Bulitta (Familienname)

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Inhaltsverzeichnis

Herkunft und Bedeutung

Ostpreußen

Hinweis auf den Wohnplatz, mit dem schlecht zu bewirtschaftenden Boden zugleich Hinweis auf die soziale Stellung.

  • prußisch "balit" = Sumpf, morastiger Ort
  • prußisch "poleitas" = Ausgenutzter


Varianten des Namens

  • Paleyde (1407), Preuße im Gebiet Brandenburg
  • Paleidyn (1419), Kammeramt Domnau
  • Polat, Poellath, Polet, Poleit
  • Politi, Politt, Pollit, Politzke
  • Pallet, Palleit, Bolleit, Pols, Bulitta, Bulita, Bulyt


Geographische Verteilung

Relativ Absolut
relative Namensverteilung
Bulitta (im Jahr 2002 insgesamt 54 Einträge)
erstellt von Geogen 3.0 Webdienst
Legende:
weniger als 10 Vorkommen pro Mio,
bis 10 Vorkommen pro Mio,
bis 20 Vorkommen pro Mio,
bis 30 Vorkommen pro Mio,
bis 40 Vorkommen pro Mio,
mehr als 40 Vorkommen pro Mio
absolute Namensverteilung
Bulitta (im Jahr 2002 insgesamt 54 Einträge)
erstellt von Geogen 3.0 Webdienst
Legende:
weniger als 1 Vorkommen,
bis 5 Vorkommen,
bis 10 Vorkommen,
bis 15 Vorkommen,
bis 20 Vorkommen,
mehr als 20 Vorkommen

