Brieg - Stadt und Landkreis (1964)/Amtsbezirk Lossen mit Jägerndorf, Jeschen und Lossen

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Amtsvorsteher: Landwirt Erhard Moll, Lossen, + 4.10.1948 in Holzminden

Lossen (Losiow)

Einwohner: 1.608 mit Waldhaus Kirchen: 1 evang. Schulen: 1 evang. Bürgermeister: Erich Hoffmann, Buttenheim, Wirthstraße 1 Standesbeamter: Willi Rüdiger, Anschrift unbekannt Pfarrer: Bis 1943 Pastor Lorenz, dann Pastor Dr. W. Burkert, Hechingen / Pfarrer Helmut Richter, Ganderkesee/Oldenburg Lehrer: Evang. Schule: Oskar Klose, + in Lautenbach, Krs. Zittau / Willi Rüdiger, Anschrift unbekannt kath. Schule: Heinrich Dimke, + in Rumänien / Klara Burkhardt, + in Löbau/Sachs. Heimatortsvertrauensmann: Max Wende, Oldenburg, Kurwichstraße 21

Leiter des Verbandskrankenhauses: Dr. Gottfried Langerfeld, Linden, Krs. Norderditmarschen, Nordbahnh.Str. Der alte Name des Dorfes lautet Mlodossowiz, das ist das Dorf der Nachkommen des Mlodoß. Polnisch heißt Mlodoß Jüngling, tschechisch würde es Mladatha heißen. Dieses Geschlecht war im Kreise Brieg begütert. Ein Vorfahre davon wird der älteste Grundherr von Lossen gewesen sein. Bereits 1189 wurden dem Johanniterorden die schon früher geschenkten Zehnten von Groß Neudorf und Lossen bestätigt. 1238 überließ der Herzog dem Komtur der Johanniter das Gebiet Lossowe, das inzwischen seinen Namen vereinfacht hatte, zur Aussetzung nach deutschem Recht. Bis 1255 legte der Orden auf diesem großen Waldgebiet vier Dörfer an, nämlich: Lossen, Rosenthal, Buchitz und Jeschen. Alle Dörfer außer Jeschen erhielten eine Kirche. 1534 traten die Bewohner der Lehre Luthers bei. Von 1584 ab führte der Komtur Baron von Mettich die Gegenreformation durch. Die Katholiken erhielten die alte Ordenskirche, und die evangelischen Einwohner erbauten sich 1788 eine neue Kirche. Diese Kirche ist von den Polen leider völlig abgerissen worden.

Das große Kommendegut erhielt nach der Säkularisation als Rittergut der Generalfeldmarschall Graf York von Wartenburg zur Belohnung für seine Verdienste. Im Laufe des 19. Jahrhunderts wurde das Gut Waldhaus abgeteilt. Zuletzt waren beide Güter im Besitz von Nachkommen der Familie Moll aus Brieg. Es war 625 ha groß.

Eine ausführliche Einwohnerliste mit den Gefallenen und Vermißten des letzten Weltkrieges ist vorhanden. Die Gemeinde zählte 58 landwirtschaftliche Betriebe. Viele der Lossener waren in Löwen und Brieg beschäftigt.

Zu erwähnen ist auch das Kreiskrankenhaus mit seinen 26 Betten. Letzter leitender Arzt war Dr. Langerfeld, jetzt Linden, Krs. Norderdithmarschen. Letzte Oberschwester E. Engmann, Neuwied/Rhein, Rheinstraße 12

Jägerndorf (Strzelniki)

Einwohner: 664
Kirchen: 1 evang.
Schulen: 1 evang.
Bürgermeister: Richard Bernd, + in Oldenburg
Pfarrer: Reinhold Pletz, + 28.3.1964 in Mengen/Freiburg
Lehrer: Felix Galleck, Norden/Ostf., E.M. Arndt, verstorben
Heimatortsvertrauensmann: Hans Georg Spaethe, Damnatz/Elbe

Jägerndorf ist eine deutsche Gründung. Die Kirche stammt aus dem Jahre 1534. In der Zeit der Gegenreformation war sie 1701 bis 1707 vorübergehend katholisch. Grundherren des Dorfes waren um 1360 die Breslauer Patrizier von Krakau. 1364 kaufte es der Hauptmann des polnischen Reiches, Wirzobant, und von dieser Zeit an wechselte es noch öfter den Besitzer.

Eine ausführliche Einwohnerliste ist vorhanden. Neben den landwirtschaftlichen Betrieben waren noch zwei Mühlen, zwei Tischlereien und eine Stellmacherei vorhanden.

Die Erbscholtisei in Größe von 110 ha war im Besitz des Alfred Überschaer, jetzt Grundhof, Kreis Flensburg. An weiteren großbäuerlichen Betrieben waren noch 9 vorhanden, darunter der Hof des Reinhold Müller I, der seit über 200 Jahren im Familienbesitz stand.

Jeschen (Jasiona)

Einwohner: 211
Kirchen: -
Schulen: 1 evang.
Bürgermeister: Hermann Kretschmer, + 1945 in Jeschen
Lehrer: Kurt Däschner, + 1945 beim Transport in die Gefangenschaft
Heimatortsvertrauensmann: Josef Ruscher, Bad Lippspringe, Arminiusstraße 5

Jeschen ist bald nach 1238 von den Lossener Johannitern zu deutschem Recht ausgesetzt worden. Der alte Name Jazona ist wohl ursprünglich ein Flurname gewesen und hängt mit dem polnischen Wort für Esche zusammen. Die Einwohner waren zum Teil evangelisch, zum Teil katholisch. Eine Kirche gab es nicht am Ort. Die Bevölkerung war in überwiegenden Umfange in der Landwirtschaft tätig.

Die größeren landwirtschaftlichen Betriebe schwankten zwischen 17 und 30 ha. Darunter wäre besonders der des Robert Wiedemann zu nennen, der sich seit über 200 Jahren im Familienbesitz befand.

Diese Seite enthält Text des Buches »Brieg - Stadt und Landkreis«, herausgegeben von der Stadt Goslar zum 10. Treffen der Brieger in Goslar im September 1964. Abgeschrieben von Hermann Hosp aus D-54516 Wittlich in Rheinland-Pfalz. Überarbeitet und umgesetzt in HTML-Code durch Dr.-Ing. Frank Knorr aus D-03185 Teichland, OT Maust in Brandenburg.
Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung der Stadt Goslar vom 8. Mai 2001.
Früher war dieser Text auf der alten Regionalseite www.genealogy.net/reg/SCI/Brieg/st-kr/ zu finden.
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