsregister Ostpreußen einschließlich des Memelgebietes, des Soldauer Gebietes und des Reg.-Bez. Westpreußen (1919-1939)
  6. Amtsblatt Gumbinnen 1939: Neugliederung der Gemeinden und Gutsbezirke im ehemaligen Memelland ab 1. Mai 1939, S. 64ff,
    http://www.memelland-adm.de/Archiv/13 Verwaltungsbezirke/index.htm
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