Bekannte Namensträger aus dem Ermland

  1. Bulitta, Alois, Dr. phil.
    Regierungsdirektor, Oberregierungsrat, Schulrat, Dipl.-Handelslehrer, Dipl.-Volkswirt, Slawist, gerichtlich bestellter Dolmetscher für die polnische Sprache fürs gesamte Bundesgebiet, Sohn des Bauunternehmers Franz Bulitta aus Köslienen, Bruder von Nr. 3 und Nr. 4, kath., *21.10.1897 in Köslienen im Landkreis Allenstein. 24.10.1897 Taufe in St. Jakobi[1] zu Allenstein. Besuch des Gymnasiums in Allenstein. Teilnahme als Kriegsfreiwilliger am 1. Weltkrieg; Lehrerseminar in Danzig; Tätigkeit im Schuldienst; Studium an der Handelshochschule in Königsberg/Pr. 1924 Diplom-Handelslehrer in Allenstein; 1925 Studium der Slawistik in München. 1925/26 Fachlehrer an der Handels- und Realschule in Marktbreit (Kr. Kissingen); seit Mai 1926 wohnhaft in Würzburg; ab 1933 Vorsitzender des Altherrenzirkels Unitas ebd.; 1934 Diplomprüfung für Volkswirte an der Universität Würzburg. 1935-36 Polnischlektor an der Universität Würzburg, hielt ebd. Lehrveranstaltungen zur polnischen Sprache, zur Geographie, Geschichte und zum Volkstum Polens. 1938 Inaugural-Dissertation [2]. Kriegsteilnehmer des 2. Weltkriegs als Offizier (Sonderführer als Dolmetscher). 30.11.1942 Antragsteller der Aufnahme des Familienwappens Bulitta in die Deutsche Wappenrolle.[3] 1947 Studienrat in Würzburg. Nach 1945 Schulrat in Karlstadt und Bad Kissingen. 1949 Referent für das Berufsbildende Schulwesen an der Regierung von Unterfranken. 1950 Oberregierungsrat der Regierung in Unterfranken. Seine besondere Aufmerksamkeit galt der Erwachsenenbildung und Volksbüchereien, dem Sonderschulwesen für Körperbehinderte, Blinde und Gehörlose. Er begründete den Bettenunterricht in der Orthopädischen Klinik im König-Ludwig-Haus und förderte auch die Schifferfachschule in Würzburg. Er ordnete die kaufmännischen und gewerblichen Schulen in Würzburg und baute dort auch die landwirtschaftliche Berufsschule neu auf. 1966 Pensionierung. Juni 1967 Verleihung des Bundesverdienstkreuzes am Bande; † 08.07.1971 in Würzburg. Weitere Auszeichnung: Ehrenurkunde des Bayerischen Landesverbandes für freie Volksbildung für hervorragende Verdienste um die Erwachsenenbildung. Verfasser folgender Bücher: Die Forstwirtschaft in Polen (1937), Fachkunde für Jungkaufleute aus der Metallindustrie und des Eisenhandels (1940), Polnischer Sprachführer (1941), Russisch-Ukrainischer Sprachführer (1941), Przewodnik Językowy - Deutsch für Polen (1941), Neue Bürger und Lebenskunde für Bayern: eine Einführung in die Sozialkunde (1951), Gemeinschaftskunde (1953), Kohle, Eisen, Stahl: ein Querschnitt durch Industrie, Gewerbe und Handel (1954), Neue Gemeinschaftskunde für Bayern: eine Einführung in die Sozialkunde und die Formen des Gesellschaftslebens (1955), Gemeinschaftskunde für Bayern (1962).
  2. Bulitta, Arno Franz Bernhard, Dr. med.
    Internist, Chefarzt und Klinikdirektor, Neffe dritten Grades in der Seitenlinie von 1, 3 und 4, kath., *04.10.1921 in Wartenburg i. Ostpr. im Landkreis Allenstein. 1939 Abitur am Humanistischen Gymnasium in Allenstein. Reichsarbeitsdienst, Soldat, Freiwilliger der Luftwaffe, abkommandiert zum Humanmedizinstudium, amerikanische Kriegsgefangenschaft bis Juni 1945. 1946 Promotion in Erlangen[4]. 1948-1958 Stadtrat (BHE später CSU) ebd. Vorsitzender der Kreisflüchtlingsvertretung und Mitbegründer sowie Vorsitzender des Ostpreußenbundes ebd. Mitbegründer und Vorsitzender des überlandsmannschaftlichen Heimatvertriebenenverbandes. 1949 stv. Vorsitzender des Zentralverbandes der vertriebenen Deutschen in Bayern. Kreisvorsitzender der CSU (Erlangen-Stadt). Fraktionsvorsitzender sowie Bezirksvorstandsmitglied der CSU Mittelfranken. Ab 1958 Chefarzt der Inneren Abteilung im Kreiskrankenhaus in Neustadt an der Aisch. Ab 1966 ehrenamtlicher Stadtrat ebd., seit 01.07.1972 bis 1990 stv. Bürgermeister ebd. 04.10.1981 Verleihung der Goldenen Bürgermedaille der Stadt Neustadt an der Aisch. 25 Jahre Kirchenvorstandsmitglied seiner Wohnorte, Mitglied und Vorstandsmitglied medizinischer, sozial-kultureller und caritativer Verbände. 1981/82 Präsident des Rotary Clubs, Neustadt an der Aisch; † 09.09.1995. Weitere Auszeichnungen: Bundesverdienstkreuz am Bande, Kreismedaille in Silber und kommunale Verdienstmedaille, Silberne Ehrennadel der Landsmannschaft Ostpreußen.
  3. Bulitta, Franz, Pfarrer, Bischöflicher Kommissar, Geistlicher Rat
    Pfarrer; Sohn des Bauunternehmers Franz Bulitta; Bruder von 1 und 4; kath. *02.12.1900 in Köslienen im Landkreis Allenstein. 09.12.1900 Taufe in St. Jakobi[5] zu Allenstein. Schulbesuch in Köslienen und am 07.03.1921 Abitur am Staatlichen Humanistischen Gymnasium in Allenstein. Studium der Philosophie und Theologie an der Staatlichen Akademie in Braunsberg (Ostpreußen) von Ostern 1921 bis Ostern 1923 und weiterhin bis Herbst 1926 an der Universität Freiburg im Breisgau sowie anschließend bis zum 04.02.1926 wieder in Braunsberg. Am 14.02.1926 wurde er in Frauenburg (Ostpreußen) durch Bischof Augustinus Bludau[6] zum Priester der Diözese Ermland geweiht sowie am gleichen Tag zum Kaplan in Groß Purden im Landkreis Allenstein ernannt. Am 21.12.1926 erfolgte dann seine Ernennung zum Kaplan in Heiligelinde (Kr. Rastenburg) mit Stellenantritt zum 13.01.1927. Am 03.07.1930 wurde er zum Kaplan in Bischofsburg (Kr. Rößel) ernannt, wo er seine Stelle am 10.08.1930 antrat. 1931 Pfarrexamen. Auf NS-Druck wurde er am 31.07.1933 an die Trinitatis-Pfarrei in Marienwerder versetzt. Ab 1936 war er Pfarrer in Willenberg (Kreis Ortelsburg). Am 12.02.1940 wurde er beurlaubt für die Seelsorge im besetzten Gebiet in der Diözese Kulm. Er hatte diesen Auftrag des Bischofs von Ermland, Maximilian Kaller[7], freiwillig übernommen. Ab 1940 war er Pfarradministrator in Elchwalde (Osiek) in Westpreußen. Ab 01.04.1940 Administrator in Schwetz (Wpr.). Er hatte 11 verwaiste Pfarrämter in den Kreisen Schwetz und Preußisch Stargard zu betreuen. 17.11.1940 Ernennung zum Bischöflichen Kommissar des Kreises Schwetz. Ab 01.04.1945 Großadministrator in Wollental (Skórcz), wo er später jedoch dem polnischen Dekan weichen musste und er am 15.09.1945 wieder nach Elchwalde zurückkehrte. 01.11.1946 Versetzung nach Rittel (Kr. Konitz). 1948 Aussiedlung. 27.09.1948 Pfarrvertreter in Hedersleben (Kr. Aschersleben). 23.09. bzw. 18.10.1949 Ernennung zum Kuratus bzw. Stellenantritt in Gernrode/Harz (Kr. Quedlinburg) unter der zugleichen Ernennung zum Vikar der Pfarreien Ballenstedt und Quedlinburg. 23.07.1966 Verleihung des Ehrentitels "Geistlicher Rat" [8] durch den Erzbischof von Paderborn. Pensionierung am 01.08.1966 sowie anschließende Übersiedlung zu Verwandten in die Bundesrepublik noch im gleichen Jahr. Ab dem 07.10.1966 bis zum 06.10.1967 seelsorgerische Betreuung des St.-Josef-Altersheimes in Wewelsburg. Vom 6.10.1967 bis zum 10.08.1968 Hausgeistlicher des Altersheimes der Pfarrei St. Kilian zu Letmathe sowie vom 11.08.1968 bis 1971 des Hauses Klostereichen in Neheim-Hüsten. † 19.11.1974 in Salzkotten. Beerdigt wurde er auf dem Friedhof in Scharmede, wo auch einige seiner Verwandten ruhen.
  4. Bulitta, Josef, Dr. jur.
    Jurist, Amtmann, Sohn des Bauunternehmers Franz Bulitta aus Köslienen; Bruder von Nr. 1 und 3, kath. *25.04.1908 in Köslienen im Landkreis Allenstein. 1929 Übersiedlung nach Bayern. 1934 Abitur in Bingen a. Rh. 1936 Eintritt in den Justizdienst. 1942 Justizbeamter am Amtsgericht in Willenberg (Kreis Ortelsburg). 1946 Mitgründer der CSU im Landkreis Scheinfeld. 1947 Justizoberinspektor in Scheinfeld. 1949 Promotion [9]. Mitgründer des Caritasverbandes Scheinfeld. Mitglied des Diözesanrates und des Dekanatsrates Iphofen. 1973 Pensionierung. 1974 Gründer der "Aktion für das Leben" in Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim. Zusammen mit seiner Gattin Hermine Bulitta zog er 45 Pflegekinder groß. † 10.06.1979 in Würzburg. Er hatte auch die Idee zu einem "Heim für Mutter und Kind" in Scheinfeld, welches drei Jahre nach seinem Tod sein Sohn, Dr. Benno Bulitta, baute. Auszeichnungen: Bundesverdienstkreuz am Bande; "Goldene Rose" der "Bild am Sonntag". In Scheinfeld wurde die "Dr.-Josef-Bulitta-Str." nach ihm benannt [10]. Verfasser folgender Bücher: Gemeinschaftskunde (1961), Das Recht im bäuerlichen Alltag (1962).

Referenzen:

  1. [[http://wiki-de.genealogy.net/Allenstein,_St._Jacobus_d._%C3%84._%28rk%29
  2. Bulitta, Alois. Die wirtschaftsgeographische Struktur der polnischen Holzwirtschaft.Julius-Maximilians-Universität, Würzburg, 1938
  3. Deutsche Wappenrolle. Herausgegeben vom "Herold", Band 27, Neustadt a. d. A., 1974, S. 35
  4. Bulitta, Arno. Klinischer Beitrag zur Frage der Beziehungen zwischen multipler Sklerose und anderen entzündlichen Erkrankungen des Zentralnervensystems, Erlangen, 1946
  5. [[http://wiki-de.genealogy.net/Allenstein,_St._Jacobus_d._%C3%84._%28rk%29
  6. http://de.wikipedia.org/wiki/Augustinus_Bludau
  7. http://de.wikipedia.org/wiki/Maximilian_Kaller
  8. http://de.wikipedia.org/wiki/Geistlicher_Rat
  9. Bulitta, Josef. Rechtsgewohnheiten und Rechtsbrauchtum der ermländischen Landbevölkerung, Universität Erlangen, 1949.
  10. http://web2.cylex.de/stadtplan/scheinfeld-91/scheinfeld-strasse-dr-josef-bulitta-str.html

Sonstige Personen

  • Bulitta, Brigitte, Dr. phil.: Sprachwissenschaftlerin und Fachbuchautorin; Großnichte 2. Grades von Nr. 1, 3 und 4 (siehe Wikipedia [1])
  • Bulitta, Erich: Sachbuchautor und Lehrer; Sohn von Nr. 4 (siehe Wikipedia [2])
  • Bulitta, Hildegard: Sachbuchautorin und Lehrerin; Schwiegertochter von Nr. 4 (siehe Wikipedia [3])

Geographische Bezeichnungen

Ortsnamen:

  • Alt Bolitten (1905), Landkreis Mohrungen
  • Bolyten (1338) Kammeramt Wargen
  • Boliten (1411), Bolitten Kreis Morungen
  • Balite (1782), Ballieth Kreis Königsberg
  • Bulitten (1905), Landkreis Königsberg
  • Neu Bolitten (1905), Landkreis Mohrungen


Stammliste Bulitta (Ermland)

  • Bulitta, Michael. Stammliste der Familie Bulitta aus dem Kreis Allenstein im Ermland (Ostpreußen). Bonn, Selbstverlag, 2017.

Literaturhinweise

  • Gerullis, Georg: Die altpreußischen Ortsnamen, Berlin, Leipzig 1922, S.22
  • Mechow, Max: Deutsche Familiennamen prussischer Herkunft, Tolkemita, Dieburg 1994
  • Volltextsuche nach Bulitta in der Familienkundlichen Literaturdatenbank

Daten aus FOKO

Bei der Abfrage der FOKO-Datenbank ist ein Fehler aufgetreten.

[Korrektur: Es muss Wartenburg im Ermland in Ostpreußen statt Wartenburg b[ei] Lutherstadt heißen].

Daten aus der Totenzettelsammlung

In unserer Totenzetteldatenbank findet man u. U. auch Einträge zum Familiennamen Bulitta.

Daten aus GedBas

Weblinks

Familienforscher

bulitta(at)aol.com

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